Le Feu follet (1963) - Louis Malle
Mein erster Malle und ich bin überrascht, dass der Film nicht bekannter ist. In ästhetischer sowie inhaltlicher Hinsicht braucht er sich vor den Größen des Nouvelle Vague-Kinos wirklich nicht zu verstecken. Le Feu follet dreht sich um einen in Genesung befindlichen Alkoholkranken, der sich eines Tages beschließt umzubringen. Im Film selbst erlebt man nun seine letzten 48 Stunden, in denen er alte Bekannte wieder trifft und dabei eine Reise in die eigene Vergangenheit unternimmt.
Für mich zeigte der Film mal wieder, was für einen faszinierenden Eindruck Schwarz-weiss-Bilder auf einen hinterlassen, fangen sie doch die ganze Tristesse des Hauptdarstellers perfekt ein. Am liebesten waren mir jene Momente, in denen man Alain (genial verkörpert von Maurice Ronet!) nur beim schweigsamen Beobachten zusah und sich dabei fragte, was wohl gerade in ihm vorgeht, während Saties melancholische Klaviermusik ihr Übriges tat.
Mir kam es so vor, als wollte er einen letzten Versuch wagen, sich in die Gesellschaft zurückzugliedern, was jedoch letztlich daran scheitert, dass ihn seine Freunde weder verstehen noch ernsthaft helfen wollen. Alain sagt über sich, dass er unfähig sei zu lieben. Seine Alkoholkrankheit hat ihm seinen Gefühlssinn beraubt, alles fühle sich seitdem leer an. Unfähig eine Beziehung zu starten, zieht er sich in die Einsamkeit zurück und wählt den Tod. Diese Entscheidung kann ihm niemand abnehmen.
8/10


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