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Thema: Why so curious ?

  1. #111
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    108. Zodiac - Die Spur des Killers
    (Zodiac) USA 2007 R: David Fincher

    (g. a. 15.11.2007)
    D: Jake Gyllenhaal, Robert Downey jr., Mark Ruffalo, Anthony Edwards, Brian Cox, John Carroll Lynch, Chloë Sevigny, Ed Setrakian, John Getz, Elias Koteas, Dermot Mulroney, Donal Logue, Philip Baker Hall, Zach Grenier, Adam Goldberg, James le Gros, Clea du Vall



    There's more than one way to lose your life to a killer

    B: Einerseits schwer über einen Film zu urteilen, über den viele Forumsmitglieder voll des Lobes sind weil man deren Meinung sehr respektiert und natürlich weiß, dass die Geschmäcker verschieden sind aber irgendwie sich manchmal auch ein bisschen klein hält und denkt „hmm, also wenn User X und User Y den Film so toll fanden, dann muss er ja auch gut sein. Dass es bei mir nicht so war liegt nicht am Film sondern an mir, irgendwas muss ich übersehen haben, irgendwas konnte mich nicht erreichen weil ich wohl nicht aufnahmefähig genug war... *grübelgrübel*“. Andererseits habe ich aber keine andere Wahl als meine eigene Meinung hier kundzutun, ehrlich und ungeschminkt. Soviel als Vorwort.

    Dabei kann ich noch gar nicht mal sagen, woran es gelegen hat, dass der Film mich nicht so dermaßen mitreißen und überzeugen konnte wie erwartet. Sind es am Ende überzogene Erwartungen, die gar nicht erfüllt werden konnten; ich denke nein, denn ich hatte die Erwartungen im Vorfeld manuell runtergeschraubt. Liegt es daran, dass ich einen klaren Thriller mit klarer Auflösung erwartet hatte; nein, denn der Fall war mir vorher schon bekannt und der Film bietet fast sogar mehr Auflösung als es nach tatsächlichem polizeilichen Ermittlungsstand der Fall ist und ich habe auch kein Grundsatzproblem damit, wenn ein „Thriller“ nicht der ihm zugewiesenen direkten Route folgt sondern hin und wieder Schleichwege, Abkürzungen und neue Wege begeht. Warum also ? Dieses Rätsel wird möglicherweise so ungeklärt bleiben wie der Zodiac-Fall selbst.

    Zum Fall: Im Prinzip erfahre ich in gut 2 ½ Stunden Film nicht wahnsinnig viel mehr, als im entsprechenden Eintrag in meinem „Lexikon der Serienmörder“. Natürlich einige Details in Richtung möglicher Verdächtiger und alles was die mit dem Fall betrauten Personen betrifft, aber an sich zu wenig. Dies selbst mit dem Hintergrund, dass der Film von vornherein gar nicht diesen streng kriminalistischen „Wer hat was wem angetan und wie wurde dies bewerkstelligt“-Weg gehen wollte sondern der Fall an sich nur Grundgerüst für eine ganz andere Geschichte bzw. das Zeigen ganz anderer menschlich-dramatischer Entwicklungen ist (ähnlich wie bei „Summer of Sam“).

    Die dem Zuschauer letztlich eindeutig präsentierte „Lösung“ ist fast ein bisschen fahrlässig, zwar werden dem Zuschauer viele schlüssige Indizien geboten, aber es sind eben nur Indizien. Der Zuschauer müsste sich schon durch Bergeweise Polizeiakten durcharbeiten um sinnvoll mitreden zu können. Nur gut, dass Robert Graysmith dies schon getan hat, doch ich bin letztenendes skeptisch, denn letztlich bleiben es subjektive Halbfakten und da sich der Film offenbar an die Buchvorlage von Robert Graysmith hält, gilt für den Film selbiges.

    Aber wie schon gesagt ist die „Mörder-Jagd“ durch den Zuschauer nicht das Hauptanliegen des Filmes. Vielmehr soll gezeigt werden, wie zwei Polizisten und zwei Zeitungsmitarbeiter an dem Fall mehr oder weniger zerbrechen. Die Bessessenheit, die mehr oder weniger auferlegte Passion der Hauptfiguren Licht in das Dunkle des Falles zu bringen. Doch mich persönlich hat das nicht angesprochen, dies wurde zu wenig gezeigt, dieses Wenige aber extrem ausgewälzt. Wie ein Teig, der solange plattgewerkelt wird um viel Masse zu haben, bis er seiner Funktion als Backware nicht mehr nachkommen kann oder einfach seinen Geschmack verliert.

    Natürlich gibt es an „Zodiac“ auch einiges Gutes, daher ja auch eine überdurchschnittliche Bewertung, u. a. regt er auch im Nachhinein zum Nachdenken an, was fast immer für einen Film spricht. Die Schauspielerleistungen von Gyllenhaal, Downey jr., Ruffalo und nicht zu vergessen Carroll Lynch sind überaus gut. Ebenso auch die Atmosphäre, typisch Fincher-like: düster, steril und unbehaglich. Die sehr gut nachempfundenen Sets der 60er + 70er (wobei es relativ wenig Außenaufnahmen gibt) und das Aussehen (Kleidung, Haarschnitt) der Personen passt perfekt in die damalige Zeit. Allerdings die „Taxi aus der Vogelperspektive“-Szene konnte mich wenig begeistern, ganz im Gegenteil. Die Idee an sich ist ja klasse, keine Frage, aber die Umsetzung mau. Ich laß mittlerweile im Topic, dass es ein computeranimierter Effekt sei... als ich es sah wirkte es wie Modellautos in einer Modellwelt, wie aus der „Wunderbaren Märklin-Modellwelt New York“. Grauslig.

    Natürlich ist ein Kernpunkt auch die Darstellung der zu der Zeit recht schlechten Zusammenarbeit der einzelnen Polizeistationen, teilweise mangelt es da an technischen „Neuerungen“, teilweise an der Bereitschaft Ermittlungskenntnisse vorbehaltlos und ungefragt mit anderen Polizeidienststellen zu teilen. Früher wurde es einem Killer doch vergleichsweise leicht gemacht, man bedenke nur, Zodiac hätte sein Unwesen nicht nur in Kalifornien sondern noch in anderen Bundesstaaten getrieben, das Chaos wäre perfekt gewesen. Zu heutigen Zeiten der Vernetzung zwischen Ermittlungsbehörden ganzer Länder und den pfiffigen CSI-Teams fast undenkbar; annähernd steinzeitlich damals. Erlaubt sei auch die Frage, weshalb man einem Überlebenden, der den Täter mehr oder weniger klar gesehen hat, erst fast 20 Jahre nach der Tat Bilder des Hauptverdächtigen für eine mögliche Identifikation oder eben auch Ausschließung vorlegt.

    Wie gesagt, zum Nachdenken regt er an - nicht mehr und nicht weniger.

    Benotung: 7,5/10
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  2. #112
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    109. Unter der Haut
    (Bajo la piel) PE/E/D 1996 R: Francisco J. Lombardi

    (g. a. 5.12.2007)
    D: José Luis Ruiz Barahona, Ana Risueño, Gilberto Torres, Gianfranco Brero, Diego Bertie, Jorge Rodríguez Paz



    B: In einer abgelegenen peruanischen Kleinstadt wird die relativ heile aber auch eintönige Welt durch diverse Morde an jungen Männern, denen der Kopf abgetrennt wird, unterbrochen. Ein Hauptverdächtiger ist schnell gefunden, aber es fehlen die Beweise, und vor allem die Tatwaffe. Als ob dies nicht schon genug Trubel wäre, macht auch der arrogante und promiskuitive Bürgermeister-Sohn sowie eine Liaison mit der jungen, attraktiven und neu in die Stadt zurückgekommenen Pathologin Marina dem „Capitan“ Percy Corso zu schaffen. Und plötzlich geht die Geschichte in eine ganz andere Richtung, man ahnt es ansatzweise schon vorher, aber erst im letzten Drittel beginnt sich der wahre Kern der Story zu entfalten.

    Will man sich einen spannenden und gut gemachten Thriller anschauen fällt die erste Wahl sicher nicht auf einen aus dem unbekannten Film-Land Peru, doch mit diesem Werk macht der Andenstaat einen großen Sprung nach vorne in der „Krimi-Weltrangliste“. Und das ohne großes Blutvergießen.

    Ein Film der sich zunächst ganz „normal“ entwickelt, sicher durch das ungewohnte Umfeld etwas Abwechslung bietet, aber doch auch US-amerikanische Film- und Thriller-Elemente aufzeigt. Die ein oder andere schöne bzw. (positiv) auffallende Kameraeinstellung ist dabei und auch Kleinigkeiten die zeigen, dass die Macher ihr Handwerk verstehen.

    Ähnlich wie in dem ein Jahr später an ganz anderer Stelle entstandenen Todesschlaf (Insomnia) (Von dem es auch ein US-Remake gibt), ist der Hauptaspekt gar nicht mal der Serienmörder selbst, oder die typische Polizei-jagt-Mörder-Situation. Anfangs schon, aber dann wendet sich das Blatt und der Zuschauer befindet sich in der Welt des eigentlich „Guten“, des Polizisten. Also in der Welt dessen, der Verbrechen eigentlich aufklären und Täter ihrer Strafe zuführen soll. Und ähnlich wie im o. g. Film aus Norwegen schwankt man zwischen Mitgefühl, Mitleid und Unverständnis. Der eigene Gerechtigkeitssinn, sonst doch so unerschütterbar und so klar wie die Buchstaben des Gesetzes selbst, gerät ins Zweifeln. Die Hauptfigur ist einerseits ein berechnender Mörder der seine privilegierte Stellung ausnutzt; andererseits aber auch eine ganz tragische Figur, die ihren Gefühlen ausgesetzt ist.

    Diese Grundgeschichte allein ist schon mal sehr gut ausgedacht und auch die Umsetzung lässt wenig Grund zum Meckern, das Ende hätte ich persönlich anders gestaltet, zumal zunächst ein Schritt in die von mir "gewünschte" Richtung gemacht wird, dann aber wieder zwei zurück.

    (und damit meine ich nicht, dass Percy davonkommt, dass wäre er in meiner Fassung auch, nur eben in einem modifizierten Rahmen...).


    Ein ganz feiner Film für Krimi-Freunde, die den üblichen Pfad gerne verlassen möchten und sich auch mal ganz gerne auf abgelegenen Landstraßen aufhalten und das neu Erlebende gerne in sich aufnehmen.


    Aufgefallen ist mir, wie auch schon bei Los debutantes aus dem Nachbarland, dass diese Filme mehr an europäische Machwerke erinnern, als an die aus Hollywood (obwohl die USA ja näher liegen); was zunächst eine neutrale Feststellung ist, mit leichten Tendenzen zum Positiven.

    In diesem Sinne: Ein Aufruf an das SF: mehr davon, por favor !

    Benotung: 8,5/10

    Passender Song: „The first cut is the deepest“ von Cat Stevens
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  3. #113
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    110. Masters of horror - (3) Dance of the dead
    USA 2005 R: Tobe Hooper

    (g. a. 6.12.2007)
    D: Jessica Lowndes, Jonathan Tucker, Robert Englund, Marilyn Norry, Ryan Mc Donald, Lucie Guest



    B: Einer der Nutzerkommentare auf imdb titelt „Disappointing Episode From Hooper“. Viel mehr brauche ich gar nicht hinzuzufügen. Zwar gehen einige andere in ihren Meinungen in die entgegengesetzte Richtung, aber ich muss mich der Meinung dieses Kommentators aus Salzburg anschließen.

    Fast ist mir im Nachhinein die Zeit zu schade die ich dafür aufwendete, zuerst mal ausfindig zu machen, auf welcher DVD sich dieser Titel versteckte, den ich vor Monaten mal aufgenommen und dann nicht angesehen hatte, da ich mir dummerweise die DVD-Nr seinerzeit nicht aufnotierte. Andererseits hätte es mir wohl keine Ruhe gelassen, wenn ich diese Folge nicht gesehen hätte, wohl bis ins Grab ... und darüber hinaus... Sowieso schlimm genug dass mir die letzten beiden Episoden noch fehlen, auch wenn diese laut anderen Meinungen auch nicht zu den Highlights der Reihe gehören. Selbst die nochmalige Ausstrahlung aller Folgen an den vergangenen beiden Wochenenden seitens Premiere habe ich letztlich verschlafen. Hmmm... sollte ich vllt. noch was zu der Episode schreiben... na gut, aber nur das Nötigste:

    Einzig akzeptabel und ansehnlich machen diese Episode Hauptdarsteller Jonathan Tucker mit einer guten Leistung und als Augenschmaus für die männlichen Zuschauer kann Jessica Lowndes punkten. Auch erfährt das Ganze durch den Auftritt von Robert „Freddy“ Englund noch eine Aufwertung. Aber ansonsten ist es einfach ein Blödsinn³. Und wieder erinnert es mehr an eine misslungene Outer Limits-Folge als an einen ordentlichen Horror.

    Benotung, in der MoH-Reihe: 4/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  4. #114
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    111. Das Mädchen aus dem Wasser
    (Lady in the water) USA 2006 R: M. Night Shyamalan

    (g. a. 9. + 11.12.2007)
    D: Paul Giamatti, Bryce Dallas Howard, Jeffrey Wright, Bob Balaban, Freddy Rodríguez, Cindy Cheung, June Kyoto Lu, Sarita Choudhury, M. Night Shyamalan, Bill Irwin, Mary Beth Hurt, Noah Gray-Cabey, Joseph D. Reitman, Jared Harris, John Boyd, Grant Monohon, Ethan Cohn



    B: Eigentlich mach ich das sehr ungern… einen Film nicht an einem Stück zu schauen, ist aber schon hin und wieder vorgekommen, dass ich einen Film, aus unterschiedlichen Gründen, unterbreche, um ihn dann zu einem geeigneteren Zeitpunkt zu Ende zu schauen. Wobei hier dann das Problem ist, dass einige der Filme, die dieses Schicksal ereilt, noch heute auf ihre Weitersichtung warten. Doch als ich Sonntag Nacht gegen kurz nach halb eins und rund 65 Minuten des Filmfortschrittes kurzfristig beschloss, dem Müdigkeits-Drängen meines Körpers nachzugehen, wo doch am nächsten Tag ein früher Arzt-Termin anstand, wollte ich von meinen „Altlasten“ nichts wissen sondern entscheid rein aus der Situation heraus, um wenigstens noch etwas mehr als vier Stunden Schlaf zu bekommen. Aber ich fasste den festen Entschluss, sofort am nächsten Tag den Rest anzuschauen. Und das hat ja nun auch geklappt, sieht man mal von der Tatsache ab, dass es der übernächste Tag war...

    Apropos unangenehme Tätigkeiten... nun ist es soweit, ich „muss“ diesem Film attestieren, dass er in meinen Augen der bislang schlechteste von Regisseur Shyamalan ist. Wobei, „der schlechteste Shyamalan“ trifft es vielleicht nicht so gut, richtiger wäre zu sagen: „der Shyamalan, der mir am wenigsten gefallen hat“. Das ist sicherlich jammern auf hohem Niveau, so wie wenn man sagen würde „ach die Saison xx/yy war der unschönste Meistertitel für Real Madrid... im Vergleich zu den anderen 29...“. Erschwerend kommt hinzu, dass ich tlw. Dinge kritisieren muss, die ich in den bisherigen Filmen sehr gut fand, und hier aber fast schon zu weit getrieben werden und einfach nicht gefallen wollen. Ich denke da z. B. an die Anfangsszene, als Hausmeister Heep gegen eine offenbar extrem gefährliche Krabbel-Kreatur „kämpft“ und im Hintergrund eine überängstigte Gruppe junger Frauen hysterische Geräusche macht. Das Bild an sich, die Kameraeinstellung... fast eine Karikierung früherer Werke.

    Oder die Einführung der später wichtigen Personen aus dem Blickwinkel des neu einziehenden Mieters... irgendwie nicht wirklich gut gelungen in meinen Augen, was aber mehr an der Grundidee liegt, welche einfach in meinen Augen schon zu abgenutzt ist. Die Umsetzung dieser Szene wiederum ist dank der shyamalan’schen Kameraführung akzeptabel. Was dann noch aus dieser Figur, einem Filmkritiker, wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erahnen. Ganz schlüssig werde ich daraus nicht; wie ich mittlerweile erfahren habe, soll sein „scheitern“ und seine Darstellung als Kritik an Filmkritikern verstanden werden... hmmm... so ganz will mir das nicht eingehen, denn er ist ja nur ein Teil des Konstruktes, welches zunächst schief geht, Cleveland Heep selbst sowie der „Rätselknacker“ sind da schon eher die Personen, die das Ganze vorantreiben und unter "Mithilfe" der Anderen das Ganze ziemlich verratzen. Noch dazu sagt er am Anfang so was wie „es gibt keine neuen Ideen mehr im Film...“ das sehe ich eher als Kritik an Hollywood insgesamt bzw. Shyamalan’s Kollegen... aber egal, hier kann ja jeder reininterpretieren was er möchte.

    Man sollte aber vorwegschicken, dass es sich hierbei um die Verfilmung und Aufblähung einer Grundgeschichte geht, die sich Shyamalan ursprünglich in kürzerer Form als Märchen und Gutenachtgeschichte für seine Kinder ausgedacht hat. Dieses Märchen bzw. Legende „aus dem asiatischen Raum“ (zwinkerzwinker knickknack) an sich wird dann aber in diesem Film quasi wahr und so muss sich ein bislang eher unauffällig agierender aber relativ verlässlicher Hausmeister eines Wohnkomplexes mit guten und bösen Gestalten aus der „blauen Welt“ herumschlagen. Als Anhaltspunkt für das was zu tun und zu lassen ist und was überhaupt los ist hat er lediglich die Erinnerungen an eben dieses Märchen einer koreanischen Dame die jedoch nur ungern darüber redet, aber dank ihrer resoluten Tochter und deren Übersetzungen schließlich doch weiterhelfen kann.

    Shyamalan selbst agiert hier, im Gegenteil zu seinen Vorgängern, nicht als Cameo, sondern fast als Hauptfigur; mehr noch, er ist sogar der „zu Erleuchtende“; was darauf schließen lässt, dass er sich mit dieser Geschichte offenbar mehr identifiziert als mit den bisherigen. Gleichzeitig ist es aber auch eine recht tragische Figur.

    Bei einem Film der Marke Fantasy darf man nie so richtig auf die Inhaltsstoffe achten, sollte Logik bzw. dem Teil seines Gehirnes, welcher mehr oder weniger mit wissenschaftlich fundiertem Wissen zugestopft ist, eine Auszeit gönnen und die einem vorgesetzten Figuren und deren Tun und Lassen als gegeben ansehen. Aber Herrgottnochmal...

    warum knallen die das Vieh, also den Scrunt, nicht einfach über den Haufen !? Es wird sich doch wohl eine Schusswaffe auftreiben lassen.. hey, wir sind in den U.S.A. ! Und selbst wenn es ein Pazifisten-Wohnblock ist... Messer und anderes Stich- und Schneidwerkzeug wird sich doch finden lassen. Bin ja wirklich nicht dafür jede Kreatur gleich ihres Lebens zu berauben, aber seit wann wird diese Auffassung durch die Masse geteilt... also jdf. total unnachvollziehbar.


    Was all diese Aspekte angeht unterscheidet sich „Das Mädchen aus dem Wasser“ von seinen Vorgängern aus der Feder des aus Indien stammendes Regisseurs. Und so kann ich persönlich nur hoffen, dass es nur eine einmalige Aktion war.

    Im Ohrensessel-Podcast zu diesem Thema wird u. a. der sehr weise Satz gesagt, dass es in Shyamalan-Filmen hauptsächlich darum geht, wie gewöhnliche Menschen in ungewöhnliche Situationen geraten und wie sie damit umgehen. Dies trifft auch hier wieder zu. Die Figur des Cleveland Heep ist ein Paradebeispiel des „kleinen Mannes“, der hier aber zu wahrer Größe aufsteigt, weil er Mut und selbstlosen Einsatz für eine beschützenswerte Kreatur aufbringt, insofern hat der Film eine schöne Botschaft, die es durchaus wert ist, verbreitet zu werden. Oder ist die Botschaft vllt. auch „Kauft massig Cornflakes und hebt die Packungen alle auf...“ !?

    Auch ist die Szene in der Heep dem Scrunt entgegentritt recht nervenanspannend geraten, auch im Zusammenspiel mit dem Kontakt per Walkie Talkie... aber irgendwie doch auch nix neues und nur die mittelklassige Zusammenführung verschiedener Elemente aus früheren Werken des Regisseurs.

    Die darstellerischen Leistungen von Paul Giamatti und Bryce Dallas Howard sind bemerkenswert. Das Spiel von Kamera, Licht und Ton sowie die Bilder sind typisch Shyamalan von großer Qualität.

    Nun, vielleicht bin ich auch besonders anspruchsvoll bei diesem Namen geworden, aber insgesamt will mich der Film einfach nicht genügend ansprechen, dazu sind mir zu viele kleine und mittelgroße Störfaktoren enthalten, zu viel Ungereimtheiten.

    Benotung: 6,5/10

    Passender Song: „Lay back in the arms of someone“ von Smokie
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  5. #115
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    112. Nachts im Museum
    (Night at the museum) USA/GB 2006 R: Shawn Levy

    (g. a. 14.12.2007)
    D: Ben Stiller, Carla Gugino, Dick van Dyke, Mickey Rooney, Bill Cobbs, Jake Cherry, Ricky Gervais, Robin Williams, Owen Wilson, Steve Coogan, Kim Raver, Paul Rudd, Patrick Gallagher, Rami Malek, Pierfrancesco Favino, Mizuo Peck, Anne Meara



    B: Ein netter Unterhaltungsspaß für die ganze Familie. Viel mehr aber auch nicht.

    Positiv zu benennen sind sicherlich Stiller und Williams, die zwar nicht großartig gefordert werden, aber doch ihren Teil zum Spaß an dem Film beitragen und ich behaupte einfach mal, dass es mit anderen Darstellern noch etwas schlechter gewesen wäre. Sicherlich auch die Auftritte der „Altstars“ van Dyke, Rooney und Cobbs gehören zu den Highlights, besonders natürlich Rooney, mit dem man sich wohl besser nicht anlegen sollte. Highlights auch die „Duelle“ mit dem Kapuzineräffchen Dexter...

    Einige der Gags und Einfälle sind gelungen, man hätte aber letztendlich mehr aus der Grundidee machen können/sollen. So ist es einfach ein recht netter aber harmloser Familienspaß der recht einfach gegliedert ist, am Ende dann auch mit einem richtigen „Gut gegen Böse“-Element, wobei der böse Teil gar nicht sooo böse ist; und einem richtig schmalzigen Happy-End.

    Natürlich darf man bei solchen Filmen, die vornehmlich der Unterhaltung und der Bereitung einer fast märchenhaften Fantasiewelt für ein eher jüngeres Zielpublikum dienen, nicht allzugroß den Rotstift der Logik und Realitätsnähe ansetzen. Aber selbst wenn man akzeptiert, dass durch eine altägyptische Steintafel Wachs-, Plastik- und sonstige Figuren zum „Leben“ erweckt werden, müssen doch diverse kritische Nachfragen erlaubt sein. Denn wenn sich die Figuren einerseits darüber bewusst sind, dass sie eben nur Wachsfiguren sind (wie ja Teddy Roosevelt aussagt), dann fragt man sich doch, warum sie sich genau so verhalten, wie ihre lebendigen Vorbilder. Gerade an der Figur des 26. US-Präsidenten lässt sich dies festmachen, einerseits weiß er, dass er nur aus Wachs ist, andererseits benimmt er sich aber genau so wie eben der Namensgeber des berühmtesten Kuscheltiers unserer Zeit (wenn er nicht gerade nach Sakagawea stiert...). So und nun kommt die Masterfrage, selbst wenn sich die Figuren so verhalten wollen wie ihre Vorbilder, woher haben sie das „Wissen“ darüber, wie sich diese verhalten haben !? Bei den ehemals echten Exponaten wie dem Pharao Ahkmenrah oder der Steinfigur von den Osterinseln mag es ja noch eingehen, aber bei allen künstlich hergestellten Figuren auch Wachs und Plastik bleibt dies eben ein großes Mysterium. Allerdings lässt sich von alledem eine tiefenpsychologische Grundsatzdiskussion zum Thema "Die Bestimmung des Individuums" ableiten...

    Positiv hervorzuheben sind auch noch die Kurzauftritte von Paul Rudd und das Gespräch am Anfang mit der Arbeitsvermittlerin (Anne Meara, niemand geringeres als Stillers' Mutter...), was der Szene noch mal einen zusätzlichen Charme gibt. Und natürlich Carla Gugino macht einem das Hinsehen auch gut erträglich, wobei man(n) sich doch wundert, wie jung sie aussieht... naja, muss an der Steintafel gelegen haben.

    Die Trickeffekte sind teilweise ganz gut gelungen, und manche kleine Nebensächlichkeiten und Details sind letztendlich noch zu einer Aufwertung des Filmes gut.

    Kleiner Tipp noch für diejenigen, die den Film auf DVD haben, es lohnt sich die deleted scenes anzuschauen, weil da zwei wirklich gelungene dabei sind, bei denen es doch eher schade ist, dass sie herausgeschnitten wurden. Ich meine die erweiterte Sakagawea-Befreiung und die Szene danach mit dem Bus.

    Benotung: 6,5/10

    Passender Song: „I love the nightlife“ von Alicia Bridges
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  6. #116
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    113. Mord im Pfarrhaus
    (Keeping mum) GB 2005 R: Niall Johnson

    (g. a. 22.12.2007)
    D: Rowan Atkinson, Kristin Scott Thomas, Maggie Smith, Tamsin Egerton, Toby Parkes, Patrick Swayze, Liz Smith, Emilia Fox, James Booth



    B: Britische Filme sind einfach etwas besonderes. Da kommt trotz (oder vllt. gerade wegen) recht weniger „Wo-How-Effekten“ sehr viel für den Zuschauer rüber. Spaßige und ernste Momente wechseln sich gekonnt ab und der ein oder andere Gänsehaut-Moment ist auch hin und wieder dabei. Kurz: ein wahres Seh-Erlebnis.

    So auch bei dieser etwas umgewandelten Agatha Christie-Erzählung. Denn hier wird ein Kriminalfall nicht aus der Außenansicht, also aus der einer schrulligen Hobby-Detektivin oder eines ambitionierten Ermittlers erzählt, sondern aus der Sicht des Täters und noch mehr des Umfeldes.

    Die Erzählweise des Filmes ist meistens sehr langsam und gediegen, aber das passt optimal und spiegelt die Beschaulichkeit des Handlungsortes gekonnt wieder. Nur in einer Szene wird dies kurz außer Acht gelassen um damit die Konfusion in der Situation darzustellen.

    Gleichzeitig streift der Film auch die Themen Glaube und Gottesfürchtigkeit ohne mit üblichen Vorurteilen und Witzen aus Schubladen um sich zu schmeißen und auch ohne dem Zuschauer eine vorgegebene Meinung aufzudrücken. Ich selbst bin wahrlich kein sehr gläubiger Mensch und die Kirche als Institution weckt mehr negative als positive Assoziationen; doch die Rede von Pater Goodfellow auf dem Konvent hat mich in gewisser Weise berührt, diese Mischung aus auchübersichselbstschmunzelnkönnen-Humor und Ernsthaftigkeit ohne Holzhammer würde ich mir auch für hiesige Predigten wünschen.

    Großes Lob auch an Patrick Swayze, einer der „Schauspieler“ die ich früher nie leiden konnte, aber in den letzten Jahren scheint sich seine Rollenwahl sehr positiv zu entwickeln ("Donnie Darko", "11:14") und auch hier ist er sich nicht zu schade sich selbst in gewisser Weise bloßzustellen. Und „Mr. Bean“ kann auch in dieser überwiegend ernsten Rolle sehr überzeugen. Wenn auch die Hauptlast des Filmes von den Damen getragen wird, Maggie Smith und Kristin Scott Thomas glänzen wie erwartet; Tamsin Egerton könnte die Zukunft gehören.

    Schön tragikomischer Film mit Tiefgang.

    Nett ist die Bezeichnung „er ist down under“ für einen Toten. Außerdem wird eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Engländer einfach keine guten Torhüter haben...

    Benotung: 8/10

    Passender Song: “Killer queen” von Queen
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  7. #117
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    114. The sentinel
    (The sentinel) USA 2006 R: Clark Johnson

    (g. a. 22.12.2007)
    D: Michael Douglas, Kiefer Sutherland, Martin Donovan, Kim Basinger, David Rasche, Eva Longoria, Ritchie Coster, Raynor Scheine, Paul Calderón, Chuck Shamata, Raoul Bhaneja, Blair Brown, Joshua Peace, Gloria Reuben



    B: Im Westen nichts neues... wieder mal gerät ein Unschuldiger in Verdacht jemanden ermordet zu haben, jemanden ermorden zu wollen, schon mal daran gedacht zu haben jemanden zu ermorden oder ganz falsch geparkt zu haben. Und wieder kann er entkommen und hat dann nicht weniger als die geballte Macht einer ganzen Nation in Form des Secret Services als Gegner. Der "lonesome cowboy" versucht nun auf eigene Faust a) den/die wahren Bösen zu finden und unschädlich zu machen und b) alle die hinter ihm her sind zu foppen und abzuschütteln; was ihm ob seines fundierten Fachwissens und Könnens auch wunderbar gelingt. Einer gegen Alle eben.

    Auch nicht gerade innovativ ist der leichte Hang zum Patriotischen; die wichtigsten Zeichen des Staates wedeln auf der panzerglasgeschützten Präsidenten-Karosse und das Ganze wird uns in Zeitlupe präsentiert. Die Angestellten sind wie aus dem Lehrbuch, geben selbstlos ihr Privatleben auf und richten es ganz auf die Lebensaufgabe aus; dies für einen Job, bei der die Aufgabe des Lebens auch wörtlich genommen werden kann. Immer in Gefahr, immer unter Strom, immer auf’m Sprung. Selbst der "Maulwurf" bekommt plötzlich Gewissensbisse, und wird (vorerst) nur rückfällig weil man seine Familie (die ja besonders schützenswert ist) bedroht, und er opfert zum Wohle des großen Ganzen sein Leben; ganz vom Geiste der great nation getragen.

    Dass die Bösen russische Muttersprachler sind ist fast so klar wie eine gefüllte Kirche zur Weihnachtszeit.

    Und doch... das Ganze ist so spannend und hochklassig in Szene gesetzt, dass man als Zuschauer sich gerne unterhalten lässt und den Film letzenendes, trotz der lauten Nebengeräusche, als gelungen ansehen kann und für ein nicht ganz so kritisches Popcorn-Kino-mitetwasAnspruch-Publikum guten Gewissens empfehlen kann...


    Und allein Eva Longorrrrrrrria ist das Zusehen wert... bei ihr wäre ich auch gerne ein „Böser Junge“...



    Benotung: 7/10

    Passender Song: „History repeating“ von The Propellerheads
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  8. #118
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    115. The ice harvest
    (The ice harvest) USA 2005 R: Harold Ramis

    (g. a. 23.12.2007)
    D: John Cusack, Billy Bob Thornton, Connie Nielsen, Oliver Platt, Ned Bellamy, Mike Starr, Randy Quaid, T. J. Jagodowski



    B: Hier haben wir mal wieder einen schwierigen Fall... was die Beurteilung und Benotung angeht. Die Grundgeschichte machte mehr als neugierig und so ist der Film dann auch eine Ansammlung schräger Charaktere und Situationen. Es fließt viel Blut und es fallen viele Kraftausdrücke, aber alles soweit in Maßen, dass es den weihnachtlichen Rahmen nicht gänzlich sprengt. Aber da ist auch die andere Seite des Regenbogens, an manchen Stellen wirkt es zu viel, an anderen wieder denkt man, dass aus dem Stoff zu wenig gemacht wurde und das Potenzial der Geschichte nicht gänzlich genutzt wurde. Jedenfalls erhofft man sich nach dem Intro und den ersten vielversprechenden Minuten mehr, als letztlich gehalten wird.

    Oftmals bleibt das Verhalten der Charaktere rätselhaft und wirkt sogar stellenweise fast unlogisch bzw. unrealistisch; wenngleich man ein realistisches Verhalten oftmals gar nicht wirklich beurteilen kann.

    Es könnte auch eine Abrechnung mit der langweiligen mittelgroßen Kleinstadt im mittleren Westen sein, denn diese kommt hier nicht wirklich gut weg (es wundert einen fast, dass der örtliche Fremdenverkehrsverband die Vervielfältigung und Aufführung des Filmes nicht mittels einer entsprechenden Verfügung gestoppt hat; aber vielleicht hängen deren Mitglieder auch die ganze Zeit in einem der anscheinend zahllosen Strip-Clubs herum...). Und so wäre man viel lieber an einem „Ort, in dem es gesetzlich verboten ist zu regnen“.

    Doch der Film ist keine Enttäuschung, sondern hat einige spaßige und kurzweilige Szenen und Sprüche in petto: „Du fährst erst eine Nacht einen Mercedes und schon bist du ein Arschloch!“. Doch die Karosse aus Sindelfingen kommt nicht nur schlecht weg, so zeigt sich doch, dass geräumige Rücksitze durchaus ihr Gutes haben.

    Positiv aufgefallen ist mir auch wieder die Stimme von Andreas Fröhlich (dt. Haupt-Sprecher von u. a. John Cusack und Edward Norton). Diese Stimme hat einfach sowas beruhigendes und wohlklingendes, was einem hier besonders auffällt und sehr gut zur Rolle bzw. zur Figur passt. Negativ aufgefallen ist mir einer meiner Lieblings-Darsteller, Oliver Platt, der hier mal so richtig altgeworden und fertig aussieht; aber es lässt sich schwer abschätzen was davon für die Rolle „gemacht“ wurde und was quasi echt ist. Gespannt bin ich schon darauf, welcher deutsche Titel sich der ausstrahlende Sender ausdenkt... "Tödliches Eis", "Blutiges Eis", "Blutige Weihnachten" oder "Ganoven unter sich"... man darf sich jedenfalls schon darauf freuen...

    When Wichita falls - so falls Wichita Falls !

    Um die Frage von Charlie an Renata zu beantworten wo sie denn ursprünglich herkomme, möchte ich kurzerhand einspringen (sie selbst ist ja leider verhindert...). Zwar kenne ich ihren Nachnamen nicht, der wäre wohl eindeutig hinweisgebend, aber aufgrund ihres Vornamens schätze ich dies wie folgt ein: 65% Tschechien bzw. Slowakei; 32% Polen; 3% Andere.

    Benotung: 7,5/10

    Passender Song: „No regrets“ von Robbie Williams
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  9. #119
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    116. Rache ist sexy
    (John Tucker must die) USA 2006 R: Betty Thomas

    (g. a. 23.12.2007)
    D: Jesse Metcalfe, Brittany Snow, Sophia Bush, Ashanti, Arielle Kebbel, Jenny Mc Carthy, Penn Badgley, Fatso-Fasano, Taylor Kitsch, Patricia Drake, Kevin Mc Nulty



    B: Just another teen-movie !? Ja und nein. Mglw. werden 9 von 10 MM-Member diesen Film entweder von vornherein meiden oder nach Sichtung wenigstens nicht gut finden, aber mir hat er einfach sehr viel Spaß gemacht und ein tolles Filmvergnügen beschert. Denn er bietet viele witzige Sprüche und für einen Film seines Genres wenig oberflächliches dafür doch auch tiefgründigeren, substanzhaltigen Humor. Leider verflüchtigt sich dies im letzten Drittel etwas, die Lachdichte verringert sich dafür nimmt es einen zu sehr Genre-typischen Verlauf, was zu einer Abwertung führt.

    Der Film lebt natürlich, abgesehen von den Gags, hauptsächlich von der Präsenz seiner fünf Hauptdarsteller, und die sind mit Bedacht ausgewählt und tun das Ihrige um dem Film seine besondere Note zu geben.

    Da in einem vollständigen Highschool-Film die „Abteilung Sport“ nicht fehlen darf, kommen hier wohl besonders die Basketball-Fans auf ihre Kosten. So wird auch der geneigte Basketball-Freund schnell den netten Verweis mit der Trikot-Nummer von John Tucker erkennen. Im Übrigen spielt sich auch eine meiner Lieblings-Szenen während eines BB-Spiels ab: John Tucker versucht mit Kate im laufenden Spiel ein Date auszumachen, während er geschickt die Attacken der Gegenspieler abwehrt und den Ball behauptet, während die letzten Spielsekunden laufen und sein Team in Rückstand ist und dann kommt auch noch der Trainer dazu... hat was !

    Also ich war zwischenzeitlich froh, dass ich vor dem Film nochmal auf der Toilette war, sonst hätte ich mich vllt. stellenweise be*** vor Lachen...

    So und dann gibt es natürlich noch eine sehr persönliche Sache... es ist ja nicht einfach in meinen All-Time-Hall-Of-Fame-Harem zu kommen... gutes Aussehen (wie immer man dies auch für sich festlegt) allein reicht da nicht, um in meine persönliche Championesse League zu kommen muss man (besser gesagt Frau) schon noch etwas zusätzliches haben, eine besondere Ausstrahlung, das gewisse Etwas einfach. Und so hat sich durch diesen Film Sophia Bush endgültig in mein (langsam etwas überfülltes) Herz gespielt... sie hat auf mich diese besondere Wirkung, und spätestens als ich dann in den DVD-Features ihre reale Stimme hörte war die Mitgliedschaft in meinem Göttinnen-Olymp perfekt... das Einzige was mir an ihr nicht gefällt ist ihr Nachname, weil er eben Assoziationen auslöst, die wenig mit Liebe, Sex und Zärtlichkeit zu tun haben... aber das ließe sich ja ändern...

    Viel mehr will ich über den Film gar nicht schreiben, vielleicht weil auch gar nicht viel mehr darüber zu schreiben ist, man sollte ihn sich einfach anschauen (wenn man diesem Genre nicht gänzlich abgeneigt ist). Meiner Meinung nach sind die knapp anderthalb Stunden des Filmes jedenfalls gut und sinnvoll investiert.

    Benotung: 8,5/10

    Passender Song: „Girls & boys“ von Blur
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #120
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    117. Trennung mit Hindernissen
    (The break-up) USA 2006 R: Peyton Reed

    (g. a. 26.12.2007)
    D: Vince Vaughn, Jennifer Aniston, Joey Lauren Adams, Jon Favreau, Cole Hauser, Vincent D‘ Onofrio, Jason Bateman, Justin Long, Judy Davis, Ivan Sergei, John Michael Higgins, Ann-Margret



    B: Positiv an dem Film ist der Anfang, die im Vorspann präsentierten Bilder aus dem Fotoalbum des jungen Liebespaares wirken wie echt, also die Szenen, in denen sie geknipst wurden.

    Sehr im Gedächtnis geblieben ist der recht heftige und für eine Komödie deutliche Streit, der aber für den Film und die Geschichte selbst natürlich von wesentlicher Bedeutung war.

    Es ist für einen Außenstehenden sicherlich teils spaßig, wie sich die „Aufrüstungsspirale“ zwischen den beiden nach oben dreht und immer „fiesere“ Aktionen bereit hält, wenngleich richtig böse Sachen ausbleiben (da ist man spätestens seit „Der Rosenkrieg“ schlimmeres gewohnt). Abgesehen von der Demütigung, als Brooke Gary vor versammelter Truppe aus dem Bowling-Team wirft (ist wohl so ziemlich das Schlimmste, was eine Frau einem Mann antun kann...), läuft alles noch im Rahmen der Genfer Konventionen ab.

    Ansonsten sind die Highlights eher in den Nebenrollen zu finden (wenngleich diese Aussage Vaughn und Aniston keinesfalls abwerten soll). So ist Vincent D‘ Onofrio als Gary’s Bruder Dennis absolut genial; auch Jon Favreau und Judy Davis leisten gute Nebenrollenarbeit. Schließlich auch Justin Long, der nun erneut sein komödiantisches Talent unter Beweis stellt und für sein junges Alter schon mit ziemlich viel Talent und schauspielerischem Gespür aufwarten kann (in dieser Aussage steckt auch noch ein wenig der Eindruck seiner Performance in Stirb langsam 4.0, welchen ich am Vorabend nochmals sah).

    Das Ende ist überraschend gut ausgefallen und deckt sich nicht mit den schlimmen Erwartungen auf selbiges, dass man während fortlaufender Dauer hat, insofern ein großes Plus für die Macher dafür.

    Aber insgesamt verschenkt der Film viel Potential und kann sich nicht wirklich entscheiden, ob er nun Komödie oder Beziehungsdrama sein will, grundsätzlich ist eine Co-Existenz zwischen diesen beiden Sparten möglich und müsste besser funktionieren, als die Beziehung zwischen Brooke und Gary, aber hier gelingt die Zusammenführung nicht wirklich.

    Allesinallem mglw. ein Film, der eher das weibliche Geschlecht anspricht, aber letztendlich besser ist als sein Ruf und einige nette und spaßige Szenen aufweisen kann (besonders das „Ansingen“ von Gary während des gemeinsamen Essens).

    Polish and proud !

    Benotung: 6,5/10

    Passender Song: „True love will never fade“ von Mark Knopfler
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

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