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Thema: Why so curious ?

  1. #141
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    137. Bleeder
    (Bleeder) DK 1999 R: Nicolas Winding Refn

    (g. a. 12.1.2008)
    D: Kim Bodnia, Mads Mikkelsen, Zlatko Buri?, Rikke Louise Andersson, Liv Corfixen, Levino Jensen, Claus Flygare, Ole Abildgaard, John Barimani



    B: Welches "L" wird gesucht ?

    Ein Film von Winding Refn mit Bodnia, Mikkelsen und Buri?... wer die Pusher-Reihe auch nur ansatzweise mag kann hier eigentlich im Vorfeld nur mit der Zunge schnalzen. Doch der Film bewegt sich diesmal nicht in einem kriminellen Millieu, wenngleich diverse Gesetze und Gebote gebrochen werden.

    In dem Film werden im Grunde zwei Geschichten erzählt. Da ist auf der einen Seite Leo (Bodnia), der mit seinem Leben incl. der Beziehung zu seiner Freundin Louise (Andersson) unzufrieden scheint, das Ganze gerät außer Kontrolle, als Louise ungeplant schwanger wird. Dann gibt es den sehr schüchternen und in einer Film-Traum-Welt lebenden Lenny (Mikkelsen), der Gefallen an der Verkäuferin Lea (Corfixen) findet, seine Gefühle aber nicht wirklich zum Ausdruck bringen kann. Leo und Lenny sind befreundet und teilen gemeinsame Unternehmungen (hauptsächlich Filme schauen) zusammen mit Louise’s Bruder Louis (Jensen) und Kitjo (Buri?).

    Sehr schwer diesen Film einzuschätzen und zu erfassen. Denn er ist eben nicht in typischer Hollywood-Manier gegliedert sondern die Geschichte(n) werden zunächst einfach so erzählt ohne dass zunächst klar wird, worauf der Film hinaus läuft. Zwar nähere ich mich diesem Erzählstil immer mehr an und gewinne gefallen daran aber doch braucht es immer ein wenig um sich darauf einzustellen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass einige Szenen für den Verlauf bzw. das Vorankommen der Story nicht wirklich notwendig gewesen wären; dennoch sind sie Teil des Filmes und somit unverzichtbar.

    Schwierig auch genau darzustellen, was der Film eigentlich will bzw. welche Aussage er treffen möchte, nicht dass eine solche Erkenntnis unbedingt von Nöten ist, aber ich suche doch immer danach und erst dann wird so was für mich rund. Da mir keinerlei Erklärungen oder Infos seitens des Regisseurs bekannt sind, bleibt so viel Raum für eigene Interpretationen. Eine geht dahin, dass ein aktuelles Bild der Gesellschaft gezeigt werden soll. Da gibt es Rassisten; wirklichkeitsfremde „Freaks“ die sich in einer Film-Phantasiewelt am Wohlsten fühlen (kommt mir irgendwie bekannt vor...); mit sich selbst und dem Leben unzufriedene die Angst vor der Zukunft haben aber dies nicht äußern können und so ihren Gefühlen nur mit Gewalt Ausdruck verschaffen können, etc.

    Oder ist es der Versuch einer Gegenüberstellung zwischen einer unschuldigen, schüchternen Liebe, die sich ganz zart zwischen zwei Menschen anbahnt und bei der jeder professionelle Verkuppler eine Mörder-Kohle scheffeln würde weil seine Hilfe mehr als gebraucht wird; und andererseits die Darstellung einer ernüchternden Beziehung, die von Missverständnissen, Ängsten und kleinen Abhängigkeiten getragen wird. Was beide Beziehungen jedoch eint ist die Unfähigkeit mit einander zu reden, eine vernünftige aber doch so wichtige Kommunikation bleibt aus und scheint nicht möglich. Und wenngleich dies im ersteren Fall noch in gewisser Weise nachvollziehbar ist und der Beziehung zwar im Weg steht aber sie nicht unmöglich macht, bedeutet es im zweiten Fall das Ende der Partnerschaft.

    Obwohl eine genaue Einordnung nicht möglich ist, der Film lange offen lässt, worauf es hinausläuft, wuchs in mir während des Sehens eine Begeisterung heran, welche sich in einer sehr hohen Wertung niederschlagen musste, wenngleich aber dann eine Szene bzw. Story-Entwicklung mir sehr missfiel und ich somit eine kleine Abwertung vornehmen muss.

    Highlights des Filmes ist eine lückenlos scheinende Aufzählung der großen Film-Regisseure des vergangenen Jahrhunderts, die wohl bei so manchem Filmliebhaber Tränen der Rührung auslöst sowie die wunderschöne Szene, als Lenny und Lea ein Stück gemeinsam durch einen idyllischen Friedhofsweg gehen. Sehr schön auch die Bruce Lee vs. Steven Seagal-Unterhaltung zwischen Leo und Lenny. Auch zeigt Winding Refn wieder eine schöne Idee bezüglich des „Vorspanns“ in dem die wichtigsten Personen unter Einsatz von Musik und mit Einblendung ihrer Namen eingeführt werden, im Vergleich zu den Pusher-Filmen abgeändert, aber dennoch typisch für „Jang“.

    „Hast Du Wild at heart gesehen?“
    „Also ich kenn’ das Buch!“
    „Davon gibt’s ein Buch?“


    Vielleicht mache ich mir keine Freunde mit dem folgenden, aber im Gegensatz zu Leo möchte ich mit meinen Gedanken und Gefühlen nicht hinterm Berg halten und so wage ich zu behaupten, dass Bleeder eine dänische Variante von Menschenfeind ist. Nicht ganz so drastisch und kompromisslos wie der Film von Noé, aber gewisse Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen.

    Benotung: 8,7/10

    Passender Song: „Lifelines“ von A-ha
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  2. #142
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    138. Klick
    (Click) USA 2006 R: Frank Coraci

    (g. a. 13.1.2008)
    D: Adam Sandler, Kate Beckinsale, Christopher Walken, David Hasselhoff, Henry Winkler, Julie Kavner, Sean Astin, Joseph Castanon, Tatum Mc Cann, Jonah Hill, Lorraine Nicholson, Jake Hoffman, Katie Cassidy, Cameron Monaghan, Jennifer Coolidge, Rachel Dratch, Michelle Lombardo, Sophie Monk, Terry Crews, Rob Schneider



    B: Wünscht sich das nicht jeder: eine Universal-Fernbedienung die das Leben vereinfacht, in dem man die Situationen die einen stören ganz einfach per Schnell-Vorlauf überspringt (incl. beschwerlichem Arbeiten), oder lästige Gespräche umgeht in dem man die andere Person auf stumm stellt oder Szenen einfach kurz einfriert und entsprechende Änderungen an der Realität vornimmt.

    Und so kommt es dann auch, dass sich das Leben von Michael Newman mit Hilfe der magischen Fernbedienung kräftig verbessert, in dem er einfach mühsame Tätigkeiten überspringt, aufgrund des Übersetzungs-Mode hören kann was die japanischen Kunden wirklich wollen und dieses Wissen so einsetzen, dass es zur Beförderung kommt und er aber auch gleich zu dieser vorspult und alles läuft anfangs einfach perfekt.

    Doch wie so oft trügt der schöne Schein und so kommt es wie es kommen muss, dass nämlich plötzlich einiges schief geht was dazu führt, dass er fast sein ganzes Leben überspringt, und in der Zukunft ist zwar beruflich alles beim Besten, aber familiär ist die Situation alles andere als rosig.

    Zu Beginn geht der Film wie erwartet in die komische Richtung, wobei einige gute, einfallsreiche Gags dabei sind (Highlight ist die Interpretation des „making of“); und im letzten Drittel dann driftet es ins melodramatische ab, wie es kaum zu erwarten war und auch nur schwer auszuhalten. Denn die Mischung in der Form ist in meinen Augen schief gegangen, so ist die Gagdichte zunächst geringer als dass es für eine überdurchschnittliche Komödie reicht und dann findet man sich plötzlich auf einem Kanal wieder, zu dem man eigentlich gar nicht wollte.

    Positiv zu erwähnen ist David Hasselhoff, der sich hier nicht zu schade ist den Blödarsch zu geben, sowie die wirklich perfekten Effekte und tricktechnischen Elemente. Allein letzteres führt zu einer Aufwertung. Auch der Soundtrack ist erfreulicherweise sehr sehr gut und nach „50 erste Dates“ nun der zweite Sandler-Film, der dies von sich behaupten kann, insoweit kann man sich auf neue Werke freuen. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass mir als Cranberries-Fan natürlich besonders das Spielen von „Linger“ und der (leider zu kurze) Auftritt von Dolores O’Riordan gefiel. *schwelg*

    Überrascht kann man(n) von Kate Beckinsale sein, mir persönlich hat sie (abgesehen vom Van Helsing-Outfit) bislang weniger gefallen (also optisch) aber hey, die geht ja auch in sexy. Okay, ist jetzt anfürsich nicht das wichtigste Bewertungskriterium einer Schauspielerin bzw. sollte es nicht sein, aber man(n) wird doch mal drüber sinnieren dürfen.

    „Kann das nicht warten?“
    „Das sind Japaner, die warten nicht mal bis ihr Fisch gar ist!“


    Benotung: 6/10

    Passender Song: „Erase / rewind“ von The Cardigans
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  3. #143
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    139. Das Genie und der Wahnsinn
    (Sprængfarlig bombe) DK 2006 R: Tomas Villum Jensen

    (g. a. 14.1.2008)
    D: Ulrich Thomsen, Nikolaj Lie Kaas, Line Kruse, Mille Dinesen, Kristian Halken, Lars Brygmann, Niels Olsen, Nicolaj Kopernikus, Ellen Hillingsø, Michael Carøe, Peter Mygind, Jakob Cedergren, Lars Ranthe



    B: Ich glaub’ ich bin im falschen Film.

    Tonny hat wegen seinen Gewaltausbrüchen immer Probleme gehabt. Als er einem Regisseur nachstellt, dessen Film seine Kinder verstört hat, kommt es zur Rangelei und er wird verletzt. Nun kann er per Anwalt erreichen, dass er als Autor und Regisseur am Film beteiligt ist. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Und das in perfekter, höchst amüsanter und enorm unterhaltsamer Form. Mit Tonny und Claus stoßen zwei Antipoden aufeinander, die bis zum Schluss gegeneinander agieren, nur um dann doch noch zu einem gegenseitigen Verständnis zu kommen.
    Tomas Villum Jensen, bisher hauptsächlich als Darsteller bekannt („In China essen sie Hunde“, „Adams Äpfel“) hat auch schon als Regisseur etwas Erfahrung gesammelt und wir können hier sein neustes Werk bewundern. Autor ist Anders Thomas Jensen, der durch seine Regiearbeiten und Drehbücher bereits für viele andere Filme des dänischen Kinos der letzten Jahre verantwortlich war.

    In den Hauptrollen sind die ebenfalls aus diesen Filmen bekannten Ulrich Thomsen (der optisch kaum wiederzuerkennen ist) und Nikolaj Lie Kaas zu sehen.

    Auf den ersten Blick ist der Film eine recht harmlose Komödie, die für Einige vllt. nur wenige Höhepunkte hat. Doch wenn man etwas genauer hinschaut dann erkennt man darin eine Satire auf das dänische Kino und die Filmwelt im Allgemeinen, bei der so gut wie jede Gruppe ihr Fett weg bekommt. Da ist der exzentrische Kunstfilmregisseur (die vielen Ähnlichkeiten zu Lars von Trier sind natürlich rein zufällig *zwinkerzwinker*) der zwar überzeichnet ist aber gerade das macht eine Satire ja auch aus, dann haben wir den einfachen Arbeiter der filmtechnisch auf stupide Action steht, den raffgierigen Anwalt sowie den ebensolchen Immobilienmakler, den nur am Profit und an Fördergeldern interessierten Produzenten, die Schauspielerin die ihr Fähnchen nach dem Regisseur richtet der gerade angesagt ist, dann gibt es die Nerds die ihre Abende mit Würfelspielen verbringen und dabei aufzählen können welche Kombinationen an welchen Tagen bereits fielen usw. Auch bekommt z. B. so eine „Einrichtung“ wie das Dschungel-Camp eine schöne Breitseite. Und selbst das Dogma-Manifest muss etwas Kritik einstecken, wenn der Kameramann verzweifelt feststellt „ich habe seit meiner Ausbildung nicht mehr mit Stativ gearbeitet...“.

    All diese teils tiefgründigen Aspekte werten den Film kräftig auf, was er auch nötig hat, denn als reine Unterhaltungs-Komödie kann er nur teilweise bestehen, er hat eben mehr große Schmunzler als richtig laute Lacher. Wenngleich die Andeutungen in Richtung Filmwelt und insbesondere in Richtung von Trier natürlich schon eine große Freude sind. Sehr schön und eindrucksvoll auch die Wutausbrüche von Claus Volter, bei denen zwar nichts materielles zu Bruch geht, aber dafür umso mehr die Nerven der Beteiligten belastet werden.

    Einige der Pointen funktionieren aber auch mehr non-verbal. So ist eine meiner Lieblingssituationen folgende: Als Hintergrund in einem Interview seines neusten Werkes will Regisseur Volter (mit „V“ !) Fahnen hängen haben, die das Hakenkreuz tragen, da dies aber innerhalb des Drehortes nicht erlaubt ist, wurden die Hakenkreuze schlicht herausgeschnitten und so sieht man mehrere große rote Fahnen hängen, mit einem großen Loch in der Mitte; wirkt wenn man es so liest vllt. weniger, aber es sieht einfach zum Brüllen komisch aus. Interessanter wird das Ganze noch, wenn man im Nachhinein erfährt, dass dies keine geplante Szene war sondern vielmehr die Realität nachspielt, denn eigentlich wollte (der richtige) Regisseur Villum Jensen die Dritte-Reichs-Fahnen in gewohnter Form aufhängen, doch der Drehort Schloss Rosenborg gilt als öffentlicher Platz, und auf diesem ist es verboten solche Fahnen aufzuhängen, was ihn doch etwas ärgerte und er es aber dann gekonnt in den Film einbaute.

    Schließlich lernt man auch eine neue letzte Kategorie in der Umschreibung schlechter Filme kennen. Es gibt schlechte Filme, ganz schlechte Filme, extrem miese Filme, Filme die das Zelluloid nicht wert sind auf dem sie sich befinden und aber die allerunterste Kategorie ist: die Filme über die die Kinobetreiber sagen „Wir müssen ihn zeigen!“.

    Zwar findet man auch den ein oder anderen Fehler (z. B. läuft die Vorstellung eines Harry Potter-Filmes um 14h und um 16h...), aber dies sind Kleinigkeiten, die man nicht zu hoch aufhängen sollte.

    Benot.: 7/10

    Pass. Song: “Movies” von Alien Ant Farm
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  4. #144
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    140. Snakes on a plane
    (Snakes on a plane) USA/D 2006 R: David R. Ellis

    (g. a. 19.1.2008)
    D: Samuel L. Jackson, Nathan Phillips, Julianna Margulies, Rachel Blanchard, Lin Shaye, Bruce James, Sunny Mabrey, Casey Dubois, Flex Alexander, Keith Dallas, Kenan Thompson, Gerard Plunkett, David Koechner, Bobby Cannavale, Todd Louiso



    B: Die Macher können ziemlich froh sein, Sam Jackson für ihr Projekt gewonnen zu haben, denn Filme mit ihm haben bei mir immer einen kleinen Bonus und erfahren eine Aufwertung. Wer weiß wie ich den Film gefunden hätte, wenn sich Wesley Snipes oder Denzel Washington mit den Kriechtieren rumgeschlagen hätte (nichts gegen die Herren Snipes und Washington... nur so als Beispiel).

    Aber der Anfang muss ich sagen, gefällt mir recht gut, schon die Einleitungssequenz am schönen Strand von Hawaii mit seinen vielen Attraktionen... dazu dudelt Gute-Laune Musik, fast wie bei einem Reise-Verkaufs-Video und da man sich ja ungefähr vorstellen kann, was noch so passiert, denkt man ´aha - gegensätzlicher geht’s wohl kaum´ und man meint schon eine Perle entdeckt zu haben, die mit viel Witz und einer ungewöhnlichen aber unterhaltenden Erzählweise punkten kann. Doch dem ist dann nicht so; es gibt zwar diverse kleine und mittelgroße Highlights, aber insgesamt bewegt er sich doch im gewöhnlichen und zu erwartenden Rahmen, recht routinemäßig wie ein stinknormaler Linienflug.

    Dazu kommen dann noch kleine Ungereimtheiten und Fragezeichen die zwar für dieses Genre nicht unüblich sind und im Prinzip auch abgehakt werden können, doch aufgrund der überdurchschnittlichen Erwartungshaltung hätte man solche Unstimmigkeiten einfach nicht erwartet.

    Seltsam ist auch, dass ich während und kurz nach dem Film bei weitem nicht so schlecht drüber denke, als jetzt, wenn ich so im Nachhinein darauf zurückblicke. Seltsam.

    Wieauchimmer, Aufwertung gibt es aufgrund der recht ordentlichen Effekte und dem Mut, so was an den Start zu bringen, ohne mit ganz großen Ideen aufwarten zu können. Und wie gesagt, good ol’ Leroy bei der Arbeit zuzuschauen macht fast immer Laune.

    Interessant ist, dass hier zwei der großen Menschheits-Ängste, nämlich die Flugangst sowie die vor Schlangen, verbunden wird. Insofern dürfen sich die Macher aber dann nicht wundern, wenn nicht so viele Zuschauer sich dies ansehen wollen (weil sie mglw. zu der ein oder anderen Gruppe gehören). Andererseits wird der Film vllt. in diversen Therapien zu sehen sein, als Schock-Behandlung. Aber vorsicht liebe Therapeuten, diese Idee kann nach hinten losgehen, nicht dass ein Schlangen-Phobiker nach dem Film zwar geheilt ist, aber dafür von Flugangst eingenommen wird.

    Benot.: 6/10

    Pass. Song: „Learn to fly“ von Foo Fighters
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  5. #145
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    141. Cars
    (Cars) USA 2006 R: John Lasseter

    (g. a. 23.1.2008)
    Stimmen: Original: Owen Wilson, Bonnie Hunt, Paul Newman, Larry the cable guy, Tony Shalhoub, Guido Quarino, Jenifer Lewis, Paul Dooley, George Carlin, Michael Wallis, Katherine Helmond, Cheech Marin, Michael Keaton, Richard Petty, John Ratzenberger, Jeremy Piven; dt.: Daniel Brühl, Bettina Zimmermann, Friedrich Schoenfelder, Reinhard Brock, Rick Kavanian, Marcantonio Moschettini, Sandra Schwittau, Ekkehardt Belle, Helmfried von Lüttichau, Jochen Striebeck, Nadja Tiller, Gudo Hoegel, Christian Tramitz, Niki Lauda, Hartmut Neugebauer, Hans-Georg Panczak; Gastrollen: Heiko Wasser, Christian Danner, Franziska van Almsick, Oliver Kalkofe, Mario Barth, Michael Schumacher, Mika Häkkinen



    B: Wenn schon recht früh im Film die Klänge des wohlbekannten „Life is a highway“ ertönen (hier allerdings nicht im Original von Tom Cochrane) weiß man bereits, dass selten ein bereits bestehender Songtitel zu einem Film so gut gepasst hat wie hier. Denn aus Sicht der Hauptprotagonisten in diesem Pixar-Film, Autos und Fahrzeuge aller Art, besteht das Leben wirklich hauptsächlich aus Highways und Straßen.

    Ein Animationsfilm der technisch gesehen absolut perfekt scheint, sei es die Dynamik und das Tempo bei den Rennszenen, die Bewegungen der Fahrzeuge oder die vielen schönen Details. Sicher gibt es keine Gags im Überfluss (wenngleich einige Lacher schon dabei sind), aber ich vermute, dass der Film doch eher für die Kleineren als für die „großen Kinder“ gedacht ist (obschon sich sicherlich viele der letzteren Kategorie aufgrund der Thematik sehr angesprochen fühlen werden). Dafür spricht auch die klare und im Verlauf typische Erzählstruktur der Story, die nicht von der Straße abkommt und relativ einfach gehalten ist. Wenngleich das Ende vllt. ein wenig untypisch ist doch auch hier gleicht es sich unserer Welt sehr an, denn immer öfters gibt es neben den tatsächlichen sportlichen Siegern auch die „Sieger der Herzen“.

    Die Umsetzung menschlicher Eigenschaften und Verhaltensweisen auf Autos ist hier sehr grandios gelungen und die Grundidee, dass alles "Leben" aus Fahrzeugen besteht ist auch schön vielschichtig weiterverarbeitet (man denke nur an die Hubschrauber oder „Käfer“). Und auch wenn die Charaktertiefe der Figuren überschaubar ist, dennoch „fühlt“ man mit ihnen mit bzw. ist interessiert an ihrem „Leben“. Und es ist schon erstaunlich, wie einfach sich bestimmte Typen anhand eines Autos visualisieren lassen, weil es offensichtlich mtlw. für jeden Typ Mensch auch das passende Fahrzeug gibt.

    Die Tatsache, dass die vorkommenden Figuren alle auf einem realen Automodell beruhen ist für einen durchschnittlich Autointeressierten Mitteleuropas sicherlich nur schwer zu erkennen, aber für wahre Autokenner sicher ein großes Schmankerl. Auch sonst gibt es viele Bezüge zu früheren Pixar-Filmen (man beachte u. a. auch den Abspann) und diverse andere Anspielungen.

    Persönliche Highlights für mich sind Luigi und Guido; schön fand ich auch die Darstellung der japanischen Nachrichtensprecherin im typischen Anime-Stil.



    Benot.: 8/10 als Animationsfilm

    Pass. Song: “Drive” von The Cars
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  6. #146
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    142. Lord of war - Händler des Todes
    (Lord of war) USA/F/TR 2005 R: Andrew Niccol

    (g. a. 24.1.2008)
    D: Nicolas Cage, Jared Leto, Ethan Hawke, Bridget Moynahan, Ian Holm, Eamonn Walker, Sammi Rotibi, Jean-Pierre Nshanian, Shake Tukhmanyan, Yevgenij Lazarev



    B: Das Ende des kalten Krieges zu Beginn der 90er war für viele ein freudiges Ereignis, auch und besonders für den Waffenhändler Jurij Orlov. Denn was kann es für ihn schöneres geben als ein schier unerschöpfliches Arsenal an Waren, an welche er durch gewisse verwandtschaftliche Verhältnisse und aufgrund der äußeren Umstände nun geradezu zum Schnäppchenpreis herankommt. Egal ob Gewehre, Munition, Granaten, Panzer oder Kampfhubschrauber, die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Und als guter Geschäftsmann erkennt er diesen Umstand natürlich sofort und ist einer der Ersten, der in diese Richtung tätig wird.

    Ein der Aussage nach auf wahren Begebenheiten beruhender Film um das Leben und Wirken eines international agierenden Waffenhändler zeigt uns auf sehr zynische und rücksichtslose Weise den Verfall unserer Welt auf. Die Hauptfigur stützt ihren Reichtum und ihren Erfolg auf dem Blut von Millionen Toten auf der ganzen Welt, macht Geschäfte mit herrschsüchtigen Diktatoren und rücksichtslosen Machthabern denen das Leben eines Einzelnen nicht die Kugel wert ist, mit dem es beendet wird. Kinder werden dabei zu Tätern und Opfern. Eines der „Highlights“ der Perversität dabei ist, wenn der Diktator von Liberia während einer Pause der Friedensverhandlungen mit der UNO in New York seinem Waffenhändler einen Besuch abstattet um eine neue Großbestellung aufzugeben.

    Orlov zieht sich dabei stets die eingeredete weiße Weste an und redet sich ein gutes Gewissen ein, dies ist auch notwendig, denn wer sich damit zu sehr belastet endet wie sein Bruder Vitalij, ständig auf Droge und an der Last seines Gewissens zerbrechend. Und so kann Jurij Orlov auch nur mit Hilfe seiner Selbstreinwaschung diesen Job tun, was ihn so zynisch und abgebrüht werden lässt, wie man es sich kaum vorstellen kann. Die Feststellung, dass jeder 12. Mensch auf der Welt eine Waffe besitzt führt bei ihm nur zu der Überlegung wie man denn die restlichen 11 bewaffnen könnte; wird ihm eine Waffe vor die Nase gehalten kokettiert er mit passendem Zubehör oder gibt Tips zur Handhabung, falls sie mal nicht richtig funktionieren sollte. Jemand der Osama bin Laden nicht aus moralischen Gründen aus seiner Kundendatei gestrichen hat, sondern ob seiner unzuverlässigen Bezahlung. Seine Auslassungen zur AK47 gleichen einem Hohelied, dass ein Kunstkritiker auf ein für ihn rundum gelungenes Gemälde hält.

    Dieser Film öffnet dem Zuseher in nachdrücklicher Art und Weise die Augen für die Schlechtheit der Welt. Schon allein die Eröffnungssequenz ist richtungsweisend, in welcher der Werdegang einer Gewehrpatrone gezeigt wird, vom Zurechtbiegen des Rohmaterials bis hin zur Erfüllung seiner Bestimmung im Körper eines Menschen; und so kurz die aktive „Lebensdauer“ der Kugel ist, so abrupt und unwiederruflich beendet sie ein Menschenleben. Dabei ist sie nur eine von im wahrsten Sinne des Wortes unzählbaren ihrer Art welche bereits eingesetzt wurden, gerade in diesem Moment eingesetzt werden oder noch eingesetzt werden; morgen, übermorgen und noch in 10 Jahren. Die Herstellung und der Verkauf von Waffen und allem was dazu gehört ist wohl einer der krisensichersten Jobs überhaupt, Friedensverhandlungen hin, Waffenstillstände her.

    Sehr eindrucksvoll auch die Szene, wenn eine MG in Zeitlupe abgefeuert wird und der Ladevorgang dabei mit dem Geräusch einer Registrierkasse unterlegt wird, womit sprichwörtlich bei jedem Schuss die „Kasse klingelt“.

    Der Film macht einen auf jeden Fall nachdenklich, ohne dass er sich dabei auf den erhobenen Zeigefinger konzentriert. Die Tatsache, dass er für den Zuschauer auf letztlich konsumierbar getrimmt wurde, nützt ihm mehr, als dass es ihm schadet.

    Benot.: 8,5/10

    Pass. Song: “Here comes the war” von New Model Army
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  7. #147
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    143. The weather man
    (The weather man) USA 2005 R: Gore Verbinski

    (g. a. 24.1.2008)
    D: Nicolas Cage, Michael Caine, Hope Davis, Nicholas Hoult, Gemmenne de la Peña, Michael Rispoli, Gil Bellows, Judith Mc Connell, Chris Marrs



    B: Ganz selten in meiner doch schon relativ langen Zeit als Filmkonsument habe ich den Abspann eines Filmes so dermaßen genossen wie hier. Nicht aus Freude darüber, dass der Film der vor den Schluss-Credits flimmerte schlecht war und nun endlich vorbei ist, nein, ganz im Gegenteil. Der Abspann mit seiner wunderbar freudig-melancholischen Musik von Hans Zimmer rundet diesen Film einfach perfekt ab.

    So ein Wetterfrosch hat es doch recht schwer im Leben, allerdings ballt es sich bei David Spritz auch erheblich und teils durch eigene Unzulänglichkeiten und teils durch äußere Einwirkungen, auf welche man so wenig Einfluss nehmen kann wie auf das Wetter, kommt er in seinem Leben nicht wirklich voran; seine Ehe ist geschieden, das Verhältnis zur Ex-Frau ist okay aber gerät teils schon bei wenigen grauen Wolken aus der Bahn und außerdem nervt ihr neuer Partner ganz kolossal; und auch die Verhältnisse zum pulitzerpreisausgezeichneten Vater und den eigenen Kindern ist nicht wirklich schlecht, aber auch relativ oberflächlich und bar jeder tieferen Kommunikation, und die Begegnungen mit seinen Zusehern auf der Straße sind meist wenig erfreulich. Doch es gibt einen kleinen Lichtblick und die Chance auf der Wetterfrosch- bzw. Karriereleiter nach oben zu steigen, doch daherum ereignen sich immer wieder direkte und indirekte Tiefschläge, die es zu bewältigen gilt. Highlight sicher die im Rückblick erzählte Remouladen-Kauf-Situation an der roten Ampel; oder auch die schönen Szenen mit dem Bogenschießen auf eine vereiste Zielscheibe.

    Seltsamerweise musste ich beim Ansehen des Filmes mehrmals an den grandiosen „Wonderboys“ denken; für mich verbindet diese beiden Filme ein unsichtbares Band und ich wage zu behaupten, dass wer den Einen liebt auch den Anderen als wunderbar einstuft.

    Herrlich, wie sich die eher tragische Hauptfigur durch die Geschichte müht und dabei nur wenig Fettnäpfchen auslässt, letztlich kommt auch der Spaß für den Zuseher nicht ganz abhanden und der Film strahlt oft heiter bis wolkig. Kurzum: ein in wunderbare Bilder gepacktes, mit viel Symbolik gespicktes, wunderschön tragikomisches, meisterliches Gesamtkunstwerk.

    Man könnte dem Film vorwerfen, dass das große, gelbe, geschwungene M einer bekannten Fast-Food-Kette allzu oft ins Bild gerückt wird, doch dem kann man entgegenhalten, dass das wohl größte Konkurrenz-Unternehmen ebenfalls seinen Auftritt hat und letztlich die gesamte Branche nicht sehr gut wegkommt.

    Nicolas Cage spielt sehr brillant wie ich finde und auch Michael Caine strahlt hier eine große Präsenz aus, ohne allzu viel zu tun; doch dieses augenscheinlich Wenige wird mit soviel Können dargeboten, dass es wirklich ganz großes Kino ist.

    Dies ist wohl auch noch eine geeignete Gelegenheit kurz meine kleine Anekdote von der Begegnung mit dem Wetterpapst des dt. Fernsehens, Jörg Kachelmann loszuwerden. Als ich im Herbst 2006 auf dem Frankfurter Flughafen in der Schlange zur Gepäckaufgabe für den Flug nach NY anstand, kam er mir wehenden Schrittes entgegen und als sich unsere Blicke kurz trafen und ich realisierte wer mir da leibhaftig begegnete schien sein Blick zu sagen „bitte nicht ansprechen... du wirst es bereuen...“; nun es war nichts Böses und mir liegt es sowieso fern in so einer Situation auf durch den Bildschirm geschaffene künstliche Vertrautheit zu machen und so zu tun als hätte ich ein selbstverständliches Recht so eine Person anzuquatschen. Jedenfalls habe ich nun natürlich noch mehr Verständnis für einen Wettermann.

    Üblicherweise akzeptiere ich andere Meinungen zu Filmen relativ problemlos und fast immer sind gegenteilige Anstrengungen mit einem mittelgroßen Augenzwinkern gemeint, aber wie auf der MM-Filmseite eine Wertung von lediglich 45% zustande kommen konnte, kann ich absolut nicht nachvollziehen, der sonst geschätzte Autor muss hier wohl einen schlechten Tag gehabt haben. Anyway.



    Benot.: 10/10

    Pass. Song: “Blame it on the weatherman” von B*Witched
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  8. #148
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    06.07.2005
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    Porada Ninfu
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    12.737

    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    144. Das Vermächtnis des geheimen Buches
    (National treasure: Book of secrets) USA 2007 R: Jon Turteltaub

    (g. a. 26.1.2008)
    D: Nicolas Cage, Jon Voight, Justin Bartha, Diane Kruger, Ed Harris, Helen Mirren, Harvey Keitel, Bruce Greenwood, Ty Burrell, Michael Maize, Timothy V. Murphy, Alicia Coppola, Albert Hall



    B: Nicholas Kim Coppola die Dritte. (Und damit ist auch das persönliche Kinojahr 2008 eröffnet). Drei Filme in Folge mit dem Selben Hauptdarsteller, ich denke, dass hatte ich noch nie; dass diese Ehre nun dem Neffen von Francis Ford Coppola zuteil wird... nun, damit kann ich gut leben, denn ich halte ihn für einen überdurchschnittlichen Schauspieler und schon auch für eine Persönlichkeit, und spätestens dieses Dreierpack, welches ihn in sehr unterschiedlichen Rollen zeigt, hat dies bestätigt. Doch genug der Vorrede, im Übrigen wird uns der schön klingende Name Coppola später noch einmal beschäftigen...

    Zum Film selbst: nun, er bietet zum Vorgänger recht viele Parallelen und man kann sich nicht recht entscheiden, ob dies nun ein Plus- oder ein Minuspunkt ist. Aber es gibt auch Unterschiede, denn neben dem Dreamteam Cage, Voight, Bartha, Kruger und Keitel zieren mit Ed Harris und Bruce Greenwood gewichtigere Namen den Cast, als es Sean Bean im ersten Teil getan hat. Eine positive Entwicklung gab es in Sachen Humor und spaßigen Sprüchen, die den Zuschauer für den ein oder anderen Abfall in Sachen Wahrscheinlichkeit und Realitätsnähe entschädigen. Das Thema der Schatzsuche, und allem was dazugehört, ist recht spannend gestaltet und die Einbindung wichtiger Orte und Gegenstände macht das Ganze noch interessanter.

    Gleichgeblieben ist dafür u. a., dass der „Böse“ zwar unlautere Ziele hat, aber doch auch nicht ein so böser Mensch ist und letztlich auch auf die Hilfe von Gates & Co. angewiesen ist, und seine latent vorhandene Skrupellosigkeit nur im Äußersten Notfall zeigt.

    Interessant auch, dass die Lacher nicht auf Seiten der Hauptfigur liegen, sondern diese überwiegend von Bartha und Voight eingestrichen werden und letzterer überzeugt in der Rolle des manchmal leicht verwirrten Abenteurers im Herbst seiner Karriere äußerst glaubwürdig und eindrucksvoll.

    Erwähnenswert auf jeden Fall auch das Verhalten des US-Präsidenten und man fragt sich, wie wären diese Szenen und Situationen wohl mit George W. abgelaufen... zuerst hätte er sich wohl nie zusammen mit Gates in den Geheimgang begeben und hätte mindestens ein halbes Dutzend schwerbewaffneter Wachleute mitgenommen, allein mit Gates im Geheimraum hätte er vermutlich gewinselt und Augen wie Hose wären wohl feucht geworden. Wieder zurück in Freiheit hätte er vermutlich die abenteuerlichsten Dinge erzählt die ihm zugestoßen seien und hätte die Streitkräfte der gesamten Ostküste mobilisiert.

    Ein Wort auch noch zum deutschen Element des Filmes, uns Diane, eine wirklich schöne Frau mit Ausstrahlung, und in der Szene als sie im Oval Office Connor mit ihrer Präsenz fast um den Verstand bringt, schafft sie dies auch mit dem männlichen Publikum, welches die Verführung in dieser Szene wahrlich spürt. Es gibt nur einen Grund, warum man(n) nicht noch mehr ins Schwärmen gerät. Es ist die Konkurrenz in Form der sehr anziehenden Alicia Coppola, der leider zu wenig Screentime vergönnt ist. Schon in der Monk-Folge mit dem Stromausfall ist sie mir aufgefallen; darin entwickelt der gute Adrian ebenfalls große Sympathie und Gefallen an der Dame, und wer den unter Zwangsstörungen leidenden Ermittler kennt, weiß, dass dies etwas heißen will. Im Übrigen ist sie allerdings nicht mit dem großen Coppola-Clan um Francis Ford, Nic Cage etc. verwandt.

    Roundabout ist zu sagen, dass dieser Film ein guter Start ins Kinojahr war mit viel Spannung, Spaß und „Schokolade“, zwar vielleicht irgendwo auch ein bisschen Popcornkino von der Stange, aber dennoch sehenswert. Und sollte es eines Tages eine weitere Fortsetzung geben, ich wäre dabei.

    Benotung: 7,8/10

    Pass. Song: "Book of golden stories" von Runrig

    Ich frage mich…: Wenn es wirklich mal zu der Entdeckung einer „Stadt aus Gold“ käme, wäre dies dann überhaupt ein Gewinn für den Finder ? Gold ist ja auch deshalb so wertvoll, weil es relativ selten ist, wenn jetzt aber mit einem Schlag eine solche Menge den Weltmarkt erreicht, bricht dann der Goldpreis nicht total ein !?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  9. #149
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    145. Cloverfield
    (Cloverfield) USA 2008 R: Matt Reeves

    (g. a. 9.2.2008)
    D: Michael Stahl-David, Jessica Lucas, T. J. Miller, Lizzy Caplan, Odette Yustman, Mike Vogel, Blake Lively, Anjul Nigam, Margot Farley, Theo Rossi, Brian Klugman, Kelvin Yu, Liza Lapira, Lili Mirojnick, Ben Feldman



    B: „So ein Scheiß!“ wurden die knapp anderthalb Stunden Film von einem Kinobesucher geschätzte zwei Reihen hinter mir kurz und prägnant zusammengefasst, als am Schluss die ersten Namen der Verantwortlichen annähernd geräuschlos über den ansonsten schwarzen Bildschirm flimmerten. Auch sonst brachen von mehreren Seiten diverse Diskussionen in Richtung des Filmes und seiner Wirkung aus, die Meisten davon eher negativ; die Hauptkritik dabei musste die „wackelige“ Kameraführung einstecken. So sehr negativ dies auch auf den ersten Blick bzw. Hör klingen mag, so bemerkenswert ist doch die Tatsache, dass es überhaupt sowas gab, denn es ist doch recht selten der Fall, dass nach dem Ende eines Filmes das Kinopulbikum so offenkundig Meinungen direkt und ungeblümt austauscht, jedenfalls habe ich dies meistens so erlebt. Vielmehr scheint es meistens nach dem Filmende so zu sein, dass die große Masse ihre Jacken packt, die Handys auf eingegangene Nachrichten und/oder Stand der aktuellen Uhrzeit prüft, und gezielt und mal mehr mal weniger unterhaltet in Richtung Ausgang trottet. Doch diesmal war es anders, der Film beschäftigte die Leute. Und auch wenn es negativ war, so war es wenigstens eine deutlich zu vernehmende Reaktion. Und auch wenn ich diese negativen Kritikpunkte so nicht teilen kann, so finde ich sie aus den eben geschilderten Gründen doch für wichtig und interessant.

    Was diesen Film zu so einem besonderen Erlebnis macht, über dass man nicht einfach so hinweggehen und zur Tagesordnung übergehen kann, ist vor allen Dingen die große Authentizität, die durch die gewählte Art und Weise der Darstellung und den Einsatz der eben bereits erwähnten Handkamera erzeugt wird. Auch wirken die Schauplätze und die Panik der Leute sehr realistisch. Der Zuschauer fühlt sich wie mitten drin im Geschehen und ist beeindruckt. Sehr imposant sind auch die Effekte, insbesondere die brennenden und zerstörten Teile Manhattans, durch die uns die Hauptprotagonisten führen. Natürlich spielen da auch die persönlichen Erlebnisse eine Rolle, so vergrößert sich einfach noch der „Schock-Faktor“, wenn Teile einer Stadt zerstört werden, die man schon leibhaftig gesehen hat, Brücken auf denen man selbst schon gelaufen ist etc. Wäre Chicago oder Los Angeles Ziel des Etwasses gewesen, mglw. wäre die Wirkung nicht ganz so stark gewesen.

    Ein großes, einschneidendes Ereignis aus kleiner Sicht zu zeigen kommt immer mehr in Mode und scheint mehr als eine Alternative zum „Üblichen“ zu sein, wenn es dann so gut gemacht wird wie hier, dann macht sich das Konzept bereits mehr als bezahlt. Was ebenfalls gut gefällt, ist der hin und wieder aufkeimende Humor, der Schmunzler und kleine Lacher mit sich bringt.

    Die Mischung des Video-Bandes aus den dramatischen Stunden des Angriffs und den unbeschwerten Momenten zwischen Rob und Beth etwa ein Monat zuvor weiß ebenfalls zu gefallen.

    Kleine Abzüge muss ich in Sachen Story-Entwicklung geben, da waren so zwei drei Dinge dabei, die mir nicht so recht passen wollten, auch wenn es vllt. kleinlich ist, aber je besser mir ein Film gefällt umso engherziger bin ich teilweise bei Ungereimtheiten. Das Schicksal des Besonderen.

    Auch hier ist es natürlich sinnvoll, überwiegend unbekannte Darsteller zu verpflichten, denn dadurch steigert sich natürlich noch das Realitäts-Empfinden. Wären Nicolas Cage, Hugh Jackman und Cate Blanchett um ihr Leben gerannt, dann wäre dem Zuschauer immer präsent gewesen, dass es sich hierbei um einen Film handelt; so aber vergisst man diesen Umstand größtenteils.

    Benotung: 9/10

    Passender Song: „Leaving New York“ von R.E.M.

    Ich frage mich... : Dieser Film lässt einen mit sehr sehr vielen offenen Fragen zurück, sei es die Herkunft des Wesens, sei es sein mögliches Ende, vieles über den Verlauf der Ereignisse überhaupt. Aber die wohl wichtigste ungeklärte Frage: Was passierte eigentlich mit Travis ?

    BTW: Einer der vielen Namen im Nachspann lautete Voorhees, seines Zeichens „assistant property master“. Jemand mit so einem Namen beim Film, was der sich wohl alles anhören muss...
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #150
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    146. Crank
    (Crank) USA/GB 2006 R: Mark Neveldine + Brian Taylor

    (g. a. 18.2.2008)
    D: Jason Statham, José Pablo Cantillo, Efren Ramírez, Dwight Yoakam, Amy Smart, Carlos Sanz, Reno Wilson, Glenn Howerton, Edi Gathegi, Jay Xcala, Keone Young



    B: Crank gehört zu den Filmen, bei denen es eine Warnung auf dem DVD-Cover geben sollte „Bitte erledigen Sie VOR dem Einlegen der Disc noch alle ihre „Geschäfte“ in Ihrer hauseigenen Keramikabteilung“. Denn es wäre doch nur zu schade, den Film per Drücken der Pause-Taste mittendrin zu unterbrechen, oder gar den Film laufen zu lassen, während man selbiges bei sich selbst unterdrückt (also das laufen Lassen).

    Schon als ich die ersten Berichte und bewegten Bilder über bzw. von dem Film laß, sah und hörte, war ich dem Ganzen recht positiv zugetan. Auch die Tatsache dass Jason Statham die Hauptrolle spielt war diesbezüglich sehr förderlich. Nicht zuletzt gefällt ebenfalls der Name der Hauptfigur (überhaupt finde ich, dass viel mehr Rollennamen nach großen Eishockeyspielern benannt werden sollten, egal ob absichtlich oder zufällig).

    Und nachdem ich den Film bereits im Herbst letzten Jahres bei einem großen Internetanbieter bestellte, dort aber der Versand zunächst immer wieder verschoben und schließlich gecancelt wurde, habe ich es nun auf anderem Wege endlich geschafft, an die begehrte Silberscheibe ranzukommen und so konnte ich es kaum erwarten, den Film nun endlich in Augenschein zu nehmen.

    Und ich sollte nicht enttäuscht werden, denn obwohl die Laufzeit des Filmes eher unterdurchschnittlich ist, so ist diese wenigstens randvoll vollgepackt mit gutgemachter Action und allem was dazu gehört: eine coole „bösgute“ Hauptfigur, fiese „bösböse“ Gangster und einigen sehr unterhaltenden und spaßigen Szenen und Situationen.

    Auch filmisch ist allerhand geboten, die Verwendung von Splitscreens ist ja nix neues mehr, aber dennoch hier sehr wirkungsvoll eingesetzt. Neben dem teils unkonventionellen Schnitt sind auch die übrigen optischen Gimmicks sehr fein. Und auch die Musik passend zur Stimmung ist mit Bedacht ausgesucht und bestens umgesetzt. Man denke nur an den Epinephrin-Rausch, zu dem nur treibende Punkmusik passt, oder die Szene mit bzw. auf dem Motorrad, und dann wohl meine Lieblingsszene (zumindest eine davon), als Chelios Verona’s Bruder in dem Restaurant aufsucht... als dieser seine Waffe gezückt suchend durch die Restaurantküche läuft und es später zum Kampf kommt; die ganze Szene musikalisch sehr schön von dem Song „Turn me loose“ begleitet, incl. der passenden langgezogenen Einleitung... grandios.

    Die Hetzjagd des „Ermordeten“ überträgt sich wunderbar auf den Zuschauer und man ist als solcher voll dabei. Und wenn man schon glaubt zumindest vom Grundgerüst der Geschichte her könne nichts neues mehr hinzukommen, betritt Chelios’ Freundin Eve die Szenerie und damit nochmals ein neues Element, dass das Ganze noch abrundet. Denn die teils naiv-süße Eve und ihre Art wissen zu gefallen und auch die anfänglichen Verschleierungsversuche seitens Chev sind recht amüsant, und auch kann sie in der ein oder anderen Situation für das Ansteigen des Pegels von Adrenalin und anderer Hormone sorgen.

    Der Film erinnert etwas an den späten 80er Film „D.O.A. - Bei Ankunft Mord“, in der ebenfalls die Geschichte aus Sicht eines tödlich vergifteten geschildert wird. Lag der Schwerpunkt in dem Film mit Dennis Quaid jedoch mehr auf der kriminalistischen „wer war es“-Frage, liegt er bei Crank und seinem von Rache getriebenen Protagonisten natürlich ganz und gar auf der Actionebene. Auch ist D.O.A. eher in düsterer Grundstimmung gehalten, Crank dagegen strotz nur so von Lebensfreude und von heller, kalifornischer Sonne und Spaß, trotz des unweigerlichen Game over.

    Benotung: 9/10

    Passender Song: “Adrenaline” von Killer

    Ich frage mich...: wie hat man wohl den Wagen wieder von der Rolltreppe herunter bekommen ?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

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