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Thema: Why so curious ?

  1. #131
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    127. The good cop
    (Den gode strømer) DK 2004 R: Lasse Spang Olsen

    (g. a. 3.1.2008)
    D: Kim Bodnia, René Dif, Nicolas Bro, Jens Okking, Iben Hjejle, Thomas Bo Larsen, Nikolaj Coster Waldau, Robert Hansen, Kenneth Carmohn, Rikke Louise Andersson, Laura Drasbæk, Helle Fagralid, Kjeld Nørgaard, Slavko Labovi?, Earth Reeves, Christian Friis, Lene Tiemroth



    B: Wieder einmal ist ein Rudel Dänen losgelassen um einen wahnwitzigen Plan auszuführen, dabei wird die Naivität nur noch von der Stümperhaftigkeit übertroffen. Doch zum Glück haben sie Rückendeckung in Form des „Strømers“ Jens (Bodnia).

    Natürlich geht der Plan schief, sie erwischen den falschen Container, ihr Anführer Thomas (Dif, Sänger der Popgruppe Aqua) erleidet einen heftigen Schlag mit Amnesie als Folge.

    Schließlich läuft (erwartungsgemäß) alles aus dem Ruder, und so hat man mehr oder weniger gesprächsbereite „Geschäftspartner“ aus China, Jamaika, Lettland und Serbien an den Hacken, die Kopenhagener Polizei nebst Spezialeinsatzgruppe gibt es als Zugabe noch oben drauf.

    "This is not Norway !"

    Vom Prinzip her, knüpft der Film an die bewährten Muster der früheren Spang Olsen-Filme an („In China essen sie Hunde“, „Old men in new cars“), doch im Gegensatz zu den Vorgängern ist dieser hier eher ernst. Waren die Vorgänger noch von einer humorigen Leichtigkeit getragen, ist dies der (für meine Begriffe) eher gescheiterte Versuch eines soliden Thrillers. Zwar gibt es auch hier witzige und spaßige Momente, abstruse Einfälle und kleine Besonderheiten die das Ganze merklich auflockern, doch eine harte Linie ist nicht zu leugnen.

    Freude wird dies den Action-Fans bereiten. Wenngleich der Film Vergleiche mit den guten Vertretern jenseits des großen Teiches lieber nicht eingehen sollte, denn da wäre er unterlegen, bietet er für europäische Verhältnisse doch einiges.

    Höhepunkt des Wahnwitzes ist als Jens seinen Kollegen weiß machen will, dass die größte kriminelle Gefahr für das kleine Königreich von Deutschland ausgeht, weil die zahlreichen von Deutschen genutzten Ferienhäuser nur Tarnung sind und hinter allem die "gefürchtete deutsche Drogenmafia" steckt... einfach herrlich überzeugend vorgetragen.


    Um meinen Bildungsauftrag nicht ganz zu unterschlagen darf ich noch anmerken, dass „strømer“ in Dänemark die etwas abfällige Bezeichnung für einen Polizisten ist, vergleichbar mit unserem „Bulle“.

    „Ihr sollt mich doch nicht schlagen!“

    Benotung: 7/10

    Passender Song: „Container love“ von Phillip Boa
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  2. #132
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    128. Lilja 4-ever
    (Lilja 4-ever) S/DK 2002 R: Lukas Moodysson

    (g. a. 3.1.2008)
    D: Oksana Akinshina, Artjom Bogucharskij, Lilija Shinkarjova, Ljubov Agapova, Pavel Ponomarjov, Elina Benenson, Tomasz Neuman, Anastasija Bedredinova



    B: Kaum zu glauben, dass dieser Film von dem Regisseur ist, der „A hole in my heart“ verbrochen hat. Aber der Schwede Moodysson beweist hier, dass er durchaus in der Lage ist, harte menschliche Schicksale gekonnt und glaubhaft darzustellen. Dazu sind nicht mal großartige filmtechnische Tricks notwendig. Vermutlich hatte er es noch nie so einfach, eine geeignete Location zu finden.

    Selten fiel es mir nach einem Film so schwer, eine entsprechende „Kritik“ zu Papier zu bringen. Nicht weil der Film besonders brilliant oder besonders schlecht war, dann wäre es ja einfach. Insofern könnte man das Werk als überaus gelungen bezeichnen, denn er wird von mir letztendlich nicht mehr als Film wahrgenommen, den man sich zum Zeitvertreib ansieht, danach kurz seine Meinung dazu niederschreibt und alsbald zur Tagesordnung übergeht. Ich will damit alle anderen bisher gesehenen Filme nicht abwerten, aber dies scheint mir der einzige Ausweg aus der misslichen Lage. Ähnlich wie ich auch keine Nachrichten-Reportage über ein x-beliebiges Unglück in der Welt „bewerten“ könnte.

    Jedenfalls ein sehr an die Nieren gehendes Drama, welches erschreckend lebensnah scheint und zwei beeindruckend „spielende“ Hauptdarsteller aufbietet.

    Sehr nachhaltig im Kopf bleibt eine der wenigen Szenen, in denen Lilja für einen Moment glücklich scheint: nachdem sie ihren Körper das erste Mal verkauft hat, hat sie genug Geld um im kleinen Lebensmittelladen richtig einzukaufen, dabei sieht man ihr die Freude wahrlich an und der Blick in Richtung Kassiererin scheint zu sagen „so du ***, jetzt schauste blöd !“

    Besonders nahegehend ist natürlich auch die Todessehnsucht des kleinen Valodja. Wenn ein Kind soweit ist, den Tod als Befreiung zu sehen, das spricht schon Bände.

    Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie vielen Mädchen und Frauen ein solches oder vergleichbares Schicksal bereits wiederfahren ist und man schämt sich fast dafür, ein Mann zu sein.

    Benotung: 8,5/10

    Passender Song: - (Der optimal passende Titel ist bereits Teil des Filmes)

    PS: Dieser Film bricht in vielerlei Hinsicht die üblichen Konventionen. So habe ausnahmsweise ich mal eine Namens-Frage: Kann es sein, dass Valodja die Koseform von Vladimir ist !?
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  3. #133
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    129. Pusher II - Respect
    (Pusher 2) DK 2004 R: Nicolas Winding Refn

    (g. a. 4.1.2008)
    D: Mads Mikkelsen, Leif Sylvester Petersen, Øyvind Hagen-Traberg, Anne Sørensen, Kurt Nielsen, Maria Erwolter, Karsten Schrøder, Zlatko Buri?, Slavica Kneževi?, Dan Dommer, Jesper Salomonsen, Lotte Wenkens



    B: Die Fortsetzung des zur Produktionszeit acht Jahre älteren Vorgängers beginnt mittendrin im (Knast)leben von Tonny, den wir schon vom ersten Teil kennen (aus dem er dann aber nach kurzer Laufzeit entlassen wird). Ansonsten sind die wichtigsten Personen nahezu komplett ausgetauscht, von einem kleinen Gastauftritt von Milo mal abgesehen (JAA ! Er hat Franke gesagt !!!). Auch ist das Intro übernommen worden, was sehr gut ist, denn dieses gefällt einfach sehr; obwohl oder vllt. gerade weil es relativ einfach gehalten ist, dafür aber auch sehr wirkungsvoll.

    Mit Ausnahme von Mikkelsen und Petersen handelt es sich bei den Hauptpersonen durchweg um Schauspiellaien, welche extra für den Film, quasi von der Straße, gecastet wurden. Dies gibt dem Film das, was ihn ausmacht, die Authentizität. Dazu trägt auch bei, dass er auf große Dinge verzichtet, es gibt keine wirren Gewalt-Orgien, keine übertrieben-dilettantischen Coups, keine großen Humormomente (höchstens der ein oder andere unfreiwillige), und selbst unnötige Exzesse in sexueller Richtung bleiben glücklicherweise aus, um den Vorwurf eines Geifer-Voyeurismus gar nicht erst aufkommen zu lassen; sicherlich sind Sprache und manche Bilder sehr direkt und nicht für das ZDF-Vormittagsprogramm geeignet, aber er rutscht zu keinem Zeitpunkt total ab und da sich manch ein Film diesbezüglich auch schon heftig vertan hat, sollte dieser Fakt nicht unerwähnt bleiben.

    Es ist schon seltsam, obwohl ich gerade das teilweise Überdrehte bei z. B. „Old men in new cars“ so sehr mochte, kann ich auch mit diesem realen Geschehen sehr viel anfangen. Es kommt eben nicht nur darauf an was man isst, sondern wie es zubereitet wird.

    Am Besten kann man den Film und seine „Handlung“ mit den Worten des Regisseurs Winding Refn beschreiben: „Die Pusher-Filme handeln nicht von Kriminalität, sondern von Menschen in einem kriminellen Umfeld!“ Und so kann man schon erahnen, dass keine Taten sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Dabei wird besonders das Leben von Tonny unter die Lupe genommen, und dies bietet viel Stoff, um die knapp 1 ½ Stunden zu füllen. Auf den ersten Blick ist er ein Mensch der sich kaum um Andere schert, der lügt und angibt. Doch ihm wird das Leben auch nicht gerade auf dem Silbertablett serviert und so muss er immer wieder einstecken, meist mehr psychisch als physisch, aber die meisten physischen Wunden heilen irgendwann... Man kann nun die „Was-war-zuerst“-Frage stellen: Huhn oder Ei ?; Ficken oder gefickt werden ? (um mal im Gangster-Slang zu bleiben). Nun, dies bleibt offen, da kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden.

    Das „Spiel“ von Mads Mikkelsen ist schlichtweg grandios. Punkt. In einer halbwegs ernstzunehmenden Aufzählung wandelbarer Darsteller darf sein Name nicht mehr fehlen, dazu reichen allein seine Auftritte in den Pusher-Filmen, Adams Äpfel und Casino Royale. Alles andere was noch wahr und noch kommen wird ist nur noch Zugabe.

    „Man stiehlt keinen Ferrari ohne Bestellung !“

    Benotung: 8,5/10

    Passender Song: „Hvem vil danse denne nat“ von TV-2
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  4. #134
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    130. Open hearts
    (Elsker dig for evigt) DK 2002 R: Susanne Bier

    (g. a. 4.1.2008)
    D: Mads Mikkelsen, Sonja Richter, Nikolaj Lie Kaas, Paprika Steen, Stine Bjerregaard, Birthe Neumann, Niels Olsen, Ulf Pilgaard, Ronnie Hiort Lorenzen, Pelle Bang Sørensen, Anders Nyborg, Ida Dwinger, Philip Zandén



    B: Filmische Liebesdramen und ich, das ist schon eine Geschichte für sich, allerdings eine Kurzgeschichte, ohne Happy-End. Dennoch wollte ich mir dieses hier nicht entgehen lassen.

    Der Film lädt sich ganz schön viel an menschlichem Drama auf. Und er steht mehrfach auf der Kippe, unter der Last zusammenzubrechen, doch letztendlich erreicht er annähernd unbeschadet das Ziel.

    Auch hier ist Authentizität das Zauberwort, denn die Darstellung wirkt wie mitten aus dem Leben gegriffen, ohne allzu pathetisch oder schnulzig zu werden. Dies wird durch den Umstand, dass der Film unter den Dogma-Regeln entstanden ist, noch verstärkt.

    Schön war das Bild, als die beiden „Sünder“ einen Apfel verspeisten, als Symbol für den „Sündenfall“, oder interpretiere ich hier mehr hinein, als eigentlich da ist !? Nun, Filme die Raum für solche Interpretationen lassen, sind ja das Schlechteste nicht.

    Großes Gefühlskino also, und auch wenn mich der Film nicht ganz auf die Seite seines Genres ziehen kann, so kann ich ihn denen, deren Herzen offen für diese Thematik sind, nur wärmstens an selbige legen (zarte Gemüter sollten die Großpackung Taschentücher in Reichweite haben). Nicht unerwähnt bleiben soll, dass auch einige humorige Stellen dabei sind; bittersüß das Ganze also, wie das Leben nun mal ist.

    Darstellerisch auch wieder eine bemerkenswerte Leistung von Mads Mikkelsen, diesmal in einer ganz anderen Rolle als man ihn schon gesehen hat... in einer ganz ganz anderen, doch auch diese meistert er bravourös. Daneben kann vor allem Paprika Steen glänzen.

    Benotung: 7,5/10

    Passender Song: „What’s love got to do with it” von Tina Turner
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  5. #135
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    131. Departed - Unter Feinden
    (The departed) USA/HK 2006 R: Martin Scorsese

    (g. a. 6.1.2008)
    D: Leonardo di Caprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Martin Sheen, Ray Winstone, Vera Farmiga, Alec Baldwin, Anthony Anderson, Mark Rolston, Kevin Corrigan, James Badge Dale, David O’Hara, Robert Wahlberg



    B: Von Ratten und Maulwürfen

    Vorwort: Muss vorausschicken, dass ich „Internal affairs“ nicht gesehen habe und so möchte ich diejenigen bitten, die beides kennen, nicht allzu streng mit mir zu sein, wenn ich etwas loben sollte, was sich im Hinblick auf das Original relativiert oder was in Kenntnis dessen dieses Remake schlechter aussehen lässt. Ich kenne eben nur diesen Film (bislang) und kann daher auch nur das bewerten, unbeeindruckt von allem anderen.

    Martin Scorsese hat seine Heimat verlassen. Wohl kaum ein anderer Regisseur hat dem „Big Apple“ so viele filmische Denkmale gesetzt wie er und dabei die sonnigen und schattigen Seiten der Metropole aufgezeigt wie er, vllt. abgesehen von Woody Allen (wobei dort viel häufiger die Sonne schien, welche zwar in diverse Neurosen gezwängt war, aber sie schien wenigstens...). Doch während sich seit 9-11 viele Regisseure auf New York fokussieren, wendet er sich davon ab, aber nicht im Zorn, sondern wohl um einen neuen Rahmen zu finden. Dieser hält nun das Stadtbild von Boston, und so taucht der Zuschauer diesmal nicht in die Strukturen italienischer Mafia-Banden ein, sondern in die Viertel mit überwiegend irischstämmiger Bevölkerung. Doch egal ob die Figuren Corleone, Santoro oder eben Sullivan und Costigan heißen, letztendlich gilt das raue Gesetz der Straße, auf deren Schilder u. a. „Gewalt“, „Kriminalität“, „Loyalität“ und „Verrat“ stehen.

    Allerdings gibt es die klassische gut-gegen-böse-Story diesmal als gut-gegen-böse-und-gut-bei-den-bösen-gegen-böse-bei-den-guten-Story... Verwirrung ? Nein, trotz einer kurzen Anlaufzeit wer denn nun was genau ist und mit wem er wie in Verbindung steht scheint die Story logisch und rund zu sein. Wobei letztendlich jeder ordentlich austeilt und einsteckt, egal auf welcher Seite er ist oder auf welcher Seite er vorgibt zu sein.

    Die Moral von der Geschicht scheint auch zu sein, dass man der einflussreichste Mafia-Pate einer Stadt sein kann, man hat sicher ein sehr gutes Leben, aber trotz allem nicht die Gewissheit, dieses lange auskosten zu können, zwar ist dies nicht der Hauptaspekt des Filmes, aber mir kam diese Erkenntnis während dem Sehen. Auch scheint man sich, besonders in dieser Welt, nicht dagegen auflehnen zu können, in welches Umfeld man geboren wird und muss sein Leben lang damit klarkommen, auch wenn kaum darauf eingegangen wird, ob und in welcher Weise dies von den beiden "Maulwürfen" versucht wurde.

    Die Bilder sind oft sehr schön und die Geschichte an sich ist hervorragend dargestellt. Einzelne Dialoge sind sehr beeindruckend inszeniert und dargeboten. Natürlich muss man Nicholson und di Caprio besonders hervorheben. Zwar kann man Nicholson vorwerfen, er spiele nicht wirklich innovativ, aber darum geht es ja nicht, der Punkt ist, dass er den fiesen Gangsterboss einfach brillant-böse spielt (man wirft van der Vaart ja auch nicht vor, dass er seine schönen Freistöße immer auf die gleiche Art verwandelt...). Leo hat mich auch positiv überrascht, da ich ein so intensives Spiel nicht unbedingt erwartet hatte. Matt Damon stinkt dagegen jedenfalls ganz schön ab, auch wenn man zu seiner Verteidigung wohl bedenken muss, dass seine Rolle auch weniger Raum für geniales Spiel ließ, als die von di Caprio. Wahlberg und Baldwin hatten sicherlich den meisten Spaß beim Dreh, denn sie dürfen fluchen und wüten und scheiße drauf sein, sich an die Eier packen und manch „schlimme“ Worte sagen, für die sie in einigen strengen Bundesstaaten vllt. verhaftet werden würden.

    Wer Filme mit handfester Gewalt mag, wird hier befriedigt werden, die „Effekte“ bei den diversen Tötungen waren recht beeindruckend, nichts für ganz zarte Gemüter, wenngleich es nicht unnötig gewaltexszessiv ist, es passt eben zum Thema und zur Geschichte.

    Was nun weniger gefiel war z. B. der für mich übertrieben wirkende Zufall mit der Polizeipsychologin.

    Roundabout ein wirklich sehenswertes und einen teilweise in seinen Bann ziehendes Mob-Movie mit Ratten und Maulwürfen aber mit ohne Katzen (dafür Katz- und Maus-Spielchen), bei dem der besondere Clou durch das für den Zuschauer immer wieder spannende Versteckspiel der beiden Hauptakteure zustande kommt, welches auch nach dem offiziellen Ende des Falles bei weitem nicht vorbei ist.

    „Keine Wäsche ohne Abholschein !“

    Benot.: 8,5/10

    Pass. Song: „Would I lie to you?“ von Eurythmics
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  6. #136
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    132. Déjà vu - Wettlauf gegen die Zeit
    (Deja vu) USA 2006 R: Tony Scott

    (g. a. 6.1.2008)
    D: Denzel Washington, Val Kilmer, Adam Goldberg, Elden Henson, Erika Alexander, Paula Patton, James Caviezel, Bruce Greenwood, Matt Craven, Enrique Castillo



    B: Von Wurm- und Logiklöchern

    Endlich lernen wir mal wieder eine neue ganzganzwichtige US-Behörde bzw. Institution kennen, die sich durch ihre Wichtigkeit und die Tatsache einer schnieken Abkürzung auszeichnet. Nach FBI, CIA, CSI, NCIS, NTSB, NSA, NCS, DIA und HS ist es diesmal also das ATF; das Amt für (bzw. gegen) Alkohol, Tabak, Schusswaffen und (neuerdings) Sprengstoffe... SWAT ! Dieses ist Hauptsächlich für (bzw. gegen) den Schmuggel selbiger Dinge verantwortlich und operiert so vornehmlich an den vielen Küstenstädten der U.S.A. (man darf nun rätseln ob die Wahl des Handlungsortes New Orleans nur deswegen gewählt wurde oder doch auch um auf die schlimmen Folgen von Wirbelsturm Katrina hinzuweisen bzw. diese nicht in Vergessenheit geraten zu lassen). Im Übrigen stellen diese Dinge (also Alkohol, Tabak und Feuerwaffen), wie der Attentäter Oerstadt so richtig bemerkt, wohl die Grundbedürfnisse eines Mannes dar, woraufhin Agt. Carlin zwar noch an eine weitere wichtige Sache denkt (der Zuschauer auch), sie aber nicht direkt ausspricht... naja, ist ja immerhin Angehöriger einer wichtigwichtigen US-Behörde, da darf man zwar Leute über den Haufen schießen aber nicht "schmutzige" Sachen sagen.

    Doch warum so bitterböse... der Film ist doch gar nicht so schlimm wie es diese ironische Einleitung glauben machen will... naja, erstens nehme ich auch vor guten Filmen kein Blatt vor den Mund wenn sich die Gelegenheit eines Spaßes ergibt und außerdem wollte ich den Leser auf eine falsche Fährte locken... ganz so wie der Film stellenweise... hach, wie bin ich doch gewitzt.

    Doch warum so bitterböse... der Film ist doch gar nicht so schlimm wie es diese ironische Einleitung glauben machen will... naja, erstens nehme ich auch vor guten Filmen kein Blatt vor den Mund wenn sich die Gelegenheit eines Spaßes ergibt und außerdem wollte ich den Leser auf eine falsche Fährte locken... ganz so wie der Film stellenweise... hach, wie bin ich doch gewitzt.

    Oha - Déjà vu - wobei wir beim Thema wären, bzw. auch wieder nicht, denn ein wirkliches Déjà vu gibt es nur ganz kurz am Ende des Filmes und man muss schon genau aufpassen, um es zu erkennen.

    Im Großen und Ganzen ein recht packender Thriller mit einigen guten Action-Szenen. Highlight wohl die Verfolgungsjagd, welche sich über zwei Zeitabschnitte erstreckt... nachdem ich der Meinung war, spätestens nach der „Hubschrauber-verfolgt-Hubschrauber-in-einem-Feld-voller-Windkrafträder“-Szene bei M:I III nun alles aus dieser Sparte gesehen zu haben wurde ich prompt eines Besseren belehrt. Denzel Washington spielt gewohnt ordentlich, der Rest jetzt nicht so umwerfend, aber darum ging es ja auch nicht... die Szenen mit den Technik-Freaks sind tlw. ganz spaßig und so einige gute Sprüche sind dabei. Die technischen Spielereien bzw. die entsprechende Umsetzung ist auch ganz ordentlich gelungen.

    Über die Wahrscheinlichkeit und Realitätsnähe von Zeitreisen im Allgemeinen und von den Abfolgen und womit was geändert wird und wie sich dies auswirkt und ... *tilt* ... sollte man besser nicht so viel nachdenken, auch wenn es sicher sehr interessant ist, aber man wird zu keinem befriedigenden Ergebnis kommen und sich höchstens irgendwann in eine Anstalt einliefern lassen müssen (dort lernt man dann aber vllt. wenigstens eine weitere wichtige Institutions-Abkürzung kennen...). Allerdings erscheint es doch etwas zweifelhaft, dass Denzel etwas schafft, was ein Hamster nicht schaffte (btw: Tierversuche sind Scheiße !). Aber der possierliche Nager hatte wohl auch nicht den „Belebt-mich-wieder“-Schriftzug getragen. Dieser war aber natürlich sehr wertvoll, sonst hätten die Ärzte und Schwestern gar nicht gewusst, was sie bei einer Person mit Herz-Kreislaufstillstand zu tun gehabt hätten...

    So, genug geschimpft, wenn das mit den Vergangenheitsreisen mal funktioniert gehe ich auch noch detaillierter auf die guten Seiten ein und implantiere dies dann in der Vergangenheit hier rein... oder so.

    Benot.: 7/10

    "War eine schlechte Woche um mit dem Kiffen aufzuhören"

    "Dann erkenn' ich meine eigene Handschrift und das Universum implodiert"

    Pass. Song: „Wer hat an der Uhr gedreht ?" von (?)
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  7. #137
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    133. Botched
    (Botched) GB/IRL/USA/D 2007 R: Kit Ryan

    (g. a. 10.1.2008)
    D: Stephen Dorff, Sean Pertwee, Jamie Foreman, Russell Smith, Jaime Murray, Geoff Bell, Hugh O’Conor, Bronagh Gallagher, Edward Baker-Duly, Norma Sheahan, Gene Rooney



    B: Dumm gelaufen. Dieser Ausdruck passt in vielfacher Weise zu diesem Film. Zum einen, weil bei dem Helden des Filmes ziemlich viel daneben geht, dann weil die Protagonisten ziemlich viel laufen und einige ihrer Handlungen recht idiotisch sind und letztlich weil der Film auch nicht ganz das hält, was er hätte halten sollen/können. Vllt. bin ich auch mit einer zu großen Erwartungshaltung ran gegangen, ohne genau lokalisieren zu können, woher dies rührte.

    Naja, er ist auch schon sehr unterhaltsam, was vor allem an den teils schrägen Figuren und ihrem Handeln liegt. Auch fließt und spritzt und sickert und tropft reichlich Blut und es bleibt doch in einem verträglichen Rahmen und der Spaß kommt auch nicht zu kurz, aber irgendwie habe ich das Gefühl dass da etwas fehlt, dass eine solide Grundidee nicht ihr volles Potenzial ausschöpft. Kann jetzt aber nicht festmachen, was genau man hätte hinzufügen oder weglassen sollen, vllt. hätten 9 von 10 Regisseuren den Film schlechter gemacht.

    Es scheint nicht ganz rund zu sein und einige Fragen bleiben offen und an einigen Szenen bleibt man skeptisch (seltsam z. B. dass offensichtlich jeder ein Fläschchen Benzin dabei hat, wenn er grad ein’s braucht...). Auch braucht es eine Weile, bis das Ganze richtig in Fahrt kommt.

    Positiv war das Verhalten des Killers, der diesmal eben auch einstecken muss und auch nicht so perfekt und intelligent ist. Auch war der Film recht spannend und nervenaufreibend teilweise, wenn auch durch viel schwarzen Humor aufgelockert. Außerdem war Jaime Murray ein schöner Augenschmaus.

    Sehr schön war auch der Kontrast zwischen dem sonnigen High-Society-Ort an der Côte d´Azur und dem frostigen und grauen Moskau (wenngleich überall Gefahren lauern...).

    Absolute Lieblingsszene ist, als Ritchie und Peter ihren Geiseln erklären, das alles in Ordnung ist und der „befreiten“ Geisel nichts passiert sei, während der Kopf dieser Person im Hintergrund von einer aufdringlichen Ratte durch den Flur gezogen wird... *brüll*

    Benotung: 7/10

    Passender Song: „Moskau“ von Rammstein
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  8. #138
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    134. Slither – Voll auf den Schleim gegangen
    (Slither) USA/CAN 2006 R: James Gunn

    (g. a. 10.1.2008)
    D: Nathan Fillion, Elizabeth Banks, Gregg Henry, Michael Rooker, Tania Saulnier, Don Thompson, Brenda James, Haig Sutherland, Jenna Fischer, Ben Cotton



    B: Über die Wirkung von Filmen und möglichen Spätfolgen wird ja reichlich und kontrovers diskutiert. Hier kann man sehen, was bestimmte Filme bewirken können. Denn James Gunn, der hier im Regiestuhl saß, ist mit den Horrorfilmen der mittleren 80er und frühen 90er aufgewachsen. Daraus erwachsen ist nun dieser Film, der das Genre als solches sicher nicht neu erfindet, ganz im Gegenteil, sehr bewusst scheint man auf gewohnte Grundgerüste und Handlungsverläufe zurückzugreifen. Im Übrigen sind viele der Personennamen sowie Bezeichnungen der Straßen und Firmen Anspielungen auf bekannte Horror-Regisseure oder Teile aus Horror-Filmen, wobei man da wohl erst bei einer zweiten Sichtung draufstößt; wäre es bei den DVD-Boni nicht extra erwähnt worden, wäre das Meiste an mir vorbeigegangen.

    Doch da es eben verdammt schwer ist, das Rad neu zu erfinden, ist es doch besser man ist sich dessen bewusst und versucht es also erst gar nicht sondern baut eine möglichst kundenfreundliche und besondere Karosserie drum herum. Und genau mit diesem Ansatz scheinen die Macher, allen voran James Gunn, an dieses Projekt herangegangen zu sein und es scheint absolut gelungen.

    Die Charaktere und einige Sprüche und Dialoge sind einfach zum Kreischen komisch und es ist ein großes spaßiges Vergnügen. Selbst die meisten Kills (teils überraschend deftig und meist sehr blutig) sind mit absichtlicher oder unfreiwilliger Komik unterlegt, so dass man sich gar nicht satt sehen kann. Erwähnenswert ist auch die Bandbreite, und auch wenn vieles an bereits bekannte Filme erinnert, in der Mischung und der Art dürfte der Film relativ alleine dastehen.

    Außerdem bietet er insoweit neues, als dass das außerirdische „Monster“ nicht einfach nur als abgrundtief böse dargestellt wird, sondern es äußert auch Anhaltspunkte für so etwas wie ein Gewissen und versucht sich zu rechtfertigen, dass es dies alles einfach nur tut um zu überleben, so wie es jedes andere Geschöpf auf unserem (und mgl. anderer) Planeten auch tut. Auf diese Schiene wird man bereits am Anfang gesetzt, als im Schulunterricht Darwin und seine Theorie von der Durchsetzung des Stärkeren erwähnt wird.

    Die Hauptdarsteller sind allesamt gut zusammengestellt und scheinen genau die richtigen für ihre Rollen und für diesen Film zu sein. Nathan Fillion den ich schon seit der Serie „Ein Trio zum Anbeißen“ in meinen erweiterten Favoriten-Kreis aufgenommen habe und der dies seit „Serenity“ bestätigt hat, rückt hoffentlich mit diesem Film noch etwas auf in der Gunst und Aufmerksamkeit der Zuschauer, wenngleich dies wohl kein großer Massen-Film ist.

    Sehr positiv aufgefallen ist mir auch die Tricktechnik bzw. die Effekte, sehr häufig fragte ich mich „wow - wie machen die das bloß...“, sehr beeindruckend.

    Nichts für zarte Gemüter, Genre-Fans jedoch werden begeistert sein.

    Aber eines muss ich noch anmerken, ich schätze mal, das war das letzte Mal, dass ich mir deleted scenes angeschaut habe, denn fast jedes Mal ärgere ich mich darüber, wenn einzelne Szenen letztlich nicht im Film enthalten waren. So ist auch hier eine extrem spaßige Szene unterschlagen worden, die jedoch locker zu den top-5-Gags gehören würde... I can’t understand...

    "Where is the Mr. Pibb? I told your secretary to pack Mr. Pibb. It's the only Coke I like. Goddamn Brenda exploding like a water balloon, worms driving my friends around like they're goddamn skin-cars, people are spitting acid at me, turning you into cottage cheese, and now there's no fucking goddamn Mr. Pibb?"

    Benotung: 8/10

    Passender Song: „The hunt“ von New Model Army
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  9. #139
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    135. Death proof - Todsicher
    (Death proof) USA 2007 R: Quentin Tarantino

    (g. a. 11.1.2008)
    D: Kurt Russell, Sydney Tamiia Poitier, Vanessa Ferlito, Jordan Ladd, Rosario Dawson, Tracie Thoms, Zoe Bell, Mary Elizabeth Winstead, Eli Roth, Omar Doom, Jonathan Loughran, Marley Shelton, Nicky Katt, Michael Parks, James Parks, Quentin Tarantino



    B: For the boys... oder: wie man einen Film erfährt

    Wo soll ich anfangen… bin leicht konsterniert, weiß nicht wohin mit meinen Gedanken, vllt. falsch sie in diesem „Zustand“ niederzuschreiben weil mglw. einiges mit etwas Abstand besser formuliert werden könnte oder sich anders anfühlt, aber mit diesem Gefühl kann ich nicht schlafen gehen.

    Okay, ganz normal, tun wir mal so, als sei nichts besonderes gewesen...



    Schon die Aufmachung der „Collector’s edition“ lässt die Augenbrauen ein erstes mal entzückt nach oben schlagen... eine Art Mini-Benzinkanisterwhatever und man macht das Teil auf (recht unkonventionell und fast schon auf eine zerstörende und krafteinwendende Weise) und da schlägt einem ein Geruch entgegen der mit widerlich wohl am Besten beschrieben scheint. Man denkt sich, ob dies wohl Absicht ist und die ganze Box mit einer Mischung aus allen möglichen Autodüften (vornehmlich Elemente des Motors aller denkbaren Aggregatszustände) bestäubt wurde. Doch nachdem man aus dem Kanister neben der schön gestylten DVD-Box auch noch eine DVD mit rund 30 Trailern und einer schicken Death proof-Postkarte auch ein weiteres Gimmick zieht, scheint des Rätsels Lösung nahe. Ein „Wunderbaum“ für’s Auto im DP-Style. Ansich ganz schick und eine klasse Idee aber das Teil stinkt dermaßen penetrant unangenehm, dass man es nicht mal seinem ärgsten Feind ins Auto hängen würde.

    Nun denn, ab zur feature presentation...

    der Film:

    Da gibt’s schon viel gutes, alles was man(n) braucht. Sehr hübsche und sexy Mädels die QT gekonnt in Szene setzt ohne dass es in die Billig-Schublade müsste; dazu ein ganzer Kerl, rau und kernig; Autos die selbst einen 2/5-Autobegeisterten wie mich staunen lassen; eine große Auto-Crash-Verfolgungsszene mit atemberaubendem Tempo, die erfreulicherweise mit dem Attribut handmade ausgestattet ist und natürlich die Musik und einige Kameraeinstellungen, die tarantinoiger und exzellenter gar nicht sein könnten. Musikalisch sind besonders „Hold tight“ von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick(!) und Titch (vor und während des Horror-Crashs), „It’s so easy“ von Willy de Ville (Eröffnungsszene in Tennessee) und „Chick habit“ von April March (Abspann) hervorzuheben. Sie sind für sich schon ziemlich geniale Songs und in Verbindung mit den jeweiligen Szenen schlichtweg grandios. Wo der gute Tarantino die nur immer wieder ausgräbt...

    Die Dialoge und die meisten Szenen abseits der Straße mögen unnötig aufgebläht und für viele fast langatmig wirken, aber sie sind mehr als das Salz in dieser QT-Suppe und für den Film so unentbehrlich wie ein Satz guter Reifen, ich jedenfalls finde das alles wunderbar.

    Dazu die schöne und gewollte Unperfektheit, als tribute to the Grindhouse-movies, der man nur vorwerfen kann manchmal zu sehr gewollt zu sein und den Bogen fast zu überspannen. Und während man (zumindest ich) längere Zeit darüber grübelt in welchem Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts der Film eigentlich spielt und ob dies überhaupt von Belang ist wird man so aufdringlich darauf hingewiesen, dass man es fast übersieht (der Wald vor lauter Bäumen und so...); denn es spielt unzweifelhaft im heute. Denn in den 70ern oder 80ern ja selbst in den 90ern kaum gab es den häufigen Einsatz von Handys (netter Verweis btw. mit Abby’s Klingelton...), auch war es damals sicherlich schwierig sich in Neuseeland mehrere Ausgaben einer mittelklassigen Tageszeitung eines mittelklassigen Nestes irgendwo im Nirgendwo Tennessees zu beziehen und auch und vor allem sind die Frauen nicht mehr die zu beschützenden ängstlichen Opfer (jedenfalls einige von ihnen) sondern sind extrem selbstbewusst und wenn man(n) sie ärgert, schlagen sie erbarmungslos zurück und haben auch noch ihren Spaß dabei (sicherlich kommt den Damen ihr Wissen und Können ob ihres Berufes zu gute, aber dennoch).

    Auch fast alle anderen Damen zeigen sich extrem entspannt und nicht wirklich mit ihrem Leben hadernd, und selbst diverses Gezicke scheint nicht aus dem Umstand der Äußerung über einen tatsächlich wichtigen Missstand zu entstehen sondern gehört unfraglich zum Small Talk und zum Selbstverständnis hinzu und hebt die Stimmung eher als das es sie runterdrückt.

    Besonders gefallen haben mir die Damen Poitier, Ferlito und Winstead... aber Herrschaften, was ist Zoe Bell für eine coole abgefuckte harte Bitch, überwältigend, fabulös, genial, SWAT³ !!! ich glaub’ ich bin verliebt..., aber ist es sie selbst oder ist es ihre Rolle, aber ihre Rolle ist sie selbst oder !? Dazed and confused. Btw: sie hat einen Tag nach mir Geburtstag, das wäre doch mal ein Anlass für ein weiteres Double-Feature... und als Geschenke gibt’s eine Auswahl modischer und stabiler Gürtel...

    Ich schweife ab...

    könnte man dies nun alles so stehen lassen, dann würde man sich vor Meister Quentin wortlos verneigen und diesen Film als genial ansehen und nicht nur als Huldigung der alten Grindhouse-Filme sondern auch eine Ehrerweisung an die vielen unknown stuntmen + -women ohne die viele Filme gar nicht möglich gewesen wären und die auch nicht wirklich durch Computerchips und Maschinen zu ersetzen sind.

    Doch es gibt diverse Misstöne, von denen wenigstens zunächst zwei wirklich entscheidend sind, über die man aber hinwegsehen könnte und es auch würde, doch die Schluss-Szene ist in meinen Augen absolut absurd und somit wird das tolle Erlebnis für Augen und Ohren stark getrübt. Es tut mir schrecklich leid für alle die mir widersprechen möchten, aber ich kann es nur so darstellen wie ich es empfinde und bin unzweifelhaft am Meisten über diesen Umstand enttäuscht.

    Ein schönes Wiedersehen gibt es auch mit Earl Mc Graw, der aber diesmal relativ weicheiig wirkt.

    Weiteres mag mir jetzt nicht mehr über die Tasten kommen und mglw. werden in naher und ferner Zeit weitere Zusätze oder Modifizierungen vorgenommen, auch eine nochmalige Sichtung an einem noch unbestimmten und im Moment fern scheinenden Zeitpunkt ist wahrscheinlich, und diesmal dann in der OF.

    Und ich will jetzt gar keine Diskussionen mehr zu diesem leidgen Thema und keiner soll auch nur daran denken zu denken „hätt’ ich Dir gleich sagen können...“, es ist nun mal so, dass ich einen Film beim ersten Mal lieber so sehe, dass ich auch alles gesprochene verstehe und da ist der Umstand der Synchro nun mal unumgänglich. Wenn ich es für notwendig erachte bin ich dann immer gerne bereit, die OF folgen zu lassen, im Einzelfall aber auch vom Film selbst abhängig (und von der Zeit). Aber dennoch sei an der Stelle nicht versäumt zu erwähnen und den Synchro-Gegnern eine wahre Wasserflut auf ihre Mühlräder gegeben, dass die Stimmenwahl bei Tarantino selbst und besonders bei der neuseeländischen Power-Stuntfrau schlichtweg mies sind (selbe Stimme wie z. B. Jenna Elfman in "Glauben ist Alles"; da hätte Katy Karrenbauer besser gepasst). Dies ist natürlich nicht dem Film selbst anzulasten und das tue ich auch gar nicht, meine Bedenken treffen Punkte, die nichts mit Ton oder Sprache zu tun haben.

    Doch trotz aller Kritik ist es dennoch ein Film, den man gesehen haben sollte und der einem auf deutliche Art den besonderen Reiz dieses Mediums vor Augen führt, deshalb und weil ich anderthalb Augen zudrücke gibt’s noch eine schmeichelnde

    9/10

    Pass. Song: „Street life“ von Randy Crawford

    Ich frage mich… wie erklärten die drei wilden Rache-Engel dem armen Jasper wohl den Zustand seines (ehemals) schönen Wagens ?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #140
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
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    Ort
    Porada Ninfu
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    12.737

    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    136. Pusher III
    (Pusher 3) DK 2005 R: Nicolas Winding Refn

    (g. a. 12.1.2008)
    D: Zlatko Buri?, Marinela Deki?, Ilyas Agaç, Ramadan Huseini, Kujtim Loki, Levino Jensen, Dan Dommer, Kurt Nilsen, Slavko Labovi?, Karsten Schrøder, Hakan Turan



    B: Kommt ein Mann in ein chinesisches Restaurant und bestellt 60 Portionen des Fischgerichtes, fragt der Angestellte „Zum hier essen oder mitnehmen ?“.

    Nein, der Film ist kein Witz, im Gegenteil, er ist der Anti-Witz. Aber diese Szene ist für mich irgendwie sehr bezeichnend und bietet einen der wenigen Grinse-Momente in dem Film.



    Die Pusher-Reihe zeichnet sich vor allem durch Authentizität aus, hier beginnt dies bei der Planung und Durchführung einer großen Geburtstagsfeier und endet (sehr eindrucksvoll) bei der fachgerechten Entsorgung zweier Leichen. Und hier haben die Serben serbische Namen, die Albaner albanische usw.; sehr vorbildlich, so muss das sein !

    Sicherlich wird dies auch wieder dadurch erreicht, dass es sich bei den Hauptfiguren, von Zlatko Buri? abgesehen, ausschließlich um Laien handelt.

    Im Gegensatz zu den Vorgängern spielt sich dieser Teil hier an nur einem einzigen Tag ab, aber dieser Tag hat es für Milo in sich. Er kämpft in seinem Inneren gegen die Bösen Geister seiner Drogensucht, die er auch durch Besuche bei einer Selbsthilfegruppe für Abhängige versucht in den Griff zu bekommen. Außerdem muss er für eine große Gruppe Gäste, die den 25. Geburtstag seiner Tochter feiern, Essen zubereiten und Dinge organisieren. Seine Tochter im Übrigen ist eine sehr selbstsicher auftretende Frau die die Dinge und somit auch ihn im Griff zu haben scheint. Doch damit nicht genug, denn es gibt auch „berufliche“ Probleme. Ein geplanter Deal geht schief und so steht er nicht nur mit Ecstasy-Pillen (von deren Vertrieb er keine Ahnung hat) anstatt mit „richtigem Stoff“ da, sondern auch gegenüber seinen offensichtlich ihm überlegenen albanischen „Geschäftspartnern“ unter Druck. Beim Versuch die Pillen nun loszuschlagen vertraut er diese Mohamed an (den wir im zweiten Teil schon kurz kennenlernten), wobei er ihm nicht wirklich vertraut aber aufgrund des Zeitdruckes und der Indisponiertheit seiner Leute bleibt ihm nichts anderes übrig, doch der „King (Kong) von Kopenhagen“ meldet sich nicht wie vereinbart und so mehren sich Milo’s Probleme. Darüber hinaus muss er sich auch noch mit einem skrupellosen polnischen Mädchenhändler herumärgern. Als die Situation eskaliert sucht er Hilfe bei seinem alten Kumpel Radovan, der eigentlich dem Unterweltleben abgeschworen hat und einem rechtschaffenen Beruf nachgeht.

    Das Besondere an der Reihe ist auch, das in jedem Teil ein anderer Charakter genauer beleuchtet wird, diesmal ist Milo dran. Der in den ersten beiden Teilen als tougher und kompromissloser Unterwelt-Pate der alles im Griff zu haben scheint auftrat und dadurch nicht gerade als großer Sympath dargestellt wurde, wenngleich er durch seine lockere Art und seine Sprache durchaus für Schmunzler sorgte. Doch dieser Film schafft es schon recht früh, für den alt gewordenen Milo so was wie Mitgefühl ja gar Mitleid zu entwickeln. Nachdem ich so was nach den ersten beiden Teilen nicht zu denken gewagt hätte, muss man allein deswegen diesem Film, im Hinblick auf die Gesamtreihe, wieder mal ein großes Kompliment machen.

    Es ist fast schade, dass dieser Teil der (bislang) letzte ist. In dieser Art würde ich gerne alle Personen der Kopenhagener Unterwelt kennenlernen. Allerdings bemerkt Regisseur Winding Refn in den Extras der DVD, dass es ursprünglich als vierteilige Reihe geplant war, dies wäre ja schon mal ein kleiner Hoffnungsschimmer auf zumindest einen weiteren Teil, aber lassen wir uns überraschen.

    Benotung: 8/10

    Passender Song: „Save yourself“ von Stabbing Westward

    Ich frage mich: Wie blöd haben wohl die dt. Synchronisatoren geschaut, als sie, zusammen mit dem dänisch-Übersetzer, erwartungsvoll den Film anschauen um ihn zu übersetzen, und sich dann herausstellt, das annähernd 90% des Filmes serbisch gesprochen wird !?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

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