118. Ich, du und der Andere
(You, me and Dupree) USA 2006 R: Anthony + Joe Russo
(g. a. 29.12.2007)
D: Matt Dillon, Owen Wilson, Kate Hudson, Michael Douglas, Seth Rogen, Amanda Detmer, Ralph Ting, Bill Hader, Todd Stashwick, Jason Winer
B: Es gibt wohl kaum ein Genre, bei dem das Gelingen des Filmes für einen einzelnen, individuellen Konsumenten so sehr vom Sympathiegefühl der Darsteller abhängig ist, wie Komödien. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Geschichten meist wenig Tiefgang haben, selbst simpelste Billig-Zoten bringen einen, wenn man eben grad in entsprechender Stimmung ist, zum Lachen, dass es einem am Tage des jüngsten Gerichtes nur noch peinlich wäre. Aber das Leben ist viel zu kurz um es mit ernstem Scheiß zu verplempern... dann doch lieber 90 bis 100 Minuten spaßige, kurzweilige Unterhaltung; mal mit mehr Tiefgang, mal mit weniger.
Und so waren die Startvoraussetzungen für diesen Film schon mal erheblich vorbelastet, denn Matt Dillon und Owen Wilson gehören nicht unbedingt zu meinen Favoriten. Doch man sollte solcherlei Vorurteile unterdrücken und jedem Film einfach eine Chance geben und sehen was geschieht.
Aber ob es nun daran lag oder nicht, trotz einiger mittelmäßiger und teilweise guter Lacher, springt der Funke auf mich nicht über.
Vielleicht weil der Film neben dem reinen und typischen Komödien-Verlauf ab etwa der Mitte auch eine ganz andere Schiene befährt. Das Thema um die Aufgabe der Leichtigkeit der (bei Männern oft bis Mitte/Ende 20 andauernden) Jugendzeit, die Aufgabe von eigenen Träumen zu "Gunsten" eines "ordentlichen Lebens", um vor dem Vorgesetzten (der dummerweise auch noch der Schwiegervater ist...) zu kuschen und die Erwartungen, die das Umfeld an einen haben, zu erfüllen. Und auf der anderen Seite sieht man einen Mann, der trotz fortgeschrittenen Alters dieses leichte Leben, jenseits jeglicher Verantwortung für sich und andere, nicht aufgegeben hat, nicht aufgeben will, vllt. sogar nicht aufgeben kann. Er lebt für den Moment und für den Augenblick, sich nicht darum scherend, was morgen ist... Zwei Grundanschauungen prallen aufeinander und es kommt zu „Explosionen“, besonders dann, wenn einer versucht in die Welt des Anderen einzutreten.
Der Umstand dieser Überlastung des reinen Komödienthemas mit dieser Lebens- und Sinnfrage scheint einerseits der Grund zu sein, weshalb der Film nicht die Meisterschaft gewinnt und gleichzeitig der Grund, weshalb er nicht absteigt, er ist die Hertha BSC der Komödien-Liga.
Eine große Massentauglichkeit kann man dem Film wahrlich nicht bescheinigen, denn für das reine stupid-komödiantisch-unterhaltenwerden-möchte-Publikum ist er zu tiefgründig; für das Hochschulabschluss-HausinderbestenGegendderStadthabende-Publikum ist er zu zotig und niveauarm. Sollte er das Publikum ansprechen, das ein Zwitterwesen aus beidem ist, so kommt er vielleicht zu früh.
Positiv hervorzuheben ist Seth Rogen, dessen Rolle und seine Interpretation neben „Altmeister“ Michael Douglas das darstellerische Glanzlicht des Filmes darstellt; die offensichtlichen aber doch subtilen Versuche des Schwiegervaters seinen Schwiegersohn runterzumachen sind schon klasse und wirken Mr. Douglas auf den Leib geschrieben zu sein.
All-time-Highlight des Filmes ist allerdings KATE HUDSON in UNDERWEAR !!! *standingovation*
LanceNess !
Benotung: 6,5/10
Passender Song: „3 is family“ von Dana Dawson


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