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Thema: Why so curious ?

  1. #161
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    157. Harsh times
    (Harsh times) USA 2005 R: David Ayer

    (26.3.2008)
    D: Christian Bale, Freddy Rodríguez, Eva Longoria, Terry Crews, Tammy Trull, Chaka Forman, Samantha Esteban, Tania Verafield, Noel Gugliemi, J. K. Simmons, Michael Monks, Emilio Rivera



    B: Die Grenze zwischen den U.S.A. und Mexiko ist mit die Belebteste und gerade auch wegen des großen Wohlstandsgefälles zwischen den beiden Staaten eine, die unter besonderer Aufmerksamkeit steht, besonders seitens des nördlichen Grenzlandes. Und obwohl in „Harsh times“ diese Ländertrennung kein einziges Mal im Bild eingefangen wird, so steht doch das Leben Diesseits und Jenseits der Grenze im Vordergrund. Und neben dieser konkreten Grenze zwischen zwei Staaten geht es auch um andere Grenzen, solche die durch Gesetze festgelegt wurden, durch Moralverständnis und sonstige Regularien des Zusammenlebens.

    Auch wird dargestellt, dass in unterschiedlichen Räumen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unter gewissen Voraussetzungen Gesetze, Regeln etc. differenziert ausgelegt werden können. Sei es, dass für Soldaten in einem Krieg und somit mit entsprechender "Legitimation" ganz andere Regeln gelten als für einen Normalbürger. Oder dass es eben auch nur mehr oder weniger Zufall ist, ob eine Frau lateinamerikanischer Herkunft sich in Mexiko befindet und somit sämtliche Tätigkeiten die ihr nach der alten Rollenverteilung zufallen wie selbstverständlich erledigt oder ob sie in den U.S.A. aufgewachsen ist, einen entsprechenden schulischen und ausbildungstechnischen Werdegang vollzogen hat und aus einem gleichberechtigten Selbstverständnis heraus lebt.

    Das Ganze umhüllt in ein thrilliges, gangstereskes Gewand, dass ständig mitreissend und stets nah am wirklichen Leben zu sein scheint und am Ende dann aber mglw. etwas zu sehr gewollt Gas gibt.

    Herausragend natürlich mal wieder Christian Bale... wobei ich zugeben muss, dass ich mglw. nicht ganz objektiv urteile, aber ich konnte absolut nix entdecken, was auch nur annähernd in Richtung negativem wäre. Man nimmt ihm die Rolle zu jeder Sekunde ab und müsste eigentlich meinen, er wäre selbst in diesem Umfeld Südkaliforniens aufgewachsen, aber der junge Mann stammt aus einem Nest aus Wales mit rund 9.400 Seelen, also eher ein Anti-Kalifornien. Überrascht war ich schließlich noch, als ich später im Cast laß, dass hinter der Figur des Agent Richards J. K. Simmons steckt, wenn ich es nicht gelesen hätte, wäre ich nie drauf gekommen, dass er das ist... so ohne Bart und ohne Haare absolut nicht wiederzuerkennen.

    Benot.: 8,5/10

    Pass. Song: “Crystal frontier” von Calexico
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  2. #162
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    158. Top Gun 2000 – Unter dem Niveau aka. Stealth
    (Stealth) USA 2005 R: Rob Cohen

    (g. a. 31.3.2008)
    D: Josh Lucas, Jessica Biel, Jamie Foxx, Sam Shepard, Joe Morton, Richard Roxburgh, Ian Bliss



    B: Da ich gestern Nacht nicht schlafen konnte bzw. wollte kam mir nach wildem Gezappe dieser Film gerade recht, leichte Unterhaltung; anspruchslos genug um nicht mehr zu belasten, aber ausreichend hochwertig produziert um eben zu unterhalten. Letzteres war dann doch eine Fehleinschätzung.

    Als die drei Herrscher der Aeronautik die U.S.S. Lincoln das erste Mal betreten und gemeinsam von ihren Fliegern in Richtung Treffpunkt trotten, und das Ganze dann schön in verlangsamter Abspielgeschwindigkeit gezeigt wird (siehe Szenenbild), musste ich das erste Mal lachen... später verging mir dieses allerdings und er ist letztlich noch schlechter als befürchtet.

    Schlechte story, schlecht „gespielt“, teils dümmliche Dialoge, triefende Breitbeinigkeit, Klischees en masse... absoluter must-not-see-Film.

    Aber zwei einhalb Punkte gibt es für die ganz ordentlichen bis guten Effekte und Flugeinlagen und einen halben Punkt dafür, dass der Film so mutig ist, die „Erfolge“ der US Navy nicht zu schönen sondern auch zu zeigen, dass man eben mal so nebenbei, quasi ohne Not, ein nicht unerhebliches Gebiet nuklear verseucht und kurz davor steht Krieg mit Russland und/oder Nordkorea anzuzetteln.

    Allerdings ist es wiederum nicht sehr vertrauenerweckend, dass soviel Geld in eine Kiste gesteckt wird, die dann mal eben so vom Blitz getroffen wird, ist wohl nicht unrealistisch aber recht unwahrscheinlich. Und den Helmausrüster sollte die Navy auch mal wechseln... ganz klar war es mir nicht, wie sich Kara trotz Helm an der Wange verletzen konnte, noch dazu wo dieser ja ganz blieb. Aber ich mache mir wohl unnötig viel Gedanken dazu, sollte man besser nicht tun.

    Benot.: 3/10

    Pass. Song: “Radar love” von Golden Earring
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  3. #163
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    159. 16 Blocks
    (16 blocks) USA 2006 R: Richard Donner

    (g. a. 6.4.2008)
    D: Bruce Willis, Mos Def, David Morse, Jenna Stern, Cylk Cozart, David Zayas, Casey Sander, Robert Racki



    B: Willis as usual !? Ja und nein. Einiges an der Geschichte ist nicht neu, gerade wenn man nahezu ein Kenner des Willis’schen Gesamtwerkes ist. Doch die ein oder andere kleine bis mittelgroße Wendung und Richtungsänderung ist dabei, wenngleich ein überdimensionaler aha-Effekt Shyamalan’schen Ausmaßes ausbleibt, doch dies war auch nicht zu erwarten.

    Einerseits könnte man den Film sogar lose in die Die hard-Reihe einordnen, doch Jack Mosley ist weit von der Konsequenz und Klarheit eines John Mc Clane entfernt. Abgesehen davon gibt es insgesamt einfach zu wenig Arbeit für den Coroner.

    Dennoch ist es ein recht unterhaltsamer Film, der bisweilen spannend ist, gerade auch an diversen Stellen gegen Ende, da man sich nie gewiss sein kann, ob es in die oder die entgegengesetzte Richtung ausgeht.

    Allerdings könnte man sagen, Jack Mosley ist Mc Clane einige Jahre später, und die Geschehnisse innerhalb seiner Dienstzeit und auch die Ereignisse im Privatleben haben ihn letztlich doch gebrochen und zu einem desillusionierten, trinkenden Schreibtischtäter ohne inneren Antrieb werden lassen. Dahingehend fragt man sich jedoch, was wohl in der Zwischenzeit geschah (mit anderen Worten: Die hard V muss her...).

    Mos Def spielt das nervende Plappermaul meist nervend und plappernd, insofern Soll erfüllt. David Morse erfreut den geneigten Zuschauer, insbesondere den Fan, als zwiespältiger Cop mit einer sehr überdurchschnittlichen Leistung. Alle anderen Personen sind letztlich nur Staffage, sowohl die Figuren als auch ihre Darsteller (wenngleich ich im Falle von Mosley’s Schwester, immerhin rothaarige Doktorin, durchaus kompromissbereit wäre).

    Summasumarum also ein guter, solider Film, der nicht unbedingt Filmgeschichte schreibt, aber fast durchweg spannend unterhält; business as usual, nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Benot.: 7,3/10

    Pass. Song: “You’ll never walk alone” von Gerry And The Pacemakers
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  4. #164
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    160. Memories of murder
    (Salinui chueok) ROK 2003 R: Joon-ho Bong

    (g. a. 10.4.2008)
    D: Kang-ho Song, Sang-kyung Kim, Roe-ha Kim, Jae-ho Song, Hie-bong Byeon, Seo-hie Ko, No-shik Park, Hae-il Park



    B: Auf wahren Ereignissen beruht dieser Kriminalfilm, der uns in die südkoreanische Provinz Mitte der Achtziger führt. Verantwortlicher Regisseur ist Joon-ho Bong, der drei Jahre später mit „The host“ von sich reden machte, und so ist es kein Zufall, dass einem die beiden Hauptdarsteller hier schon bekannt vorkommen.

    Nachdem der Abspann anlief, übrigens sehr schön gemacht in Bild und Ton, wusste ich zuerst nicht, was ich von dem Gesehenen halten solle. Durch die Erkenntnis, dass der Film auf wahren Begebenheiten basiert relativiert sich aber einiges an „Kritik“ wieder.

    Interessant dargestellt wird die Entwicklung der beiden Hauptprotagonisten, die anfangs sehr unterschiedlich in Wesen und Herangehensweise sind, natürlich auch durch das jeweilige Umfeld, in dem sie aufgewachsen und tätig sind, geprägt. Doch im Laufe der Zeit verändern sie sich und nähern sich einander (eher ungewollt) an.

    Das Vorgehen der Polizei bei der Tatort- und Spurensicherung ist besonders zu Anfang höchst dilettantisch. Aber gut, so waren eben die Verhältnisse in ländlichen Provinzen vor über 20 Jahren, vermutlich ist man durch CSI & Co. heutzutage einfach zu sehr verwöhnt, als Zuschauer. Ebenfalls bedenklich ist der Umgang der „Staatsgewalt“ mit potenziellen Verdächtigen. Die Erzwingung von Geständnissen durch psychischen und physischen Einfluss scheint tlw. schon Routine zu sein.

    Der Film zeigt die Ereignisse teils aus rein kriminalistischer Sicht, zeigt aber andererseits auch Tiefe in der Beschreibung und Skizzierung der Charaktere rund um diese Serienmorde. In Sachen unappetitlicher Szenen hält er sich passenderweise zurück, insgesamt ist er zuweilen spannend gestaltet, auch wenn man das offene Ende schon erahnt.

    Technisch kann man für meine Begriffe nichts aussetzen und einige Bilder (besonders zu Beginn, oder auch der Überfall im Regen) wirken fast poetisch schön.

    Eins allerdings ist mir ziemlich unklar und da würde ich um Aufklärung bitten:
    Laut DNA-Abgleich des FBIs ist Hyeon-gyu ja unschuldig. Warum fragt ihn dann Det. Park vorwurfsvoll nach seinem Gewissen, und weshalb will Det. Seo ihn erschießen ? Keyzer, 'ne Idee !?

    Benot.: 7/10

    Pass. Song: “When the rain begins to fall” von Jermaine Jackson feat. Pia Zadora
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  5. #165
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    Der Irrgarten des Fauns, von Wilhelm Stier
    oh Verzeihung, immer dieser Übersetzungszwang...

    161. Pans Labyrinth
    (El laberinto del fauno) SPA/MEX/USA 2006 R: Guillermo del Toro

    (g. a. 12.4.2008)
    D: Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú, Ariadna Gil, Doug Jones, Álex Angulo, Manolo Solo, César Vea, Roger Casamajor



    B: Die Vermischung eines realen, geschichtlichen Hintergrundes mit dem einer faszinierenden Fantasiewelt, die einerseits geheimnisvoll und schön gleichzeitig aber auch düster und unappetitlich sein kann, ist eine interessante Grundidee.

    Wenn man nun rein die Fantasy-Ebene in diesem Werk sieht, ist es auch wirklich ein schönes Erlebnis für die Augen, was da für Welten und Wesen geschaffen werden (besonders der sehr komplex gestaltete Pan) ist schon eine Pracht. Aber dieser Teil kommt für mich viel zu kurz. Und die reale Welt nimmt zuviel Raum ein. Im Übrigen eine sehr brutale und blutige Welt, zu blutig für mich in diesem Film. Okay, es ist ja auch kein Disney-Film wie in der Forumsrunde gesagt wurde, nix für kleine Kinder, sondern ein Märchen für Erwachsene. Aber dieses Soll hätte man auch mit einem größeren Märchen-Anteil schaffen können, wenn das, was mit dem Faun und dem anderen Geschöpf angedeutet wurde, konsequent fortgeführt worden wäre. Darüber hinaus wird der geschichtliche Teil aber auch nicht wirklich erschöpfend gezeigt, man sieht die Auswirkungen in Form der Scharmützel zwischen dem Hauptmann und seinen Leuten und den Rebellen auf der anderen Seite, aber wenn nun der Film auch als kleine Geschichtsstunde geplant war, dann bleibt sachlich nach dem Unterricht nicht viel hängen.

    Hätte mir ja viel vorstellen können, aber dass mich der Film an Irreversible erinnert bzw. denken lässt eher nicht.

    Auch bleiben so zwei, drei Fragezeichen zurück, die zwar nicht überwichtig sind, aber das unrunde Gesamtbild weiter vernebeln.

    Ist natürlich schön, wenn die Mehrheit großen Gefallen an dem Film findet und mit dem Gesehenen was anfangen kann; mein Fall ist es nicht, jedenfalls nicht in der Form.

    Benot.: 6,5/10

    Pass. Song: “Gimme tha power” von Molotov
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  6. #166
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    162. Bierfest
    (Beerfest) USA/AUS 2006 R: Jay Chandrasekhar

    (g. a. 12.4.2008)
    D: Paul Soter, Erik Stolhanske, Kevin Heffernan, Jay Chandrasekhar, Steve Lemme, Cloris Leachman, Donald Sutherland, M. C. Gainey, Jürgen Prochnow, Ralph Moeller, Mo’Nique, Eric Christian Olsen, Will Forte, Nat Faxon, Günter Schlierkamp, Blanchard Ryan, Bjorn Johnson



    B: Was für Weinliebhaber „Sideways“ ist, mag für Biertrinker dieses Werk sein. Mit beiden Getränken habe ich weniger am Hut, aber die jeweiligen Filme haben dennoch ihren Reiz. (Im Übrigen werden beide Filme auch durch M. C. Gainey verbunden...).

    Wer die Truppe „Broken lizard“ durch Filme wie „Super troopers“ und/oder „Club Mad“ schon kennt, weiß ja grob, was ihn erwartet und so kommt es dann letztlich auch.

    Insofern gibt es wenig Überraschungen, viele Witze sind recht flach und teils zotig, aber, wenn man sich eben drauf einlässt, auch mitunter amüsant. Besonders herrlich sind die Verweise zu anderen Filmen wie „Fight club“, „American werewolf“, „Saw“ (naja okay, vllt. weit hergeholt, aber der Kopf der Puppe hatte von Nahem doch schon gewisse Ähnlichkeit mit der aus besagtem Sägefilm), und natürlich herrlich die Szene mit Prochnow im U-Boot „...ich hab’ da eine schlechte Erfahrung...“ (sinngemäß). Brüller. Sehr fein auch der Schlussgag.

    Natürlich wird kein noch so steinzeitliches Klischee ausgelassen, aber dafür ist es wenigstens fast gleichmäßig verteilt. Schade nur etwas, dass die anderen Nationen beim Hauptwettkampf am Ende etwas zu kurz kommen.

    Ansonsten halt der übliche Kram, nur dass der Film für deutsche Zuschauer natürlich einen ganz anderen Bezugspunkt gibt.

    Kurzweilig unterhaltend, ohne großen Nährwert, aber auch ohne Kater.

    Benot.: 5/10

    Pass. Song: “Kein Alkohol ist auch keine Lösung” von Die Toten Hosen

    Ich frage mich... 1. weshalb ist es beim ersten Finale best of five (Deutschland gewinnt ja mit 3-2), ein Jahr später mit Team America gibt es aber viel mehr Wettkämpfe bis zur Entscheidung (sieben waren’s glaub).

    2. Haben Frösche wirklich grünes Sperma ?
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  7. #167
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    163. Thank you for smoking
    (Thank you for smoking) USA 2005 R: Jason Reitman

    (g. a. 13.4.2008)
    D: Aaron Eckhart, Kim Dickens, Cameron Bright, J. K. Simmons, Maria Bello, David Koechner, William H. Macy, Todd Louiso, Robert Duvall, Katie Holmes, Adam Brody, Rob Lowe, Sam Elliott, Marianne Muellerleile



    B: Sehr herrliche Satire über ein eigentlich ernstes Thema aber dennoch mit aller gebotenen Respektlosigkeit serviert. Und ein Plädoyer für die Tatsache, dass man nicht immer unbedingt recht haben muss, es reicht schon die besseren Argumente zu haben oder aufzuzeigen, dass das Gegenüber unrecht hat.

    Schon der Vorspann weiß zu gefallen und mit jeder weiteren Einblendung eines mitwirkenden Darstellers freut man sich mehr. Und auch später bedient sich der Film einiger netter kleiner optischen Spielereien, die passend gesetzt sind und somit den Faktenteil in einem fast dokumentarischen Stil unterstützen.

    Es ist schon erstaunlich wie es der Film schafft, für Hauptfigur Nick, der eigentlich eine zumindest fragwürdige Sache unterstützt, Sympathie zu empfinden und gleichzeitig für den Senator Vermonts (herrlich passend von William H. Macy dargestellt), der im Grunde ja gute Absichten hat, das Gegenteil.

    Highlights sind die Unterhaltungen innerhalb des "TAG-Teams" (besonders Koechner als kleiner Waffen-Narr gefällt) und natürlich der Besuch bei Filmproduzent Jeff und seinem Assistenten Jack. Herrlich überkandidelt, und toll dargestellt von Rob Lowe und Adam Brody.

    „Wann schlafen sie eigentlich ?“, „Sonntags !“

    Unklar ist mir ein bisschen die Sache mit dem Quarterback bei den Bruins, dass dies nicht passt dürfte den Machern klar sein, aber die genaue Bedeutung des Gags erschließt sich mir nicht ganz (vermutlich suche ich mehr als egtl. da ist). Naja, vllt. auch nur ein Insider...

    Jedenfalls ein Film der trotz des Themas durchgehend Spaß macht und das auf hohem Niveau, wenn auch meist nicht ganz political correct, aber gerade das passt perfekt.

    Benot.: 9/10

    Pass. Song: “Confide in me” von Kylie Minogue

    Michael Jordan spielt ball, Charles Manson tötet Menschen, ich rede. Jeder hat irgendein Talent.
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  8. #168
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    Die dummen Streiche der Reichen

    164.13 Tzameti
    (13 Tzameti) F/GO 2005 R: Géla Babluani

    (g. a. 14.4.2008)
    D: George Babluani, Philippe Passon, Olga Legrand, Pascal Bongard, Fred Ulysse, Aurélien Recoing, Nicolas Pignon, Vania Vilers, Augustin Legrand, Jo Prestia, Christophe van de Velde



    B: Das Leben ist schon ungerecht. Die einen haben so wenig Geld, dass sie (bewusst oder unbewusst) beinahe alles in Kauf nehmen, diesen Umstand zu ändern. Andere wiederum haben soviel davon, dass sie vor lauter nichtwissen was damit anstellen perverse und menschenverachtende Veranstaltungen durchführen.

    Nun kann man sich hinterher sicherlich fragen, ob es das Gezeigte in der Realität auch wirklich gibt. Und man hofft, dass dies nicht der Fall ist, weiß aber wohl, dass es durchaus möglich ist. Vielleicht nicht unbedingt in der Form, aber doch in ähnlicher Art und Weise.

    Jedenfalls wird das Szenario sehr realitätsnah gezeigt und somit als durchaus möglich dargestellt. Dieses Unwohlsein, dass der Zuschauer bei seiner Tätigkeit unweigerlich empfindet, wird durch die Darstellungsweise noch gestärkt, und vor allem trägt auch der Umstand, dass alles in tristem schwarz-weiß gefilmt ist, seinen erheblichen Teil dazu bei.

    Dass das Ganze im Originalton mit Untertiteln lief, hat die Wirkung sicher auch noch verstärkt, wenngleich eher ungewollt.

    Sehr schön wird geschildert, wie die verschiedenen „Mitspieler“ unterschiedlich mit der Situation umgehen, da sind diejenigen, die es stumm ertragen innerlich aber zerrissen werden; dann die, die extrem cool und abgebrüht wirken und mit Sicherheit dies auch bis zu einem gewissen Grad sind; und schließlich die, die ihre psychische Anspannung laut vernehmbar nach außen tragen und nur unter dem Einsatz von Medikamenten zu beruhigen sind. Die Zuschauer und Initiatoren der Sache scheinen dagegen relativ abgehärtet zu sein, aber, wie anfangs angedeutet wird, haben die Meisten ja auch bereits Erfahrung mit diesen Todesspielen.

    Neben diesem stark mitreißenden Thrill, entwickelt der Film zuweilen auch noch ein kriminalistisches Element. Wenn nämlich die Polizei ins Spiel kommt, die der Sache bereits auf der Spur ist, allerdings den Drahtziehern immer einige Schritte hinterher.

    Als Hintergrundinfo sei noch erwähnt, dass es sich hier um das Spielfilmdebüt des 1979 in Georgien geborenen und in Frankreich lebenden Géla Babluani handelt, dessen jüngerer Bruder die Hauptrolle spielt.

    Sehr mitreißender Film, der einen mehr durch seine psychische Komponente packt, als durch direkte Gewaltdarstellung, dies aber eindrucksvoll und nachhaltig.

    Benot.: 8,5/10

    Pass. Song: “Games without frontiers” von Peter Gabriel
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  9. #169
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    165. Hardcore
    (Hardcore) GR 2004 R: Dennis Iliadis

    (g. a. 10.5.2008)
    D: Danai Skiadi, Katerina Tsavalou, Ioannis Papazisis, Omiros Poulakis, Andreas Marianos, Yannis Stefopoulos, Dimitris Liolios, Venia Roumani, Pigi Roumani



    B: Eigentlich sollte an der Stelle jetzt eine relativ ausgiebige Beschreibung und Kritik zum obigen Film stehen, dabei wollte ich darstellen, dass es in diesem Film um zwei junge Mädchen geht, die sich als Prostituierte verdingen, dass es dabei zu vielen Momenten kommt, in denen der Zuschauer schlucken muss, dass dabei natürlich auch einige Klischees erfüllt werden und man sich aber fragt, ob man ohne diese überhaupt auskommen könnte, dass es darum geht, dass diese Mädchen in dieser Welt letztlich nur sich haben und eine Art Liebe mit auch all ihren negativen Aspekten aufwartet und ob der Lebensumstände natürlich alles noch mal potenziert, dass es dank seiner ungeblümten Sicht, die aber dennoch nicht zu voyeuristisch ist und vor allem einiger wirklich wirklich toller Bilder ein ganz großes Filmfest ist. Natürlich hätte ich es nicht versäumt zu erwähnen, dass das letzte Drittel etwas verliert, die Szenensprünge zu groß werden und die Geschichte insgesamt etwas unausgegoren scheint. Auch wäre dabei darauf hingewiesen worden, mit welch toller Symbolik teilweise gearbeitet wird u. a. auf dem Cover der DVD wo ein Teddybär neben einer Schusswaffe prangt, oder bereits die erste Einstellung in dem man einen wunderschönen blauen Himmel mit feinen weißen Wolken erblickt, wenn man allerdings das ganze Bild erblickt sieht man, dass unter diesem perfekten Himmel eine zerfallene Ruine steht usw. Und natürlich wäre auch ein ganz großes Lob an die beiden Hauptdarstellerinnen gefallen, die sehr viel von sich preisgeben und aber wirklich ganz wunderbar spielen. Ich hätte noch kurz einen Satz zu dem genial-wunderbaren „Beverly Hills“-Clip verloren und wäre schließlich noch der Frage nachgegangen, ob es denn verwerflich ist, beim Erblicken der beiden jungen Damen in unbekleideter Form entsprechende Gedanken zu haben oder ob man damit auf einer Stufe mit ihren filmischen Freiern steht und hätte als Schlussfazit noch festgehalten, dass es fast ein 10er-Film gewesen wäre, wenn das letzte Drittel des Filmes nicht diese Wertung noch etwas nach unten gedrückt hätte.

    Doch all dies ist Makulatur, denn viel einfacher ist es, den Clip des sowas von genialen Abba-Coversongs „Dancing queen“ zu zeigen, da dieser annähernd die wunderbarsten Szenen und Bilder des Filmes kurz zusammenfasst und somit einiges wiederspiegelt. Hierzu ist zu erwähnen, dass der Song auch im Film vorkommt und es sich bei der Band „Raining Pleasure“ um eine griechische Truppe handelt. Fast unnötig zu erwähnen, dass ich mir den Clip wie auch den Song alleine die nächste Zeit noch viele viele Male zu Gemüte führen werde... voilá:

    Dancing queen

    Benot.: 9/10

    Pass. Song: „Alles aus Liebe“ von Die Toten Hosen
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  10. #170
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    166. [Rec]
    ([Rec]) E 2007 R: Jaume Balagueró + Paco Plaza

    (g. a. 11.5.2008)
    D: Manuela Velasco, Ferran Teraza, David Vert, Vicente Gil, Jorge Yaham, Maria Lanau, Claudia Font, Manuel Bronchud, Carlos Lasarte, Martha Carbonell, Pablo Rosso, Jorge Serrano



    B: Der menschliche Verstand ist schon ein seltsames Gebilde. Da weiß ich als Zuschauer ganz genau, worauf ich mich einlasse, wenn ich den Film bewusst zum Anschauen auswähle, und dann erwischt er mich doch so zwei-/dreimal und lässt mich zusammenzucken. Und ganz merkwürdig dabei, den größten Schreck erfährt man in einer Szene, wo man als halbwegs geübter Filmkonsument doch ganz genau weiß, dass so was kommt... schon merkwürdig... aber an der Reaktion der Mitzuseher war eindeutig zu erkennen, dass man damit nicht allein ist, dass beruhigt doch etwas. Aber da sieht man mal wieder, der menschliche Verstand wird oft als so einzigartig und toll beschrieben, und letztlich obsiegen das Unterbewusste und die Urinstinkte doch immer wieder.

    Auch im Film geht es um meist rational denkende Menschen (die mit fortlaufender Dauer aufgrund der Geschehnisse immer unrationaler werden) contra instinktgeleitete Kreaturen.

    Im Grunde ist die Geschichte nicht allzu neu, durch eine zunächst ungeklärte Ursache ist ein Mensch mit einem „Virus“ infiziert, der diesen zur beißwütigen Bestie werden lässt. Dabei fällt diese Kreatur andere Menschen an und werden sie gebissen, mutieren sie ebenfalls zu einem kinda Zombie.

    Neu ist allerdings die realistische Umgebung, ein gewöhnliches Mietshaus in einer gewöhnlichen Straße irgendwo des Nachts mitten in Barcelona. Opfer sind dabei ganz gewöhnliche Menschen wie du und ich und Feuerwehrleute, Polizisten und Reporter, die einfach nur ihren Job tun.

    Das ganze erhält durch den dokumentarischen Stil, der hauptsächlich durch den Einsatz der Handkamera visualisiert wird, eine ganz besondere Note. Damit hebt er sich letztlich von den Zombie-Klassikern der letzten Jahre ab. Auf allzu große Gore-Szenen verzichtet er und setzt eben mehr auf den Schrecken durch das eher Alltägliche und Banale und eben den dokumentarischen, voyeuristischen Stil. Dass es aus diesem Schreckenshaus keinen Ausweg mehr zu geben scheint, erhöht natürlich den Unwohlseinfaktor der Protagonisten und damit des Zuschauers und gibt den Machern den begrenzten Spielraum den sie brauchen, der aber doch soviel mehr bietet.

    Doch der Film weist auch einige Passagen auf, die eben gar nicht so neu sind. Damit ist die ein oder andere Szene fast vorhersehbar und verliert damit ihr Schockpotenzial, allein durch die Authentizität der Personen wird dies wieder wettgemacht. Seltsam auch, dass sich die Luke des Dachbodens genau dann plötzlich öffnet, wenn gerade zwei Personen im Raum sind... naja... . Interessant auch, dass bereits einige Bilder zu Beginn in der friedlichen Feuerwache leichte Beklemmungen auslösten, aber die Bilder der verlassenen und ruhigen Räume haben allein schon durch das Stilmittel der Handkamera diese gewisse Wirkung (oder es liegt nur an der Erwartungshaltung des Zuschauers). Sicherlich wird ein Teil des Unbehagens auch dadurch erwirkt, dass die Protagonisten im Film fast bis zum Schluss gar nicht wirklich wissen, womit sie es zu tun haben, und sich somit auch kaum darauf einstellen können.

    Beachtenswert auch, dass es zu diesem Film bereits ein US-Remake gibt (Quarantine). Da sind die Amis aber mal fix, hollaho (Scheint aber auch ziemlich einszueins übernommen worden zu sein, nicht mal den Namen der Reporterin hat man verändert...). Allerdings eine kleine Warnung, wenn man vor hat, einen der beiden Filme zu sehen, sollte man den Trailer von Quarantine nicht anschauen, denn der enthält einen ganz heftigen Spoiler, zumindest bezüglich [Rec].

    Interessant wäre noch über die strikten behördlichen Maßnahmen nachzudenken bzw. zu diskutieren. Für die Personen im Haus wird dieses zur tödlichen Falle, aus dem es kein Entkommen gibt, somit kann man die "Schuld" hierfür sicherlich bei den Behörden suchen. Aber... Grundsatzdiskussion, wiegt das Wohl Vieler (in dem Fall einer ganzen Stadt oder mehr) mehr als das Wohl Einzelner ? Alles natürlich eine Sache des Standpunktes. Wer im Haus ist, ist natürlich angeschmiert, wer draußen ist, hat wiederum ein gewisses Recht auf Schutz. Und solange nicht geklärt ist, womit genau man es zu tun hat, ist Vorsicht sicherlich nicht die schlechteste Idee.

    Benot.: 7,5/10

    Pass. Song: „Our house“ von Madness
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