197. Superbad
(Superbad) USA 2007 R: Greg Mottola
(g. a. 5.9.2008)
D: Jonah Hill, Michael Cera, Christopher Mintz-Plasse, Seth Rogen, Bill Hader, Emma Stone, Martha MacIsaac, Aviva, Joe lo Truglio, Kevin Corrigan
B: Mittagebuchschreiber santoro hat in seinem Eintrag zu dem Film eine sehr interessante These aufgestellt, dass jede Generation ihr Eis am Stiel hat. So gab es eben in den 70ern und 80ern jene „Kultreihe“ aus Israel, in den 90ern dann American pie, und nun dieses hier für die heutige Generation. Finde ich eine sehr interessante und nicht weniger richtige Ansicht, unter deren „Einfluss“ ich nun den Film gesehen habe.
Und sicherlich sind Parallelen zur Reihe um den heißen Apfelkuchen klar ersichtlich und so drängt sich ein Vergleich geradezu auf. Beide drehen sich um das Thema aus der Sicht befreundeter junger Jungs, die schultechnisch vor einer Veränderung stehen und die nicht gerade die klassischen Abräumer sind. Doch sie teilen neben ihrem Leben und ihrer Probleme auch den Traum von zumindest einem erfolgreichen Abend und so rückt dafür alles andere in den Hintergrund.
Im Unterschied zu American pie hat man hier allerdings das Gefühl, dass die Figuren mit sehr viel mehr Respekt behandelt werden und nicht nur vorgeführt werden. Zwar mag sich das angesichts der zeitweisen Bemühung einer Dauerfäkalsprache seltsam anhören, aber dennoch machte sich bei mir dieser Eindruck breit. Mglw. gibt es bei AP mehr gelungene Gags, aber dafür scheint Superbad näher an der Realität und die Figuren einfach ein Stück weit liebenswerter, und so gelingen auch die vereinzelt gesäten tragischen Momente sehr viel mehr.
Highlight bezüglich des Spaßfaktors sind zweifellos die beiden Cops, die herrlich von Rogen und Hader dargestellt werden und auch den drei Hauptdarstellern nimmt man ihr Spiel ab und vergisst sehr schnell, dass es sich „nur“ um einen Film handelt.
Abgesehen davon hat man hier den Eindruck, dass es keine weitere sinnlose Ausschlachtung des Titels und somit keine Fortsetzungen mehr geben wird, nichts gegen AP 2, aber dennoch irgendwo auch ein gutes Gefühl. Schließlich sei noch positiv angemerkt, dass es eine schöne Dynamik hat, den Großteil der Story innerhalb eines Tages und Abends stattfinden zu lassen, erinnert zeitweise an einen wilden chaotischen Trip durch die Nacht.
Zu meinen persönlichen Highlights zählt, als Seth von den Jungs geradezu schwärmt, die er seiner Angebeteten eher zutraut als sich selbst; und als Evan seinen japanischen Kumpel im Hauswirtschaftsunterricht ein Katzengesicht verpasst... herrliches Bild wie dieser sich dann auch entsprechend benimmt.
Benot.: 8/10
Pass. Song: “Celebrate youth” von Rick Springfield
Ich frage mich: Ist es eigentlich Zufall, dass alle drei Ladies rothaarig sind ? Hat da etwa Regisseur Mottola oder die Autoren Rogen oder Goldberg ein nicht verarbeitetes Jugendtrauma, was hier versucht wird zu verarbeiten ? Also, ich persönlich habe da überhaupt nichts dagegen, ganz im Gegenteil, aber ist doch irgendwie verdächtig...


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