Seite 3 von 11 Erste 12345 ... Letzte
Ergebnis 21 bis 30 von 106

Thema: I've seen things you people wouldn't believe...

  1. #21
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    Das Boot - Director's Cut (1981) - Wolfgang Petersen



    Nun sagen sie's schon, sie wurden angepinktel. Ich auch.
    To make a long story short:

    Intensives, durchgehend fesselndes, schockierendes, sehr authentisch wirkendes U-Boot-Antikriegsfilmdrama mit phänomenalen Kamerafahrten und dem wahrscheinlich besten deutschen Schauspieler-Ensemble, welches je auf die Leinwand gebannt wurde.

    9/10

  2. #22
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    Nuit et brouillard (1955) - Alain Resnais



    We pretend to take up hope again as the image recedes into the past, as if we were cured once and for all of the scourge of the camps. We pretend it all happened only once, at a given time and place. We turn a blind eye to what surrounds us and a deaf ear to humanity's never-ending cry.
    30 minütiger Kurzfilm von Alain Resnais über den Holocaust. Farbbildaufnahmen von dem verlassenen Konzentrationslager in Auschwitz werden dabei mit Archivmaterial verbunden, um so die Judenvernichtung von Anfang bis Ende zu rekonstruieren. Auf alles wichtige wird dabei eingegangen, "Holocaust in a nutshell", sozusagen. Während mir zu Beginn noch nicht so richtig klar wurde, warum dieser Film einen so schockierenden Ruf hat, auf jeden Fall einen schockierenderen als andere Holocaust-Filme, so wurde ich jedoch vorallem in den letzten zehn Minuten eines besseren belehrt, als man mit zutiefst abstoßenden Bildern konfrontiert und einem das ganze Ausmaß jener Zeit vor Augen gehalten wird. Intensiviert wird dies vorallem dadurch, indem der Film nie die eigentliche Tötung der Juden zeigt, sodass sich vieles alleine im Kopf des Zuschauers abspielt. Unterlegt wird das ganze von einem recht poetisch wirkendem Kommentar, welcher noch zusätzliche Fragen aufwirft.

    Einen neuen Einblick in dieses Verbrechen konnte mir der Film jetzt zwar nicht unbedingt gewähren (dazu ist er wohlmöglich schlichtweg zu kurz), Nuit et brouillard kann aber auf jeden Fall als ein wichtiges Zeitdokument angesehen werden, welches dieses Thema schockierend und zum Nachdenken anregend zusamenfasst.

    8/10

  3. #23
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    Badlands (1973) - Terrence Malick



    How is he?
    I got him in the stomach.
    Is he upset?

    He didn't say nothing to me about it.
    Von Malick kannte ich bisher erst den wundervoll gefilmten The Thin Red Line. Sein erster Spielfilm Badlands konnt mich nun ebenfalls sehr überzeugen. Parallelen machen sich vorallem bei der fantastischen Musikauswahl und den wundervollen Naturaufnahmen bemerkbar, welche hier als Schauplatz einer blutigen Flucht eines jungen Pärchens durch Montana dienen. Die Hauptrollen spielen Kit (Martin Sheen) und Holly (Sissy Spacek). Angefangen in einem Vorstadtsviertel, wo Kit Hollys Vater erschießt, da dieser gegen eine Beziehung war, schlägt es die beiden zunächst in einen Wald, von dort aus sie sich später auf eine Reise durch die weiten, kargen Felder der USA begeben, während sie immer mehr Leichen hinter sich lassen und ihnen schließlich die Polizei in die Quere kommt.

    Von der Stimmung her betrachtet, hat mich Badlands vorallem oft an True Romance erinnert, zumal auch die Musik recht ähnlich klingt. Malick inszeniert ein komplexes Bild über Liebe und Gewalt, und zeigt diese in all ihren schmutzigen Facetten. Wenn Kit - übrigens großartig von Martin Sheen verkörpert - einen neuen Mord begeht, dann tut er dies mit einer Leichtigkeit und Gelassenheit, als wäre es das normalste der Welt, von Gewissensbissen keine Spur. Erschreckend ist dabei auch das Ende, wie die schlimmen Taten einer Person plötzlich durch seinen Charme bedeckt werden können.

    Ich bin schon sehr gespannt auf The New World!

    8/10

  4. #24
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    Serenity (2005) - Joss Whedon



    Do you know what your sin is?
    Aw hell, I'm a fan of all seven... but right now, I'm gonna have to go with Wrath.
    Auf diesen Film war ja ich sehr gespannt, die beeindruckende iMDB-Wertung und die überall verbreitete positive Resonanz versprachen einiges. Enttäuscht wurde ich zwar letzenendes nicht, was nun alle an diesem Streifen so wahnsinnig toll finden, bleibt mir jedoch weitesgehend ein Rätsel.

    Die Story ist solide, die Special-Effects zeitgemäß, und interessant fand ich es, dass sich der Film mal nicht den großen Helden des Universums, sondern einer eher kleineren Randgruppe witmet, der kleinen Besatzung des Raumschiffs Serenity, welche durch kleinere Gaunereien gegen die mächtige Allianz vorgeht. Überzeugt haben mich vorallem die Charaktere, vorallem Jewel Staite (echt hübsch!) und Nathan Fillion, der einen coolen Spruch nach dem anderen los lässt. Gefallen finden konnte ich auch an der dreckig wirkenden Umgebung, verbunden mit den Western-Elementen, und in den Ansätzen schafft es der Film auch eine in sich stimmige Welt zu erschaffen. Hier drin liegt jedoch auch mein Problem. Ich hatte ständig das Gefühl, dass ein gewisses Maß von Vorwissen aus der TV-Serie nötig ist, welches ich nicht hatte, um sich in dieser Geschichte wohl zu fühlen und ihr auch problemlos folgen zu können. Vieles empfand ich nämlich als zu knapp erklärt und vieles konnte ich auch nur sehr schwammig einordnen.

    Trotzdem, gefallen hat mir Serenity allemal, und er ist auch mit Sicherheit einer der besseren Science-Fiction-Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

    7/10

  5. #25
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    The Third Man (1949) - Carol Reed



    We should have dug deeper than a grave.
    Eigentlich ein in sich geschlossener, perfekter Noir-Thriller, an dem ich nichts zu kritisieren hätte, er konnte mich nur nicht so sehr in den Bann ziehen, wie es schon andere Thriller bei mir erreicht haben. Ich weiß auch nicht genau woran es lag, eine Identifaktionsfigur war auf jeden Fall vorhanden: Joseph Cotten als drittklassiger Western-Autor Rollo Martins, der von seinem Freund Harry Lime nach Wien eingeladen wurde, es jedoch nur noch rechtzeitig zu dessen Beerdigung schafft und daraufhin Recherchen anstellt, um herauszufinden, was es mit dem plötzlichen Tod seines Freundes auf sich hat. Wahrscheinlich lag es eher an der fehlenden Spannung, was wohl vorallem damit zusammenhängt, dass ich im Vorhinein schon zu viel über den Plot der Geschichte gelesen hatte.

    Ich muss aber trotzdem sagen, dass Drehbuch ist absolut großartig, perfekt durchkomponiert mit vielen unvergesslichen Zitaten. Wie der Film ausgehend von Harrys Unfall eine Geschichte über den unbekannten dritten Mann spinnt, welcher anscheinend ebenfalls an dem Unglück beteiligt war, und sich dann plötzlich das Blatt wendet, wirkt bis zum Ende hin grandios durchdacht. Das Wien der Nachkriegszeit bietet dabei einen fantastischen Schauplatz für diese erstklassige Crime-Story. Zusammen mit der famosen Kameraarbeit, welche sich vorallem durch ihre vielen schrägen Aufnahmen auszeichnet, und den brillanten Schattenspielen der Lichtsetzung, entsteht eine geniale düstere Atmosphäre, wie sie selten zuvor erreicht wurde. Anton Karas wunderschöne Zither-Musik steht dabei in komplettem Kontrast, aber wie sich nun mal Gegensätze bekanntlich anziehen, passt sie jederzeit wunderbar dazu.

    Beste Szene: Das erste Auftauchen von Welles. Wie er zunächst an einer Haustür angelehnt im Schatten steht, das Licht aus dem Zimmer über ihm angeht, und sich schließlich sein Gesicht offenbart, während die Kamera auf ihn draufzoomt, und er dies nur mit einem leichten Grinsen erwiedert... Genius! Aber auch die bekannte, nervenaufreibende Verfolgungsjagd durch das Wiener Kanalsystem wusste sehr zu überzeugen. Das Ende natürlich auch.

    8/10

  6. #26
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    Blue Velvet (1986) - David Lynch



    In dreams... I walk with you. In dreams... I talk to you. In dreams, you're mine... all the time. Forever.
    Einer der ersten, wenn ich nicht sogar der aller erste richtige "Lynch", dessen Stil er später mit Lost Highway weiter ausbaute und schließlich mit Mulholland Dr. perfektionierte. Sicherlich, in dem fast 10 Jahre vorher gedrehten Eraserhead waren die surrealen Grundzüge auch schon vorhanden (seine Kurzfilme kann ich jetzt leider nicht miteinbeziehen, da nicht gesehen), aber wenn in Blue Velvet Jeffrey, versteckt im Wandschrank einer fremden Wohnung, zusieht, wie sich Dennis Hopper über sein Objekt der Begierde her macht (Isabella Rossellini), während er dabei seine Dosis Amylnitrit inhaliert, dann ist dies genau das, was ich mit einem "lynchigen" Lynch-Film in Verbindung bringe. Auch wenn hierbei größtenteils nur von der atmosphärischen Seite her betrachtet, denn was die Erzählart betrifft, so macht sich doch ein Unterschied bemerkbar. Anders als die oben genannten Filme, ist Blue Velvet nämlich viel mehr "straight forward" gehalten, soll heißen, man weiß eigentlich die ganze Zeit über das Geschehen einzuordnen, Verständnisschwierigkeiten tauchen nur marginal auf.

    Trotzdem, die Story hat so einiges zu bieten, vorallem so einiges krankes! Schauspielerisch überzeugt vorallem Dennis Hopper als Bösewicht Frank Booth, der in jeder einzelnen Szene eine ungeheure Präsenz hat und nicht nur dem Hauptdarsteller Jeffrey Angst einjagt. Interessant und auch sehr gelungen ist dabei, wie sich die zunächst präsentierte Kleinstadt-Idylle als einen alptraumhaft-perversen Abgrund zu erkennen gibt, in den sich auch Jeffrey hineinstürzt.

    Einziges Problem, welches ich mit dem Film hatte: Die zweite Hälfte kann, was die Intensität und Spannung betrifft, meiner Meinung nach der ersten nicht ganz das Wasser reichen. Nach dem "Liebesakt" passierte mir einfach etwas zu wenig, vorallem zu wenig neues. Das gleiche erlebte ich auch schon bei Lost Highway, bei dem mein Interesse ebenfalls nach der zweiten Hälfte langsam nachließ. Dafür muss ich aber sagen, dass das Ende wieder richtig klasse war.

    8/10

  7. #27
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    The Man Who Wasn't There (2001) - Joel & Ethan Coen



    ...maybe there I can tell her all those things they don't have words for here.
    Ein verdammt guter Film. Die Coen-Brüder haben es sowas von drauf! Ein Neo-Noir, der nicht nur ästhetisch, sondern auch storymäßig mit brillant durchdachten Wendungen an die Filme der 40er erinnert. Diese handelt von dem Friseur Ed Crane (Billy Bob Thornton), der mit seinem Leben völlig unzufrieden ist und nun durch einer seiner Kunden eine neue Chance in der Trockenreinigungs-Branche wittert. Was er dafür tun muss: Den Chef seiner Frau um 10.000 Dollar erpressen, da diese ein Verhältnis mit ihm hat. Doch ein dummer Zufall vermasselt ihm sein Glück und sein Leben ändert sich schlagartig als er mit einem Mord konfrontiert wird.

    Billy Bob Thornton spielt großartig (von diesem Mann muss ich unbedingt noch mehr sehen!), er bringt seinen tristen, melancholischen Charakter absolut gekonnt rüber. Aber auch die Nebenrollen sind top besetzt, wie der schmierige Anwalt Freddy Riedenschneider, gespielt von Tony Shalhoub, oder auch Eds Schwager Frank (Michael Badalucco), der für den nötigen Witz sorgt. Die Musik besteht fast ausschließlich aus einem immer wiederkehrenden Klavierstück, welches Eds monotones Dasein jedoch perfekt unterstreicht. Die Dialoge sind voller einprägsamer Zitate, zwischendurch lockern skurille Ideen wie Ufos das Geschehen ab, der ganze Film ist immens gut fotografiert, und hey, es macht sogar Scarlett Johansson mit!

    Einer der wichtigsten Bestandteile des Films ist der Off-Monolog von Ed Crane, welcher schon fast einen größeren Teil ausmacht als die restlichen Dialoge zusammen. Oft liest man ja, dass eine Off-Stimme ein unkreatives Stilmittel sei, welches jediglich zur Ausmerzung von Erzählschwächen diene. Für manche Filme mag dies zutreffen, im Falle von The Man Who Wasn't There sehe ich dies jedoch komplett anders. Genauso wie Musik eine Szene zusätzlich hervorhebt, bereichert der hier eingesetzte Off-Monolog jeden Moment um ein vielfaches, unterstützt den Erzählfluss und die ganze Tragik, veleiht dem Film aber vorallem auch eine gewisse Tiefgründigkeit. Denn man betrachtet die Geschichte aus Eds Perspektive, und weiß seine Lage und seine Entscheidungen jederzeit nachzuvollziehen. Umso erschreckender wirkt dann das Ende, das der erzählten Story über die Undurchschaubarkeit des Zufalls und der Wahrheitsfindung nochmal zusätzlich Nachdruck verleiht und zum Nachdenken anregt.

    Ein kleines Meisterwerk ist den Coens hier gelungen, von denen ich mir unbedingt noch mehr angucken muss, kannte nämlich bisher erst den saukomischen The Big Lebowski.

    9/10

  8. #28
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    La Battaglia di Algeri (1965) - Gillo Pontecorvo



    Acts of violence don't win wars. Neither wars nor revolutions.
    Beklemmend und erschütternd. Pontecorvo greifte hier den Unabhängigkeitskrieg Algeriens gegen die Franzosen auf und inszenierte diesen auf eine unglaublich authentisch wirkende Weise, bei der er vorallem gegen Ende, als die demonstrierenden Algerier zu Tausenden auf die Straßen strömen, die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen lässt. Obwohl der Film größtenteils die Geschichte aus der Sicht der FLN (die algerische Befreiungsfront) erzählt, so wechselt das Geschehen doch auch immer wieder auf die Aktionen der Franzosen, was zu einem objektiveren Überblick führt und keiner der Parteien als die "Guten" bzw. die "Bösen" deklariert, denn falsch handeln tuen sie beide. Die französischen Bewohner beschränken ihr Vorgehen zunächst auf Attentate, bei denen viele Unschuldige getötet werden, während das französische Militär die abscheulichsten Foltermethoden anwendet, um aus den Zivilisten die Aufenthaltsorte der FLN-Mitglieder zu gewinnen. Andererseits erschießen die Algerier Polizisten und legen Bomben in öffentlichen Orten. Hierbei zeigt sich die intensivste Szene des ganzen Films wenn die Kamera drei Algerierinnen, verkleidet als Französinnen mit Sprengstoff in ihren Handtaschen, ihren Weg in die französichen Viertel begleitet, sie diese dort in diverse Cafés ablegen und Minuten später zum Explodieren bringen, während dazu die grandiose stimmungsvolle Musik Morricones erklingt.

    Wenn der Film eines klar macht, dann ist es, dass Gewalt, insbesondere Gewalt an Unschuldigen, niemals zu dem erwünschten Ergebnis führt. Die Algerier schaffen es zwar letztendlich unabhängig zu werden, aber zu welchem Preis? Es kostete das Leben über 300.000 Menschen.

    La Battaglia di Algeri ist ein wichtiger Film und aktueller denn je.

    9/10

  9. #29
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    Fargo (1996) - Joel & Ethan Coen



    How the fuck do you split a car, you dummy? With a fucking chainsaw?
    Ein weiterer wundervoller Film der Coens. Ich mag diese verschneite Atmosphäre, die sich durch den ganzen Film zieht, die fantastische Musik von Carter Burwell (eines der schönsten Titelthemen seit langem!), William H. Macy als Versager Jerry Lundegaard, der bei jedem Schritt alles noch viel schlimmer macht, als es ohnehin schon ist, der die zwei Gangster Steve Buscemi und Peter Stormare engagiert um seine Frau zu entführen, da er das Geld ihres reichen Vaters benötigt, und dann natürlich die gutmütige Kommissarin Marge Gunderson (Frances McDormand), welche in direktem Konstrast zu den anderen, gierigen Charakteren steht und, konfrontiert mit drei Mordfällen, den Dreien auf die Schliche kommt.

    Die Geschichte ist tragisch, sehr tragisch sogar, werden doch alle Beteiligten mit schrecklichen Situationen konfrontiert, trotzdem kann keiner sagen, dass man die Geschichte nicht auch bis zu einem gewissen Grad witzig finden kann, darf, oder was auch immer. Es ist ein Lachen, das im Halse stecken bleibt, aber es ist da, sei es hervorgelockt durch die absurden Gespräche Buscemis oder die unvorhersehbarsten, makaberen Wendungen, die den ganzen Film über kein Ende nehmen wollen.

    Eigentlich ist die Geschichte alleine ja zu simpel um wirklich grandios zu sein, aber es ist die langsame Erzählweise, die dichte Atmosphäre und nicht zuletzt der pechschwarze Humor der Coens, vielleicht sogar der schwärzeste aller ihrer Filme, die Fargo erst richtig großartig machen und ihn von anderen Filmen hervorheben lässt.

    9/10

  10. #30
    Regisseur Avatar von Pitt
    Registriert seit
    01.02.2004
    Ort
    Carnegie Hall
    Beiträge
    3.570

    Re: I've seen things you people wouldn't believe...

    Au hasard Balthazar (1966) - Robert Bresson



    Schwerer Film, vorallem deshalb, da vieles so schwer nachvollziehbar erscheint. Aber alles der Reihe nach. Es wird das Leben des Esels Balthasar, der die unterschiedlichsten Lasten ertragen muss, und das von Marie, welche als einzige dem Esel wirklich mit Liebe begegnet, beschrieben. Später trennen sich jedoch ihre Wege. Den Anfang fand ich großartig mit dem gemeinsamen Kauf Balthasars, seine Taufe, das Aufwachsen und Spielen mit ihm, dazu die immer wiederkehrende, sanfte Melodie Schuberts... im späteren Verlauf gibt es zwar auch immer wieder wundervolle Szenen zu bewundern, einen Zusammenhang zwischen diesen zu finden, erwies sich jedoch mit zunehmender Handlung als immer wie schwieriger. Dies liegt zum einen an der ungewöhnlich Erzählart, welche die Geschichte immer nur bruchstückhaft zu erkennen gibt und das Lückenfüllen dem Zuschauer überlässt, zum anderen aber auch an den sehr unerwartenden Handlungen der einzelnen Charaktere, welche oft keinem logischem Motiv folgen. Doch Au hasard Balthazar ist kein normaler Film, und wenn er eines erreicht, dann ist es das Leben so einzufangen, wie wir es täglich zu spüren bekommen, nämlich spontan, unvorhersehbar und unbegreifbar.

    Alles was der Film darüber hinaus zu erzählen hat, bleibt mir (noch?) größtenteils verborgen. Das Leben von Balthasar und Marie endet tragisch, doch wer ist schuld daran? Alle und niemand. Was der Film jedoch schafft, ist es die Frage in mir aufzuwerfen, inwiefern ihr Schicksal hätte verhindert werden und wir unser Leben letzten Endes wirklich steuern können.

    8/10

Seite 3 von 11 Erste 12345 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. Where the Wild Things Are
    Von CallMeDude im Forum Filme
    Antworten: 55
    Letzter Beitrag: 25.03.2012, 11:42
  2. How to Lose Friends & Alienate People
    Von CallMeDude im Forum Filme
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 29.11.2010, 15:17
  3. Music - Makes the People Come Together
    Von Thomas im Forum Plauderecke
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 31.08.2003, 16:24
  4. Wild Things
    Von Martin im Forum Filme
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 10.06.2002, 14:56
  5. Very Bad Things
    Von Wolfe im Forum Filme
    Antworten: 19
    Letzter Beitrag: 31.01.2002, 21:31

Besucher fanden diesen Beitrag durch eine Suche nach:

frenzy hitchcock

gilliam brazil

Sátántangó

iwans kindheit

Betrunkene girls film

bergman das siebente siegel

szene lars and the real girl

Dänischer Film Charakterisierung

frenzy hitchcock images

film komödie 2 weltkrieg usa amerika

luchino visconti 1971

jelly roll morton la leggenda del pianista sulloceano

scheiterhaufen film

jui kuen

liebespaar epic bilder

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32