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  1. #471
    Bob
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    007 #01 (1954)

    Climax! - Casino Royale
    You'll be tortured to the edge of madness.


    Die erste Verfilmung von Fleming's Roman wurde für das Fernsehen produziert und live aufgezeichnet. Dabei wurde die Handlung auf die Szenen im Kasino und seinem Hotel gestutzt. Mutmaßlich, weil das Format von Climax! keine Außenaufnahmen oder ausladende Action-Einlagen zulässt, was dem ganzen aber auch wiederum einen netten Kammerspiel-Flair verleiht. Barry Nelson gibt einen ziemlich blassen, amerikanischen Bond ab, dafür setzt Peter Lorre als Le Chiffre eigene Akzente. Abgesehen von diesem gibt es während der einen Stunde Laufzeit aber nichts nennenswertes zu berichten.
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  2. #472
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    007 #02 (1962)

    Dr. No
    That's a Smith & Wesson, and you've had your six.


    Ein in weiten Teilen eher langweiliger Einstieg in die offizielle Bond-Reihe. Die ganzen ersten zwei Drittel bestehen aus kurzen Katz und Maus Spielen, zu Fuß oder im Auto, dazwischen geben attraktive Frauen ihr Stelldichein. Es haben leider auch ein paar wirklich bescheuerte Szenen Einzug in den Film gefunden, wie etwa die Annäherung des 'Drachen', womit mehr notdürftig eine Figur aus dem Rennen genommen wird. Hervorzuheben, wie abgebrüht Bond schon hier agiert und auch vor kaltblütigem Mord nicht zurückschreckt. Die Set-Gestaltung im finalen Abschnitt nett zu betrachten und sicherlich ein wichtiger Grundstein für kommende Teile. Der titelgebende Dr. No darf sich kurz vorstellen, seine Roboter-Hände präsentieren und mit diesen auch schon wenige Minuten später zum Abschied winken. Insgesamt wirkte das alles auf mich doch recht unausgegoren. Selbst das eingängige Bond-Theme ist hier öfters fehl am Platz und überlagert unbeholfen den Dialog. Als Aufwärmung und Pionier betrachtet, kann man dem Film aber schon etwas abgewinnen.
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  3. #473
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    007 #03 (1963)

    From Russia with Love
    And S.P.E.C.T.R.E. always delivers what it promises.


    Der zweite Bond, der zweite unter der Regie von Terence Young. Die Warmlaufphase scheint mit dem eher mäßigen Dr. No abgeschlossen zu sein, denn From Russia With Love fühlt sich ab der ersten Minute und durchweg wie ein Bond an und bietet alles womit sich die Reihe im Laufe der Jahre in den Köpfen der Zuschauer festgesetzt hat.

    Ein Teaser geht nun dem eigentlich Vorspann voran, letzterer nun mit einem Originalsong, wenn auch nur instrumental, vor dem Hintergrund tanzender, und in mysteriöses Licht- und Schattenspiel getauchter, weiblicher Kurven. Der comichafte Touch wird gleich zu Beginn ungeniert präsentiert, in dem der Zuschauer an einem Rundgang durch das Trainingsareal von SPECTRE teilnehmen darf. Die Schergen trainieren an lebenden Zielen, sich selbst, und hoppeln immer ganz knapp vor dem tödlichen Strahl eines Flammenwerfers davon. Jemand sollte den Köpfen hinter SPECTRE mal stecken, dass selbst das beste Training nichts gegen Bond hilft, es sei denn, betreffender Handlanger ist blond, groß und deutsch oder hat Eisen in der Fresse. Ich würde den ganzen Trainings-Parcours einstampfen und dafür ein Fließband einrichten lassen, das verschiedene Stationen, wie eine Streckbank, einen Haar-Einfärber oder auch einen verrückten Zahnarzt durchläuft. DAS wäre eine effektive Anti-Bond-Maßnahme.

    Wiederum im Gegensatz zu Dr. No ist diesmal auch der komplette Film quirlig gehalten und bietet neben lustigen Spielereien wie dem Periskop unter dem sowjetischen Konsulat auch den ersten Auftritt von Q (wenn auch noch nicht unter diesem Namen) samt Gadget-Präsent. Überhaupt fühlt sich hier alles von der Ausstattung bis zu den Sets nach viel mehr Budget und einer ausbalancierten Verteilung dessen an. Auch der OST wirkt nun stimmiger eingesetzt und breiter gefächert. Und während bei Dr. No das exotische Jamaika noch als recht unauffälliger Hintergrund dient, wird schon im zweiten Teil der Reihe das Franchise zum Touristenführer und belichtet seine Locations, in diesem Fall Istanbul und der Orient-Express, entsprechend stärker. Mit markanten Bösewichten wird nicht gespart, was durch den ersten Auftritt - hier noch ganz mysteriös nur halsabwärts per close-up beim Streicheln seiner Pussy zu sehen – von Blofeld gekrönt wird.

    Das einzige, was ich hier auf meine Bond-Checkliste nicht abhaken konnte, war ein gigantischer Untergrund-Komplex von villain xy. Dieser weicht ironischerweise den ganz engen Zugabteilen des Orient-Express. Wobei ein wirklich gut choreographierter Fight auf engem Raum (in Dr. No wurden noch ungelenk Schatten geboxt) und die angehangene Action-Szene mit Helikopter und Booten dafür entschädigen. Nun zum kleinkarierten Gemeckere:

    Das Treiben im Zug hat mir doch ein Tickchen zu viel Screentime eingenommen. Warum lässt sich der eisenharte und bestimmt extrem loyale SPECTER von Bond mittels Geldgier auf's Kreuz legen? Der zwielichtige Charakter des Bond-Girls wird für den späteren Verlauf leider total unwichtig und quasi fallengelassen (sieht man von dem ganz kurzen Zögern beim finalen Schuss ab). Warum meckert Sylvia Trench am Anfang des Films über Bond's Reise nach Jamaica? Sie war doch dabei und hat ihn dort kennengelernt (selbst wenn es sich um einen anderen Trip handeln sollte, wirkt das back-to-back mit Dr. No sehr irritierend). Zu guter Letzt muss ich noch die Helikopter-Szene unter den nicht gerade besten Einfällen verbuchen, da sie von sich aus schon frappierend an North by Northwest erinnert, was noch mehr auffällt, wenn man sich vor Augen hält, dass Cary Grant ursprünglich James Bond spielen sollte.

    Das aber nur alles kleine Kratzer, wenn nicht Missverständnisse von meiner Seite aus. Ein wirklich toller Bond! Und mindestens doppelt so gut wie sein Vorgänger.
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  4. #474
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    007 #04 (1964)

    Goldfinger
    No, Mr. Bond. I expect you to die.


    Das dritte Mal nun ohne Terence Young auf dem Regiestuhl, weil er den Produzenten zu gierig wurde. Guy Hamilton übernimmt das Ruder, was keine Fehlentscheidung darstellen sollte. Goldfinger vereint das jeweils beste aus den beiden Vorgänger-Filmen: Eindrucksvoll gestaltete Szenenbilder (die zweite Arbeit für einen Bond von Ken Adam nach Dr. No), und bunt gezeichnete Bösewichte. Und die restlichen, nun bald typischen, Elemente bekommen ihren letzten Feinschliff verpasst. Der diesmal unabhängige Mini-Vorfilm knallt lauter, im Vorspann wird der Titelsong geträllert, Q besitzt eine ganze Gadget-Entwicklungsabteilung und endlich bekommt Bond seinen Aston Martin, vollgestopft mit Raketen und Schleudersitzen. Gert Fröbe gibt einen sehr markanten Gegenspieler ab, denn er wirkt nicht so verkniffen und unnahbar wie seine Vorgänger, sondern ist mehr so der quirlige, dicke Schelm, dem sein Job als Super-Villain einfach Spaß macht. Außerdem verfügt er über den berühmten Laser, der den chauvinistischen Bond um ein Haar erst entmannt und dann entmenscht hätte. Und dann ist da ja auch noch Oddjob, mit seinem albernen Klingenhut. Und Pussy Galore, deren Spezialfähigkeit wahrscheinlich ihr ausgefallener Name darstellt.
    Wegen der Grundstimmung gefiel mir allerdings From Russia With Love ein Tickchen besser. Goldfinger ist da unbeschwingter; die Ableben zahlreicher Figuren fallen kaum auf (Ausnahme dabei natürlich die beiden Schwestern). Der finale Kampf gegen den Handlanger hier sehr comichaft, im Vorgänger dynamischer und finsterer. Und bei den Trickeffekten mag ich den Kniff nicht, wenn man das Bildmaterial einfach schneller vorspult. Das kommt in Goldfinger bestimmt dreimal vor und mir kann keiner erzählen, dass das nicht damals schon scheiße aussah.

    Aber das ist es auch schon mit dem Gemecker. Goldfinger erweckt Bond-Zauber aus Kindertagen. Klassiker.
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  5. #475
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    007 #05 (1965)

    Thunderball
    What I did this evening was for Queen and country. You don't think it gave me any pleasure, do you?


    Willkommen zurück, Terence Young. Der Teaser mit der Beerdigung morbide, witzig und brutal. Vor allem dürfte aber die Flucht von Bond mittels Jetpack im Gedächtnis bleiben. Unser triebgesteuerter Spion hat sich zwar schon in den vorangegangenen Filmen als Evel Knievel unter den Staatsdienern bewiesen, aber spätestens mit dieser Aktion seine Superhelden-Fähigkeiten endgültig aufgedeckt. Up, up and away.

    Das visuelle Thema des vierten offiziellen Films der Reihe kann man knapp doch ausreichend mit 'Unterwasser' benennen. Ken Adam's Arbeit tritt hierbei ein wenig in den Hintergrund und scheint sich auf trockene Räume zu beschränken. Er darf hier knapp zwei Jahre nach Kubrick's Dr. Strangelove eine Variation seines War Room nachliefern. Die ganze Unterwasser-Arbeit wird hier vorwiegend von einer Armada an Stuntmen und Trickeffekten getragen.
    Besonders die Massenchoreographie im Finale sieht dabei sehr fordernd für alle Beteiligten aus, allerdings zieht sich der ganze Film in einem ähnlichen Tempo wie die Fortbewegungen tief im kühlen Nass. Der Bösewicht weiß leider auch keinen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Vielleicht hätte man hier noch etwas weiter gehen und ihm neben seiner Augenklappe noch einen Hakenarm spendieren sollen – oder einen sprechenden Papagei oder einen auffälligen Säbel. So bleibt er nur der Mann mit den Haien.

    So reduziert sich Thunderball in erster Linie auf seine Schauwerte und die Frage nach dem 'Wie haben die das gemacht?'. Als bunter Actionfilm hat er mir nach Dr. No bisher am wenigsten Spaß bereitet. Dafür gibt es mit Claudine Auger das in meinem Augen soweit heißeste Bondgirl, auch wenn man ihre Stimme nachträglich von einer anderen einsprechen ließ (ein Schicksal, das sie mit Ursula Andress (Dr. No), Daniela Bianchi (From Russia with Love) und vielen anderen, vorwiegend weiblichen Bond-Figuren teilt (die Stimme dahinter meist Nikki van der Zyl)). Für den mordenden Playboy ist die natürliche Beschaffenheit eben noch nicht gut genug.
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  6. #476
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    007 #06 (1965)

    Zwei Trottel gegen Goldfinger
    Sie vergreifen sich an unsrer Intim-Atmosphäre!


    Den habe ich leider nur in der verdeutschten Fassung auftreiben können. Es handelt sich hierbei um den ersten Spoof auf die James Bond Filme, getragen durch ein in Italien populäres Komiker-Duo, die es zusammen auf über 100 Filme gebracht haben. 007 selbst ist hier nur in zwei Szenen zu sehen und segnet in letzterer auch schon das Zeitliche. Dafür müssen die zwei Clowns eintreten, die die restliche Spielzeit damit beschäftigt sind, ihre Gadgets falsch einzusetzen und Goldfinger mit ihrer Schwachsinnigkeit vor den Kopf zu stoßen. Wirklich lustig ist das nie, mehr kindisch und nervig, wobei das ganze wenigstens anständig produziert wurde und die Blödelsynchro ein paar alberne Dialoge beisteuern darf.
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  7. #477
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    Pause (James Bond will return)

    Terra Nova
    The question is how does it end?



    Hier hat man irgendwie so alles zusammengewürfelt, was die letzten Jahre im Sci-Fi/Mystery-Bereich lief. Am offensichtlichsten bieten sich Vergleiche zu Jurassic Park, LOST und Stargate an. Das ganze verpackt in einer Dystopie und einer parallel ablaufenden Utopie, wobei bei dem ganzen Mix nichts neues heraus kommt und die prinzipielle Tiefe dieser ganzen Themen komplett in kurzweiliger Action, eindimensionalen Figuren und abgedroschenen Dialogen ertränkt wird. Die CGI wirkt mäßig, aber ausreichend. Die Ausstattung und Sets dafür sehr stimmig. Stephen Lang spielt hier die gute Version seiner Figur aus Avatar, welche mir Spaß bereitet hat, und mit dem zwielichtigen Barbesitzer, gespielt von Damien Garvey, gibt es am Rande noch ein wenig DS9-Flair, was mir ebenfalls zusagen konnte. Ich habe mir die komplette Staffel an einem Stück gegeben, allerdings war ich dabei auch recht verkatert und brauchte was Richtung no-brainer. Dafür war das Ding ganz tauglich. Schade, dass die ganze Zeit so gehetzt wird und keine Idee wirklich etabliert wird. Die Gutmensch-Familie im Mittelpunkt wirkt wie ein US-Serien-Artefakt aus den 90ern. Sehr banal und total belanglos entworfen. Zum Glück haben sie die Black Rock bis zum Finale aufgespart, sonst hätte ich verfrüht abgewunken. Die zweite Staffel steht dann wohl unter dem Motto: It's not that simple. Jesses!
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  8. #478
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    Pause (James Bond will return)

    American Horror Story
    Good people don't just have a bad day and start shooting people.


    Und direkt noch eine Serie am Stück verschlungen. Spielt von der Schreibe her schon mal ein paar Ligen über Terra Nova. American Horror Story zitiert gekonnt das Genre, langweilt dabei aber nicht mit einer Abstotterei bekannter Formeln, sondern bewegt sich ziemlich frech zwischen explizit dargestellten Greueltaten und absurdem Humor. Homophobie, Schul-Amoklauf und andere heiße Eisen werden hier ohne Berührungsängste angefasst und eingewoben. Leider leidet die Glaubwürdigkeit etwas unter der Form des Ganzen. Die 12 Folgen sind nämlich keine one-shots, sondern bieten eine durchgängige Handlung. Dabei ist nicht das gesamte Werk in Akte unterteilt, sondern jede Folge bietet die volle Dosis an entfesseltem Horror. Womit man sich fragt, warum die Familie im Mittelpunkt des Geschehens nicht schon nach der zweiten Folge schreiend das Spukhaus verlässt. Wenn man das ausblenden kann, wird man aber bestens mit sehr morbider Unterhaltung verwöhnt. Ich hoffe die zweite Staffel erzählt völlig losgelöst von der ersten ganz was neues, ruht sich nicht auf den hiermit etablierten 'Gesetzen' der Zwischenwelt aus und bietet etwas anderes als eine Geister-Soap. Bin gespannt.
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  9. #479
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    Pause (James Bond will return)

    Take Shelter
    Is anyone seeing this?


    Donnerwetter. Michael Shannon steht die Psychose ins Gesicht geschrieben. Dafür hätte man ihm wirklich eine von diesen goldenen Dingern überreichen können, den sich die Koksnasen jedes Jahr selbst verleihen. Die Effekte sind auch ziemlich knackig und vor allem plausibel und nicht hascherisch in das gemächliche Tempo des Films eingebunden. Ein beschwerter Gang nach unten, allerdings entpuppt sich dort der Schutzraum als Isolationshaft vor dem gesunden Geist. Soweit stimmt hier alles. Wären da nicht die letzten 2 Minuten. Verzwickte Allegorie oder blanker Schwachfug? Kann ich mich beim ersten Mal gar nicht entscheiden, keinen Reim darauf machen. Emotional packend war das, ja. Aber auch irgendwie eine schreckliche Farce. Oder habe ich das falsch verstanden? Muss ich noch mal gucken.
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  10. #480
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    Pause (James Bond will return)

    The Muppets
    We all agreed, celebrities aren't people.


    Dass Jason Segel ein großer Muppets-Fan ist, kann man wohl während dem Film ohne Wissen darüber in seinem strahlenden Gesicht ablesen. Selten sieht man einen Macher und Darsteller so glücklich bei der Arbeit. Das ist schon mal eine Eigenart, die sich mit keinem Geld der Welt erzwingen lässt. Als Freaks and Geeks - Liebhaber freue ich mich hier natürlich doppelt, da man als regelmäßiger Filmgucker ja doch immer eine Mannschaft an Darstellern aufzählen kann, denen man karrieremäßig beide Daumen drückt. Bei Jason Segel kann ich wohl langsam mal den Krampf in meinen Fingern lösen. Der Junge hat's gepackt. The Muppets hat doppelt so viel eingespielt, wie er gekostet hat und verblüfft mich angenehm mit seiner 7.8 auf IMDb - in Zeiten, in denen Trick- und Puppenserien nur noch auffallen, wenn die Figuren am Fließband fluchen oder sich gegenseitig anscheißen.
    Das Drehbuch ist eigentlich unverschämt simpel, geradezu von der Stange gegriffen. Der Revival-Show-Plot. Aber mit dem zeitlichen Abstand zum letzten Muppets-Kinofilm und dem zynischen Gegenwarts-TV passt das alles einfach wie die Faust auf's Auge. Ein Feel-Good-Bonbon aus vergangenen Tagen. Zum Meckern muss ich hier Erbsen zählen. Da wäre der Roboter, der auf mich wie ein Fremdkörper wirkte. Zunächst habe ich noch vermutet, dass das ein ganz geekiger Cameo ist und man das Teil vielleicht irgendwo mal im Hintergrund in einer Folge der The Muppets Show gesehen hat. Aber dem ist nicht so, nur für den Film erfunden. Ich verbuche die Figur mal unter Plot-Device, um bestimmte Handlungsabschnitte wie das Lokalisieren der alten Truppe beschleunigen zu können. Als eigenständigen und neuen Charakter der Muppets wollte ich ihn jedenfalls jetzt beim ersten Mal nicht so recht aktzeptieren. Die zweite Erbse wäre zu wenig (eigentlich fast gar keine) Screentime von Rizzo, den ich sonst zu den lustigsten Muppets zähle. Und zu guter Letzt habe ich noch einen Cameo von Steve Martin vermisst. Nicht per se, aber irgendwie lag das durch bestimmte Referenzen in der Luft. Das war es jetzt aber auch schon. Ich denke viel besser kann ein Revival nicht ausfallen.
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