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Thema: Why so curious ?

  1. #171
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    167. Postal
    (Postal) USA/CAN/D 2007 R: Uwe Boll

    (g. a. 22.5.2008)
    D: Zack Ward, Dave Foley, Chris Coppola, Jackie Tohn, Chris Spencer, Ralf Moeller, Larry Thomas, Erick Avari, J. K. Simmons, Verne Troyer, Michael Paré, Brent Mendenhall, Michael Benyaer, Seymour Cassel, Uwe Boll, Carrie Genzel



    B: Endlich ist mir klar, was Dr. Boll mit dem ganzen Nazigold, welches er offensichtlich besitzt, angestellt hat. Er hat ein Team von einfallsreichen Autoren beschäftigt, die sich zusammen das ausgedacht haben, was letztlich zu „Postal“ wurde. Und er hat soviel bezahlt, dass diese sogar auf die Nennung ihrer Namen verzichteten, und er somit alles unter seinem Namen veröffentlichen konnte. Na jedenfalls fällt es nicht ganz so leicht zu glauben, dass er es ganz allein ausbaldowert hat, aber anscheinend steckt doch mehr in ihm, als man bisher geglaubt hat bzw. man ihm aufgrund seines bisherigen Schaffens zugetraut hat.

    Hat mir wirklich gut gefallen, war satirisch und komisch. Die Geschichte an sich vllt. nicht wirklich komplett ausgearbeitet und an einigen Stellen finde ich es too much, aber hey, er sollte auch auf ganzer Linie übertrieben sein und das ist auch gut so, und da geht er natürlich für den ein oder anderen Zuschauen mal zu weit, das ist okay.

    Insgesamt bekommen sehr viele Seiten ihre Hiebe, und die haben sie sich auch verdient. Sehr schön auch manche Kleinigkeiten, so z. B. die Aufschrift an der Tür zum Taliban-Versteck ("Kein Zutritt für Ungläubige"), oder auch sehr amüsant fand ich, was unter dem "Little Germany"-Park-Eingangsschild stand. Ja und schließlich nimmt sich der Regisseur höchstselbst ganz genüsslich auf's Korn und beweist, dass er durchaus über sich selbst reflektieren und sich zum Objekt des Spotts machen kann.

    Sicherlich kann man darüber streiten, inwieweit es passend oder gar "belustigend" ist, Kinder zu erschießen oder sich über Ereignisse wie die WTC-Anschläge oder die Untaten zur Zeit des Dritten Reichs auszulassen (u. a. "Dr. Mengeles first aid"). Aber wie es in einem weisen Spruch heißt: Komödie ist Tragödie plus Zeit. Und ich finde, es wird hier nicht in einer herablassenden Art und Weise zu Werke gegangen, sondern in einer akzeptablen Form und es sollte das Recht sein, sich gewisse Gedanken über alles machen zu dürfen, und diese auch, bewusst überspitzt, darzulegen. Alles andere geht schon in Richtung Zensur und entspricht nicht dem Bild der freien Welt, dass gerade die U.S.A. so gerne bewahren und "verteidigen" wollen.

    Insofern sehr schade, dass der Film gerade dort, wo er vllt. sinnvollerweise hingehört, nicht gesehen wird. Aber die Ablehnung des Films durch die dortigen zuständigen Stellen ist letztlich nur Armutszeugnis und gibt dem Film ungewollt recht.

    Benot.: 7,5/10

    Pass. Song: Hmmm, schwierig was geeignetes zu finden. Eine Band sollte einen passenden Song zum Film machen... naja, so was wird es wohl niemals geben... bis dahin: „Onprangering“ von Die Ärzte
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  2. #172
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    168. Mulholland Drive - Straße der Finsternis
    (Mulholland Dr.) USA/F 2001 R: David Lynch

    (g. a. 22.5.2008)
    D: Naomi Watts, Laura Harring, Justin Theroux, Ann Miller, Lori Heuring, Dan Hedaya, Angelo Badalamenti, Robert Forster, Brent Briscoe, Katharine Towne, Billy Ray Cyrus, James Karen, Mark Pellegrino, Melissa George



    B: Ich bin sauer. Sauer, dass es diesen Film gibt, dass ich ihn angeschaut habe und nun darüber schreiben muss. Und sauer ob meiner Unfähigkeit die Geschichte so zu erkennen wie es andere offensichtlich schaffen.

    Doch, first of all, rein sachlich (soweit das möglich ist): David Lynch & me - Eine Bestandsaufnahme: Durch „Eraserhead“, „Wild at heart“, „Blue velvet” und dem “Twin Peaks”-Film kam ich schon früh mit David Lynch und seiner einzigartigen Welt in Kontakt. Und das alles zog mich auch jeweils in seinen Bann, und gefiel und war was besonderes. Darum dachte ich mir auch nix böses, als ich vor gut acht vllt. neun Jahren sein damals neustes Werk „Lost highway“ in das Videogerät schob und auf play drückte. Als gut zwei Stunden danach das Band wieder vom Gerät ausgespuckt wurde war ich ziemlich bedient. Konnte mit dem Gesehenen absolut nix anfangen, keine Erklärung finden. Darum machte ich bislang einen weiten Bogen um den „Mulholland Dr.“, einfach auch aus einer gewissen Angst, dass es mir wieder so ergehen könnte. Lange Rede kurzer Sinn: vor einiger Zeit entschloss ich mich schließlich doch zur Anschaffung des Filmes und nun heute fühlte ich mich erstmals eher mehr als weniger bereit, ihn anzuschauen. Doch letztlich bin ich nun nicht mehr sicher, das Richtige getan zu haben.

    Um es kurz zu machen: zwar konnte ich das Ein oder Andere entschlüsseln und meiner Meinung nach erklären, aber eine „Komplettlösung“ wollte sich mir nicht anbieten.

    Was macht man also, man beginnt im entsprechenden Topic zu schmökern, gibt aber schon nach nicht mal zwei Seiten auf, weil man nur noch um die Ohren geschlagen bekommt, dass es offensichtlich für alle Anderen klar und verständlich war. Und bitte nicht falsch auffassen, ich mein das absolut nicht bös’. Man kommt sich halt nur noch kleiner vor.

    Doch dank des Eintrages vom geschätzten Bob, ist nun alles recht klar und ergibt einen Sinn und ich bewundere es einfach, dies so auflösen zu können. Zwar sind immer noch einige Fragen offen, aber die lass ich einfach mal so stehen, und vllt. erwischt mich irgendwann mal doch noch die Weisheit.

    Achherrje, nun habe ich gar nicht viel über den Film selbst geschrieben... nunja, Bildgewalt und Symbolik und so, schon vorhanden, hat mich aber letztlich gar nicht so stark getroffen wie offensichtlich andere Zuseher. Und also auch wenn ich den Verstand ausblende und nur auf die Sinnesreize achte, hat mich der Film wenig gepackt irgendwie; aber das liegt wohl doch auch am fehlenden Verständnis.

    Nun ja, der Film hat also große Konfusion bei mir ausgelöst, muss ja nix schlechtes sein. Aber als besonders herausragend kann ich ihn deshalb nicht sehen und auch wenn das nur an mir selbst liegen mag, letztlich muss ich es von dieser subjektiven Sicht sehen.

    Ja und wer ob des Mögens/Liebens dieses Filmes bisher schon nur den Kopf schütteln kann, dem muss ich leider sagen, dass ich noch einen draufsetzen muss... der Score von Angelo Badalamenti gefällt gar nicht. Erinnert sehr sehr stark an den aus Twin Peaks, und das passt für mich hier nicht.

    So, nun isses raus. Fühl mich schon etwas leichter.

    Dabei fällt mir ein... „Inland empire“ liegt hier auch noch rum *schluck*. Kann mir im Moment nicht vorstellen, dass diese Scheibe jemals vom Laser meines DVD-Gerätes abgetastet und gelesen wird... Naja, die Betonung liegt auf im Moment.

    Edit: Benot.: 7,5/10

    So, kleine Aufwertung. Noch mal bisschen drüber nachgedacht und zu der Erkenntnis gekommen, dass die Tatsache, dass sich mir das ganze Konstrukt nicht gleich erschlossen hat, ich ja letztlich nicht unbedingt dem Film anlasten kann, auch wenn er es natürlich schon auch bewusst drauf anlegt kompliziert zu sein.

    Ach ja, noch was. Zur schauspielerischen Leistung, hätt' ich glatt vergessen obwohl es ja nicht ganz unwichtig ist. Also, diese ist natürlich ohne Frage ganz weit oben angesiedelt, besonders von den beiden Damen und besonders von Frau Watts, im wahrsten Sinne des Wortes hervorragend. Negativ allerdings sei hier noch was erwähnt, da freut man sich wie Bolle auf die Herren Hedaya und Forster, und dann haben die nur Kurzauftritte. Zwar im Falle von Hedaya ein recht bemerkenswerter, aber halt zuwenig, wie ich fand. /edit

    Pass. Song: “Dreamworld” von Midnight Oil
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  3. #173
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    169. Ricky Bobby - König der Rennfahrer
    (Talladega nights: The ballad of Ricky Bobby) USA 2006 R: Adam McKay

    (g. a. 25.5.2008)
    D: Will Ferrell, John C. Reilly, Michael Clarke Duncan, Gary Cole, Jane Lynch, Leslie Bibb, Greg Germann, Sacha Baron Cohen, Andy Richter, David Koechner, Amy Adams, Houston Tumlin, Grayson Russell, Pat Hingle, Molly Shannon



    B: Wer „Anchorman” schon kennt, wird einige Parallelen finden, was wohl daran liegt, dass Hauptdarsteller und Regisseur identisch sind. Parallelen hauptsächlich in der Art des Humors und in dem Verhalten der von Will Ferrell dargestellten Figur.

    Erneut spielt dieser nämlich einen von sich extrem überzeugten, manchmal arroganten Kerl, der in der Öffentlichkeit steht. Dieses übersteigerte Ego, bzw. das Verhalten was sich darauf stützt, ist es dann auch, dass für die meisten Lacher sorgt. Und diese sind sicherlich nicht was für jeden, aber wer die Art von Will Ferrell im Allgemeinen und in der Zusammenarbeit mit McKay im Besonderen mag, wird hier nicht enttäuscht werden und man bekommt das serviert, was man in etwa erwartet hat, sprich: Will Ferrell-Fans kommen voll auf ihre Kosten.

    Man hat auch das Gefühl, dass die Hauptdarsteller großen Spaß an der Herstellung des Filmes hatten, das kommt für mich jedenfalls wunderbar rüber.

    Manchmal werden die Szenen jedoch auch zu unnötig aufgeblasen, wie z. B. in der als er sich einbildet zu brennen oder das Tischgebet oder auch das Messer im Bein. Dafür wird die Vorgeschichte relativ kurz gehalten und nur die prägnantesten Szenen im frühen Leben des Ricky Bobby gezeigt.

    Zu den Highlights gehören sicherlich die eingebildete Lähmung sowie die Szenen mit dem Puma oder als der Horrorcrash durch Werbung unterbrochen wird, und dazu gibt es noch eine der beeindruckendsten Kussszenen der neueren Kinogeschichte.

    Im Übrigen sind auch die Rennszenen sehr ordentlich und hochwertig gefilmt.

    „Hilf mir Tom Cruise !“

    Benot.: 7/10

    Pass. Song: “Master race” von New Model Army
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  4. #174
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    170. Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
    (Indiana Jones and the kingdom of the crystal skull) USA 2008 R: Steven Spielberg

    (g. a. 14.6.2008)
    D: Harrison Ford, Shia la Beouf, Cate Blanchett, Ray Winstone, John Hurt, Karen Allen, Igor Jijikine, Jim Broadbent, Alan Dale



    B: Henry Jones sr. und Marcus Brody sind nicht mehr. Was bleibt sind Fotos auf einem Schreibtisch im Arbeitszimmer und die Erinnerungen an die früheren gemeinsamen Zeiten. Auch als Zuschauer trauert man diesen beiden Figuren nach, die die Indiana-Jones-Reihe eindrücklich geprägt haben. Doch man muss sich eben mit den Realitäten abfinden, und sich dem Wandel der Zeit anpassen.

    Auch die Nazis sind nicht mehr, doch die US-amerikanische Politik und die Öffentlichkeit sind ja flexibel und so wurde ein ehemaliger Verbündeter zum größten Feind. Eine Entwicklung in der US-Geschichte, die kein Einzelfall bleiben sollte, doch dies gehört nicht hier her.

    Interessant ist, dass die Zeitspanne zwischen dem letzten und diesem Indy 4 annähernd gleich lang ist, wie die filmische Zeit, die vergangen ist.

    Doch auch die 50er waren besondere Jahre in den U.S.A. und hier wird nachdrücklich versucht annähernd alles, was die damalige Zeit bewegte, unterzubringen, von Atombombentests im eigenen Land über die Roswell-Geschichte bis hin zur übertriebenen Kommunisten-Jagd. Ob dies im Einzelfall immer sehr gut gelungen ist, darüber lässt sich natürlich streiten, aber der Versuch ist legitim.

    Nun, natürlich tut man sich als Zuschauer, der mit den ersten drei Teilen quasi aufgewachsen ist, teilweise schwer, diesen hier zu „akzeptieren“, weil die Indiana-Jones-Reihe mit zu den legendäreren Filmreihen gehört, gerade wenn man von Anfang an mit dabei war. Somit war fast vorauszusehen, dass der vierte Teil nicht nur wahre Jubelstürme ausbrechen lässt, weil dem eben auch eine schon übersteigerte und unrealistische Erwartungshaltung vorausging. Aber nun muss man einerseits die alten Fans zufriedenstellen und genügend Wiedererkennungswert einbauen, gleichzeitig kann man sich aber auch nicht nur auf die „alten“ Fans fokussieren, die tlw. nicht mehr so selbstverständlich den Weg ins Kino finden (ich weiß, wovon ich spreche) und so ist es nachvollziehbar, dass man eben auch dem jüngeren Publikum Rechnung tragen will.

    Allesinallem kommt er nicht an seinen Vorgänger ran, auch der erste Teil der Reihe war, wenn man sein Alter berücksichtigt, eine zu hohe Hürde, aber er ist durchaus unterhaltsam und auf jeden Fall besser als er von einigen gemacht wird, jedenfalls nach meiner Meinung. Es ist eine große Portion Abenteuer und Mystik und versunkene Städte und Fallen und Rätsel vorhanden, ebenso menschliche und tierische Gegner und Verbündete, eine ordentliche Portion Humor und Action sind auch mit an Bord. Was will man mehr ? Nun, der dritte Teil hat gezeigt, dass all diese Zutaten noch besser zubereitet und zusammengestellt sein können, aber auch der letzte Kreuzzug war keineswegs perfekt.

    Okay, klar gibt es auch hier einiges an Unsinn oder zumindest Stirnzunzel-Momente, aber eine gehörige Portion Übertreibung und Unrealismus sind bei der Indy-Reihe geschenkt und werden, von mir, gerne in Kauf genommen. Man kann sich sicherlich über vieles beschweren, man kann sich aber auch an Kleinigkeiten aufhängen und überpenibel das Haar in der Suppe suchen, und wird dann auch zwangsläufig fündig, und wenn es am Ende das Eigene ist, welches einem im Laufe der Zeit verlustig gegangen ist. Was mich allerdings sehr störte war die Szene zu Beginn, vor der Halle, das Licht und die ganze Szenerie sahen so unwirklich und künstlich aus, das hat es vllt. auch etwas erschwert, von Anfang an den richtigen Zugang zu dem Film zu finden, aber mit der Zeit vergeht dieser Eindruck.

    Letztendlich muss ich sagen, dass ich den vielen negativen Bemerkungen im Forum noch dankbar sein kann, dadurch bedingt waren meine Ansprüche noch etwas weiter heruntergeschraubt, als es sie eh schon waren, weil eben für mich von vornherein recht klar war, dass er nicht ohne Verluste an alte Zeiten anknüpfen kann, und so wurde ich letztlich ordentlich unterhalten und kann ihn nur jedem empfehlen, der grundsätzlich auf das Abenteuer-Thema steht und kein Problem mit Übertriebenem und Ausgeschmücktem hat.

    Auch sei erwähnt, dass die Effekte und die Sets sowie die Ausstattung durchaus zu gefallen wissen (besonders die alten Fahrzeuge der 50er sind eine wahre Freude).


    Interessant auch, dass mir sogar diesmal ein Filmfehler aufgefallen ist, was maximal alle Schaltjahr mal vorkommt... in der Szene in der Indy und Mutt im "Diner" (hieß das damals schon so ?) sitzen und sich das erste Mal unterhalten. Mutt springt plötzlich auf und schlägt auf den Tisch, dabei fällt der Senf-Spender um, den Indy dann in der übernächsten Szene auch wieder aufstellt. Doch dazwischen sieht man die Szenerie aus einer anderen Kameraperspektive und da stehen Senf- und Ketchupspender einträchtig nebeneinander, als ob nie was gewesen wäre. Noja, Kleinigkeit, aber auffällig. (Dass die Ketchup- und Senfspender frappierende Ähnlichkeit mit denen aus Luke's Diner und denen in Yale aus der Serie "Gilmore girls" haben ist wiederum eine andere Geschichte, wobei ich mtlw. akzeptieren würde, dass es in Nordamerika eben seit Menschen Gedenken nur eine Art und Ausführung dieser praktischen Würzsaucenportionierer gibt).


    Ach ja, natürlich soll die „Erdmännchen-Problematik“ nicht unerwähnt bleiben. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass ich nicht nachvollziehen kann, was denn an den possierlichen Nagern so falsch ist, finde die passen gut und sind bei zwei Szenen zu einem breiten Schmunzler gut. Aber ich bin ja auch ein großer Fan sämtlicher Geschöpfe der Ordnung Rodentia und liebe sie mindestens so sehr, wie Indiana Jones Schlangen hasst, insofern bin ich mglw. voreingenommen, aber ich fand sie jedenfalls sehr passend. Aaaaaaber, das viel Wichtigere ist, es handelt sich dabei in keinster Weise um Erdmännchen (Bild1) sondern natürlich um Präriehunde (Bild 2). Abgesehen davon, dass man den Unterschied ganz klar sieht, leben Erdmännchen nur im südlichen Teil von Afrika und nicht in Nordamerika. So, wieder was gelernt heute, hat sich der Kinobesuch doch mal wieder gelohnt.

    (1)


    (2)



    Benot.: 8/10

    Pass. Song: “Doctor Jones” von Aqua

    Ich frage mich… wie undankbar ist wohl der Job des Dekorateurs, der die ganzen Spinnweben immer in die Sets klöppeln muss. Da arbeitet man wohl stundenlang daran diese Netze penibel und kleinlich aufzubringen und zu verteilen, nur damit sie ab dem Startruf „Action“ durch die Schauspieler zerstört werden... muss ein sehr deprimierender Job sein. Oder gibt es mtlw. Spinnennetze aus der Sprühdose, so 1-2-3-Fix-Spiderwebs !?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  5. #175
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    171. The happening
    (The happening) USA 2008 R: M. Night Shyamalan

    (g. a. 28.6.2008)
    D: Mark Wahlberg, Zooey Deschanel, Ashlyn Sánchez, John Leguizamo, Spencer Breslin, Robert Bailey jr., Betty Buckley, Jeremy Strong, Alan Ruck



    B: Dear Mr. Shyamalan…

    sorry, my English isn’t very good, so I better write in German, maybe you can find someone who translate this for You, maybe not, doesn’t really matter, weil es wohl in keiner Sprache der Welt passende Worte gibt, die meine Enttäuschung ausdrücken könnten. Nun, ich war der festen Überzeugung, dass "Lady in the water" nur ein bedauernswerter Ausrutscher war, habe Sie fortan immer verteidigt (besonders die korrekte Schreibweise Ihres werten Namens war und ist mir eine Aufgabe incl. die Zurechtweisung derer, die sich dessen zuwiderhandeln...). Ersten negativen Kritiken schenkte ich zwar Beachtung aber nicht unbedingte Übertragung auf mein Empfinden, da dies, gerade im Falle Ihrer Filme, immer wieder differierte. Doch nun muss ich, zu relativ großem Bedauern, feststellen, dass auch ich diese Kritiken fast ausnahmslos unterstützen kann bzw. muss.

    Das Thema an sich ist ja zunächst ganz einfallsreich und eine Überlegung wert, eine neue Variante des „die Natur schlägt zurück“-Motivs, passt auch gerade in unsere heutige Zeit, bei der der Umweltschutz und die Auswirkungen menschlichen Fehlverhaltens so allgegenwärtig sind wie selten. Und warum soll von Bäumen und Pflanzen nicht auch eine Gefahr ausgehen. Natürlich ist dies, nach aktuellen Erkenntnissen nicht realistisch, aber das sind Vampire, Werwölfe und künstliche Intelligenzen die Menschen als Energiequelle nutzen und ihnen eine virtuelle Realität vorgaukeln auch nicht, trotzdem wurden Filme darüber gedreht, die sich jeweils mehr oder weniger vielen Fans sicher sein können; und das ist ja auch gut so.

    Doch wie dieser gute Grundgedanke dann filmisch umgesetzt wurde ist schlichtweg ein großes Ärgernis und einfach nicht nachvollziehbar. Schon von der ersten Minute an fehlt es dem Film an dem, was ein Weinkenner „Körper“ nennt. Dazu kommen schreckliche und unnachvollziehbare Dialoge und verschiedene Handlungsweisen die Quark sind. Z. B. das Verhalten der Bauarbeiter als ihre Kollegen runterpurzeln... keine Ahnung, wie man sich in so einer Situation richtig verhält... aber so tut dies bestimmt keiner, und warum kommt keiner auf die Idee mal nach oben zu schauen... also früher !? Und der kurzzeitige Einsatz der Wackeldackelkamera... aufspringen auf einen aktuellen Trend, haben Sie das in der Form nötig !?

    Als nur ein Beispiel schlechter und ... also ähm... ja, wie gesagt, finde kein passendes Adjektiv, jedenfalls als Alma sich von Julian ihr Zugticket holt und sinngemäß sagt „ich gehe jetzt mal zum Zug, wir werden ja eh nicht nebeneinander sitzen...“ !? WTF !? Oder die Reaktion von Elliot, als er von Alma die "Tiramisu-mit-dem-Kollegen"-Geschichte erfährt...

    Ebenfalls als bescheuert muss die metaphorisch gemeinte Feststellung Alma’s eingestuft werden, sie habe vergessen, welche Farbe des Gefühlsregungsringes für die Liebe steht... zum Ausdruck gebracht werden sollte damit, dass sie die Liebe ansich zu Elliot vergessen hat... ach ne, sag bloß, musste das so platt rübergebracht werden... fehlte nur noch, dass sie sich direkt der Kamera zuwendet und es auch noch mal für die zwei Zuschauer erklärt, die es doch nicht gerafft haben, weil sie kurz vor dem Einnicken waren. Oder das Untergrundofon überhaupt... als es Mrs. Jones das erste Mal erwähnte, war wohl jedem sofort klar, dass es in Kürze zum Einsatz kommen würde... einfallsreich und überraschend ist was anderes.

    Ungeeignet war auch der recht häufige Einsatz von (gewollten) humoristischen Stellen. Sie sind zwar einerseits gekonnt und wären für eine Komödie gar nicht mal so unpassend, aber in diesem Kontext war es definitiv deplatziert.

    Auch gab es weniger schöne Bilder, wie sie sonst in Ihren Filmen zu sehen waren, viel zu wenig.

    Nun, vllt. sind die Worte insgesamt recht hart, aber sie sollen sie auch etwas in Rage versetzen und somit das Feuer wieder wecken, dass zuletzt erloschen schien, denn noch habe ich die Hoffnung nicht gänzlich aufgegeben... aber bedenken Sie, viele Chancen stehen nicht mehr zur Verfügung.

    Naja, wenigstens dürfte der Crew des nächsten "Scary movies" nun klar sein, welcher Film die Verarschungs-Hauptlast in einem möglichen neuen Projekt trägt. Vllt. treibt es diese allerdings auch zum Wahnsinn, nicht wissend wo anzufangen...

    Ach ja, als kleiner Trost sei noch angemerkt, dass es durchaus auch noch schlechtere Filme gibt, so sah ich vor Ihrem Hauptfilm u. a. einen Trailer zu „Mamma mia!“, dem wohl unnötigsten Zelluloidvernichter der letzten Dekaden.

    So schließe ich diesen Brief an Sie in der Hoffnung, bei meiner nächsten Korrespondenz positivere Inhalte wiederzugeben.

    Wünsche noch einen schönen Tag und viel Kraft und Erfolg für neue Projekte.

    MfG
    gez. ein Fan (noch)


    Benotung: 4/10
    (1,5 Punkte für die Grundidee; 1,5 für Zooey und 1 Shyamalan-Bonuspunkt)

    Passender Song: „I love death“ von Lodger

    Naja, das Anschauen hat sich wegen Zooey dennoch gelohnt, ein wirklich bezauberndes Wesen. (Außerdem hat sie auch gewisse Ähnlichkeit mit einem Mitglied hier) :wink: .

    Ich frage mich... ob Pflanzen irgendwann wirklich zu so etwas in der Lage sein könnten... nun, natürlich ist das aus Realitätssicht ziemlicher schwachfug, keine Frage. Ach ja, eh ich’s vergesse... hat vielleicht jemand Interesse an ein paar Zimmerpflanzen !? Will meine grad zufällig abstoßen...


    Ach ja noch was... aus der Reihe "Menschen-Tiere-Sensationen"... beim Studieren des Casts im Abspann stach mir ein Name ins zu dem Zeitpunkt betrübte Auge... Brian O'Halloran... der aus diversen Kevin Smith-Filmen und dort besonders als "Ladenhüter" Dante bekannt ist... er fuhr den roten Jeep, den er erfolgreich gegen einen Baum setzt... (btw. auch eine Möglichkeit, es den Bäumen heimzuzahlen...)
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  6. #176
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    172. Idiocracy
    (Idiocracy) USA 2006 R: Mike Judge

    (g. a. 3.7.2008)
    D: Luke Wilson, Maya Rudolph, Dax Shepard, Terry Crews, Anthony Campos, David Herman, Robert Musgrave, Michael McCafferty, Justin Long, Stephen Root, Sara Rue



    B: So, heute mach ich es mir mal einfach:

    Zitat Zitat von KeyzerSoze in seinem FTB
    Die Grundidee hinter Mike Judges schräger Zukunftsvision ist köstlich ... bei der Umsetzung jedoch muss man leider schnell feststellen, dass viel Potential ungenutzt blieb. So kann die Geschichte zwar durchgehend unterhalten und hat einige sehr lustige Szenen zu bieten, jedoch kommt das Ganze nur selten über das gehobene Mittelmaß hinaus, da die Macher neben der erwähnten Grundkonstellation scheinbar nicht genug Material für einen Spielfilm zusammen bekommen haben, was auch die extrem kurze Laufzeit erklären würde. Spaß macht das Ganze trotzdem und kann kurzweilig auch unterhalten ... ist nur schade, dass man aus dieser tollen Idee nicht mehr gemacht hat.
    SIGNED ! (besonders übereinstimmende Stellen sind unterstrichen).

    Hinzufügen möchte ich noch, dass mir der Kurzauftritt von Justin Long mal wieder herausragend gefallen hat, der Junge hat’s echt drauf. Und meine Lieblingsszene war der „Gefängnisausbruch“ incl. der „Selbstschussanlage“, habe beim darüber lachen (so gegen kurz nach ein Uhr) bestimmt die Nachbarn aufgeweckt, na ja, ansonsten hatten die einen sehr ruhigen schlaf, sprich, es gab viel zu wenig dieser wirklich spaßigen Gags (höchstens noch die Frage beim „IQ-Test“ kam annähernd in diesen Bereich).

    “In Brawndo steckt, was Pflanzen schmeckt !“

    Benot.: 5,5/10

    Pass. Song: “Hey stoopid” von Alice Cooper

    Ich frage mich… ob dieses Szenario vllt. gar nicht so unrealistisch ist !? Ist ja kein Geheimnis, dass die Entwicklung, wie sie am Anfang sehr überspitzt ausgeführt wird, gar nicht unbedingt sooo wirklichkeitsfremd ist... also liebe Superschlauen: Pflanzt euch nur massig fort !
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  7. #177
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    173. Hancock
    (Hancock) USA 2008 R: Peter Berg

    (g. a. 5.7.2008)
    D: Will Smith, Jason Bateman, Charlize Theron, Jae Head, Johnny Galecki, Thomas Lennon, Eddie Marsan



    B: “Aus großer Kraft folgt große Verantwortung !”, was aber, wenn einer mit übernatürlichen Kräften diese Verantwortung nicht hat !? Nun, das sehen wir in diesem Film.

    Die ersten gut zwei Drittel setzt der Film auf viel Humor (tlw. auch wirklich qualitativ guten) und vor allem Action und Effekte. Im letzten Drittel überwiegt dann das große Drama, was mich letztlich mit einem leicht mulmigen Gefühl aus dem bequemen Kinosessel entließ. Wenn sich Drama und Komödie mischen dann ist dies eine Beziehung auf sehr dünnem Eis, die Brücke zwischen beiden Seiten ist sehr wackelig und fragil. Vllt. hätte man Drama und Comedy etwas ausgeglichener verteilen sollen, so steckt der Batzen an Spaßrosinen nicht im ganzen Kuchen, und einige der Stücke sind bloßer Teig. Wenn auch eine der dramatischten Situationen durch einen sehr schwarzhumorigen Gag aufgelockert wird.

    Positiv finde ich, dass mit dem Superhelden-Thema recht unkonventionell und selten gesehen umgegangen wird, wenngleich ich kein Comic-Freak, ähm ich meine -Experte, bin, der aus dem Stehgreif mindestens neun Figuren aufzählen kann, die in Comics so oder so ähnlich agierten und einen halbwegs vergleichbaren Lebenslauf haben.

    Die Effekte sind großteils sehr gut gemacht und wie bereits erwähnt bleiben einige Lachattacken nicht aus. Zuweilen ist die Lachquote immens hoch.

    Irgendwie hatte ich gar nicht mehr richtig auf dem Schirm, dass Charlize Theron mitmacht, obwohl ich erst kürzlich Posts mit entsprechendem Inhalt gelesen hatte, daher erkannte ich sie lange nicht. Sieht mit längeren Haaren auch irgendwie um einiges jünger aus, dass nur so am Rande.

    Gibt auch den ein oder anderen Kritikpunkt, keine Frage,
    zB habe ich es nicht ganz verstanden wie das mit der Kraft-verlier-, Kraft-wiedererlang-Sache mit Hancock ist. Erst hat er seine Kräfte obwohl Mary in seiner direkten Nähe ist (sie hat sie dabei auch), dann hat er sie in dem Liquor-Shop plötzlich nicht mehr, obwohl sie weit weg ist, und als sie ihm im Krankenhaus ganz Nahe ist, hat sie sie plötzlich nicht mehr aber dafür er wieder... ???

    Außerdem bezweifel ich etwas, dass es Ende der 20er Jahre in den USA schon Kinokarten mit aufgedrucktem Filmtitel gab, die gibt es ja bei uns erst geschätzte 15 Jährchen... das aber nur eine ganz kleine Randnotiz, die den Film deswegen nicht schlechter macht.

    Jedenfalls ein großer Kino-Spaß mit Tiefgang, manchmal sogar etwas zu tief.

    Benot.: 8/10

    Pass. Song: “I’m not an a*****e” von Leningrad Cowboys

    Ich frage mich… wie geht es eigentlich Walter ?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  8. #178
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    174. Schräger als Fiktion
    (Stranger than fiction) USA 2006 R: Marc Forster

    (g. a. 6.7.2008)
    D: Will Ferrell, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Maggie Gyllenhaal, Queen Latifah, Tony Hale, Linda Hunt, Tom Hulce



    B: Ein wirklich schöner Film, spaßige und ernste Momente wechseln sich wunderbar ab und kurz vor Schluss war ich den Tränen nahe. Der Film kam also auf emotionaler Ebene sehr an mich heran, was nicht immer der Fall ist und dies möchte ich ihm als besondere Leistung attestieren. Allerdings ist dies natürlich auch immer eine subjektive Sache, inwiefern man Sympathie für die Figur empfindet oder nicht. Für mich persönlich hat die Figur schon allein aufgrund ihres Darstellers von Anfang an gewonnen gehabt und dies obwohl sie anfangs äußerst eindimensional, langweilig, gewöhnlich und unspektakulär gezeichnet wird. Doch die Figur macht eine Entwicklung durch und ändert sich. Grund hierfür sind zwei einschneidende Erlebnisse, die der unbekannten Stimme, die den Tod ankündigt und das Kennen- und Liebenlernen von Ana.

    Eine ungewöhnliche Geschichte über einen gewöhnlichen Mann, könnte man es vllt. kurz zusammenfassen. Sicherlich ist die Grundidee, dass ein Durchschnittsbürger durch gewisse Umstände dazu gebracht wird anzufangen aus seinem tristen Alltag auszubrechen und seine Träume zu leben schon mal da gewesen, aber die Art und Weise, wie dies in eine Geschichte verpackt wird und welche Entwicklungen das Ganze nimmt, dazu die liebevoll-skurrilen Figuren, einfach wunderbar. Schräg trifft es teilweise ganz gut, man denke nur an die Testfragen von Prof. Hilbert.

    Toll auch die Interaktionen zwischen Erzählerin und ihrer Figur, die optischen Einfügungen und einige schöne Bilder. Auch die Musikauswahl ist tlw. sehr toll gestaltet, man denke nur an die Szene im Gitarrenladen, oder beim Abspann, die Titel von Spoon und Maximo Park nur als Instrumentalversion zu nutzen ist sehr passend.


    Ehrlich gesagt fand ich es anfangs sehr schade, der Gedanke, dass er wirklich sterben soll und dass er dies dann letztlich so einfach akzeptiert. Und dachte auch wirklich, dass es passieren wird. Umso überraschender kam dann die tatsächliche Auflösung und ich muss sagen, auch wenn es ein Happy-End war, fand ich es dennoch besser so, da darf man als Zuschauer ruhig auch mal egoistisch sein finde ich. Denn was die Personen, die darüber entschieden, nicht bedachten, selbst wenn die Autorin und Harold Crick sich wie auch immer damit arrangieren können, was bitteschön tun sie der armen Ana an, eben noch im siebten Himmel und dann auf den Boden der Tatsachen gerissen durch das Ableben von Harold. Okay, wenn der Film ein fieses Drama wäre, wäre es so gekommen, aber das wäre schon sehr böse gewesen finde ich, das hatte die arme Ana nicht verdient. Und sie ist es auch allein wert, dass es doch ein gutes Ende nimmt.

    Wobei es natürlich auch etwas überzogen ist, dass eine Figur wie sie sich in einen Mann wie Harold wirklich leidenschaftlich verliebt, gerade wenn man die Begleitumstände sieht, aber okay, kann man letztlich akzeptieren.



    Will Ferrell spielt ganz wunderbar und beweist, dass er mehr drauf hat als seine bisherigen Rollen, wenngleich ich seine bisherigen Filme und sein Spiel keinesfalls abwerten möchte. Aber all seinen Kritikern sei dieser Film sehr ans Herz gelegt. Auch Dustin Hoffman spielt seine Figur perfekt und Maggie Gyllenhaal ist so süß wie so manche ihrer Backerzeugnisse.

    Meine Lieblingsszene: Die Fahrt im Gelenkbus. Harold sitzt dabei genau auf einem Platz innerhalb des flexiblen Gelenkteils und in jeder Kurve bewegt er sich in die ein oder andere Richtung und wieder zurück, während die Kamera dies von Anas fester Position aus zeigt... kA warum, aber diese Szene hat es mir einfach angetan.

    Sehr empfehlenswert für alle, die ungewöhnlich erzählten Geschichten etwas abgewinnen können.

    Benot.: 9/10

    Pass. Song: "Are you talking to me?" von Torpedo Boyz
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  9. #179
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    175. Scoop - Der Knüller
    (Scoop) USA/GB 2006 R: Woody Allen

    (g. a. 9.7.2008)
    D: Woody Allen, Scarlett Johansson, Hugh Jackman, Ian McShane, Romola Garai, Charles Dance, Kevin McNally



    B: Der zweite Allen-Film in der alten Welt und somit auf ungewohntem, fast fremdem Terrain. Warum er seine Heimatstadt New York, mit der er so verbunden ist wie kein anderer Regisseur mit keiner anderen Stadt, verlassen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Vllt. um neue Erfahrungen zu machen, neue Herausforderungen anzugehen, den eigenen privaten und filmischen Horizont zu erweitern !? Ehrlich gesagt, als großer Anhänger seines filmischen Schaffens und seiner Person vor und hinter der Kamera finde ich diese Neuorientierung nicht gut. Für mich gehören New York, ja genau genommen sogar eigentlich nur Manhattan, und Woody Allen zusammen wie Bild und Ton zu einem Film, beide Komponenten funktionieren am besten zusammen, wenn man sie trennt, bleibt eine Lücke zurück, ein unvollständiges etwas.

    Natürlich nutzt er die neuen Möglichkeiten und ziert sich nicht über einige britische Gepflogenheiten herzuziehen. Die britische Aristokratie ist dabei ein gefundenes Fressen und so muss diese besonders am Anfang einiges einstecken. Auch eine der britischten Einrichtungen, der Linksverkehr, ist immer wieder Ziel seiner Wort-Attacken, und wird ihm sogar letztlich zum Verhängnis. Dennoch verzichtet er darauf die typischen Bilder die man aus Englands Hauptstadt kennt einzufangen, die wenigen innerstädtischen Außenaufnahmen zeigen keine Touristenmagnete oder Sehenswürdigkeiten, und so wäre man sich gar nicht ganz sicher in welcher Stadt man sich als Zuschauer befindet, wenn es nicht diverse Male erwähnt würde. Dennoch lässt er es nicht aus, auch einige jüdische Anspielungen unterzubringen, doch auch dies wirkt für mich irgendwie deplatziert.

    Zum Film selbst ist zu sagen, dass ich ihn nicht sehr herausragend fand. Für einen Woody Allen-Film eigentlich zu wenig. Wenngleich seine Eigen-Figur in gewohnter analytischer, teils neurotischer und schlagfertiger Art und Weise agiert, ist der Humor aber zumeist nicht von übermäßiger Qualität. Die Geschichte selbst ist interessant aber doch auch relativ unspektakulär. Es scheint, als ob er sich in der neuen Umgebung erst richtig zurechtfinden müsse, wenngleich der Vorgänger und erster London-Film „Match point“ ja sehr gut und gelungen sein soll.

    Kann letztlich meinen (vllt. zu hohen) Ansprüchen an einen Allen-Film nicht genügen.

    Benot.: 6,5/10

    “Er ist ein Lügner und ein Mörder, und ich sage das mit allem gebotenen Respekt !”
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #180
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Porada Ninfu
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    Re: Dies ist vielleicht das Buch, in dem Sie lesen werden !

    176. Die Super Ex
    (My super ex-girlfriend) USA 2006 R: Ivan Reitman

    (g. a. 9.7.2008)
    D: Luke Wilson, Uma Thurman, Anna Faris, Rainn Wilson, Eddie Izzard, Wanda Sykes, Mark Consuelos



    B: Als ich beim Abspann sah, dass Ivan Reitman der Regisseur des Films war, war ich doch mittelschwer verwundert. Irgendwie hätte ich ihm das nicht zugetraut. Er hat zwar schon öfters übernatürliches und Humor in eine Geschichte gepackt, aber ich fand bisher seine Werke hatten hohere Qualität als das.

    Sei’s drum. Letztlich ist es ein recht spaßig-kurzweiliger Film der dem „Sitzengelassene/r macht dem/der Ex das Leben schwer“-Thema eine neue Dimension verpasst. Doch dieser Teil, der ob der besonderen Umstände zweifelsohne sehr viel Potential birgt, kommt letztlich viel zu kurz, das Vorgeplänkel nimmt zuviel Platz ein, dann kommt on top auch noch das „Superheld“ vs. „Superschurke“-Szenario... vllt. hat sich der Film da etwas zuviel aufgeladen.

    Höhepunkt war natürlich der Haiangriff mitten in einer New Yorker Hochhauswohnung, wobei ich mich frage wie das bedauernswerte Tier so lange ohne Wasser überleben konnte und was wohl aus ihm wurde...

    Luke Wilson mochte ich schon immer sehr und da wird sich natürlich auch nun nichts dran ändern, Uma Thurman konnte ich seltsamerweise nie sehr viel abgewinnen, und da wird sich auch nun nichts dran ändern. Außerdem gefällt der Sidekick Rainn Wilson, denke er wird noch so einige Komödien aufwerten und natürlich Anna Faris. Durch die Scary movie-Reihe hat sie natürlich bisschen den Ruf einer leicht Irren, vom Pech verfolgten weg, hier scheint sie eine der wenigen normalen Figuren zu sein, und darüber hinaus darf sie endlich mal ein bisschen sexy sein... weiter so !

    Und was lernen wir aus dem Film !? (Anzügliche-Thematik-mode on):

    1. Wer sich an nächtlichen Aktivitäten seiner Nachbarn stört sollte froh sein, dass es nicht so kommt wie hier gezeigt...

    2. Wer meinte seine Mitgliedschaft im „Mile-High-Club“ sei schon was besonderes, bekommt dargestellt, dass dies durchaus noch steigerungsfähig ist...

    Benot.: 5,5/10

    “Steve ist mir fremdgegangen !”, „Gott sei Dank !“

    Pass. Song: “She conjures me wings” von The Mission
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

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