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Thema: Why so curious ?

  1. #121
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    118. Ich, du und der Andere
    (You, me and Dupree) USA 2006 R: Anthony + Joe Russo

    (g. a. 29.12.2007)
    D: Matt Dillon, Owen Wilson, Kate Hudson, Michael Douglas, Seth Rogen, Amanda Detmer, Ralph Ting, Bill Hader, Todd Stashwick, Jason Winer



    B: Es gibt wohl kaum ein Genre, bei dem das Gelingen des Filmes für einen einzelnen, individuellen Konsumenten so sehr vom Sympathiegefühl der Darsteller abhängig ist, wie Komödien. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Geschichten meist wenig Tiefgang haben, selbst simpelste Billig-Zoten bringen einen, wenn man eben grad in entsprechender Stimmung ist, zum Lachen, dass es einem am Tage des jüngsten Gerichtes nur noch peinlich wäre. Aber das Leben ist viel zu kurz um es mit ernstem Scheiß zu verplempern... dann doch lieber 90 bis 100 Minuten spaßige, kurzweilige Unterhaltung; mal mit mehr Tiefgang, mal mit weniger.

    Und so waren die Startvoraussetzungen für diesen Film schon mal erheblich vorbelastet, denn Matt Dillon und Owen Wilson gehören nicht unbedingt zu meinen Favoriten. Doch man sollte solcherlei Vorurteile unterdrücken und jedem Film einfach eine Chance geben und sehen was geschieht.

    Aber ob es nun daran lag oder nicht, trotz einiger mittelmäßiger und teilweise guter Lacher, springt der Funke auf mich nicht über.

    Vielleicht weil der Film neben dem reinen und typischen Komödien-Verlauf ab etwa der Mitte auch eine ganz andere Schiene befährt. Das Thema um die Aufgabe der Leichtigkeit der (bei Männern oft bis Mitte/Ende 20 andauernden) Jugendzeit, die Aufgabe von eigenen Träumen zu "Gunsten" eines "ordentlichen Lebens", um vor dem Vorgesetzten (der dummerweise auch noch der Schwiegervater ist...) zu kuschen und die Erwartungen, die das Umfeld an einen haben, zu erfüllen. Und auf der anderen Seite sieht man einen Mann, der trotz fortgeschrittenen Alters dieses leichte Leben, jenseits jeglicher Verantwortung für sich und andere, nicht aufgegeben hat, nicht aufgeben will, vllt. sogar nicht aufgeben kann. Er lebt für den Moment und für den Augenblick, sich nicht darum scherend, was morgen ist... Zwei Grundanschauungen prallen aufeinander und es kommt zu „Explosionen“, besonders dann, wenn einer versucht in die Welt des Anderen einzutreten.

    Der Umstand dieser Überlastung des reinen Komödienthemas mit dieser Lebens- und Sinnfrage scheint einerseits der Grund zu sein, weshalb der Film nicht die Meisterschaft gewinnt und gleichzeitig der Grund, weshalb er nicht absteigt, er ist die Hertha BSC der Komödien-Liga.

    Eine große Massentauglichkeit kann man dem Film wahrlich nicht bescheinigen, denn für das reine stupid-komödiantisch-unterhaltenwerden-möchte-Publikum ist er zu tiefgründig; für das Hochschulabschluss-HausinderbestenGegendderStadthabende-Publikum ist er zu zotig und niveauarm. Sollte er das Publikum ansprechen, das ein Zwitterwesen aus beidem ist, so kommt er vielleicht zu früh.

    Positiv hervorzuheben ist Seth Rogen, dessen Rolle und seine Interpretation neben „Altmeister“ Michael Douglas das darstellerische Glanzlicht des Filmes darstellt; die offensichtlichen aber doch subtilen Versuche des Schwiegervaters seinen Schwiegersohn runterzumachen sind schon klasse und wirken Mr. Douglas auf den Leib geschrieben zu sein.

    All-time-Highlight des Filmes ist allerdings KATE HUDSON in UNDERWEAR !!! *standingovation*


    LanceNess !

    Benotung: 6,5/10

    Passender Song: „3 is family“ von Dana Dawson
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  2. #122
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    119. Children of men
    (The children of men) GB/USA/J 2006 R: Alfonso Cuarón

    (g. a. 29.12.2007)
    D: Clive Owen, Claire-Hope Ashitey, Michael Caine, Chiwetel Ejiofor, Charlie Hunnam, Julianne Moore, Pam Ferris, Jacek Koman, Peter Mullan, Danny Huston



    B: Ein Film ist immer dann als gelungen zu bezeichnen, wenn er beim Zuschauer Gefühle auslöst. Das kann Freude und Lachen sein, das kann Trauer und Bestürzung sein, Angst und Grusel, ja in besonderen Fällen sogar Schock und Hass. Children of men ist so ein Gefühle auslösender Film.

    Er zeigt eine düstere Zukunftsvision. In erster Linie (für mich) weniger düster ob der Tatsache, dass die Menschheit in absehbarer Zeit aussterben wird, vielmehr weil das Leben selbst sich verändert hat. Die ganze Welt ist in Chaos und Anarchie versunken. Allein England, und speziell London, bildet im wahrsten Sinne des Wortes eine Insel. Doch der schöne Schein trügt, denn auf den zweiten Blick ist das Leben dort auch kein Zuckerschlecken. Nur wer wirklich reich an Geldmitteln und Einfluss ist, kann sich ein unbeschwertes Leben leisten; das ist zwar heute und hier auch schon so, in dieser Zukunftswelt allerdings noch auf eine Spitze getrieben, die zwar unter den dortigen Umständen realistisch scheint, aber uns hoffentlich nie bevorsteht.

    Gewalt und Terror sind an der Tagesordnung, weil sich eine Untergrundorganisation gebildet hat, die der militärstaatähnlichen Regierung den Kampf angesagt hat. Es ist fast erfrischend, dass der Zuschauer bis zu letzt nicht erfährt, ob die von der Untergrundorganisation benannten Vorwürfe in Richtung des Staates gänzlich wahr sind oder nicht; denn es spielt letztlich keine Rolle. Allein das Vorgehen gegen illegale Einwanderer ist eindeutig nicht gutzuheißen und könnte einem Tagtraum von Wolfgang Schäuble entlehnt sein.

    In diese triste Welt platzt nun die Hoffnung in form einer jungen schwangeren Frau, der ersten seit fast 18 Jahren. Doch nicht nur Frau und Kind selbst, auch die Nachricht als solches will sanfter behandelt werden als ein rohes Ei.

    Dieser Film wird schon gleich von Beginn an zu einem sehr persönlichen für mich, beginnt er doch mit der Einblendung des "aktuellen" Datums, ein Datum an dem ich meinen 52. Geburtstag feiere bzw. feiern würde (mal sehen, was bis dahin noch passiert...). Und so stelle ich mir also vor, dass ich, während ich 52 Teile auspuste, deren Namen ich noch nicht kenne aber die unseren heutigen Kerzen recht ähnlich sind (abgesehen davon, dass sie nicht qualmen und sich bei möglicher Gefahr selbsttätig löschen) in den Nachrichten vom Tod des bis dahin jüngsten Menschen der Welt und einer furchtbaren Explosion im Herzen Londons höre. Doch wer weiß, wenn diese Zukunftsvision so eintritt, vllt. habe ich an diesem Tag auch ganz andere Probleme, als Kuchen zu essen (der nach Schwarzwälderkirsch riecht und schmeckt aber so gesund und vitaminhaltig ist wie eine Kiste Orangen).

    Der Film beeindruckt besonders durch seine Bildgewalt, was aber nicht mit oberflächlichem Gedöns geschaffen wird, sondern mit einer kameratechnischen Glanzleistung. Allein die Szene als Theo, Kee und Miriam mit dem schrottigen Auto vor der Meute auf dem Bauernhof fliehen, oder die Bilder während der Schuss- und Granatenwechsel in kriegsähnlicher Atmosphäre... grandios.

    Sehr gut mitgedacht ist auch, dass über die Lage und den Umstand des Aussterbens bereits Witze im Umlauf sind, dass mag uns krank erscheinen, ist aber, wie die Vergangenheit und Gegenwart gezeigt hat, absolut realistisch. In diesem Zusammenhang habe ich allerdings vermisst, dass es, wie in fast allen Zukunftsfilmen üblich, keine Entwicklung der Sprache gibt. Rühmliche Ausnahmen bilden dabei „Clockwork orange“ und ansatzweise „Demolition man“ (jedenfalls fällt mir auf die Schnelle kein anderer ein). Wie wir wissen, sind heute Worte und Begriffe und Redensarten im Umlauf, die sich ganz einfach entwickelt und gebildet haben und mit denen ein Mensch, der vor 30, 20 oder 10 Jahren ins Koma gefallen und nun wieder aufgewacht, nichts bis wenig anfangen könnte. In den Zukunftsgeschichten wird dies eben leider fast immer vernachlässigt, abgesehen von Fachbegriffen für technische Neuerungen und Apparaturen, ist die Sprache die Selbe wie 20 oder noch mehr Jahre zuvor.

    Absolutes Highlight des Filmes ist eine bestimmte Szene, die ich gar nicht großartig beschreiben kann oder möchte, wer den Film gesehen hat weiß womöglich wovon ich rede, wer nicht, sollte dies so oder so nachholen. Diese Szene nimmt einen als Zuschauer aufgrund ihrer selbst und aufgrund der Machart dermaßen mit, dass man innerlich erst wieder einige Minuten zum Sammeln braucht. Und dabei ist sie nicht mal großartig brutal (also im Vergleich zu vielem anderen, was es schon gab); aber sie ist perfekt choreographiert und gefilmt. Ja, vor allem gefilmt. Jedem der großen Wert auf die Magie der Bilder legt und der dem Blick der Kamera große Bedeutung zumisst, wird dieser Film mehr als gefallen.

    Sogar humoristische Einlagen sind dabei, für die hauptsächlich die zwar sehr verängstigte aber auch manchmal naiv und frech agierende Kee sorgt; besonders bei der Auswahl des Namens für ihr kleines Menschenkind. Btw. ich persönlich hätte den Namen „Hope“ vorgeschlagen, erst mal ist er natürlich sehr bedeutsam und passend zur Sache selbst, er klingt auch recht schön, und ist auch der zweite Vorname der Schauspielerin, die die Kee verkörpert, voilá !

    Warum ich dennoch nicht die Höchstnote vergebe obwohl ich soviel lobende Worte finde, fragt man sich nun vielleicht. Nun, die Frage ist berechtigt; gleichwohl ist die Antwort nicht greifbar, nicht formulierbar; muss ich offen lassen.

    Benotung: 9/10

    Passender Song: „What happens tomorrow“ von Duran Duran
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  3. #123
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    120. Entgleist
    (Derailed) USA 2005 R: Mikael Håfström

    (g. a. 30.12.2007)
    D: Clive Owen, Jennifer Aniston, Vincent Cassel, Melissa George, Addison Timlin, RZA, Xzibit, Giancarlo Esposito, Denis O’Hare, Tom Conti, David Morrissey; special appearence by Dozer



    B: Apropos Gefühle bei Clive Owen-Filmen... (nein, nicht was ihr jetzt vllt. denkt...)

    Hier haben wir mal wieder einen Film, bei dem möglicherweise keiner meine Meinung und Bewertung nachvollziehen kann, bis auf eine Kritik kenne ich allerdings auch keine andere, vielleicht bin ich ja gar nicht so allein... wieauchimmer... die Hauptsache ist ja eh, dass ich selbst damit leben kann. Und das kann ich.

    Wie schon bei manch anderen Filmen der höchsten Klasse, zieht mich auch dieser von Anfang an in seinen Bann und diese Zuneigung ist nicht mit nachvollziehbaren und faktischen Argumenten zu untermauern, sie ist einfach da.

    Aber im Gegensatz zu „Layer cake“ z. B. hält dieses Gefühl nicht bis zum Ende des Filmes an, sondern verliert sich mittendrin irgendwo im Nirgendwo, als hätte es die falsche Weiche genommen.

    Man mag dem Film vorwerfen, dass er zu viele Twists und Richtungsänderungen hat, die vllt. teilweise sogar vorzuerahnen waren, vor allem im letzten Drittel. Doch das stört mich schlicht und ergreifend in dem Falle nicht. Und das Ende selbst mag unnötig sein wie eine Großpackung Zuckerwürfel auf einer Sahnetorte; aber auch wenn es dramaturgisch unnötig war, so war es ansatzweise doch wenigstens spannend und handwerklich solide gemacht, so wie der Rest auch.

    Mag ja auch sein, dass Monsieur Cassel den Hauptdarstellern die Show stiehlt, aber das kann doch keine Begründung sein, den Film an sich schlecht zu bewerten. Jeder Film lebt auch von den Nebencharakteren, und wenn die in dem ein oder anderen Falle mal ihre eigentlichen Stars überdecken... so what !? Ich jedenfalls finde, dass auch Owen und Aniston eine gute Leistung zeigen und so dem Film ihren individuellen Stempel aufdrücken.

    So könnte ich auch sagen, dass mir besonders die Auftritte von Winston und die Anfangsszene mit dem knuffigen Dozer gefallen haben, dies macht den Film selbst aber um keinen Deut schlechter.

    Jedenfalls hat mir der Film sehr gefallen, bereue nicht ihn gesehen zu haben (ganz im Gegenteil) und kann ihn nur jedem wärmstens ans Herz legen (und sei es auch nur, um mir widersprechen zu können). Und schön langsam werde ich ja fast zum Clive Owen-Fan... zumindest seine Rollenauswahl scheint mir wohl überlegt und gut gelungen zu sein.

    Benotung: 9,25/10 [Verstand sagt 8,5; Gefühl 10; ergo...]

    Passender Song: „On a train“ von Eskobar
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  4. #124
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    121. Poseidon
    (Poseidon) USA 2006 R: Wolfgang Petersen

    (g. a. 30.12.2007)
    D: Josh Lucas, Kurt Russell, Richard Dreyfuss, Jacinda Barrett, Emmy Rossum, Mike Vogel, Mia Maestro, Jimmy Bennett, Kevin Dillon, Freddy Rodríguez, Andre Braugher, Kirk B. R. Woller, Stacy „Fergie“ Ferguson, Kelly Mc Nair



    B: So, nun ist es soweit. Eigentlich wollte ich selbst im Falle der Sichtung eines Remakes versuchen, den Film ganz isoliert, nur für sich selbst zu sehen, wollte in diesem Fall Vergleiche mit dem Original unterlassen und alles bisher Gewesene ausblenden, wollte maximal eine Zweiteilung in „Isoliert betrachtet“ und „im Vergleich zum Original“ machen, all das wollte ich... hat aber leider nicht geklappt. Aber Wolfgang Petersen wollte auch einen sehr guten Film machen, hat aber leider auch nicht geklappt. Warum ich nun doch „umkippe“ liegt wohl daran, dass ich das Original aus dem Jahre 1972 sehr mag und schon allein deshalb bin ich es diesem schuldig, Wert auf einen direkten Bezug zu legen, und es nicht „versinken“ zu lassen.

    Dass „Poseidon Junior“ schlechter sein wird als sein Vorgänger war eigentlich zu erwarten, jedenfalls war mir das schon relativ klar, eigentlich hätte ich die Kritik auch schreiben können, ohne den Film dafür sehen zu müssen... ja, gute Idee eigentlich, spart viel Zeit... na ja, ich denke ich bleibe bei der üblichen Abfolge und komme nicht vom Kurs ab...

    Der zweite „Boots“-Film des Ostfriesen Petersen übernimmt vom 34-Jahre älteren Vorgänger eigentlich nur das Grundgerüst. Auch wird der Anfang übernommen, wo es keine Traumschiff-like Herz-Schmerz-Verabschiedungen von Passagieren und Daheimbleibenden an Land gibt, sondern die Fahrt auf hoher See, von England in die U.S.A., ist bereits in vollem Gange und der Höhepunkt der Fahrt, der Jahreswechsel, steht unmittelbar bevor. Sehr schön gelungen war, dass man zu Beginn eine kurze „Joggingrunde“ mitgenommen wird und somit das Schiff kennenlernt, denn das ist der eigentliche und unangefochtene Hauptdarsteller des Filmes.

    Doch es gibt auch viel neues, die Personen sind andere, haben andere Berufe. Andere Musik wird gespielt, andere Spiele gespielt (Poker), die Passagiere tragen andere Probleme mit sich herum, der Umgang untereinander scheint etwas rauer geworden zu sein, alles eben an die heutige Zeit angepasst, insoweit fast ein Plus für den Film.

    Doch der wohl größte Unterschied ist, dass hier ganz klar und eindeutig die Action im Vordergrund steht, und diese Szenen sind unzweifelhaft auch ordentlich gut gelungen (besonders die kurze Sequenz mit dem Swimming-Pool hat mir sehr gut gefallen); dafür wird aber wenig Wert auf die Charaktertiefe der Protagonisten gelegt, nur sehr oberflächliches tralala. Dies ist recht schade, denn sicher verliert so ein Desastermovie gleich etwas an Spannung und Wert, wenn der Zuschauer mit den um ihr Überleben kämpfenden Personen nicht richtig mitfiebern kann.

    Sicherlich empfindet man es anders, wenn man das Original nicht kennt, schon allein deswegen, weil einem die Geschichte nicht vertraut ist, das ist vergleichbar, wie wenn man bei einem Krimi den Mörder schon von vornherein kennt.

    Doch es gibt auch zwei Vorzüge im Vergleich zum Original, sie heißen Stacy Ferguson („Fergie“ von den Black Eyed Peas) und Mia Maestro ! Zwar waren Pamela Sue Martin und die damalige Sängerin (Name fällt mir grad nicht ein) auch nicht von der Bordkante zu schubsen, aber die neue Generation an Weiblichkeit liegt einem noch etwas näher. Jedenfalls gewinnt die Argentinierin Maestro diesen wet t-shirt-contest deutlich. Sicher wird auch Emmy Rossum (die ihre "Zwillinge" dabei hat) ihre (männlichen) Fans haben, gehöre ich weniger dazu, jedenfalls hier, anyway...

    Was schließlich noch als äußerst negativ zu bewerten ist, sind besonders zwei Punkte, den Ablauf betreffend, wo doch große Fragezeichen aufleuchteten... weshalb wird das Schiff nicht vor der Welle mittels moderner Technik „gewarnt“ sondern der 1. Offizier sieht sie fast zufällig per gutem altem Fernglas (nicht, dass es im anderen Falle was gebracht hätte, dennoch seltsam); von einer noch früheren Warnung per Satellit oder ähnlichem will ich ja erst gar nicht anfangen. Und dass Schrauben in einem hochmodernen Luxuskreuzer von einem kleinen Jungen, ohne passendes Werkzeug, recht einfach geöffnet werden können... ist für mich keine Werbung mal einen Kreuzfahrt zu unternehmen... wo ich doch, ohne dass hinter mir eine Wasserwand und quängelnde Menschen warten, schon des öfteren diverse Schrauben von diversen Geräten nicht aufbekomme... meistens auch ohne passendes Werkzeug, möchte ich zu meiner Verteidigung hinzufügen.

    Naja, vielleicht hat Petersen das mit dem "Desastermovie" auch falsch verstanden... na okay, so schlimm ist's auch nicht, das kleine Wortspiel bot sich nur grad an... wieauchimmer, wer das Original nicht kennt und mit den genannten Negativpunkten kein großes Problem hat, der kann sich den Film gerne anschauen (ist im Vergleich zum Original auch um einiges kürzer); wer das Original kennt und mag sollte ihn vielleicht mit einem geschickten Manöver umfahren, es sei denn, er möchte mal wieder ein bisschen ablästern.

    Benotung: 5,5/10

    Passender Song: „Perfekte Welle“ von Juli
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  5. #125
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    Alles neu macht der Mai !

    Aber so lange kann ich nicht warten, daher passend zum neuen Jahr eine kleine Neuerung. Ab sofort werden nicht mehr ausschließlich Erstsichtungen aufgeführt. Zwar wirkt sich dies praktisch nur bedingt aus, weil ich relativ selten einen Film mehr als einmal sehe... einfach auch ein Zeitproblem (komme ja mit den Erstsichtungen neuer Filme kaum nach, von fehlenden Klassikern etc. mal ganz abgesehen). Anyway, aus aktuellem Anlass sei dies also nun beschlossen und verkündet !
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  6. #126
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    122. Puppet masters - Bedrohung aus dem All
    (The puppet masters) USA 1994 R: Stuart Orme

    (g. a. 2.1.2008)
    D: Donald Sutherland, Eric Thal, Julie Warner, Keith David, Will Patton, Richard Belzer, Yaphet Kotto, Tom Mason, Marshall Bell



    B: Als ich den Film vor ca. 12 Jahren das erste Mal sah, war ich schon ziemlich begeistert. Doch unbewusst habe ich wohl immer einen großen Bogen um eine weitere Sichtung gemacht in den letzten Jahren, weil ich befürchtete, dass der „Mythos“ bei einer erneuten Sichtung (in reiferem Alter) zerbricht, was zwar irgendwo ehrlich ist, aber doch auch ein Akt der Zerstörung von guten Erinnerungen (bei anderen Filmen und Serien ist es mir bereits so ergangen). Erschwerend kam hinzu, dass sich offensichtlich auch alle in Deutschland empfangbaren Fernsehstationen dem Ziel, dass ich ihn nicht mehr sehen kann, verschworen haben. Aber nun war es endlich so weit, und ich war mutig genug, das Ganze anzugehen.

    Und es war weniger schlimm als befürchtet, hätte ich ob der Erstsichtung noch eine stabile 8 gegeben, ist es nun eine solide 7.

    Zwar ist die Geschichte um außerirdische Wesen, die eine Invasion planen und dazu Menschen als ihre Wirte benutzen und für ihre Pläne manipulieren, nicht neu (allein von der klassischen „Invasion vom Mars“-Story gibt es mehrere Versionen), doch hier ist das Ganze recht solide in Szene gesetzt und auch (den Umständen entsprechend) recht spannend, mit einiger Action die sich sehen lassen kann und ganz guten Effekten.

    Das „es-ist-doch-noch-nicht-vorbei-nach-dem-es-eigentlich-schon-vorbei-ist“-like Finale ist genauso typisch wie unnötig. Sei’s drum.

    Erwähnenswert ist noch, dass die Vorlage für den Film einem Roman des bekannten SciFi-Autor Robert A. Heinlein entstammt, der auf diesem Weg auch schon die Vorlagen für „Starship troopers“ und „Red planet“ lieferte.

    Benotung: 7/10

    Passender Song: „Trust no one“ von MyBalloon
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  7. #127
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    123. Mission: Impossible III
    (Mission: Impossible III) USA/D 2006 R: J. J. Abrams

    (g. a. 2.1.2008)
    D: Tom Cruise, Ving Rhames, Philip Seymour Hoffman, Michelle Monaghan, Maggie Q, Jonathan Rhys Meyers, Billy Crudup, Keri Russell, Simon Pegg, Laurence Fishburne, Eddie Marsan, Bahar Soomekh, Jeff Chase



    B: Als Vorwort sei gesagt, dass ich den ersten Teil dieser Reihe der aufgemotzten TV-Altserie sehr mag, die Fortsetzung dagegen fand’ ich schrottig. Aber auf den dritten Teil habe ich mich dennoch gefreut, weil erste Ausschnitte und Berichte positiv wirkten.

    Nun, es ist vom ersten Teil gar nicht so weit entfernt, finde ich, wieder gibt es abenteuerliche Pläne, die halsbrecherisch in Szene gesetzt sind, mit ordentlich viel Action, netten Apparaturen und Gimmicks und wendungsreichem Inhalt. Sehr unterhaltend und mitreißend das. So weit die guten Nachrichten. Schlecht war, dass es wieder mal einen Maulwurf an oberster Stelle gibt. Es wurde zwar versucht diese „alte Geschichte“ durch weitere Twists aufzupolieren, aber das machte das Ganze nur noch schräger und verwirrender. Und dass Mr. Hunt mal wieder auf eigene Faust (von den loyalen Mitstreitern mal abgesehen) losmissioniert von Freund und Feind gejagt quasi, lässt es nicht wirklich zu einer Innovation werden.

    Lichtblicke sind Philip Seymour Hoffman, der den skrupellosen Fiesling erschreckend skrupellos und fies spielt; dazu die lieblichen Michelle Monaghan und Maggie Q. Auch Simon Pegg kann gefallen, und Ving Rhames ist wie immer der Fels in der Brandung für den Zuschauer und macht diesen Teil erst zu einem wahren M:I-Film.

    Schade war, dass die aus Serien bekannten Greg Grunberg und Sasha Alexander (ex-Navy CIS) in einer zu kurzen Anfangsszene „vergeudet“ wurden. Besonders Hero-Greg finde ich extrem sympathisch und wegen mir hätte er noch einige Male aufkreuzen können.


    „Du musst mich töten, sonst sterbe ich !“ Dieser Satz läutet dann allerdings den recht dämlichen Showdown ein. Ich will ja nicht mit Worten wie „Logik“ und „Wahrscheinlichkeit“ kommen... nicht bei so einem Film, bei dem der Reiz darin besteht, das Publikum zu unterhalten und gerade die nicht-alltäglichen Situationen das Salz in der Suppe sind, aber Ethan Hunt ist bereits handgestoppte 1 Minuten 12 Sekunden bewusstlos, bis die rein manuellen Wiederbelebungsversuche beginnen. Ethan Hunt’s Körper hat aber vorher bereits viele derbe Schläge hinnehmen müssen, die Reste einer einschläfernden Droge sind noch in seinem Kreislauf, ihm wurde ein Minisprengsatz in sein Hirn „geschossen“... nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wiederbelebung mit geringsten Mitteln und nach längerer Bewusstlosigkeit. Getoppt wird dies aber noch von der lächerlichen Art und Weise, wie die „Auferstehung“ inszeniert ist... noch kitschiger und peinlicher ging’s wohl nicht. Irgendwie schade.

    Edit: Mtlw. noch mal in Ruhe drüber nachgedacht und zu der Feststellung gekommen, dass die Zeit der Bewusstlosigkeit allein nicht unbedingt so dramatisch war... aber wie gesagt, im Hinblick auf die allgemeine Verfassung seines Körpers ist die Wahrscheinlichkeit einer Rettung doch geringer, aber andererseits ist er ja ein speziell ausgebildeter Spezial-Agent und außerdem soll es ja bestimmt auch mal 'ne Fortsetzung geben...


    „So ein schönes Auto...“ *kawooom*

    Benotung: 7,3/10

    Passender Song: „A place in China (heaven’s not)“ von Camouflage


    Ich frage mich...: Wäre es nicht vllt. realistischer gewesen, die Motorpanne im Herzen Roms nicht mit einem Lieferwagen der Marke Mercedes, sondern mit einem FIAT vorzutäuschen !? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies in Sachen Realitätsnähe kaum zu toppen ist. Andererseits wäre dann mglw. ein anderer Schlaubi-Schlumpf dahergekommen und hätte gesagt, dass DHL gar keine FIAT-Transporter einsetzt... ach, als Filmemacher hat man's nicht einfach heutzutage...

    Edit: Okay, alle Aufregung war umsonst… es gibt DHL-Transporter von FIAT… habe heute einen gesehen !
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  8. #128
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    124. Little miss sunshine
    (Little miss sunshine) USA 2006 R: Jonathan Dayton + Valerie Faris

    (g. a. 3.1.2008)
    D: Abigail Breslin, Greg Kinnear, Toni Collette, Steve Carell, Paul Dano, Alan Arkin, Beth Grant, Wallace Langham, Bryan Cranston, Julio Oscar Mechoso, Paula Newsome



    Winners don’t give up !

    B: Selten entließ eine Tragikomödie den Zuschauer am Ende mit so viel Goodfeeling, wie diese. Überhaupt, wer hätte gedacht, dass es jemals eine Tragikomödie dieser Art aus den U.S.A. gibt, mit soviel Tiefe ohne zu schwer zu werden, mit soviel Humor ohne übertrieben albern zu sein, in denen der traurigste Moment des Filmes durch eine eigentlich noch traurigere Situation jedoch wieder aus der Tiefe des Tals der Tränen herausgeholt wird, weil sie so absurd und unglaublich ist, dass man fast schon schmunzeln muss (minus mal minus gibt plus). Ich hätte dies nicht für möglich gehalten. Da muss doch wenigstens ein Brite an verantwortlicher Position gestanden haben... der Regisseur vllt. ... nein, die Regisseurin... auch nicht, der Drehbuchautor... njet... vllt. wenigstens einer vom Catering !?

    Schon die Eingangssequenz ist wirklich toll, insbesondere durch die musikalische Untermalung. Danach gipfelt der Film von einer lebensnahen Absurdität in die Andere und bietet bewegende, tragische und spaßige Momente in wunderbarer Rotation.

    Absolutes Highlight ist der Auftritt der kleinen Olive... „Superfreak“ !

    Man fragt sich nur, was hat sich der alte Herr nur dabei gedacht, als er ihr diese Choreographie beibrachte; er musste doch wissen, dass es sie in gewisser Weise lächerlich erscheinen lässt (in den Augen der Zuschauer und Juroren) und sie damit ihren Traum, das Ganze zu gewinnen, in den Sand setzt. Andererseits ging es ja, wie wir den ganzen Film über ermahnt werden, gar nicht um’s gewinnen. Und wohl ging er davon aus, dass sie so oder so keine Chance hat. Dann wenigstens ein Auftritt, der unvergesslich bleibt, dies hat er zweifellos geschafft.

    Man ahnte ja schon, dass der Schönheitswahn in den U.S.A. übertrieben ist; aber wenn man dann mal vor Augen geführt bekommt, wie unsagbar absurd das Ganze ist, wie die kleinen Mädchen schon in jungen Jahren, eigentlich der unbeschwerte und sorgenfreie Teil des Lebens, auf künstliche Barbie-Püppchen gezüchtet werden dass diese sogar dies als normal empfinden und dabei ihre Bestimmung sehen und dies dann wohl den Rest ihres Lebens nicht mehr loswerden und einem Kunstprodukt-Ideal nacheifern... das macht einen mehr als traurig.

    Einzig könnte man dem Film vorwerfen, dass er am Schluss zu gewollt auf Happy-End macht. Doch das ist nur auf den ersten Blick so. Die Probleme, die jeder einzelne der Truppe hat und die sehr existenziell sind, sind nach wie vor da, die nächsten Monate und Jahre werden für keinen happyhappyjoyjoy; doch wenigstens scheinen sie zueinander gefunden zu haben, zumindest haben sie sich angenähert, und dies ist dann auch die abschließende Botschaft des Filmes.

    Unnötig zu erwähnen, dass ausnahmslos alle 6 Hauptdarsteller auf ihre jeweilige Weise brillieren und man kann den Machern für diese Zusammenstellung nur gratulieren. Besonders sticht Steve Carell für mich heraus (natürlich ist Abigail Breslin der unumstrittene Star des Filmes, aber wie auch die „Kinderwette“ bei Wetten dass...? steht sie außer Konkurrenz mit dem Rest und bildet ihre eigene Kategorie). Steve Carell überzeugt hier mal nicht als „Clown“, sondern in einer ernsten Rolle, die dennoch ihre humorigen Highlights hat. Perfekt. Und auch Paul Dano ist eine Sondererwähnung wert.

    Benotung: 10/10

    Passender Song: “With a little help from my friends” von The Beatles

    Wir lassen keinen zurück !

    Ich frage mich...: 1. Wenn man wirklich mal über mehrere Monate nichts spricht, verkümmern die Stimmbänder denn dann nicht ?
    2. Wie ist das eigentlich, ist es eine Straftat, die Leiche eines nahen Familienmitglieds aus einem Krankenhaus „mitzunehmen“ ? Genauer gefragt, wem „gehört“ der Körper, rein rechtlich gesehen. Eigentlich den Erben, nehme ich an; er sich selbst (aber wer nimmt dann seine Recht wahr ?); oder dem Staat ?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  9. #129
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    125. Sieben
    (Se7en) USA 1995 R: David Fincher

    (g. a. 3.1.2008)
    D: Morgan Freeman, Brad Pitt, Gwyneth Paltrow, R. Lee Ermey, Kevin Spacey, Richard Roundtree, John C. Mc Ginley, Hawthorne James, Leland Orser, Julie Araskog, Richard Portnow, Michael Massee, Richard Schiff



    "He’s dead !", "Thank you doctor !"

    B: Zum x-ten mal gesehen, zum ersten Mal in der OF. Unbestritten wertet die OF den Film nochmals auf, allerdings, er hat schon 10/10, er ist schon meine Nummer eins... aber es wertet ihn insofern nochmals auf, als dass er nun nicht nur für die nächsten 100 Jahre auch die Nummer eins bleiben wird, sondern wenigstens 500 Jahre (muss das in meinem Testament baldmöglichst modifizieren).

    Die ganze Atmosphäre, das Düstere, die, nennen wir es mal Konfusion, der Streifenpolizisten an den Tatorten (mit dem ganzen Funkverkehr im Hintergrund) und die anderen kleinen Nebengeräusche, das kommt nun noch besser zur Geltung, als es das ohnehin tut. Die Wirkung potenziert sich. Dazu optimal passend der Score von Howard Shore, welcher die gefühlte Beunruhigung in den einzelnen Szenen noch verstärkt, ohne jedoch zu aufdringlich zu sein.



    Perfekt passt auch Morgan Freeman’s Original-Stimme; Kevin Spacey’s kurze aber prägnante Performance wirkt noch eindrucksvoller, und natürlich ebenso die Leistung von Leland Orser.

    Was macht diesen Film so faszinierend, so besonders für mich ? Es ist ein Stück weit sicher auch die Faszination des Grauens, der Blick in menschliche Abgründe. Denn wenngleich man die Taten von John Doe verabscheut, so kann man seine grundsätzlichen Gedanken doch in gewisser Weise nachvollziehen, ganz einfach weil er recht hat.



    Was soll ich großartig noch schreiben, wer den Film so sieht und versteht und empfindet wie ich, dem brauch ich nichts zu sagen; wer dies nicht tut, den werden meine Worte auch nicht überzeugen können, weil dann die grundsätzliche Bereitschaft fehlt, dieses Werk als das anzusehen, was es ist, und das kann dann auch nicht angelernt werden.

    "He’s the funniest guy I ever met !", "Really !?"

    Die Geschichte an sich, sowohl während des Schauens selbst als auch rückblickend betrachtet ist dermaßen groß und bedeutend; die filmische Umsetzung ist schlichtweg nicht mehr zu toppen; alles, wirklich alles ist gut - und zwar genau so wie es ist.



    Im Nachhinein sieht man sich deleted scenes an, alternative Enden, erfährt von ursprünglich geplanten Ideen und Besetzungsvorstellungen und beginnt erstmals zu glauben, dass es vllt. doch eine übergeordnete Macht gibt, die letztlich dafür sorgte, das alles genau so wurde, wie es letztlich ist, inclusive das berauschende und an Spannung nicht zu überbietende Finale. Ebenso die Besetzung, incl. der kurzen Neben(sprech)rollen.

    Meine Lieblingsszene ? Nun, es ist die, die in der ersten Sekunde beginnt und nach gut zwei Stunden endet ... ! Aber besonders beeindruckend finde ich zwei Einzelszenen: die in der Mills das enge Büro von Somerset übernimmt (mehr oder weniger); und als Somerset in der Bibliothek die Infos aus den Büchern zusammenstellt, während Mills zu Hause über dem Fall grübelt und dazu dieses herrliche klassische Musikstück; die Musik und der Schnitt sind grandios.



    Benotung: 10/10 mit Schleifchen

    Passender Song: „If you tolerate this your children will be next” von Manic Street Preachers

    "I like to speak to my lawyer please !"

    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #130
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    -Nachtrag-
    126. Pappa ante Portas
    (Pappa ante Portas) D 1991 R: Vicco von Bülow + Renate Westphal-Lorenz

    (g. a. 1.1.2008)
    D: Vicco von Bülow (aka. Loriot), Evelyn Hamann, Gerrit Schmidt-Foß, Inge Wolffberg, Dagmar Biener, Ortrud Beginnen, Hans-Peter Korff, Irm Hermann, H. H. Müller, Hans-Günter Martens, Katharina Brauren, Karl-Ulrich Meves, Elisabeth Goebel, Nikolaus Schilling, Charlotte Asendorf, Heinz Meier, Ludger Pistor, Gerda Gmelin, Alexander May, Gerd Dudenhöffer, Heinz Rennhack, Udo Thomer



    „Was machst du denn hier ?" - "Ich wohne hier!" - "Aber doch nicht um diese Zeit!"

    B: Am Neujahrstag zum wohl 4. Mal gesehen (übrigens immer in der OF *grins*). Nach wie vor eine tolle Komödie. Im Vergleich zu manch anderen deutschen Werken dieses Genres ist der Humor meist eher subtil, tiefgründig, niveauvoll, ohne zu übertrieben tiefsinnig zu sein, und das Erzählen der Geschichte wird durchgängig gehalten; was man von Loriot aber auch erwarten konnte. Dies alles vor dem Hintergrund einer doch eher ernsteren Thematik.

    Auch nach mehrmaligem sehen gibt es immer noch viele viele wunderbare Szenen und Situationen, bei denen man fast schon Tränen lacht oder doch wenigstens stark schmunzelt.

    "Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein"

    Natürlich lebt der Film auch von den vielen skurrilen Rand- und Nebenfiguren, die den täglichen Wahnsinn skizzieren und perfekt gespielt werden. Die kleinen Macken sind vllt. in der Fülle übertrieben um den Realismus-Level auf 100% zu halten, aber darüber kann man getrost hinwegsehen.

    Im Übrigen beweisen auch alle Darsteller ein enorm gutes Timing und schauspielerisches Können, was besonders in einer Komödie von großer Wichtigkeit ist. Doch dies ist wohl auf die extreme Disziplin und penible Detailgenauigkeit von Regisseur und Hauptdarsteller Loriot zurückzuführen. Und gerade die kleinen Details machen das Besondere aus, als Beispiel sei nur das Knirschen der Lederjacke des (auch von Loriot dargestellten) Dichters Lothar Frohwein erwähnt („Krawehl Krawehl !“).

    „Der Hund liegt hier wirklich sehr ungünstig."

    Einerseits schade, dass uns Loriot nur zwei Kinofilme beschert hat, doch wie andere Beispiele mehr als deutlich zeigen (Gruß an Otto W.) ist weniger manchmal mehr.

    Jedenfalls ein Film, den man sich immer wieder anschauen kann, ohne den Spaß daran zu verlieren.

    "...80 erlebte Jahre, von denen wohl die 47 Ehejahre die schönsten waren..." - "Das ist mir neu!“



    Benotung: Aufwertung auf 8,75/10

    Passender Song: „Help the aged“ von Pulp

    Ach... !
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

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