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Thema: Danwalkers Filmtagebuch

  1. #1291
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    AW: Danwalkers Filmtagebuch



    "The Fighter" von David O. Russell

    Mit einigem Abstand seit dem ersten Ansehen muss ich sagen, dass ich Russells Inszenierung dann doch ueberdurchschnittlich gelungen finde. Ich habe den Eindruck, als versuche er hier zu vermitteln, dass Boxen was von Musik hat. Der Einsatz der Songs ist den Bewegungen der Boxer angepasst, aber auch die einzelnen Geraeusche, die entstehen, zum Beispiel beim Sparring sind rhytmisch. Finde, dass das eigentlich eine sehr spannende Idee ist. Der Film ist ansonsten wie aus einem Guss erzaehlt, hat aber so ein paar Kleinigkeiten, die ihn hindern ein wirklich Meisterwerk zu sein. Nach wie vor geht es mir viel zu schnell, wie Dickie von Saulus zum Paulus wird und Mickie ist so anders, als seine Familie, da will es mir nicht wirklich einleuchten, warum er noch so an denen haengt. Durch die "alten" Familienaufnahmen wird versucht da einen Hintergrund zu skizzieren, aber mir persoenlich ist das alles ein bisschen duenn. Amy Adams ist atemberaubend und ehrlich erotisch. Das Feuer wird auesserlich leider durch rote Haare gezeigt, viel wichtiger ist aber, wie sie sich bewegt, ebenso melodioes, wie die Boxer, mindestens genau so explosiv. Wenn ich jetzt schon von Musik spreche, dann ist es ja auch so, dass Mickie eigentlich nicht anderes sucht als Harmonie und in der Musik ist das ja auch das was, zumindest fuer mich, am schoensten klingt. Wahlberg kann ich beim zweiten Ansehen mehr abgewinnen, Melissa Leo nicht, ihre Rolle ist doof und nicht sehr originell verpackt.

    Fazit: 8 von 10 Punkten
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  2. #1292
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    "Hugo" von Martin Scorsese

    Es bleibt dabei, 3Ds Daseinsberechtigung erschliesst sich mir einfach nicht. Dies war nun mein vierter 3D-Film, erstmals schien mir aber zumindest ganz interessant damit umgegangen worden zu sein. Die Frage stellt sich mir aber: Was ist der Mehrwert von 3D? Ich kann verstehen was Schnitt, Ton oder Farbe gebracht haben, aber was genau ist das verlockende an 3D? Der Film ist suessm es ist schoen zu sehen, wie wenig zynisch eine Scorsese-Welt sein kann. Nun hat er ja auch schon in anderen Filmen bewiesen, dass es nicht immer die knallharte Subkultur sein muss bei ihm, aber ich finde, dass "Hugo" sein Oeuvre als Geschichtenerzaehler ehrlich erweitert. Leider hat das vor allem mit Einzelszenen zu tun, die beste ist, als der Stationsvorsteher endlich mal den Mut findet mit der Blumenhaendlerin zu reden, und mit der gelungenen Uebertragung von Scorseses Leidenschaft fuer den Film auf den Zuschauer. Wenn hier kurz die Geschichte des Films nacherzaehtl wird, dann ist das zum Sterben anruehrend und schoen. Was nicht passt ist, dass der Film soviel Zeit auf diese ganze "Du muss das Ding reparieren"-Parabel verschenkt wird. Am Anfang mutet es fast albern an, wie Hugo durch den Bahnhof hetzt. Die Verbindung zum Filmliebeteil ist da, aber sie ist nicht organisch, sondern aufgesetzt. Und das ist schade, denn dies koennte ein Meisterwerk sein, dass in einen Olymp mit "Taxi Driver", "Goodfellas" oder "Casino" haette kommen koennen. Eine hoeher Wertung verpasst der Film minimal.

    Fazit: 8 von 10 Punkten
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  3. #1293
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    "Tinker Tailor Soldier Spy" von Tomas Alfredson

    Ich bin sehr fasziniert von den Siebziger Jahren und dementsprechend ist dieser Film natuerlich beste Nervennahrung fuer mich. Die Geschichte breitet sich langsam aus, kommt dann aber gewaltig nur um dann unfassbar unspektakulaer zu Ende zu gehen. Stellenweise habe ich geglaubt, dass Smiley selbst der Maulwurf ist, oder der einzige, der es nicht ist. Das kommt wohl von einer gewissen Ambivalenz, die diesen Film ausmacht und das passt einfach zu Spionen. Man weiss nicht, was als naechstes kommt und was kommt, ist dann meistens ueberraschend. Gary Oldman spielt den Smiley wirklich ueberzeugen, dennoch denke ich, dass der Hype um seine Performance ein bisschen zu doll ist. Mein Tipp ist Dujardin. Smiley ist nie wirklich zu sehen, seine Brille ist so dick, dass man seine Augen eigentlich nie sieht. Umso spannender und fast schon beruehrend ist es dann, wenn er fuer Sekunden seine Contenance verliert, wenn seine Frau ihm nicht treu ist. Und selbst dann hat es sich ja schnell wieder im Griff. Hab nur einen le Carre gelesen und fand den unendlich langweilig. Vielleicht schau ich doch mal wieder rein. Grosses Thrillerkino.

    Fazit: 9 von 10 Punkten
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  4. #1294
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    "The Searchers" von John Ford

    Ich sollte mehr Western anschauen, ich sollte mehr John Wayne bzw. Ford-Filme ansehen. Diesen Film habe ich mir aber vor allem angesehen, da er bei meiner Recherche zu einem Paper ueber "Taxi Driver" immer als geistiger Vater von Scorseses Film gedeutet wurde. Sicherlich haben die Filme ihre Gemeinsamkeiten und Vergleiche zwischen Ethan und Travis Bickle sind alles andere als aus der Luft gegriffen. Am Ende glaube ich aber, dass die wissenschaftliche Literatur die Parallelen zu mehr aufgeblasen hat, als sie eigentlich sind. Der Film selbst hat mir gut gefallen. Ein bisschen fand ich, dass er in der zweiten Haelfte immer wieder diese absurd lustigen Momente drin hat. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich nur unfreiwillig komisch, weil so veraltet ist, oder ob Ford hier absichtlich Fremdkoerper, sprich fast schon alberne Szenen eingebaut hat. John Waynes politische Ansichten moegen verachtenswert sein, er ist schon irgendwo eine coole Sau, das muss man ihm lassen. Irgendwann werd ich mir mal mehr von ihm geben. That'll be the day.

    Fazit: 8 von 10 Punkten
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  5. #1295
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    "For Your Eyes Only" von John Glen

    Der Beginn und das Ende passen nicht zu diesem eigentlich gelungenen Bondfilm. Die Abrechnung mit Blofeld is doof, weil der ja seit ueber eine Dekade keine Rolle mehr gespielt hat und dann auch noch so daemlich dargestellt wird, dass es der Figur unwuerdig ist. Der Gag am Ende mit der Thatcher ist eine Frechheit, weil er so scheisse ist. Der Film, wie gesagt, ist in Ordnung, die Actionsequenzen sind allemal gelungen, wenn auch ausnahmslos alle einen Tick zu lang. Die Story ist...ok. Besonders die beiden Griechen, die sich nun getrennt haben und bekaempfen ist interessant, vielleicht haette man da mehr machen sollen, anstatt mal wieder ein Bondgirl auf Rachefeldzug gehen zu lassen. Carole Bouquet hat eine der besten Rollen fuer Frauen in der Serie bekommen bisher. Bis auf wenige Ausnahmen steht sie wirklich ihren Mann und ist glaubwuerdig eiskalt. Roger Moore kauft man es nicht ab, sein Versuch wieder mehr in Richtung Connery zu gehen ist Quatsch. Knapp:

    Fazit: 6 von 10 Punkten
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  6. #1296
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    "Extremely Loud & Incredibly Close" von Stephen Daldry

    Einer der wenigen Filme, bei denen ich nicht im Geringsten die Meinungen der meisten Kritiker nachvollziehen kann. Was wurde dieser Film mit Dreck beworfen, allein ich verstehe nicht wieso. Die Story ist in der Tat komprimiert, gegenueber dem Buch, funktioniert jedoch trotz einiger Umstaendlichkeiten ziemlich gut. Natuerlich drueckt er auf die Traenendruese, aber das hat schon das Meisterwerk von Romanvorlage getan, wenn auch subtiler. Und es ist keinesfalls der ueberladene Spielberg-Kitsch, fuer mich wirkt er natuerlicher. Der Film hat auch seine leichten und lustigen Momente, wobei diese aber deutlich rarer sind, als noch im Buch. Sehr ueberzeugend fand ich ausnahmsweise Kinderdarsteller Thomas Horn, der sich nur von Max von Sydow den Rang ablaufen laesst. In einer gerechten Welt wuerde der alte Schwede den Oscar bekommen. Kritikpunkte fallen mir nur wenige ein, gerade die Dinge, ueber die sich die Presse so hasserfuellt das Maul zerissen hat, zum Beispiel der Score, finde ich wunderschoen. Was mir nicht gefaellt ist die Rolle der Mutter, ihr Verhalten ist ein bisschen einfallslos und die Tatsache, dass sie die ganze Zeit wusste, was Oskar gemacht hat, ist einfach ein bisschen plump. Einige Momente sind wirklich schwer, das Gespraech zwischen Hanks am Telefon und Bullock. So muss Hollywood sein. Zauberhaft.

    Fazit: 8 von 10 Punkten
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  7. #1297
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    "Ziemlich beste Freunde" von Eric Toledano und Olivier Nakache

    Hinter dem Hype und dem sympathischen Driss bleibt kaum was uebrig. Der Film ist sicher unterhaltsam, aber wirklich flach und bedient sicher auch das ein oder andere Klischee. Aber auch in der siebten Woche war der Kinosaal noch brechend voll, solche Filme braucht es einfach. Schoen fand ich, dass Driss sich mehr oder weniger treu bleibt. De Niro ist fuer das US-Remake wohl leider nen Tick zu alt.

    Fazit: 6 von 10 Punkten
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  8. #1298
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    "Star Wars: Episode I - The Phantom Menace" von George Lucas

    In vielerei Hinsicht muss ich mich fragen warum. Zunaechst einmal wollte ich heute Abend urspruenglich "Moneyball" sehen, auf den ich wahnsinnig scharf bin. Aber leider ist der nach zwei Wochen in diesem Kaff, Freiburg im Breisgau, schon abgesetzt. Also dachte ich mir, dass ich mir heute dann Jason Reitmans neuen Film ansehe oder den neuen mit Denzel. Aber dann beschlossen mein Kumpel, riesiger "Star Wars-Fan" und ich, der den Filmen auch alles andere als abgeneigt ist, dann doch nochmal 3D zu wagen und in diesen Streifen zu gehen. Von "Hugo" hatten wir noch 3D-Brillen aus dem Harmonie, dem anderen grossen Kino der Stadt und haben dann mit Studentenrabatt im Cinemaxx 11,50 Euro gezahlt. Beim Karten abreissen meinte der Typ dann, dass die Brillen, die wir haben nicht gehen und wir uns neuen holen sollten. Also sind wir nochmal zurueck und wollten der Kartenverkaeuferin noch jeder nen Euro hinwerfen. Denn wenn wir die Brille mitgekauft haetten, dann haette es 12,50 gekostet. "Sie haben aber gesagt, dass sie schon Brillen haben, deswegen kostet eine Brille jetzt 2 Euro." Das ist Ass-Rape. Und dann im Kino, klar, ueberhaupt kein Unterschied zwischen Cinemaxx-Brille und Brille der lokalen Konkurrenz. Ich glaube nicht, dass es irgendwie Sinn gemacht haette sich zu beschweren, aber dem Kartenabreisser koennte ruhig mal jemand gepflegt eine aufs Maul hauen. Aber ich bin ja selber Schuld, dass ich so leichtglauebug war. Dann der Film: Die 3D-Version ist eine einzige Frechheit, die Bilder sind die meiste Zeit unscharf, gerade im Vergleich zu "Hugo", der das alles schon nicht ideal gemacht hat, ist die 3D-Version hier ein Witz. Der Film selbst faengt stark an und hoert ordentlich auf, aber alles, was sich auf Tatoiine abspielt ist Durchfall. Es zieht sich um Laengen und das Podrennen ist die traurigste Angelegenheit, an die ich mich bei einem Kinofilm erinnern kann. Welche Funktion erfuellt Qui-Gon Jin eigentlich? Waere es nicht damit getan gewesen, wenn Obi-Wan alleine den Anakin findet? Und dann hat Lucas die Yoda-Puppe auch noch durch CGI ersetzt. Warum?

    Fazit: 5 von 10 Punkten
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  9. #1299
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    "Easy A" von Will Gluck

    Extrem gelungen, ich kann es nicht anders sagen. Der Plot ist clever mit der grossen Literatur verknuepft und Emma Stone ist einfach eine Pracht. Die Regie hatte nette Einfaelle und das Drehbuch ist sehr gewitzt. Wunderbar kurzer und kurzweilger Streifen, getragen von tollen Schauspielern. Die Eltern sind wirklich hervorragend. Kann gar nichts ernstes hierzu sagen, hat einfach sehr viel Spass gemacht.

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  10. #1300
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    "Young Adult" von Jason Reitman

    Heute doch nochmal spontan angesehen. Und es ist eine wahre Perle. Das liegt vor allem an Charlize Theron, die ich jetzt endgueltig ins Herz geschlossen habe. Wie in "Monster" legt sie eine Maske auf und schafft es so doch ihre Figur voellig zu entkleiden. Dabei ist die Figur eigentlich recht simpel geschrieben, die ganze Geschichte von als sie 20 Jahre alt war und was sie da schreckliches erlebt hat ist fast ein Deus Ex Machina, aber er macht nicht kaputt, was die Figur bis dahin ausmacht, deswegen will ich es durchgehen lassen. Mavis ist herrlich verlottert, eigentlich so richtig abgewrackt. Und sie tut sich selbst leid. Am Ende ruft sie aber einfach nur "Fuck It" und gut ist und das finde ich ziemlich cool, aber auch ziemlich ungewohnt. Patton Oswalt sollte mehr in Kinofilmen zu sehen sein. Das Ende ist mir vielleicht ein bisschen zu aufgetragen und ich glaube es haette mir besser gefallen, wenn Mavis am Ende keinen Sex gehabt haette, denn das ist ein bisschen konventionell. Aber ansonsten ein teilweise fantastischer Film.

    Fazit: 8 von 10 Punkten
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