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Thema: No hay banda

  1. #31
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Montag, 22. August 2005:



    21 Grams - Alejandro González Iñárritu, 2003 (DVD)

    Manchmal gibt es Situationen im Leben, da würde man gerne Dinge tun, von denen man ziemlich sicher weiß, dass sie mit geringer Wahrscheinlichkeit Erlösung bedeuten, sehr viel wahrscheinlicher aber nur Chaos und Schmerz nach sich ziehen. Meist neigt die geringe Chance auf Erlösung dazu, alles andere im Bewusstsein zu überstrahlen, so dass man die mit diesen Dingen verbundenen Unwägbarkeiten sehenden Auges ignoriert und geradewegs in den Untergang marschiert:

    Open Your Eyes
    by Alter Bridge

    Looking back I clearly see
    What it is that's killing me
    Through the eyes of one I know
    I see a vision once let go
    I had it all

    Constantly it burdens me
    Hard to trust and can't believe
    Lost the faith and lost the love
    When the day is done

    Will they open their eyes
    And realize we are one
    On and on we stand alone
    Until our day has come
    When they open their eyes
    And realize we are one

    I love the way I feel today
    But how I know the sun will fade
    Darker days seem to be
    What will always live in me
    But still I run

    It's hard to walk this path alone
    Hard to know which way to go
    Will I ever save this day
    Will it ever change

    Will they open their eyes
    And realize we are one

    Still today we carry on
    I know our day will come
    When they open their eyes
    And realize we are one


    Was hat das mit 21 Grams zu tun?
    Nichts.
    Und Alles.

    Immer noch 9/10

  2. #32
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Mittwoch, 24. August 2005:



    AVP: Alien Vs. Predator – Paul W. S. Anderson, 2004 (Miniaturvideoschirm Flugzeugsitzrückenlehne)

    Ein routiniert heruntergekurbelter Creature-Actioner ohne nennenswerte Highlights, bei dem man irgendwie das Gefühl hat, alles schonmal gesehen zu haben. Könnte daran liegen, dass man alles schonmal gesehen hat. Es war auf eine bizarre Art dennoch recht spaßig zu erleben, wer bei dem Zusammenprall der Weltallmetzger besser abschneidet. Nämlich das Alien. Aus Gründen, die zu erläutern mir an dieser Stelle zu peinlich ist.

    5,5/10




    Maria Full of Grace - Joshua Marston, 2004 (Miniaturvideoschirm Flugzeugsitzrückenlehne)

    Die Geschichte der 17-jährigen María Álvarez, die in ihrem Magen Drogenpäckchen von Kolumbien in die USA schmuggelt um das zu bekommen, was sie so dringend benötigt um ihre Träume verwirklichen und ihrer Familie ein besseres Leben ermöglichen zu können: Geld.

    Ein Film, der vor allem durch seine Realitätsnähe besticht und daher eigentlich unrezensierbar ist, weil jedes ausgeschriebene Wort zur filmischen Qualität in fast peinlicher Weise die sicher kommentierungswürdigeren realen Schicksale derjenigen Menschen verdrängt, die aus finanzieller Not ihr Leben auf’s Spiel setzen und sich als menschliche Drogenbehälter prostituieren.

    7,5/10


    Mittwoch, 31. August 2005:



    Constantine – Francis Lawrence, 2005 (DVD)

    Die Geschichte des kettenrauchenden Ex-Selbstmörders John Constantine, der mit seinen Exorzismusgimmicks hässliche Dämonenfratzen aus hübschen Mädchen vertreibt um das zu bekommen, was er so dringend benötigt um in Frieden sterben zu können: Erlösung. Ein Film, der vor allem durch seine Realitätsferne besticht und sich daher bestens zur Rezension eignet.

    Ein durchaus gelungenes Gemisch aus Spiritismus und Action, bei dem Keanu Reeves in seiner postneolithischen Phase als zynischer Dämonenarschtreter eine Runde Weihwasser spendiert. In der Tat wurde durch den Film sogar halbwegs mein Interesse an den Constantine-Comics geweckt, da ich eine geheime Schwäche für bibelinspirierte apokalyptische Good-Evil-Endfights habe. Visuell fand ich Constantine auch nicht unoriginell, eine Tatsache, die ich gerade leider nicht besser als durch diese doppelte Verneinung ausdrücken kann. Sicherlich erinnern einige Einstellungen an den mit „M“ beginnenden Film, der Mr. Reeves darstellerisches Oeuvre dominiert und daher bei jeder ähnlich gefilmten Zeitlupenszene Vergleiche provoziert. Doch das soll den geneigten Hobby-Exorzisten nicht stören, denn Constantine segnet den Zuschauer mit herrlich unkonventionellen Engels- und Teufelsfiguren, die einem zwischen ein paar Schockmomenten auch den ein oder anderen Schmunzler entlocken. Unterhaltsam, empfehlenswert.

    7/10

  3. #33
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Donnerstag, 1. September 2005:



    Super Size Me – Morgan Spurlock, 2004 (DVD)

    Eine mäßig interessante Selbstversuchsdokumentation, bei der ich eigentlich nicht viel mehr gelernt habe, als dass Fast Food impotent macht und die Salate bei McDonald’s auch nicht viel empfehlenswerter sind als die Burger. Irgendwie hat mir das tatsächlich enthüllende Moment gefehlt. Erstaunlich nur, in welch kurzer Zeit Spurlock es geschafft hat seinen Körper mit dem Fraß zu Grunde zu richten. Trotzdem habe ich gerade schon wieder Lust auf einen McChicken…

    5,5/10


    Freitag, 2. September 2005:



    Clerks. – Kevin Smith, 1994 (DVD)

    Ich glaube das Problem, das ich mittlerweile mit Clerks habe, ist, dass einfach viel zu viel geredet wird (das Linklater-Syndrom). Es gibt zwar einige immer wieder lustige Klassiker wie die Pornobestellung durch Randal und die Annoying-Customer-Katze, aber (zu?) oft hatte ich den Eindruck, dass ich ebensogut nur das Dialogscript hätte lesen können und gar keine Bilder gebraucht hätte. Gut, von einem derart independent Regie-Debüt darf man keine großartigen visuellen Stunts erwarten und Clerks funktioniert größtenteils auch wunderbar mit seiner Situationskomik, aber die ein oder andere reingewürgte Lebensweisheit hätte sich Smith vielleicht verkneifen können. Außerdem - verzeiht, liebe Jay & Silent Bob Fans - nervt Jay wie die Hölle und ist weitestgehend unlustig. Aber vermutlich klingt das alles kritischer als es gemeint ist. Insgesamt ist Clerks immer noch ein wirklich spaßiger und origineller Film, dessen Leistung nicht zuletzt in der Erbringung des Beweises besteht, dass es auch im modernen Hollywood noch möglich ist, sich mit einer guten Idee, Risikofreude und natürlich auch viel Glück einen Namen zu machen - auch wenn der nur "Smith" lautet.

    7/10

  4. #34
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Samstag, 3 September 2005:



    Mystic River – Clint Eastwood, 2003 (DVD)

    Zwei Jahre lang habe ich es geschafft, allen essentiellen Informationen zu Mystic River aus dem Weg zu gehen, so dass ich heute (gestern) zum ersten Mal mit eigenen Sinnen erfahren durfte, woher die Lobeshymnen auf Eastwoods Streifen rühren. Und ich muss sagen: Ich habe nicht die geringste Ahnung.

    Fast komme ich mir vor wie die einzige stillschweigende Person in einem Saal gefüllt mit sich vor Lachen krümmenden Menschen, nachdem jemand einen bombastischen Witz erzählt hat, dessen Pointe mir leider entgangen ist.

    Es existiert ein Experiment, welches die Funktionsweise des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses demonstriert; dabei wird der Versuchsperson eine Reihe sprachlicher, untereinander in keinem Zusammenhang stehender Begriffe vorgelesen und anschließend darum gebeten, so viele Begriffe wie möglich zu wiederholen. Die meisten Menschen erinnern sich hauptsächlich an die Wörter, die zu Beginn bzw. am Ende der Reihe genannt werden, vieles in der Mitte geht verloren. Wenn man das Ergebnis dieses Experimentes auf die Wahrnehmung eines Filmes überträgt, wird klar, warum man einen Film insgesamt als schlecht empfindet, wenn eigentlich nur das Ende so auf einen wirkt: Es ist die letzte Emotion, die man mit dem jeweiligen Film verbindet – und die bleibt hängen.

    Ich empfand Mystic River während des Großteils seiner Laufzeit als guten Film – schön gefilmt, spannend erzählt, durchdacht, exquisit gespielt. Eine der letzten Emotionen, die mich während des Films heimsuchte, lässt sich schwer beschreiben. Ich nenne es das „What-the-Fuck-Are-You-Talking-About“-Gefühl. Es stellte sich ein, als Laura Linneys Charakter zum Schluss ihrem Mann einredet, dass er als Vater „Das Nötige“ getan habe. Während ihres kompletten Monologs dachte ich mir (der aufmerksame Leser wird es sich bereits denken können): Von was zur Hölle redest du überhaupt? Ich kann es nicht einmal mehr genau wiedergeben, es war irgendein Bla, irgendein schwachsinniger Sermon, ein unnötiger Redeschwall über die Pflichten eines seinem Weibe gehorchenden Mannes, der schon in seiner Diktion in keinster Weise zum Rest des Films gepasst hat. Danach war ich verwirrt und es ging weiter, ich sah ein Kind mit einer SpongeBob-Figur in der Hand und dachte mir: „Hey cool, da ist SpongeBob“, ich sah Laura Linney mit einem debilen Gesichtsausdruck in Richtung Marcia Gay Harden glotzen und dann sah ich Kevin Bacon wie er die berühmte Fingerpistolen-Geste in Richtung Sean Penn abdrückt und dachte mir: „Wahnsinn, Kevin Bacon macht die Fingerpistolen-Geste“, und dann sah ich Sean Penn, wie er in Richtung Kevin Bacon fast gut gelaunt mit den Schultern zuckt als wolle er sagen:



    "Hey, ich habe zwar gerade irrtümlich den falschen Mann aufgeschlitzt und meine Tochter ist immer noch tot, aber eigentlich geht's mir doch ganz gut weil meine Schnalle so eine super Pep-Talkerin ist und du kriegst mich sowieso nicht."



    und dann war der Film plötzlich aus, und während um mich herum alles in schallendes Gelächter ob dieser grandiosen Pointe ausbrach dachte ich bei mir: Nicht schlecht, Clint. Ganz nette Story über den lenkenden Einfluss von Kismet auf die Leben von Sündern und tugendhaften Menschen. Aber warum hätte der Streifen nicht fünf Minuten eher vorbei sein können als sich zum ersten Mal die Lippen von Kevin Bacons Frau bewegen während sie ins Telefon spricht? Warum nur? Warum? Warum nur musste Laura Linney ihren Mund aufmachen und dummes Zeug brabbeln? Und warum kann mir Mystic River nicht besser gefallen, warum kann ich ihm nur eine Bewertung geben von

    6/10 ?

  5. #35
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Sonntag, 04. September 2005:



    Sideways – Alexander Payne, 2004 (DVD)

    Es gibt Tage, da weiß man zwar genau, dass man Lust auf einen Film hat, kann sich aber einfach nicht für einen entscheiden. Mindestens eine halbe Stunde stand ich vor meinem Regal und schwankte letztendlich zwischen Sideways und Hitchcocks The Lady Vanishes, für einen kurzen Moment war ich sogar versucht, Mystic River kurz nach der Erstsichtung eine zweite Chance zu geben.

    Oft produziert mein Gehirn von einem Film, selbst wenn ich nur dessen grobes Thema und ein paar Bilder kenne, im Voraus einen vagen Gesamteindruck – ich nenne es das unscharf-präkognitive Filmerlebnis. Manchmal stimmt das unscharf-präkognitive Filmerlebnis mit dem tatsächlichen überein, manchmal nicht. Das kann gut oder schlecht sein. Jedoch ist das u-p-F in nahezu jedem Fall der bestimmende Faktor für die Erwartungshaltung, mit der man einem Film „entgegentritt“.

    Bei Sideways korrespondierten die beiden Erlebnisse weitestgehend miteinander, d.h. ich wurde von diesem Film, der fast ausschließlich positive Kritiken bekommen zu haben schien, nicht enttäuscht. Bei Sideways schien mir in vielen Momenten das Konzept des Timing eine bedeutende Rolle zu spielen. Wann ist der geeignetste Zeitpunkt für die Ernte der Trauben? Bei welcher Gelegenheit genießt man passenderweise einen einmaligen Wein? Und wie verdammt schmal ist das Zeitfenster wenn bei einem Date der Moment für den ersten Kuss gekommen ist? Schwierige Entscheidungen. Prima Film.

    8/10

  6. #36
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Freitag, 09. September 2005:



    Harry Potter and the Prisoner of Azkaban – Alfonso Cuarón, 2004 (DVD)

    Die recht unterhaltsame Harry-Potter-Reihe wird fortgesetzt und immer mehr sehne ich mir einen anderen Hauptdarsteller herbei. Radcliffe ist leider viel zu uncharismatisch für die Rolle und ringt sich seine guten Momente nur mit allergrößter Mühe ab. Mein Interesse an den weiteren Filmen sinkt zusehends, da kann auch das wunderbare Set-Design nichts rausreißen.

    6,5/10


    Freitag, 16. September 2005:



    Ong-bak – Prachya Pinkaew, 2003 (DVD)

    Verblüffende Stunt-Akrobatik und hammerharte Fights machen Ong-bak zu einem überdurchschnittlich unterhaltsamen Martial-Arts-Streifen, den sich durchaus auch mal Nicht-Fans des Genres ankucken können. Mehr Zirkus als Film, aber doch sehr cool.

    6,5/10




    7 Zwerge – Sven Unterwaldt, 2004 (DVD)

    Avoid at all cost!

    Die Anzahl der gelungenen Gags bewegt sich noch unterhalb der titelgebenden Zwergenanzahl. Eigentlich unglaublich, dass es jemand tatsächlich noch für eine verfilmenswert lustige Idee hält, wenn Leute eine Ladung Scheiße in die Fresse bekommen. Aber nicht nur ist die erschütternde Mehrzahl der Gags schlecht, nein, einige werden auch noch bis zum Exzess wiederholt. Die Inszenierung wirkt indes auf geradezu beunruhigend-zombiehafte Art blutleer, konnte mir aber mit ein paar lächerlich klischeehaften Einstellungen noch mindestens einen unbeabsichtigen Lacher abringen (der Uhu im Wald).

    2/10


    Samstag, 17. September 2005:



    11:14 – Greg Marcks, 2003 (Kino)

    Vielleicht lag es zum Teil an der diesmal wirklich furchtbaren Synchronisation, aber irgendwie hat mir 11:14 wenig gegeben. Ich empfand den Film als den leicht erzwungenen Versuch eines aufstrebenden Jungregisseurs, sich mit der ach so hippen unchronologischen multiple-perspective-Erzählweise einen Platz im Pantheon der coolen Kultregisseure zu sichern, wenn’s geht direkt neben Tarantino. Leider wird ein Film nicht allein dadurch interessant, dass man ihn in sich überlappende, plotlastige Episoden aufsplittet und am Ende noch einen kleinen Gag draufsetzt, der mich bestenfalls noch 1 Minute über schlechtes Karma nachdenken lässt, bevor mir einfällt, dass 11:14 neben 21 Grams eigentlich völlig überflüssig erscheint. Ganz nett, mehr nicht.

    6/10




    Sin City – Frank Miller & Robert Rodriguez, 2005 (Kino)



    Ich war an diesem Abend sehr kritisch. Auch der vielgepriesene Sin City mochte mir nicht so recht behagen. Drei Stories, wovon zwei – man entschuldige mir das Ausblenden sicherlich vorhandener differenzierter Feinheiten – im Grunde die gleiche Story erzählen, nämlich die Marv- und Hartigan-Episoden. Mann liebt Frau/Mädchen, Frau/Mädchen wird von krankem Psychopath getötet/geschändet, Mann stapft los um krankem Psychopath die Hölle auf Erden zu bereiten, Mann muss am Ende den Preis für seinen Rachefeldzug zahlen. Irgendwie erschien mir der Film zeitweise so… doof. Wie die überbrutale Gewaltphantasie eines pubertierenden Jugendlichen, in der Kinderschänder noch echte gelbe Monster mit Fettwanst sein dürfen und von Bruce Willis zu Brei gekloppt werden bevor der sich in einem pathetischen Akt der Selbstaufopferung das Gehirn aus dem Schädel bläst, wo sich schwergewichtige Schwarze noch Ferrero Rocher in die Augenhöhle stecken und wo sich entstellte Frauenliebhaber mit einem Herz für goldgelockte Nutten noch als freischaffende Amputierkünstler betätigen bevor sie von der anonymen Staatsobrigkeit in’s Jenseits gebrutzelt werden. Ja, das also ist Sin City. Tolle Stadt. Sicher mal ’ne Reise wert. Bonuspunkte für die optische Umsetzung.

    7/10

  7. #37
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Donnerstag, 22. September 2005:



    Was nützt die Liebe in Gedanken – Achim von Borries, 2004 (DVD)

    Ein Film, den ich mir aus den verschiedensten Gründen so schnell sicher nicht mehr ansehen werde. Bewertung:

    entfällt


    Montag, 26. September 2005:



    Coach Carter – Thomas Carter, 2005 (DVD)

    Letztenendes doch wieder belanglose aber insgesamt recht niedliche Variation der altbekannten Der-neue-beinharte-aber-faire-Trainer-bringt-das-heruntergekommene-Team-auf-Vordermann-Geschichte. Wir merken uns: Fundierte Algebra-Kenntnisse sind mindestens ebenso wichtig wie ein sicherer Wurf aus der Mitteldistanz.

    6/10


    Samstag, 01. Oktober 2005:



    Nochnoi Dozor – Timur Bekmambetov, 2004 (Kino)

    Nach dem visuell reizvollen Trailer hatte ich mir hiervon wesentlich mehr versprochen. Die meisten der optischen Schmankerl waren durch besagten Trailer ohnehin schon bekannt, neben ein paar zusätzlichen hatte Nochnoi Dozor erschreckend wenig zu bieten. Die Story ist irgendein kruder Mix aus Matrix, Harry Potter und… Nochnoi Dozor (wobei ich mir nicht sicher bin ob diese selbstreflexive Art der Mischungsbeschreibung tatsächlich gestattet ist) und vermochte mich leider nur mäßig zu begeistern. Außerdem wurde ich mit keinem der Darsteller richtig warm, insgesamt also ein eher enttäuschendes Kinoerlebnis.

    5,5/10


    Sonntag, 02. Oktober 2005:



    The Majestic – Frank Darabont, 2001 (DVD)

    Sehr interessant. Da Darabonts Shawshank Redemption erklärtermaßen mein Lieblingsfilm ist, war ich auf seinen Majestic natürlich sehr gespannt. Und ich musste erkennen, dass sich ein Geniestreich wie Shawshank nicht reproduzieren lässt.

    The Majestic ist ein moderner Hybrid zwischen Film-Noir, Liebesgeschichte und dem entwaffnend naiven Gefühlskino von Frank Capra, erhebt sich aber zu keinem Zeitpunkt aus deren Schatten und kann auch den süßlichen Kitsch-Beigeschmack nie wirklich abschütteln. Das ist nun nicht weiter tragisch, The Majestic ist immerhin noch ein knapp überdurchschnittlich unterhaltsamer Film.



    Was mich über den Unterhaltungsfaktor hinaus beschäftigt hat, bezog sich wieder einmal auf die Identitätskrise der Hauptfigur. Careys Peter Appleton ist zu Beginn und noch kurz vor Schluss ein opportunistischer Anpassungsmensch, der seine persönlichen Ideale den übermächtig wirkenden Geboten der ihn umgebenden Autoritäten unterordnet, aus Angst diese könnten ihm seine Privilegien entziehen. Diesen Zustand überwindet er erst, als er die Rolle, die er während seines unfreiwilligen Aufenthaltes in Lawson gespielt hat, vollständig verinnerlicht. Nun frage ich mich: Kann man zu einem besseren Menschen werden, wenn man diese Rolle nur lange genug (und bewusst) spielt, so dass der vorgetäuschte irgendwann zu einem tatsächlichen Zustand wird? Oder bedarf zu einem solchen Identitätswandel erst der Auslöschung des alten Selbst z.B. durch einen Gedächtnisverlust? Wie wird man ein besserer Mensch?

    7/10


    Montag, 03. Oktober 2005:



    The Recruit – Roger Donaldson, 2003 (TV)

    Ganz netter Action-Thriller. Das war’s auch schon, mehr fällt mir dazu nicht ein.

    6,5/10


    Samstag, 08. Oktober 2005:



    El Maquinista / The Machinist - Brad Anderson, 2004 (DVD)

    Ich wusste, dass Christian Bale seinen Körper für diese Rolle mit krassen Gewichtsabnahmen malträtiert hat. Ich wusste nicht, dass das im Film tatsächlich dermaßen erschreckend aussieht, dass man fast Angst um Bale hätte, wenn man nicht wüsste, dass er die verlorenen Pfunde für Batman Begins wieder draufgepackt hat.



    The Machinist bietet den lynchesk-traumartigen Einblick in die von Schuldgefühlen geplagte Seele eines Mannes, der einen Schritt vor der geistigen Selbstzerstörung steht und sich nur noch dadurch retten kann, indem er sich seinen Dämonen stellt – also eine geradezu profan-alltägliche Geschichte.

    Das permanente, unterschwellige Gefühl der Bedrohung fängt der Film exzellent ein, besonders eingeprägt hat sich mir die Szene, als sich Bale nach seiner Fahrerfluchtmeldung auf der Flucht vor den Cops in einen Abwasserkanal rettet und dort irgendwann eine Weggabelung erreicht – der linke Weg führt in ein schwarzes Nichts, am Ende des rechten lässt sich Licht erkennen, aber auf diesem Weg kommt ihm eine bizarre, grässlich lachende Gestalt entgegen. Bale wählt den linken. Hinein ins Dunkel, hinein in die Ungewissheit, die Verschleierung, die Leugnung. Wohl wissend, dass das Ziel der Alternative ein lohnenswerteres ist, aber dort lauert das Ungetüm, das Monster. Die Schuld. Er selbst. Und wie selbstverständlich führt doch jeder Weg wieder auf Konfrontationskurs mit dem inneren Monster, weil es nur einen einzigen Weg gibt, es zu vernichten: Ihm in die Augen sehen. Erlösung, Ende.

    8/10

  8. #38
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Mittwoch, 12. Oktober 2005:



    Sahara – Breck Eisner, 2005 (DVD)

    Warum ich Sahara durchaus lustig fand, lässt sich eigentlich mit zwei Worten bechreiben: Steve Zahn. Ich sehe ihn sehr gerne, nur leider zeichnen sich seine Filme meist durch eine neutrale Mittelklassigkeit aus, dieser ist keine Ausnahme. Sahara ist gelungene Unterhaltung auf gar nicht mal so niedrigem Niveau (man beachte die kurze Schnittfolge, bei der Zahn Penélope Cruz in die Steuerung des Bootes einweist und ein guter Lacher alleine durch Zahns Abwesenheit am Ende dieser "Bildergeschichte" erzielt wird), hat mit Matthew McConaughey aber einen zu glatten Hauptakteur, um eine neue Abenteuerfilmreihe einzuleiten, die Indiana Jones das Wasser reichen könnte. Dennoch, gar nicht mal schlecht, was Breck Eisner hier abliefert. Eine Fortsetzung, aufgrund der bereits existierenden Dirk-Pitt-Abenteuerromane von Clive Cussler durchaus denkbar, würde ich mir ansehen.

    6,5/10

  9. #39
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Freitag, 14. Oktober 2005:



    Broken Flowers – Jim Jarmusch, 2005 (Kino)

    Broken Flowers ist ein langsamer Film über einen Mann, der seinen Sohn sucht. Das könnte man so sagen und wäre irgendwo zutreffend, allerdings genauso unzureichend wie die Aussage "Fight Club ist ein Film über's Kämpfen".

    Ich hatte den starken Eindruck, dass das zentrale Motiv von Broken Flowers das Aufreten von Zeichen ist, die Menschen wie Schicksalsdetektive in ihrer Umgebung bewusst oder unbewusst aufzuspüren versuchen und wie diese Zeichen als prophetische Indizienbeweise für den "Fall" des eigenen Lebens verwertet und interpretiert werden, als würde der große Weltenlenker für einen kurzen Moment seinen Masterplan offen legen und einer seiner Spielfiguren mit einem ungeduldigen "Warum siehst du's nicht, handele so!" den Kopf in die richtige Richtung rücken.

    Problematisch ist, dass man nahezu überall Zeichen entdecken kann, wenn man nur die Suchkriterien allgemein genug wählt und unwahrscheinliche (oder auch überaus wahrscheinliche) Zufälle einfach nicht als solche akzeptieren will. Auch Murray (und natürlich der Zuschauer) erleben im Verlauf der Selbstfindungsreise mehrere Aha-Momente, in denen scheinbar klar wird, was wirklich Sache ist - nur um kurze Zeit später eines besseren belehrt zu werden.

    Sicher ist am Ende nur eines: Wer immer den Brief geschrieben hat, hat Don Johnstons Leben in Bewegung gebracht. Und ihm damit einen Gefallen getan. Unabhängig davon, wo die Bewegung hinführt.

    8/10

  10. #40
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Samstag, 15. Oktober 2005:



    The Breakfast Club – John Hughes, 1985 (DVD)

    Kurz nach der gemeinsamen Sichtung mit Lady_Goodman kam irgendwie die Idee auf, diesen Film zu remaken. Mein erster Impuls - wie immer bei der Vorstellung eines Genreklassiker-Remakes - war Ablehnung. Mittlerweile halte ich diesen Gedanken für absolut umsetzenswert.

    Ich sehe vier Voraussetzungen für legitime Remakes:

    1.) Gute Grundidee vorhanden gewesen aber beschissen umgesetzt, daher soll's nochmal jemand versuchen, der es besser kann. Beispiel: Fällt mir gerade keines ein

    2.) Neuinterpretation des Stoffes, möglicherweise durch eine Genre-Übertragung. Beispiel: Yojimbo --> Für eine Handvoll Dollar

    3.) Möglichkeit einer angemesseneren Verfilmung mit fortgeschrittener Filmtechnik. Beispiel: King Kong --> King Kong

    4.) Neuverfilmung eines sozial relevanten Stoffes mit Anpassung an veränderte Gesellschaftsstrukturen.

    Ich denke, dass Nr. 4 hier durchaus ziehen könnte. Breakfast Club ist noch immer ein toller Film; witzig, tragisch, spannend, unterhaltsam und tröstlich. Aber er wirkt leicht angestaubt. Nicht verstaubt, wohlgemerkt. Das ist kein unmittelbarer Mangel, sondern Folge eines normalen Prozesses bei dieser Art Film. Breakfast Club hat 20 Jahre auf dem Buckel und war direkt an ein jugendliches Publikum gerichtet, aber das heutige jugendliche Publikum ist nicht mehr das gleiche wie das von 1985. Mit der doch sehr prototypischen Ausrichtung der einzelnen Charaktere war die Identifizierung mit mindestens einem der fünf garantiert (und letztlich steckt ja in jedem ein Teil von jedem) und die Kernprobleme der Mitglieder des Breakfast Clubs existieren noch immer, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass man die Problemquelle "Eltern" differenzierter ausleuchten oder insgesamt erweitern könnte bei gleichzeitigem "Update" der Charaktere und Sprache. Molly Ringwalds Prinzessin erscheint mir heute z.B. sehr 80er-Jahre-prinzessinnenhaft und ob sich die Sportskanone heute unbedingt dem Ringen verschreiben würde, wage ich zu bezweifeln.

    Doch das nur ein Gedanke. Bis zu einem möglichen Remake (das wahrscheinlich sowieso versaut wird), funktioniert auch noch das Original prächtig. Denn steckt nicht in jedem von uns:

    ...................................

    a brain, and an athlete, and a basket case, a princess, and a criminal?

    8/10

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