Seite 23 von 66 Erste ... 13212223242533 ... Letzte
Ergebnis 221 bis 230 von 653

Thema: Why so curious ?

  1. #221
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    Binoche-double feature pt. 2

    217. Caché
    F/A/I/D 2005; von Michael Haneke

    (18.10.2008)
    Mit: Daniel Auteuil, Juliette Binoche, Lester Makedonsky, Maurice Bénichou, Walid Afkir, Annie Girardot, Daniel Duval, Nathalie Richard, Denis Podalydès, Aïssa Maïga, Bernard le Coq



    Was passiert, wenn einem gut situierten Mann, der ein scheinbar glückliches Leben mit Frau und Kind, schöner Wohnung und anerkannter beruflicher Tätigkeit führt, langsam droht den Boden dieser heilen Welt zu verlieren? Dies durch einen anonymen Unbekannten, der mit sehr subtilen Mitteln ein Gefühl der nicht klar zuzuordnenden Bedrohung bei diesem Mann und dessen Frau auslöst, welches deren Leben beeinträchtigt.

    Den vermeintlichen Urheber dieser Botschaften gefunden zu haben (auch dank entsprechender direkter Hinweise auf weiteren Videobändern), beschimpft und bedroht er diesen. Georges, die Hauptfigur, wird immer gereizter im Verlauf der Geschichte, belügt seine Frau und spielt herunter, wirkt mit dieser Situation konfrontiert auch sehr unsicher. Somit wird der Zuseher vor das Dilemma gestellt, ob man mit Georges mitfühlen oder ihn und sein Verhalten missbilligen soll.

    Der Film lässt den Zuschauer mit einigen Fragen zurück, oder sagen wir es mal so, er lässt den Zuschauer, der gerne immer zumindest die Wichtigsten Elemente der Geschichte verstehen möchte mit vielen offenen Fragen zurück. Allein, dass man nur mutmaßen kann wer denn nun die Videos gemacht hat und was es mit der Andeutung am Ende mit Pierrot und Majid’s Sohn auf sich hat, lässt mich unbefriedrigt zurück.

    Ein Film der bei den meisten Zusehern wohl das bewirkt, was er will, nämlich ein Gefühl der Unsicherheit, Unwohlsein... ein unbequemer Film, ganz nach Hanekes Geschmack. Daüberhinaus Anspielung und Reminder auf ein seitens Frankreich und der Welt scheinbar vergessenes, verdrängtes ja verstecktes geschichtliches Ereignis.

    Letztlich hat mir die filmische Darstellung sehr gefallen, auch das Spiel mit dem Medium selbst, denn hier ist es, im Vergleich zu der bekannten Szene in Hanekes Funny games stimmig. Dazu kommt, dass alles sehr realitätsnah und authentisch wirkt, dies ist auch die große Stärke des Films. Ebenfalls wird gekonnt eine Atmosphäre geschaffen, bei der eine Bedrohung allgegenwärtig scheint, aber nicht wirklich greifbar ist sowie eine sehr realistische Selbsttötungsszene die einen nicht kalt lässt und die man so wohl auch nur in einem französischen Film findet (ist für mich einfach ein französischer Film, trotz dem Hauptverantwortlichen Haneke).

    Auteuil gefiel mir schon in dem ersten Film den ich mit ihm sah sehr und hat sich hiermit in meiner Favoriten-Liste gefestigt. Binoche gefällt mir in ihrer Rolle ebenfalls sehr gut und spielt diese sehr glaubhaft und makellos. Chapeau !

    PS: Das Köpfen des Hahns sowie sein kurzes Weiterleben danach hätte man mE nicht zeigen müssen, nicht allein weil die Szene an sich für mich so schlimm ist anzuschauen, sondern weil das Tier extra für diese Szene geopfert wurde (nehme ich jdf. stark an), das kann ich nicht gutheißen.

    Schwer zu bewerten, letztlich tendiere ich zu einer 8/10

    Pass. Song: Da der Film (passenderweise) vollständig auf Musik verzichtet, tue ich das an der Stelle auch.
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  2. #222
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    Oh lá lá... fronsösisches Dobbelfietschör die zweitö...

    218. Kein Sterbenswort
    (Ne le dis à personne); F 2006; von Guillaume Canet

    (23.10.2008)
    Mit: François Cluzet, Marie-Josée Croze, André Dussolier, Kristin Scott-Thomas, Marina Hands, Jean Rochefort, François Berléand, Philippe Lefebvre, Nathalie Baye, Gilles Lellouche, Florence Thomassin, Olivier Marchal, Guillaume Canet, Brigitte Catillon, Samir Guesmi, Jalil Lespert, Mikaela Fisher



    Interessante Ausgangslage für diesen Film, diesmal wird nicht ein europäischer oder japanischer Film geusremaked, sondern die Geschichte eines US-Romans wird kurzerhand nach Frankreich verlegt. Und da scheint die Story auch sehr gut hinzupassen, ich kenne zwar den Roman nicht (surprise surprise) aber ich finde, dass die Geschichte viel besser nach Frankreich passt als in die U.S.A. und auch die ganze Atmosphäre viel eindrücklicher ist. Liegt vielleicht daran, dass einem hier Frankreich viel näher ist als die „neue Welt“ und daher das Ganze viel authentischer rüberkommt. Darüber hinaus gibt es natürlich auch einen deutschen Bezug (Auto von Bruno).

    Insgesamt ein sehr spannend gemachter Thriller, der teilweise recht verzwickt wirkt, sich aber am Ende vollständig und mE stimmig auflöst (eine schöne Monk’sche „Es lief so ab...“-Auflösung), wobei sich Teile davon natürlich schon im Laufe des Filmes erahnen lassen, aber das ist ja wohl auch die Intention, dass man eben ein Puzzleteil nach dem anderen geliefert bekommt und mehr oder weniger passend in das vorhandene Bild einfügt. Wobei ich sagen muss, dass ich fast ein klein wenig enttäuscht war, weil ich von Beginn an irgendwie eine Lösung erwartete, die einen komplett überraschend trifft und man mit offenem Mund vor’m Bildschirm hockt und staunt, nur dabei wäre natürlich die Gefahr groß, dass es unglaubwürdig wird und durch ein verhunztes Ende der ganze Film leidet, das wäre natürlich schade gewesen und außerdem würde es den Sinn des Filmes, nämlich die Spurensuche der Hauptfigur Alexandre, ad absurdum führen.

    Zu den Stärken des Filmes gehört neben der spannend aufgezogenen Story und deren guter Auflösung auch ein sehr guter Cast und wirklich sehr interessante Figuren, einige wirklich gut gemachte und lange im Gedächtnis bleibende Szenen (Verfolgungsjagd, besonders die Straßenüberquerung mit Unfall; Alexandres Ausrutscher (der mir ein lautes *autsch* entlockte) etc.) sowie die Szene im Internetcafé mit der stimmigen U2-Musik und den Blick auf den wirklich schönen Hund (Name entfallen bzw. wird glaub’ gar nicht erwähnt !?). Und auch einige hübsche Damen (besonders Mme. Croze und Mme. Hands (sowie die Restaurant-Bedienung Julie, deren Darstellerin ich aber in keinem Cast finden kann *grrrr*)).

    Natürlich ist die Story insgesamt ein wenig sehr konstruiert und man ist fast geneigt zu sagen es ist too much, aber letztlich ist alles stimmig und logisch nachvollziehbar und insofern akzeptabel.


    Bemerkenswert an der Sache ist auch, dass die beiden Personen, die hauptsächlich für die Entwicklung der Ereignisse verantwortlich sind, alles was sie tun jeweils aus großer Vaterliebe zu ihrem jeweiligen Kinde tun, insofern eine starke Verbindung zwischen den beiden Gegnern und ein interessanter Aspekt.


    Blöd war, dass die DVD mal wieder einen Aussetzer hatte, bin dann ins nächste Kapitel und hab soweit zurückgespult bis es noch ging, dennoch fehlen mir einige Minuten im ersten Drittel, ärgerlich ärgerlich.

    Also ein sehr gut gemachter europäischer Film, den man dem geneigten Thriller-Zuschauer guten Gewissens ans Herz legen kann.

    7,5/10

    Interesting fact: Der Briard ist eine französische Hunderasse, die von Hof- und Bauernhunden des französischen Flachlandes abstammt. Seine Färbung reicht von schwarz über rehbraun bis grau. Ursprünglich wurde er als Schafhütehund eingesetzt, mittlerweile findet er seine Aufgaben aber auch im Turniersport (Agility), sowie als Rettungs-, Schutz- oder Therapiehund. Sein Wesen wird als sehr temperamentvoll, gewitzt, eigensinnig, intelligent und wachsam beschrieben. Er benötigt viel Einfühlungsvermögen, einen starken Willen und Konsequenz sowie ausreichende Beschäftigung und Bewegung und ist daher nur erfahrenen Hundehaltern empfohlen.

    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  3. #223
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    OMFE präsentiert: Must-See-Film #7; presented by Ali

    Das Imperium schlägt zurück...

    219. Inland Empire
    USA/F/PL 2006; von David Lynch

    (26.10. + 27.10.2008)
    Mit: Laura Dern, Justin Theroux, Jeremy Irons, Harry Dean Stanton, Bellina Logan, Grace Zabriskie, Karolina Gruszka, Jan Hencz, Krzysztof Majchrzak, Diane Ladd, Julia Ormond



    Das Empire State Building von einem Film, so sperrig wie ein massiver Eichenschrank. Und ähnlich wie bei einem Regal eines großen schwedischen Möbelherstellers hat man als Konsument größte Probleme beim korrekten Zusammensetzen der einzelnen Teile, und das einem zur Verfügung stehende Werkzeug scheint auch nicht zu passen. Und obendrein hat man das Gefühl, dass sich auch Teile aus anderen Arrangements mit in die Packung gemischt haben.

    Der Film hat natürlich auch sein schönes, wie diverse visuelle und tontechnische Spielereien, die jedoch nicht aus dem Computer kommen sondern mit handwerklichem Können der beteiligten Fachleute geschaffen wurden. Außerdem auch eine herausragende schauspielerische Leistung von Laura Dern. Die Kameraarbeit ist sehr gekonnt, dabei meist unkonventionell und sehr auf die Köpfe der Personen ausgerichtet, die Gesichter und die Emotionen die sie darin tragen und mit ihnen zeigen stehen im Fokus. Viel mehr konnte mich ehrlich gesagt nicht begeistern. In die Geschichte selbst konnte ich nicht ganz eindringen, zwar ist mir die Rahmenhandlung und die Thematik grob einleuchtend, aber welche Teile nun Fiktion sind, welche wirklich, das erschließt sich mir nicht ganz (gab es überhaupt irgendetwas tatsächlich geschehenes in dem Film ?), überhaupt, selten ergaben sich für mich beim Sehen eines Filmes so viele Fragen, Fragen die unbeantwortet bleiben.

    Aufgefallen ist mir auch die Verwendung von Farben, so meine ich, dass die Farben grün und rot eine ganz besondere Rolle spielen und mit Sicherheit auch etwas bedeuten, für etwas stehen, vielleicht sogar erklärenden Charakter haben, blöd halt nur, wenn man nicht wirklich dahintersteigt was uns das alles zu bedeuten hat... wobei man aus dem „uns“ gerne auch ein „mir“ machen kann.

    Als Fazit darf ich feststellen, dass mir dieser Film aufgrund seiner Sperrigkeit und Undurchdringlichkeit nicht gefallen hat. Gleichwohl ist es interessant zu sehen, ja förmlich zu erleben, was das Medium Film alles kann und dass auch die noch so verschrobensten Gedankengänge eines mutigen Filmemachers der dem Mainstream geradezu in die künstlich lächelnde Fresse schlägt, visualisierbar sind und ich kann in gewisser Weise die Faszination, die dieses Werk bei einigen auslöst erahnen, aber keinesfalls teilen.

    5/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  4. #224
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    220. Melinda und Melinda
    (Melinda and Melinda) USA 2004; von Woody Allen

    (29.10.2008)
    Mit: Wallace Shawn, Larry Pine, Radha Mitchell, Chloë Sevigny, Jonny Lee Miller, Will Ferrell, Amanda Peet, Chiwetel Ojiofor, Brooke Smith, Josh Brolin, Daniel Sunjata, Arija Bareikis, Matt Servitto, Zak Orth, Andy Borowitz, Shalom Harlow, Steve Carell, Vinessa Shaw



    Woody Allen. Mit Sicherheit der von mir meistgeschätzte Filmemacher, auch wenn es nur ganz wenige seiner vielen vielen Filme (dazu gleich noch mehr) in meiner Top-Liste ganz nach oben geschafft haben. Aber die Menge an sehenswerten Filmen ist es u. a., die ihn für mich hervorheben, dazu kommt noch, dass er nicht nur im Regiestuhl platz nimmt, er schreibt auch fast alle Drehbücher selbst und ist bei vielen Filmen auch noch vor der Kamera zu finden. Eben eine ganz bemerkenswerte und herausragende Person, die fast jährlich einen Film rausbringt und man sich fragt, woher nimmt der kleine Kerl die Zeit, die Kraft, die Ideen. Okay, natürlich gibt es auch „schlechtere“ Filme, was aber auch wieder subjektiv ist. Aber das ist absolut verzeihlich, weil es eben subjektiv ist und darüber hinaus es wohl kein Regisseur schaffen würde, rund 40 Filme in 40 Jahren abzuliefern und dabei immer den Geschmack aller Zuschauer zu treffen. Noch dazu, wo das Angebot breit gefächert ist. Es gibt albernes, komisches, tragisches, tragikomisches, tlw. auch politisch-satirisches. So, eben noch mal die imdb bemüht, für 38 Kino-Filme zeichnet Allen regiemäßig verantwortlich, ein weiterer ist gerade in der Postproduktion. 23 davon habe ich gesehen... bzw. 24, jetzt.

    Aber zum Film:

    Ganz zu Beginn freute ich mich, dass da ein schöner Cast auf mich wartet (was bei einem Allen-Film keine Seltenheit ist), ‚nur’, dachte ich, ‚schade dass die Hauptdarstellerin keine andere ist’, dachte ich. Doch nach diesem Film muss ich diese Meinung revidieren. Denn was Radha Mitchell hier bringt ist eine überdurchschnittliche schauspielerische Leistung und wirklich sehr sehenswert. Sicher ist dies auch Allen himself und seiner wiedermal gelungenen Schreibe zu verdanken. Aber dennoch hätten diese Figur nur ganz wenige so passend rübergebracht, womöglich sogar keine andere. Dabei fußte diese Vorverurteilung allerdings gar nicht mal auf schlechten Erfahrungen mit ihr, sondern vielmehr auf wenig Erfahrung (eben noch mal auf imdb ihr bisheriges Schaffen durchgegangen und entdeckt, dass es vor diesem hier nur zwei Filme mit ihr waren, ein weiterer ist jedoch in der Ausleihliste an oberster Stelle (nach dem aktuellen OMFE-Film versteht sich)).

    Nun jedenfalls wird uns hier eine schöne Grundidee vorgestellt und so gibt es für uns zwei Filme zum Preis von einem. Zwei befreundete Männer sitzen mit anderen Bekannten in der Runde und veranschaulichen ihre Grundeinstellung zum und über das Leben, der Eine hebt eher die tragischen Momente hervor, der Andere eher die komischen, anhand von einigen wenigen Stichworten als Eckpfeiler ihrer jeweiligen Geschichte. Was die beiden Versionen verbindet ist im Hauptsächlichen die Figur der Melinda. Und in beiden Geschichten erlebt diese nun diverse Irrungen und Wirrungen im Leben, wobei ein nicht unwesentlicher Teil das Thema Liebe behandelt. Verschmähte Liebe, erwiderte Liebe, unerwiderte Liebe, verlorengegangene Liebe, erfüllte Liebe. Und in der einen Story steht eben das Dramatische im Vordergrund, in der Anderen die komischen Momente, wobei es letztlich in Beiden Lachen und Weinen gibt. Beides ist wunderbar miteinander verbunden und macht mit fortlaufender Spielzeit immer mehr Freude.

    Sehr schön sind bei dieser quasi Gegenüberstellung dann immer die kleinen Details die entweder exakt gleich sind, oder eben grundverschieden (zB ist einmal Melinda diejenige, die ihren Mann betrügt, während in der zweiten Parallelepisode sie die Betrogene ist). Wodurch das Ganze eben wirklich so wirkt, als wären beide Geschichten gerade in dem Moment von den beiden Erzählern erfunden worden und sie nehmen hin und wieder eine Idee des Gegenüber auf und übernehmen diese genauso oder verändern sie eben wesentlich.

    Das Darstellerensemble insgesamt ist wieder mal von Allen wunderbar zusammengestellt und trägt einen wesentlichen Teil zu meinem persönlichen Gutfinden des Filmes bei. Besonders natürlich auch wegen Will Ferrell. Dabei erinnert er häufig in Gestik und in der Art was er tut und wie er es tut und was er sagt und wie er es sagt sehr an die Filmrollen von Allen selbst und ich dachte mir stellenweise, dass er quasi der Allen-Ersatz auf der Leinwand ist (auch wenn sie sich rein äußerlich mal so gar nicht ähnlich sehen). Und man könnte sich denken, warum hat Allen die Rolle nicht gleich selbst gespielt, aber das wäre bei dieser Konstellation nicht gegangen, jedenfalls nach meiner Überzeugung. Denn für ihn sind beide Geschichten gleichwertig, Allen möchte sich der Bewertung der Ausgangssituation „Tragik vs. Komik“ enthalten und Neutralität bewahren. Hätte er nun in einer der Teilgeschichten mitgewirkt, hätte schon allein deswegen diese Geschichte mehr an Gewicht gewonnen, das fifty/fifty-Verhältnis wäre aus den Fugen geraten. Zwar kann es natürlich sein, dass dem ein oder anderen Zuschauer eine der beiden Stories aus einem anderen Grunde näher ist, aber das hat dann rein subjektive und individuelle Gründe, die nicht in von ihm direkt beeinflussbaren Rahmen liegen. Hätte er wiederum in beiden Teilen eine Figur gespielt, hätte dies jedoch das Grundkonstrukt, nach der Melinda die einzige Konstante ist, gesprengt. Wie man es auch dreht und wendet, auch wenn ich Allen sehr sehr gerne vor der Kamera sehe, hier war es absolut richtig und vernünftig hinter dem Rotlicht zu bleiben.

    Ach ja, ich muss gestehen, dass mir die Figur von Ferrell sehr gut gefallen hat, war einfach auch die Spaßigste, allein das Schlechtreden und Schlechtmachen des „Rivalen“ etc., sehr schön hier natürlich auch der (leider viel zu kurze) Auftritt von Steve Carell. Übrigens habe ich die Szene, in der die beiden einen (leider viel zu kurzen) Dialog führen auch kurz in OV angeschaut (hach, diese DVD-Technik ist doch was feines), dabei festgestellt, dass die Übersetzung, für mein Verständnis, ziemlich 1zu1 war. (Aber Carells Originalstimme gefällt mir überhaupt nicht :wink.

    7,5/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  5. #225
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    221. Ein Quantum Trost
    (Quantum of solace) GB/USA 2008; von Marc Forster

    (8.11.2008)
    Mit: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Judi Dench, Olga Kurylenko, Gemma Arterton, Anatole Taubman, Jeffrey Wright, Giancarlo Giannini, David Harbour, Joaquín Cosio, Rory Kinnear, Jesper Christensen, Glenn Foster



    Der Film fügt sich nahtlos an seinen Vorgänger an, sowohl geschichtlich als auch von der Art und Weise der Darstellung. Wer also schon mit Casino Royale nicht viel anfangen konnte, sollte von einer Sichtung dieses Bonds hier Abstand nehmen.

    Diejenigen aber, die an der Gesamt-Neuaufstellung seit Craig gefallen finden, dürften hier wieder gut unterhalten werden. So geht es bereits von Anfang an zur Sache (keine 30 Sekunden bis der erste Schuss fällt), und schon ist man mitten drin in einer Verfolgungsjagd (es soll nicht die Letzte bleiben; zu Lande, zu Wasser und in der Luft) mehrerer Fahrzeuge (und wenn ich sage ‚mitten drin’, dann ist das auch so gemeint). Und schon bekommt man einen ersten Eindruck, was einen alles erwartet.

    Handgemachte Action, bei der man auch dank der „Wackelkamera“ voll dabei ist und das passt hier, denn die Wirkung von dem was passiert ist damit einfach rauer und grober, und genau das spiegelt auch Bonds Wesen wieder. In allen Actionszenen ist man wirklich hautnah im Geschehen drin und es wirkt meist recht beeindruckend und mitunter auch bedrückend.

    Anders als sonst üblich geht es hier mehr um persönliche Rache als darum einen mal wieder die Weltherrschaft anstrebenden Oberschurken auszuschalten, dass ein solcher dennoch ins Spiel kommt ist anfangs fast eher Zufall.

    Bei all der Fortführung von CR bringt der Schweizer Regisseur auch seine eigene Note mit dazu. Dabei gefallen u. a. auch die sehr unterschiedlich gestalteten und platzierten Orteinblendungen. Apropos, auch wenn einige typische Bond-Zutaten verlustig gegangen sind (durchs Büro fliegende Hüte und ein Flirt mit Moneypenny; der ungerührte Martini; Autos, Uhren und Kugelschreiber die explodieren oder schießen oder sonst was können; etc.), konstant bleiben die vielen unterschiedlichen Locations. Vom karibischen Haiti, über das europäische Bregenz mit seiner mondänen Teilwelt um das Musical Tosca, bis hin zum militärisch geprägten Bolivien, dessen landschaftliche Weiten und Möglichkeiten sowohl geopolitisch als auch filmisch noch weitestgehend ungenutzt sind.

    Amalric gibt den Fiesling sehr lässig und souverän und ich finde, er kann sich durchaus als Bond-Widersacher sehen lassen. Ebenfalls hat mir Anatole Taubman sehr gut gefallen, obwohl seine Figur sicherlich nicht sehr ausschweifend angelegt ist, hat mir seine dezente Präsenz dennoch sehr zugesagt. Die beiden Bondinen sind sehr ansehnlich. Kurylenkos Vorzüge werden gut in Szene gesetzt, und Artertons Auftritt ist zwar eher kurz, aber dafür umso eindrucksvoller. Uhren und Autos werden ebenfalls schön präsentiert, so dass die Werbepartner sicherlich zufrieden sein werden.

    Allesinallem eine gut gelungene Fortführung. Man fragt sich nur, wie soll es mal weiter gehen, wenn Craig nicht mehr 007 ist...?

    7,5/10

    Ich frage mich…: Hatte Miss Fields wohl noch was unter’m Mantel an ?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  6. #226
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    222. WallE - Der Letzte räumt die Erde auf
    (WallE) USA 2008; von Andrew Stanton

    (9.11.2008)
    Mit: Fred Willard; Stimmen: Original: Ben Burtt, Elissa Knight, Jeff Garlin, MacIn Talk, John Ratzenberger, Kathy Najimy, Sigourney Weaver; dt.: Timmo Niesner, Luise Helm, Markus Maria Profitlich, Joachim Kerzel, Marco Kröger, Almut Zydra, Ulrike Stürzbecher



    Ursprünglich wollte ich den Film ja gar nicht schauen, höchstens irgendwann mal im TV, wenn sich Gelegenheit geboten hätte. Aber durch diverse Fügungen, die man im Nachhinein wohl positiv benennen kann, und einer entscheidenden Intervention seitens WolfE dieses neue Werk aus der Pixar-Werkstatt nun doch gesehen.

    Zunächst noch ein Wort zum gar wunderprächtigen Vorfilm Presto, in dessen Genuss ich bereits vor einiger Zeit dank dem IN kam. Und gefiel er mir vor dem heimischen PC schon sehr gut, erhält er auf der großen Leinwand noch mal eine Aufwertung und überholt damit doch noch den bislang von mir in der Kategorie "bester animierter Kurzfilm" favorisierten For the birds. Die Grundidee ist schon wirklich einfallsreich und die Umsetzung und Einsetzung dieser Möglichkeit sehr gut gelungen. Dazu hat das Ganze richtig Tempo und vor allem Witz, sowie gut passende und eingesetzte (musikalische) Geräusche. Dass mir als Hasenliebhaber der kleine Racker Alec besonders zusagt war ja eh klar. Die Animationen sind sehr oppulent und mit viel Liebe zum Detail…

    …und damit sind wir auch schon beim Hauptfilm, denn für ihn gilt selbiges. Wieder schafft es Pixar eine wunderbare Welt zu schaffen, mit detailreichen, ausgiebigen und durchweg gelungenen Animationen. Ebenfalls ist das Einfallsreichtum bezüglich des Einsatzes und der Fähigkeiten und Möglichkeiten um das Hauptthema der Roboter (insbesondere der Haupt“person“) recht großartig.

    Doch was mir nicht so zusagte, und da konnten mich auch die herrlichen Bilder und Einfälle nicht von meiner Meinung, die ich bereits im Vorfeld hatte und einer Sichtung eigentlich im Wege standen, abbringen und überzeugen: die Geschichte selbst kommt bei mir einfach nicht an (und das ist bei der Bewertung eines Filmes nun mal ein sehr wichtiger Punkt). Und auch habe ich komischerweise ein wenig meine Schwierigkeiten mit der Vermenschlichung von Robotern. Klar kann man sich nun fragen, ‚ja aber was ist denn bei Cars zB’… und meine Antwort lautet… ‚keine Ahnung’, offensichtlich sind persönliche und individuelle Betrachtungsweisen nicht immer logisch und schon gar nicht für andere nachvollziehbar (und für einen selbst manchmal auch nicht). Damit muss man sich wohl irgendwie arrangieren.

    Es wird dem Film zwar positiv angerechnet, dass er es so herrlich schafft in die Maschinen, und besonders eben in WallE, menschliche (also emotionale) Züge zu projezieren und damit mit der kleinen rollenden Blechbüchse wahrlich mitzuleiden (was mir natürlich stellenweise auch so ging), aber das ist keine allzu große Leistung, wenn man sich ansieht wie dies geschaffen wird. Da werden bei beiden Hauptrobotern variable und emotionsabhängige Gesichtszüge eingesetzt, die so aber gar nicht möglich bzw. von den Programmierern gewollt sein können (zB Eves Augenvariationen, lachen und kitzeln etc.). Vielleicht sehe ich den Film aber auch nur weniger mit Kinderaugen als es notwendig wäre, aber diesen Knopf konnte er einfach bei mir nicht drücken.

    Als Animationsfilm: 6,5/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  7. #227
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    OMFE präsentiert: Must-See-Film #8; presented by Argonaut

    223. Alles ist erleuchtet
    (Everything is illuminated) USA 2005; von Liev Schreiber

    (9.11.2008)
    Mit: Elijah Wood, Eugene Hutz, Boris Leskin, Ljubomir Dezera, Tereza Veselkova, Oleksandr Choroshko, Ludmila Kartouska; sowie Mikki und Mouse



    Basierend auf dem gleichnamigen (Debüt)Roman des in New York lebenden Schriftstellers Jonathan Safran Foer bietet uns dieser Film einen teils schrägen Road-Trip durch die Ukraine und gleichzeitig eine Spurensuche und Reise in die Vergangenheit.

    Es ist kein Zufall, dass die Figur nicht nur wie Foer selbst heißt sondern auch gewisse äußere Ähnlichkeiten zu erkennen sind, denn er schreibt teilweise autobiographisch. Denn eine solche „Heritage tour“ auf der Suche nach Vorfahren zur Zeit vor und um den 2. Weltkrieg herum in der Ukraine hat er selbst mitgemacht, allerdings mit anderem Ergebnis als im Film gezeigt.

    Insgesamt hat mir der Film sehr gefallen, insbesondere mit den Figuren wird man schnell warm, man genießt die drei unterschiedlichen Hauptfiguren (plus Hund) und ihre teilweise verschrobenen aber liebenswerten Macken und insbesondere ihr Interagieren. Interessant zu sehen, wie sich die vorhandenen Spannungen (die eben auch in einem unterschiedlich geprägten Weltbild begründet sind) unter ihnen oftmals unkonventionell lösen und wie sich ihre Beziehung entwickelt. Der Film hält zunächst sehr gut die Waage zwischen komischen und tragischeren Momenten, wobei zunächst der Humor überwiegt und der ist meist sehr treffsicher und wirklich amüsant. Gegen Ende hin wird es dann doch etwas ernster, aber das war auch zu erwarten, bei diesem Thema. Dennoch verliert der Film in diesem Bereich eher ein paar Körner bei mir, auch weil ich eine Sache nicht nachvollziehen konnte.

    Bis dahin bekommt man aber eine schöne Geschichte mit vielen wunderbaren Kleinigkeiten und Randnotizen geboten, die dieses ernste Thema in typisch jüdischer Weise aufgreift, eben auch mit Humor und viel unbewältigtem Schmerz. Dazu kommen auch noch einige schöne, manchmal skurrile Bilder, man denke nur an das Haus im Sonnenblumenfeld oder die Szene mit Sammy Davis jr. jr. auf der Motorhaube. Ja und nebenbei bekommt man auch noch einiges an wirklich ahnsehnlicher ukrainischer Landschaft zu sehen... wobei... da durchweg alle Nebenfiguren tschechische bzw. slowakische Namen haben, könnte es auch gut sein, dass der Film dort gedreht wurde... was einerseits auch schade ist, weil die Ukraine mit Sicherheit auch diese schönen Landschaften zu bieten hat, aber vllt. hatte das finanzielle oder andere Gründe.

    Dabei sind viele Szenen sehr passend mit der Musik der Multi-Ethniker Gogol Bordello unterlegt, deren Frontmann Eugene Hutz auch gleich die Hauptrolle neben Wood spielt. Ein Teil der restlichen Band ist ebenfalls zu sehen, am Anfang am Bahnhof von Lviv gibt sie zur Begrüßung des Suchenden den Star-spangled Banner zum Besten und das war auch einer der wenigen Punkte die mich gestört haben, weil ich es eher für unwahrscheinlich halte, dass eine Truppe Straßenmusiker irgendwo in einer ukrainischen Großstadt auf Zuruf die US-Hymne im Repertoire hat. Kleinigkeit, aber stieß mir eben (bisschen negativ) auf.

    Wirklich toller Film und beachtenswertes Regiedebüt von Liev Schreiber, danke für die Empfehlung an den Empfehler (sonst hätte ich ihn zwar schon noch irgendwann gesehen, aber nicht so zeitig), und ich kann ihn guten Gewissens auch weiterempfehlen.

    8/10

    Pass. Song: „Down in the past“ von Mando Diao
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  8. #228
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    224. Reeker
    (Reeker) USA 2005; von Dave Payne

    (9.11.2008)
    Mit: Tina Illman, Scott Whyte, Devon Gummersall, Arielle Kebbel, Derek Richardson, Eric Mabius, Michael Ironside, Marcia Strassman, David Hadinger



    Schon seltsam, bei einem Film wie diesem tue ich mich mit am Leichtesten wenn es darum geht etwas dazu zu schreiben... dabei kann ich gar nicht genau sagen woran das liegt geschweige denn, was ich mit „einem Film wie diesem“ eigentlich genau meine.

    Nunja, mal wieder ein Teenie-Horror den man hier geboten bekommt, dabei bietet er einiges altbekanntes (was aber so schlecht nicht unbedingt sein muss) und auch die ein oder andere kleine neuere Variante.

    Zunächst ist der Film mal wirklich sehr fesselnd, er vertrödelt nicht viel Zeit sondern geht gleich zu Beginn in die Vollen, damit man als (leichtzubeeindruckender) Horrorfilm-Zuschauer schon mal gleich zu Anfang sieht in welche Richtung es geht und was einen erwartet. Danach allerdings dauert es recht lange bis zum nächsten richtigen Schockmoment und ehrlich gesagt kommt nach der Anfangssache nichts mehr, was ich auch nur annähernd so heftig fand. Aber dafür wird die ganze Zeit eine schöne Stimmung aufgebaut, die an den Nerven zerrt und einen als Zuschauer auch lange Zeit im Unklaren über die Hintergründe lässt. Insofern ist das Klassenziel des Gruselns zunächst erreicht, und es wäre ein idealer Streifen für einen stimmungsvollen Halloween-Abend gewesen.

    Beachtlich ist die Ausgangssituation, dass einer der Hauptfiguren blind ist, das weckt noch mal einige Gruselrezeptoren mehr und bietet grundsätzlich auch noch mehr Möglichkeiten, die aber überwiegend nicht genutzt wurden. Außerdem kommen meist um dieses Thema herum auch einige Lacher dazu, die vielleicht nicht jeder als super politisch korrekt ansehen würde, aber darüber kann man mal hinwegsehen und man darf seine Augen davor nicht verschließen.

    Doch dann die Auflösung...

    War schon seltsam beim Anschauen... im Hinterkopf hatte ich die Worte aus Keyzer’s FTB-Eintrag, dass die Auflösung stimmig und passend sei und damit auch immer ein gutes Gefühl. Und so denkt man anfangs, dass irgendein schiefgelaufenes Experiment die Ursache ist oder ein Chemie- oder ähnlich gelagerter Unfall. Aber als dann immer mehr von dem „Reeker“ zu sehen ist, wird man zunehmend skeptisch, denn offenbar ist doch eine übernatürliche Kraft am Werke. Und letztlich ist die Auflösung in sich zwar durchaus stimmig und passend, aber für mich auch wieder eine große (negative) Ernüchterung. Ich mag solche Filme eben nicht, in denen sich am Ende herausstellt, dass alles erlebte und mitgefieberte nur in einem Traum oder einer Einbildung stattfand. Zwar ist dies ein zulässiges Mittel im Rahmen der fiktionalen Geschichten zu Papier oder auf Film, aber ich persönlich finde das einfach nur blöd und solche Filme (Dead end, Identität, Haute tension) verlieren dadurch immer an Punkten. Und so wird es auch immer sein. Ach und natürlich ist die Grundidee auch mal allerderbst bei Dead end geklaut.

    Gleichzeitig gehen mit dieser Lösung auch wiederum einige Fragen einher. Was hatte es denn nun in diesem Zusammenhang mit der Familie zu Beginn zu tun. Oder mit der Frau mit der entstellten Unterkieferpartie im Motel... sind das auch alles Unfallopfer... aber was haben sie dann in der Vorstellung der Jugendlichen zu suchen ? Also dadurch wirkt alles unrund.



    Nichtsdestotrotz schafft der Film, abgesehen vom für meine Begriffe nicht zufriedenstellenden Ende, eine tolle Atmosphäre und ich habe mich größtenteils schon gegruselt, und darauf kommt es ja auch an.

    Wobei, ich les’ grad noch mal in Keyzer’s Eintrag... wo er von spannungsarm spricht... hmmm, viele Highlights hat der Film zwar nicht, aber ich war sehr angespannt beim Anschauen, offensichtlich bei weitem noch nicht so erfahren und abgebrüht was diese Sorte von Filmen anbelangt wie einige andere.

    6,5/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  9. #229
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    225. Lars und die Frauen
    (Lars and the real girl) USA 2007; von Craig Gillespie

    (13.11.2008)
    Mit: Ryan Gosling, Emily Mortimer, Paul Schneider, Kelli Garner, Patricia Clarkson, Nancy Beatty, Liz Gordon, Joe Bostick, Doug Lennox, Maxwell McCabe-Lokos



    Auch wenn die Umgebung in der der Film spielt sehr viel Kälte vermittelt, so verbreiten die Bewohner des nicht genannten kleinen Örtchens eine Herzenswärme und eine Toleranz gegenüber einem Hilfs- und Verständnisbedürftigen, dass der ganze Schnee Nordamerikas zur Winterzeit davon schmelzen könnte.

    Inwieweit dies realistisch ist, sei dahingestellt. Und sicher gibt es auch einige die so denken, wie es nur wenige ansatzweise aussprechen, aber Lars gegenüber treten sie stets verständnisvoll auf. Offenbar hängt dies auch damit zusammen, dass er ob seiner eigenen Freundlichkeit und Rücksichtnahme ein gutes Standing in der Meinung der Meisten hat. Doch letztlich wird es ihm zu einfach gemacht, man hätte sich wünschen können, dass er noch dramatischere Momente erlebt, zB wenn er und Bianca (btw. halb Brasilianerin, halb Dänin *lool*) in der Öffentlichkeit von einem oder mehreren Uneinsichtigen mal richtig mit seinem Verhalten konfrontiert worden wäre (aber vielleicht hätte er einem solchen auch mit seinen Mitteln trotzen können, hätte jedenfalls eine spannende Situation werden können), das hätte Lars und auch dem Zuschauer dann sicher weh getan, aber das gehört nun mal auch irgendwie dazu.

    Das ist auch schon der größte von ganz wenigen Kritikpunkten für mich, ansonsten haben wir hier ein ganz wundervolles Plädoyer für mehr Toleranz und Akzeptanz. Man muss ja nicht immer alles verstehen und nachvollziehen können, aber zumindest ein respektvoller Umgang miteinander und eben die Akzeptanz anderen Verhaltens, sei es für den Einzelnen auch noch so unverständlich und schräg.

    Ein ganz dickes Lob geht hier natürlich an Ryan Gosling. Hätte ich nicht gewusst, dass er es ist, hätte ich ihn womöglich nicht erkannt geschweige denn überhaupt nur im Traume dran gedacht, dass er hier zu sehen ist. Wirklich beeindruckend, hätte ich ihm nicht zugetraut muss ich ganz ehrlich sagen. Auch die anderen Darsteller sind gut ausgewählt und zusammengestellt und vor allem auch die niedliche Figur der Kelli Garner wusste zu gefallen, auch sehr schön übrigens wie beschrieben wird, dass gerade sie, die sich ob einer enttäuschten Liebe eigentlich eher besonders negativ zu seinem Verhalten stellen könnte, eben ihre Zuneigung zu ihm dadurch zeigt, dass sie besonders verständnisvoll mit der Situation umgeht und somit sein Wohl über das ihrige stellt.

    “Sie streiten sonst nie!”

    7,5/10

    Ich frage mich…: 1. Wer bekam eigentlich „Bianca“ nach Fertigstellung des Filmes ?
    2. Wozu brauchte es hier einen „stunt coordinator“ ?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #230
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Yearn after reading

    Was ist mit Bob ?

    OMFE präsentiert: Must-See-Film #9; presented by Bob

    226. Lost in translation
    (Lost in translation) USA/J 2003; von Sofia Coppola

    (25.11.2008)
    Mit: Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris, Catherine Lambert, Akiko Takeshita, Diamond Yukai, Fumihiro Hayashi, Hiroko Kawasaki



    Irgendwas mache ich falsch; überflog eben noch mal kurz einige andere Einträge zu dem Film und da fliegen einem fast ausschließlich die 9er- und 10er-Wertungen ja nur so um die Ohren. Vielleicht komme ich ja von einem anderen Planeten als die Anderen !? Aber gutes Stichwort, wie auf einem anderen Planeten müssen sich auch die beiden Hauptfiguren in dem Film fühlen, denn Tokio ist wohl für quasi jeden der sich dort das erste Mal aufhält eine Herausforderung, eine wahre Flut an Eindrücken, Bildern und Befremdlichkeiten prasselt auf einen hernieder, und wenn man aus welchen Gründen auch immer gerade eh nicht besonders aufnahmefähig dafür ist und noch ganz andere Probleme mit sich herumschleppt, fällt es sehr schwer, in diesen Eindrücken das Positive und Bestaunenswerte zu sehen und somit der ganzen Situation das Gute abzugewinnen und die Möglichkeiten die sich einem bieten auszukosten.

    Sehr ansprechend fand’ ich die Szenen in der die beiden jeweils mit Zuhause telefonieren... der Anruf von vertrauten Menschen in der Heimat scheint eine der wenigen Ausbruchsmöglichkeiten aus dieser fremdartigen Welt zu sein, doch letztlich können die Angerufenen dieser Aufgabe nicht gerecht werden, sie sind jeweils mitten in ihrem Alltag und haben ihre eigenen Angelegenheiten zu bewältigen und haben nicht die Zeit und auch offensichtlich nicht die Fähigkeit den Anrufern das zu Bieten, was diese sich erhofften.

    Ansonsten passiert aber eigentlich nichts, was ich nicht schon in der Form erwartet hätte, zwei Menschen die sich in einer großen, fremdartigen Stadt nicht zurechtfinden und sich daher zurückziehen und letztlich dann nur sich gegenseitig als Rettungsring vor dem Untergehen haben, während andere offensichtlich problemlos und ja geradezu euphorisch zu Schwimmhöchstleistungen in dem Meer der Großstadt auflaufen. Die Beschreibung der Andersartigkeit dieser Stadt und dieses Landes ist allerdings eher noch zu gering gehalten, ich denke mir, dass es da noch viel mehr zu zeigen und bestaunen gegeben hätte bzw. gibt.

    Einen Gedanken möchte ich noch loswerden, als Charlotte Bob’s One-Night-Stand entdeckt ist sie entsprechend sauer und enttäuscht, vielleicht aber gar nicht mal wegen der offensichtlichen Sache, sondern auch weil sie damit erkennt, dass Bob gar nicht unbedingt auf sie angewiesen ist, und gerade das macht ihre „Beziehung“ zu einem großen Teil aus, es ist nicht die unumstößliche Anziehung zwischen zwei Menschen, sondern sie ist lediglich den Umständen geschuldet. Wären die Beiden in dem gleichen Hotel in Chicago oder einer anderen US-Stadt abgestiegen, hätten sie sich vermutlich nicht mal wahrgenommen.

    Sehr beeindruckend fand’ ich diese Art Videowand an der Hausfront an der diverse Animationen abliefen, was es nicht alles gibt...

    Negativ fand’ ich auch die Figur die Anna Faris verkörperte. So eine unsympathische, nervige Figur... und da bin ich dem Film auch ein wenig böse, dass ich sie so erleben musste und damit mein bislang so ungetrübtes Bild von ihr mit diesem Schatten belegt sein wird. Als Fazit kann ich jedenfalls nur feststellen, dass mich der Film nicht in dem Maße berührt hat, wie offensichtlich viele andere geschätzte Mitmazeler. Schade, auch für unseren Bob.

    B: 6/10

    Ich frage mich: Gibt es denn ausgerechnet im sonst so fortschrittlichen Japan nicht diese Simultandolmetscher per Knopf im Ohr, wie man es wohl am Meisten aus Wetten dass...? kennt !? Diese persönlich anwesende Dolmetscherin in der TV-Show ist doch total unpraktisch, oder haben die Japaner zu selten fremdsprachige Gäste in ihren Shows !? Naja, andere Länder...
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

Seite 23 von 66 Erste ... 13212223242533 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. The Curious Case of Benjamin Button
    Von Bob im Forum Filme
    Antworten: 67
    Letzter Beitrag: 27.02.2009, 17:26

Besucher fanden diesen Beitrag durch eine Suche nach:

bernd grawert

stephan bissmeierkristen stewart jumperDan DommerShanie Calahansieghardt ruppRüdiger BahrCaroline Petersalbie kinsellaAdam ChubbuckHermann Lenschau adam brixkaren bachlars kaalundkingkong

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32