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Thema: There might be something to avoid in here!

  1. #201
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
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    Re: There might be something to avoid in here!


    UNRATED

    Interessant!
    ...denn die Handlung ist mal etwas Anderes:

    Kein Mörder, kein Psychopath, kein Monster und das Ganze auf sehr kleinem Raum ausgetragen. So sieht Psycho-Horror der guten alten Schule in neuem Kleid aus! Zwar gibt es ein paar blutige Gewaltspitzen zu sehen, doch der wahre Horror liegt im meist Verborgenen und spielt sich in den Köpfen der Protagonisten ab, welche diesen dann nach aussen transportieren. Dadurch schafft es der Film eine konstante Spannung zu erhalten, welche oftmals nicht nur fesslend sondern immer wieder auch überraschend ist.

    Schade nur, dass der Schluss (egal ob Kino-Ende, Unrated-Ende oder Alternativ-Ende) einen nicht ganz zufriedenstellen kann, denn wenn schon Einheimische immerzu da sitzen und aufpassen, so könnte man doch noch ein wenig mehr über die Hintergründe erfahren. Ich hätte es zumindest begrüsst, da die Handlung in dieser Form nicht gerade mit guten Ideen überläuft.

    Da aber ansonsten alles sehr stimmig ist, die Darsteller und Regie gleichermassen zu überzeugen wissen und ich 1 1/2 Stunden sehr gefesselt war, bleibt dennoch eine Wertung von guten:

    7/10
    Ich war auf einer einfarbigen Hochschule. Einer sogenannten "Üni"...
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  2. #202
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    Re: There might be something to avoid in here!



    ST zum dritten...wer hat da schon sonderlich viel erwartet?
    Wohl nur die Wenigsten, nachdem schon der 2. teil vollkommen verhunzt wurde (bzw. mit Starship Troopers herzlich wenig zu tun hatte und von daher eher als eigenständiger Horrorfilm hätte produziert werden sollen) und dieser 3. Film vom gleichen Regisseur stammt...

    Doch mit der Zeit lernen alle dazu, und genau dies ist auch hier glücklicherweise (zumindest vorerst) festzustellen:

    Man hat sich wieder mehr am grandiosen Original orientiert und liefert teilweise sehr gelungene Splatter-Effekte. CGI ist teilweise okay, teilweise billig...aber da kann man im grunde relativ locker drüber hinweg sehen, da es sich um eine Direct-to-DVD-Produktion handelt.

    Der Sarkasmus in den "Wollen Sie mehr wissen"-Beiträgen wurde verstärkt, und die negativen Seiten der totalitären Regierung sind offensichtlicher. Casper van Dien hat sichtlichen Spass, wieder einmal ein paar Bugs abzuknallen, und auch auf der anderen Seite des Schützengrabens hat man sich ein paar witzige neue Bugs einfallen lassen (Skorpion und Granate).

    Dies alles spricht für einen guten Sci-Fi-Action-Film, und das ist Starship Troopers 3: Marauder im Grunde genommen auch, sofern man die Augen komplett vor folgenden Dingen verschliessen kann:

    1. die Dialoge wirken sehr oft einfach nur billig und bescheuert.
    2. das Spiel der Darsteller wirkt vor allem zu Beginn vollkommen deplatziert.
    3. es gibt haufenweise Continuity-Fehler (innerhalb von ein paar Sekunden werden beispielsweise Kopfbedeckugen immer wieder an und ausgezogen...scheinbar).
    4. gewisse Szenen am Schluss (Beten, Heiligenschein, Gott hier - Gott da - Gott überall - blablabla) schaffen es beinahe, jeglichen Goodwill des Zuschauers zu zerstören. Ohne einen solch christlichen Schluss würde der Film bei mir sicherlich viel besser abschneiden...aber so sind nunmal die Amerikaner während Krisenzeiten: immer schön beten und Hilfe von Gott fordern, statt dass von Anfang an darauf aufgepasst wird, wo man sich hinein manövriert. Genau dies wird in Hollywood dann auch immer gleich in diverse Filme eingebaut, denn nichts bringt mehr Kohle als die eigene Angst. Irgendwie faszinierend...aber gutheissen kann ich das dennoch nicht.

    Aus diesen Gründen reicht es hier gerade noch so für knappe:

    5/10

    P.S.: der Song ist witzig - wenn auch hirnlos --> "It's a good day to die - when you know the reasons why!"...ähm...NOT!!!
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  3. #203
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    Re: There might be something to avoid in here!



    OV & UNRATED

    Aufgrund von aktuellen Diskussionen, hier mal mein Beitrag dazu...

    Nachdem SUPER TROOPERS doch ziemlich flach war und nur selten komisch, und CLUB DREAD etwas besser und doch recht unterhaltsam war, haben die Jungs von Broken Lizzard hier Vollgas gegeben:

    BEERFEST (ausschliesslich in OV zu "geniessen") ist non-stop Schwachsinn erster Güte!!!

    Nachdem ein paar Kumpel ihn auch gesehen haben, gehen im Geschäft nur noch Oneliner aus dem Film rum. Es ist einfach herrlich, wie die deutsche Sprache für einen Lacher nach dem Anderen sorgen kann. Kostproben?

    "Good luck with ZE competition"

    "What ZE fack?"

    Ein Restaurant namens "Schnitzengiggle"

    "We now start operation receipe retrieve"
    "Did we agree on zat name? I prefer operation STEIN-GRAB!"

    "Reday for SHICE, or get off the crapper!"

    usw...

    Auch witzige Wortspiele, wie:

    "If he had the receipe, why didn't he brew the beer?"
    "Hebrew?"

    "How about some Sex On The Beach?"
    "I think my place is closer!"

    Alles in Allem ein durchgeknallter Feel-Good-Movie mit viel Schwachsinn und Bier...wer auf sinnfreie Unterhaltung steht, kann hier nicht viel falsch machen!


    Inzwischen habe ich Beerfest schon mindestens 10 mal gesehen, und es werden sicherlich weitere Sichtungen folgen. Die Letzte ist nur ein paar Wochen her, und da war mein Schwager das auserwählte Opfer. Doch auch er hatte grossen Spass an diesem (O-Ton) "durchgeknallten Blödsinn" und konnte immer wieder herzhaft Lachen (klar, als Schweizer und Spanier ist es doppelt lustig, wenn Amis und Deutsche sich gegenseitig veralbern)!

    Die Broken Lizzards haben es hier in meinen Augen noch immer zum ersten mal geschafft, mich vollkommen zu überzeugen (ohne, dass ich behaupten wollte, der Film wäre perfekt!). Zwar hat sich eine weitere Sichtung von Super Troopers als nützlich erwiesen und eine erhebliche Aufwertung des Filmes zur Folge gehabt (zwischen 6 und 7 von 10), doch an Beerfest kommt er nun mal nicht ran.

    Alles fängt mit dem Tod des Grossvaters und Herrn Schniedelwichsen an, welcher unsere "Helden" am Oktoberfest begrüsst, um kurz darauf von der Bildfläche spediert zu werden. Dann das erste Streitgespräch zwischen dem Deutschen und dem US-Team, welches dann noch gar kein Team ist.

    Doch aus den naiven Touristen soll innerhalb eines Jahres - mit Hilfe von weiteren Mitgliedern (LANDFILL olé! & Who's Barry Badrinath?!?...z.Bsp.) - ein professionelles Team aus Gerstensaft-Vernichtungs-Maschinen entstehen, und so kommen wir zur nächsten Phase des Filmes: dem Training.

    Auch hier werden Vorurteile als Wahrheiten nicht nur proklamiert, sondern auch gleich ausprobiert, was im Falle des bevorzugten Trainings-Getränks offenbar nicht unbedingt das richtige Rezept sein muss. Dieses befindet sich dafür schon lange im Besitz unserer ahnungslosen Helden, und schon bald wünscht man sich Bierseen auftauen und austrinken zu können.

    Natürlich darf man aber die "Operation Steingrab"-Freaks aus Übersee nicht unterschätzen, und vor allem nicht schon als geschlagen ansehen, denn egal ob im Wettkampf oder im Business: diese Herren geben nicht so schnell klein bei.

    Alles gipfelt schlussendlich dann doch beim Wettkampf, genauer: bei DAS BOOT. Dem Zuschauer wird hierbei zwar keine Überraschung in Sachen Ausgang der Story geboten (was zugleich mein grösster Kritikpunkt wäre, wenn man dank dem köstlichen-spritzigen Rest nicht so leicht darüber hinweg sehen könnte), doch der Humor stimmt auch gegen Ende noch immer zum allergrössten Teil, weswegen man sich den Streifen einfach immer wieder mit ein paar Freunden und ein par Flaschen ansehen kann.

    All-Time-Fav!

    9/10
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    NEU: MovieCops auf Schwyyzerdüütsch mit der "Akte 38" (21.05.12)

  4. #204
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    Re: There might be something to avoid in here!

    OMFE - Round 7 / Dictator: Ali



    Nunja, ich bin ja bekanntermassen nicht so sehr der Drama-Liebhaber...aber genau darum geht es ja hier bei OMFE:

    Filme schauen, die man sonst nicht unbedingt ansehen würde.

    Aus diesem Grund fällt es mir aber schwer, über einen solchen Film irgend etwas Gescheites zu schreiben...aber ich versuche mein Bestes zu geben.

    Bitte nicht hauen, falls ich irgendwelche Details nun 3 Tage später (bin nicht früher zum Schreiben gekommen) nicht mehr ganz genau wiedergebe...ACHTUNG SPOILER


    Es geht hier um 6 Menschen zwischen Deutschland und der Türkei, deren Schicksale unumgänglich miteinander verwoben sind.

    YETERS TOD

    Ali Aksu ist ein Türkischer Rentner in Deutschland - genauer: in Bremen. Sein Sohn Nejat ist Professor für Deutsche Literatur an der Uni in Hamburg.

    Zwar pflegen die beiden einen regelmässigen Kontakt, aber der Alters- und Interessenunterschied (Ali hat zum Beispiel vor einiger Zeit ein Buch von Nejat erhalten, welches er aber noch immer nicht gelesen hat - später wird Nejat einen Buchladen übernehmen...Bücher haben somit eine erhöhten Stellenwert in diesem Film und sollen dem Zuschauer suggerieren, er solle den Film auch eher wie eine Art "bewegtes Bilderbuch" ansehen) ist jeweils zu gross, um Ali über seine Einsamkeit hinweg zu täuschen. Neue Lebensfreude entdeckt er in dem Freudenmädel Jessy, welche sich bald als Türkin namens Yeter herausstellt. Da dies aber noch andere mitbekommen haben, wird die Muslimin Yeter sehr bald darauf hingewiesen, dass sie sich nicht mehr im Bordell sehen lassen soll...es wäre sonst schade um sie.

    Notgedrungen geht diese dann auf einen Vorschlag von Ali ein:
    Sie soll bei ihm einziehen und nur noch mit ihm schlafen...und er bezahlt ihr denselben Lohn, den sie vorher im Puff kassiert hat.

    Dies geht eine Zeit lang gut, und man erfährt von Yeters Tochter Ayten, welche in der Türkei lebt und für welche Yeter alles tun würde, denn ihre Tochter soll eine gute Ausbildung erhalten.

    Alle Gute hat jedoch ein Ende...hier in der Form eines Herzinfarktes von Ali. Zwar überlebt er diesen, doch im Nachhinein wird er sehr grob gegenüber seinen Mitmenschen. Er vermutet ein Verhältniss zwischen seinem Sohn und "seiner" Yeter. Nach kurzer Zeit fürht dies zu einem handfesten Streit bei welchem Yeter zu Boden fällt und sich offenbar das Genick bricht.


    LOTTES TOD

    Ali kommt ins Gefängnis - Nejat geht in die Türkei um Ayten zu finden und sie zu unterstützen.

    Diese ist allerdings schon vor ein paar Monaten illegal nach Deutschland gereist. Als Mitglied einer bewaffneten, revolutionären Gruppierung wurde sie von der Polizei verfolgt und versucht in ihrer Not ihre Mutter zu finden.

    Dies schafft sie zwar nicht, doch in der Studentin Lotte findet sie eine leidenschaftliche Freundin, welche bereit ist für Ayten durch Dick und Dünn zu gehen. Dies wiederum stösst aber Lottes Mutter Susanne sauer auf, und so machen sich die beiden alleine auf die Suche nach Yeter.

    Leider werden sie bald von der Polizei überprüft, woraufhin Ayten wieder in die Türkei abgeschoben wird. Die Begründung dafür lautet ungefähr "Da die Türkei kurz vor einem EU-Beitritt steht, kann angenommen werden, dass Ayten trotz Strafverfolgung mit keinerlei körperlichen Schäden zu rechnen hat, sollte sie in ihr Land zurückkehren"...

    Nun reist Lotte "ihrer" Ayten hinterher und will ihr helfen. Auf der Suche nach einer Unterkunft trifft sie auf Nejat, welcher inzwischen einen Deutschen Buchladen in der Türkei übernommen hat.

    Er nimmt Lotte als Untermieterin bei sich auf, ohne zu wissen, dass diese Person derjenigen Frau helfen will, nach welcher er selbst noch immer sucht - dafür hat er seinem Vater allerdings nicht vergeben können (O-Ton "Wer mordet kann mein Vater nicht sein!").

    Während einem Besuch von Lotte im Gefängnis, gibt Ayten ihr den Auftrag etwas aus einem Versteck zu holen. Auf dem Nachhauseweg wird sie aber von jugendlichen Strassenräubern erschossen.


    AUF DER ANDEREN SEITE

    Ali ist wieder frei und wird in seine Heimat abgeschoben, wo er traurig und alleine seinen Lebensabend beschreitet.

    Susanne ist in die Türkei gereist um dem Willen ihrer Tochter zu entsprechen und Ayten zu helfen. Sie trifft auf den ehemaligen Vermieter von Lotte und zieht ebenfalls bei Nejat ein.

    Ayten arbeitet nach einem Besuch von Susanne mit den Behörden zusammen und wird aus dem Gefängnis entlassen. Sie wird von Susanne aufgenommen.

    Dennoch weiss Nejat noch nichts von seinem Glück (= er hat endlich Yeters Tochter "gefunden"), denn nach ein paar Gesprächen mit Susanne ist er nun auf der Suche nach seinem Vater um diesem zu vergeben.

    Die letzten Bilder zeigen, wie Nejat am Strand des Schwarzen Meeres steht und auf die Rückkehr von Ali wartet (siehe Poster), welcher mit dem Boot raus zum Fischen ist...



    Nun, was mir am Besten gefallen hat, waren die wenigen aber umso eindrücklicheren (weil sehr überraschenden) Überkreuzungen der beiden Handlungsstränge, welche einem erst nach und nach die Chronologie der Geschichte erkennen lassen. Dies sorgt für eine Art Spannung, und der Zuschauer bleibt interessiert und gebannt vor dem Bildschirm kleben.

    Grossen Anteil daran hat natürlich die sehr impulsive und direkte Kameraführung und der immer wieder absichlich erscheinende aber dennoch abrupte Schnitt. Auch die diversen Parallelen zwischen den beiden - oberflächlich betrachtet doch sehr unterschiedlichen - Handlungssträngen sind interessant:
    Beide fangen mit mehr oder weniger friedlichen Demonstrationen an (einmal in Deutschland und einmal in der Türkei), und beide zeigen kurz aber dennoch eindrücklich, wie beide Rechtssysteme so ihre ganz eigenen Mängel haben. Dies zeigt, dass bei allen Unterschieden zwischen den beiden Ländern unterm Strich nur formelle Unterschiede bleiben...die Missstände sehen anders aus und heissen vielleicht auch anders, aber es sind und bleiben bestehende Missstände, und das auf beiden Seiten.

    Fatih Akin weiss, wie er etwas mitreissend in Szene setzt! Allerdings merkt man auch, was er im Statement selbst bestätigt: er kann keine speziellen Gefühle beim Zuschauer hervorrufen, und überlässt es deswegen dem Publikum, was es wann fühlen will. Dies ist einerseits sehr interessant, hat mich aber andererseits immer wieder auch etwas im Stich gelassen, denn wenn ich mir die Frage stelle "Was will der Macher mir mit diesem Film sagen?", dann kommt von mir als Antwort...nichts bzw. es fällt mir keine Antwort ein.

    Das Gleiche lässt sich über die Spielerei mit dem Score sagen, denn auch wenn es eine nette Idee ist, einen mehrspurigen Score-Track in die einzelnen Spuren zu teilen, und diese dann jeweils einem Charakter zuzuteilen, bemerkt habe ich das während des Filmes nicht wirklich. Gut, vielleicht fehlt mir das Ohr für diese Art Musik...oder ich habe zu sehr versucht mich auf die visuellen Details zu achten, weswegen ich zu abgelenkt war, um das zu bemerken...wer weiss.

    Nach langen Überlegungen habe ich mir den Sinn bzw. die Aussage des Filmes - bezogen auf den Titel - wie folgt zusammengereimt:

    Wir haben in beiden Handlungssträngen jeweils ein Paar (Ali und Yeter & Lotte und Ayten) und eine dritte Person, welche ein enges Verhältnis zu der einen Hälfte des Paares innehat (bei Ali und Yeter ist dies Nejat - bei Lotte und Ayten ist dies Susanne). Sowohl Nejat, wie auch Susanne sind nicht begeistert von der Beziehung ihrer Verwandten (Nejat hat natürlich Probleme mit einer Prostituierten, welche bei seinem Vater eingezogen ist - Susanne hat natürlich Probleme mit einer illegalen Einwanderin, welche eine Liebesbeziehung mit ihrer Tochter eingeht). Beide stellen sich somit auch des öfteren mal quer und legen ihren Lieben Steine in den Weg. Am Ende jedoch, zeigen genau diese beiden auch ihre ganz persönliche "andere Seite" indem sie in sich gehen und ihre bisherige Haltung über Bord werfen um sich menschlicheren Verhaltensmustern zuzuwenden. Dies ist eine sehr schöne Aussage...aber ich bin mir eben leider nicht sicher, ob solch eine Schlussfolgerung überhaupt beabsichtigt war.

    Schlussendlich bleibt bei Auf Der Anderen Seite für mich der Eindruck übrig, dass es sich um einen grösstenteils interessanten Film handelt - egal, ob man wegen der Handlung, der Regie, der Erzählstruktur, den überzeugenden Darstellern (mit Ausnahme von Hanna Schygulla als Susanne, welche in meinen Augen immer den gleichen Eindruck machte - egal, ob sie traurig, wütend oder fröhlich war) oder dem Score beeindruckt ist - welcher mich aber in Sachen Aussage immer wieder sehr alleine gelassen hat. Natürlich war dies genau die Absicht des Regisseurs, aber mir persönlich ist das nunmal zu wenig. Es mag für Fatih Akin hochinteressant sein, zuzusehen wie verschiedene Menschen, unterschiedlich auf verschiedene Momente des Filmes reagieren...aber ich habe da nicht sonderlich viel davon.

    Da ich aber dennoch grossen Respekt vor der globalen Leistung aller Beteiligten habe, und mich keineswegs gelangweilt habe (alles weitere Positive habe ich ja bereits erwähnt), ergibt dies von mir in Sachen Punkte noch immer gute:

    7/10

    P.S.: ein riesiger und zugleich doppelter Dank geht an Ali, denn ohne ihn hätte ich mir diesen Film sicherlich niemals angesehen...und ohne ihn hätte ich auch die Gelegenheit dazu nicht gehabt. Deswegen hier nochmals ein hochoffizielles DANKE für das Ausleihen der DVD!!!
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  5. #205
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    Re: There might be something to avoid in here!



    Stephen Chow ist den meisten wohl aufgrund seiner Action-Komödien "Shaolin Soccer" (bzw. "Shaolin Kickers") & "Kung Fu Hustle" ein Begriff. Mit "CJ7" liefert er nun eine etwas andere Komödie ab...doch halt: Komödie? Nicht ganz, denn im Grunde handelt es sich hier um ein Vater-Sohn-Drama, welches gleichzeitig oftmals sehr übertrieben dargestellt wird, um innerhalb der Tragödie ein paar Slapstick-Momente einzustreuen.

    Dicky ist ein im Grunde ganz normaler kleiner Junge, der auf eine Privatschule geht. Seine Mutter ist schon lange verstorben, und sein Vater versucht als Wanderarbeiter sein Geld zu verdienen. Das Wichtigste ist für ihn, seinem Sohn eine gute Ausbildung bieten zu können. Leider fehlt daneben aber das Geld für Kleidung, Spielsachen, etc. was ihm von seinem Sohn in dessen jugendlicher naivität auch immer wieder vorgeworfen wird. Allerdings kann man Dicky deswegen keine allzu grossen Vorwürfe machen, denn in der Schule wird er nicht nur von seinen Mitschülern als aussenseiter behandelt, nein, auch die meisten Lehrer lassen den Kleinen nicht näher als bis auf einen Meter an sie herankommen! Einzig Miss Yuen hat ein Herz für den in vergammelten Kleidern umherlaufenden Dicky und versucht ihm immer wieder mit ihrer herzensguten Art zu helfen. Als Dickys Vater Ti eines Tages einen grün schimmernden Gummiball auf dem Schrottplatz (= Tis Lieblingsort für "Einkäufe" aller Art) findet und diesen seinem Sohn schenkt, weiss er noch nicht, was er Dicky da gerade in die Finger gegeben hat. Nicht lange, und aus dem Ball wird ein niedlicher, kleiner, ausserirdischer "Hund" mit speziellen Fähigkeiten. Es dauert zwar eine Weile, bis Dicky sich damit abgefunden hat dass CJ7 (wie er das Tier fortan in Anlehung an den Spielzeug-Roboter-Hund CJ1 - den in der Schule alle toll finden - nennt) nicht unbedingt dafür sorgen kann, dass sich sein Leben in allen belangen zum Positiven dreht, doch danach steht einer ganz speziellen Freundschaft nicht mehr viel im Wege.

    Es ist durchaus nachvollziehbar, dass nicht jeder etwas mit der Darstellung dieser Geschichte etwas anfangen kann. Gewisse Dinge werden dermassen überspitzt dargestellt, dass sie eine eher böse Ausstrahlung besitzen und bei einigen Zuschauern für mehrmaliges Kopfschütteln sorgen dürften. Ruft man sich aber die Originalfassung von "Shaolin Soccer" ins Gedächtnis zurück, erkennt man sofort Stephen Chows typischen Stil und kann diese Elemente besser verstehen und richtig deuten.

    Natürlich gibt es trotz aller tragischen Drama-Elemente immer wieder etwas zu Lachen, doch die Geschichte wird gleichzeitig immer ernster. Es geht hier um Liebe, Zusammenhalt und darum dass man sich nicht durch seinen Besitz, sondern durch seine Handlungen, selbst definiert. Diese Dinge sind (hoffentlich für alle) nicht neu, aber es darf deswegen trotzdem nie als falsch angesehen werden, darüber Filme zu machen.

    Die Synchronisation ist grösstenteils durchaus gut gelungen, was mich persönlich positiv überrascht hat, denn meistens gibt es ja vor allem in Sachen intonation bei asiatischen Filmen grössere Probleme. Nicht so hier, und man darf getrost auf die Synchron-Fassung zurückgreifen.

    Fans von Stephen Chow (oder solche die es werden wollen) können hier ohne Bedenken zugreifen, auch wenn "CJ7" nicht an den Witz und die Dynamik von "Kung Fu Hustle" herankommt (sind schliesslich auch 2 völlig verschiedene Genres). Der Fokus liegt auf Dicky und CJ7, doch das heisst nicht, dass Stephen Chow hier nur am Rande vorkommt, da die Vaterfigur mit zu den wichtigsten Personen dieser Geschichte gehört.

    Wer also mal eine etwas andere Dramödie mit viel Witz und einem extrem niedlichen Tierchen (E.T. war dagegen ein regelrechtes Monster) sehen möchte, der kommt an diesem netten kleinen Film fast nicht vorbei.

    7/10
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  6. #206
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    Re: There might be something to avoid in here!

    OMFE - Round 8 / Dictator: Argonaut



    Das war also der sagenumwobene Midnight Express. Ganz ehrlich gesagt, hatte ich keine Ahnung von dem Film...ausser, dass ich die DVD mal in den Händen hielt und uninteressiert wieder ins Regal gestellt habe, ohne ihn zu kaufen.

    Vollkommen unvoreingenommen habe ich mir also gestern Abend den Streifen angesehen, und ganz wichtig: ohne zu wissen, dass es sich um ein auf Tatsachen beruhendes Werk handelt. Wäre mir dies im vornherein schon bewusst gewesen, wäre mein Urteil wohl weniger wohlwollend ausgefallen!

    Doch eines nach dem anderen...

    William (Billie) Hayes ist ein junger Amerikaner, welcher 2 Kg Hasch mit in die Staaten nehmen will. Wir schreiben das Jahr 1970, und President Nixon streitet sich gerade mit der Türkei, weil von dort wohl die meisten Drogen in die USA geschmuggelt werden. Gleichzeitig ist es eine Zeit der Anschläge auf Flugzeuge, weswegen Billie's Chancen auf ein erfolgreiches Beenden seines Vorhabens von Anfang an ziemlich gering sind. Natürlich wird er erwischt, verhaftet und zu gut 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Haftdauer ist relativ gering, weil man ihm nur den Besitz vorwarf...aber nicht - wie vom Ankläger gefordert - den Schmuggel. Auf Anraten seines Anwaltes verhält er sich trotz Misshandlungen ruhig und will seine Strafe unauffällig absitzen. Als er jedoch nach gut 3 Jahren plötzlich - und wohl hauptsächlich um ein politisches Signal zu senden - doch zu mindestens 30 weiteren Jahren verurteilt wird, weil nun doch Schmuggel als Hauptanklagepunkt gilt, hält Billie es nicht mehr aus. Nach weiteren unerfreulichen Stationen innerhalb der Haftanstalt, gelingt ihm im Jahre 1975 die Flucht. 1977 veröffentlicht er seine Geschichte als Buch, welche von Oliver Stone adaptiert, und von Alan Parker 1978 unter dem Namen Midnight Express verfilmt wurde.

    Nun bin ich Schweizer, und kein Türke, weswegen ich nicht beurteilen kann, inwiefern die benutzte Sprache auch der Realität entspricht. Auch war ich glücklicherweise noch nie in einem Gefängnis, und kann auch den diesbezüglichen Realitätsgehalt nicht beurteilen.

    Allerdings war ich 1997 in der Türkei, und was mir von Anfang an aufgefallen ist: es wird hier peinlichst genau darauf geachtet, dass man keine schönen Orte zeigt. Alles wirkt heruntergekommen, dreckig und alles Andere als einladend. Schon alleine diese Tatsache lässt einen faden Nebengeschmack entstehen, doch andererseits macht es das Mitfühlen mit der Hauptfigur etwas einfacher...bis man sich eben wiederum bewusst macht, dass eh alles sehr übertrieben rüberkommt...

    Gleichzeitig macht es einem die erste halbe Stunde nicht einfach, sich mit William zu identifizieren, denn in dieser Zeit macht er so ziemlich alles falsch, was er nur falsch machen kann (ACHTUNG = kleine SPOILER):

    1. er will Drogen schmuggeln...
    2. er wird sichtlich nervös und lässt dann seine Freundin alleine durch den Zoll...nur um kurz darauf selbst alleine durch die Kontrolle zu gehen (was ziemlich auffällig ist).
    3. er trägt im Flughafen eine Sonnenbrille (auch gaaaaanz unauffällig).
    4. er schwitzt, wie ein Schwein und schaut bedrückt in der Weltgeschichte umher...wirkt nicht, wie ein Urlauber auf dem Heimweg...
    5. er versteckt sich im Bus und meint, er könne die Drogen wieder loswerden, welche er sich mühsam um den Körper geklebt hat.
    6. er lächelt nach der Verhaftung in die Kamera des Pressefuzzis...
    7. nachdem er seinen Drogenbeschaffer verpfeift, versucht er zu fliehen...zu Fuss!
    8. er missachtet gleich die erste Regel eines Aufsehers im Knast, indem er sich verbotenerweise eine Decke holt.

    Wer sich da noch wundert, dass ihn die Polizei so richtig auf dem kicker hat, tja...der hat die Welt nicht verstanden!...und somit sass ich das erste Viertal nur da und dachte "Du bist doch ganz einfach selber Schuld, Du Idiot!"

    Dass er danach aber aufgrund politischer Streitigkeiten zwischen zwei Ländern unfair behandelt wird, bewirkt dann doch noch das so lang ersehnte Mitfühlen, wenn auch die Quelle seiner Probleme nur beiläufig erwähnt wird. Der Fokus liegt ganz klar (hin und wieder zu stark) auf das höllenähnliche Umfeld, in welchem sich William befindet. Und natürlich ist dort alles böse und kaum ein Trost zu finden. Zwar hat er mit der Zeit so etwas wie 2 Freunde, doch der eine ist irgendwo mal auf einem Drogentripp stehen geblieben, und der andere bereits am durchdrehen. Nur ganz selten gibt es das eine oder andere Detail, welches verrät dass er auch mit Türken angenehme kontakte innerhalb des Gefängnisses hatte...auch dies lässt einen bitteren Nachgeschmack.

    Lange Rede kurzer Sinn:

    Der Film hat auf mich einen sehr fiktiven Eindruck gemacht, weswegen ich aber mit den realitätsfernen Darstellungen der Türkei nicht so viel Mühe hatte...bis mir nach dem Film bewusst wurde, dass dies eine echte Geschichte darstellen sollte.

    Somit konnte ich mich aber darauf einlassen, und habe einen spannenden und stimmig inszenierten Film gesehen, welcher mich aber - aufgrund der beschriebenen Feststellungen - emotional relativ kalt gelassen hat (The Shawshank Redemption war da ganz anders!). Die darstellerischen Leistungen haben mich meistens überzeugen können (war allem Randy Quaid war klasse...den hätte ich doch tatsächlich beinahe nicht erkannt), und der Score war - im Gegensatz zu den dargstellten Ereignissen - sehr mitreissend. Gelangweilt habe ich mich nicht, und ich war gespannt wie es zu Ende gehen würde. Doch, dass sich ein Türkischer Bürger (bzw. das ganze Land) von diesem Film beleidigt fühlt, kann ich nachvollziehen, und die Entschuldigung (für die überdramatisierten Darstellungen) von Olvier Stone an die und in der Türkei im Jahre 2004, war in meinen Augen wohl mehr als überfällig.

    Somit bleiben für mich unterm Strich knappe (denn das Ende war zufriedenstellender als bei I Spit On Your Grave aus der gleichen Zeit):

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    Re: There might be something to avoid in here!

    OMFE - Round 9 / Dictator: Bob




    Ein Mensch wird niemals einen anderen Menschen wirklich kennen...


    Paul Denton fühlt sich zu Sean Bateman hingezogen. Dessen Signale interpretiert er nach seinem Geschmack, und merkt so nicht, dass er keine Chance hat. Sean Bateman (Bruder von Patrick Bateman - der Figur aus einem anderen Ellis-Roman namens "American Psycho") steht in Sachen Gefühlslosigkeit seinem Bruder in nichts nach und ist ständig auf der Suche nach "Frischfleisch". Er bezeichnet sich selbst als emotionalen Vampir, wobei es ihn aber magisch zu Lauren Hynde hinzieht...vor allem, weil diese noch Jungfrau ist, und ihn deren Unschuld fasziniert. Er glaubt auch, immer wieder von ihr Liebesbriefe zu erhalten, welche mit violettem Papier, silbernem Glitzer und Parfüm nicht geizen. Lauren Hynde wiederum wäre zwar an Sean Bateman interessiert, vermisst aber ihren (Ex-?)Freund Victor, welcher zur Zeit - ohne dass sie es weiss - mit halb Europa vögelt...

    Wie das ganze ausgeht?

    Dies verrät uns Lauren bereits in den ersten Sekunden des Filmes, welcher auch gleich das Ende darstellt:

    "It's a story that might bore you, but you don't have to listen, because I always knew it was going to be like that."

    Wir befinden uns in dem Mikrokosmos einer x-beliebigen US-Highschool...nur dass dort niemand etwas von einem Musical wissen will:
    Hier regiert alleine der Drang nach SEX, DRUGS & ROCK'N'ROLL - jedenfalls wird dies so immer wieder von den Figuren propagiert...und auch vorgelebt.

    Was erwartet man für Entwicklungen innerhalb eines Filmes, welcher diese zutiefst instinktiven Bedürfnisse so drastisch wie möglich darstellt?

    Viel Sex? Check!
    Drogenmissbrauch? Check!
    Wechselnde Partner? Check!
    Der gelegentliche BloJob für bessere Noten? Check!
    Betrügereien? Check!
    Liebeskummer? Check!
    Selbstmord? Check!
    Gewalt und Schlägereien? Check!


    Dann fragen wir mal anders herum:

    Gibt es erfreuliche Dinge in diesem Film?

    Höchstens die Erkenntnis, dass man selbst sehr viel anders als die Menschen im Film ist...doch halt! Sind wir das wirklich? Oder reden wir uns das nur ein?
    Gelegenheit macht bekanntlich Liebe. In der heutigen Zeit kann man aber sehr wohl auch die LIEBE durch SEX ersetzen, denn in einer verrohenden Konsumgesellschaft können immer weniger Menschen "NEIN" sagen. Das wandelt diese Täter zwar noch lange nicht in Opfer, doch verändert es die Sichtweise auf diese Dinge doch erheblich.


    So könnte ich von Punkt zu Punkt immer weiter sinnieren, was irgendwann zwangsläufig in einem heillosen Durcheinander an Eindrücken und Aussagen enden würde.

    Genau dieser aus der Geschichte resultierende Umstand wird von Regisseur Roger Avary stark unterstrichen:
    Gleich zu Beginn erleben wir ein Wechselspiel zwischen vorwärts und rückwärts ablaufenden Szenen. Immer wieder wird im Verlauf des Filmes auf dieses Mittel zurückgegriffen, was das Ganze zumindest schon einmal recht interessant wirken lässt. Allerdings gibt es auch Momente, in denen dies auch übertrieben wird, und als Zuschauer ist man deswegen nicht immer sicher, WANN man sich jetzt befindet. Am Ende geht das Spiel jedoch wieder komplett auf, und man hat ein komplettes Gesamtbild vor Augen, welches sich nun setzen und seine Wirkung entfalten muss (hätte ich den Film gleich am Samsatg bewertet, wären nicht mehr als 6/10 drin gelegen...ich brauchte ein paar Tage, um mir einen Reim auf das Gesehen zu machen, und mit jedem Gedanken wuchs auch die Überzeugung etwas Spezielles gesehen zu haben).

    Sehr schön fand ich auch die vereinzelten Kameraspielchen, als zum Beispiel Lauren und Sean im Gang auf einander zu gehen, dann ein Split-Screen als sie miteinander reden, bevor beide Kameras sich so zueinander drehen, dass ein einziges Bild entsteht: das ist zwar nicht absolut innovativ, doch hatte ich das so noch nie gesehen und es passte sehr gut zur Szene. Dazu dann noch kleine Details, wie eine Schneeflocke, welche auf einer Wange landet und sich in eine Träne verwandelt - was auch wieder optimal in den Kontext passte - einfach schön, ohne dass es um schöne Dinge gehen würde. Auch die Darsteller wissen allesamt zu überzeugen und bringen ihre zerissenen Charaktere sehr glaubhaft auf den Bildschirm.

    Alles in allem ist dies ein ziemlich sinnloser Film...doch genau darum geht es:
    Das sinnlose Leben der Protagonisten, welche aus sinnlosen Gründen sinnlosen Dingen hinterherrennen und dabei das Wesentliche vollkommen ausser Acht lassen. So kann es sein, dass ein erfolgreicher Selbstmord kaum Reaktionen hervorruft, ein Misslungener dafür umso mehr...zumindest gemessen an dem, was dem Zuschauer gezeigt wird.

    Einer der Höhepunkte ist die Montage gegen Schluss, in welcher wir den kompletten Europa-Aufenthalt von Victor im Zeitraffer zu sehen bekommen. Diese wirft den Zuschauer zuerst komplett aus dem Film raus, überrollt ihn, um ihn danach irgendwo zwischen Lachen und Weinen zurückzulassen...und während die letzten Wendungen über einen hereinprasseln, ist man selbst inzwischen dermassen verroht worden, dass man sich erst wieder ausnüchtern muss, um das Ganze richtig interpretieren zu können.

    Ein paar kleinere Abzüge muss ich dennoch machen, da der Film kaum Überraschungen bietet und es nicht immer einfach ist, am Ball zu bleiben...und schlussendlich bietet er für meinen Geschmack zu typische Charaktere, die man fast so erwartet. Im Gegensatz dazu stehen dann wieder sehr nette und funktionierende Regie-Spielchen, und eine der eindrücklichsten Selbsmordszenen überhaupt. Aber wie gesagt: gleich nach dem Film habe ich mich nur gefragt, was das denn nun sollte...jetzt sehe ich mehr...aber ob ich mir den Film jemals wieder ansehen werde? Time will tell...

    Von mir gibt es somit gute:

    8/10

    P.S.: ich kenne den Roman nicht, kann also weder Vergleiche ziehen, noch einzelne Dinge besser verstehen...
    Ich war auf einer einfarbigen Hochschule. Einer sogenannten "Üni"...
    NEU: MovieCops auf Schwyyzerdüütsch mit der "Akte 38" (21.05.12)

  8. #208
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    Re: There might be something to avoid in here!



    Dank der schönen, kommerziellen Weihnachtszeit, locken diverse Kaufhäuser mit tollen DVD-Aktionen, weswegen ich mir Hancock doch noch zu einem akzeptablen Preis in der Extended Edition zulegen konnte.

    Was soll ich sagen?
    Ich hatte dermassen viel Negatives über den Streifen gehört, dass er es schon fast schwer hatte, die entsprechend tiefen Erwartungen zu erfüllen. Aber auch ohne diese Vorsicht, hätte mir der Film wohl kaum weniger gut gefallen können:

    Hancock ist der Inbegriff des Einsamen Helden ohne Perspektive. Er ist der Held, der keiner sein will...und den auch niemand haben will, solange er der Allgemeinheit nicht in den hintern kriecht. Mit dieser Vorgabe beginnt ein äusserst spassiges Drittel, bei welchem einem erst im Nachhinein die tragische Tragweite des Gesehenen bewusst wird...und das vor allem, WEIL zu Begin diverse Gags vorhanden sind.

    In der Mitte kommt dann der mühsamste teil, weil er die Handlung zu langsam vorwärts bringt. Es wird zu lange um den heissen - und dennoch relativ offensichtlichen - Brei herumgeflogen, bevor mal endlich Tacheles geredet wird.

    Mit diesem Moment nimmt der Streifen dann auch wieder an fahrt auf, und setzt mit dem Hakenmann sogar nochmals einen drauf, wodurch etwas wie Spannung im Drama Einzug erhält.

    So ganz befriedigend ist das Ganze unterm Strich zwar nicht, aber in meinen Augen auch alles Andere als schlecht! Man hat hier grundsätzlich nichts anderes gemacht, als mit der neu lancierten Batman-Franchise: comichafte Figuren werden in eine reale Welt transplantiert, mit welcher sie nun interagieren müssen, indem man ganz normale Probleme auf sie hernieder prasseln lässt. Dabei bleibt Hancock im Vergleich zum Dark Knight zwar um Einiges flacher und weniger komplex, aber interessant anzusehen war das allemal.

    Vielleicht bin es auch einfach nur ich, der wohlwollend applaudiert, wenn aus Hollywood mal etwas Anderes kommt...auch wenn bei diesem Beispiel das Ende wieder etwas gar Hollywood-typisch ist...aber dafür gibt's ja schliesslich auch Abzüge - es bleiben knappe:

    8/10
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  9. #209
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    Re: There might be something to avoid in here!



    Das Team der Macher von Ong Bak und Tom Yum Goong haben wieder zugeschlagen! Damit aber auch die Thailänderinnen ihre Heldin bekommen, ist dieses mal nicht Tony Jaa, sondern die süsse kleine Jeeja Yanin (welche unglaubliche 4 Jahre mit diesem Film beschäftigt war: 2 Jahre Vorbereitungen & 2 Jahre Dreharbeiten!) vor der Kamera.

    Als autistische Tochter einer verbotenen Liebe, gerät sie als junges Mädchen auf der Suche nach finanzieller Unterstützung ihrer krebskranken Mutter ins Visier der Mafia. Glücklicherweise besitzt sie aber die Gabe, jede existierende Kampfsportart nach kurzem Beobachten perfekt kopieren zu können, und so kommt es, dass die Unterwelt von diesem kleinen Mädchen ganz gehörig aufgemischt wird: ein Festschmaus für Martial-Arts-Fans!

    Die Handlung ist zwar etwas komplexer, als bei den beiden genannten vorherigen Werken der Macher, doch besser ist sie deswegen noch lange nicht! Man verliert sich hier in langen Pausen, welche das Drama verstärkt darstellen wollen, aber leider nur bedingt können. Dann lieber nur den Kopf einer Statue, oder einen Elephanten zurückholen wollen, als dermassen krampfhaft einen auf Drama machen zu wollen...aber gut, ich will da mal beide Augen zusammen drücken.

    Umso mehr freut man sich darüber, dass mit verstreichender Laufzeit der Action-Anteil mehr und mehr in die Höhe geschraubt wird, bis der Film in einem 25-minütigem Showdown mündet. In diesem letzten Akt vor allem, bleibt dem Zuschauer des öfteren die Spucke weg...nicht unbedingt immer, wegen Jeejas Kampfkünsten (auch, wenn diese wirklich beeindruckend sind: als Frau hat sie einfach nicht die Durchschlagskraft eines Tony Jaa...aber dennoch: Hut ab!!! - und ausserdem ist die Regiearbeit hier schon um einige Stufen besser, als bei Tom Yum Goong...), aber wenn getroffene Gegner von einem 4-stöckigen Haus fallen und dabei auf jeder Etage mal schnell wo gegen knallen, dann kann man sich ein "Autsch!" inklusive schmerzverzerrtem Gesicht kaum verkneifen. Eindrücklich untermauert werden diese Eindrücke dann auch durch die im Abspann gezeigten Szenen des Drehs (wie es auch schon bei Born To Fight a.k.a. Kerd Ma Lui der Fall war).

    Lange Rede kurzer Sinn:
    Wer Ong Bak, Born To Fight und Tom Yum Goong mag, der kommt an Chocolate nicht vorbei!

    Für den Unterhaltungswert gibt's von mir glatte:

    8/10
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  10. #210
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    Re: There might be something to avoid in here!



    Lange Zeit war ich scharf auf diesen Streifen...im Nachhinein frage ich mich: warum eigentlich?!?

    Der Streifen wirkt, wie eine aufgeblasene Tatort-Folge und präsentiert sich entsprechend träge, denn diese Handlung hätte besser in einen 30-minütigen Kurzfilm gepasst.

    Die Hauptdarstellerin sieht während des kompletten Filmes immer haargenau gleich aus...egal, ob sie gerade ihr Abi geschafft hat, ihr Freund verschwunden oder der Mörder hinter ihr her ist: der Gesichtsausdruck hält - 3 Wetter Taft!

    Dazu kommt, dass alle anderen irgendwie nur bedingt im Gedächtnis haften bleiben, und die Auflösung alles andere als neu oder nicht vorhersehbar ist. Bleiben noch die Kills, welche bis auf 1 1/2 Ausnahmen auch nicht gerade vom Hocker reissend sind, und wären nicht die doch zahlreichen und wirklich effektiven Shockmomente, sowie die tollen Landschaftsaufnahmen, so wäre dies ein sehr mühsames und auf keinen Fall gelungenes Filmchen.

    Für mich, weil ich den Dialekt mag und Österreicher grundsätzlich sehr cool finde, macht das mit etwas Goodwill noch knappe:

    5/10
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