Binoche-double feature pt. 2
217. Caché
F/A/I/D 2005; von Michael Haneke
(18.10.2008)
Mit: Daniel Auteuil, Juliette Binoche, Lester Makedonsky, Maurice Bénichou, Walid Afkir, Annie Girardot, Daniel Duval, Nathalie Richard, Denis Podalydès, Aïssa Maïga, Bernard le Coq
Was passiert, wenn einem gut situierten Mann, der ein scheinbar glückliches Leben mit Frau und Kind, schöner Wohnung und anerkannter beruflicher Tätigkeit führt, langsam droht den Boden dieser heilen Welt zu verlieren? Dies durch einen anonymen Unbekannten, der mit sehr subtilen Mitteln ein Gefühl der nicht klar zuzuordnenden Bedrohung bei diesem Mann und dessen Frau auslöst, welches deren Leben beeinträchtigt.
Den vermeintlichen Urheber dieser Botschaften gefunden zu haben (auch dank entsprechender direkter Hinweise auf weiteren Videobändern), beschimpft und bedroht er diesen. Georges, die Hauptfigur, wird immer gereizter im Verlauf der Geschichte, belügt seine Frau und spielt herunter, wirkt mit dieser Situation konfrontiert auch sehr unsicher. Somit wird der Zuseher vor das Dilemma gestellt, ob man mit Georges mitfühlen oder ihn und sein Verhalten missbilligen soll.
Der Film lässt den Zuschauer mit einigen Fragen zurück, oder sagen wir es mal so, er lässt den Zuschauer, der gerne immer zumindest die Wichtigsten Elemente der Geschichte verstehen möchte mit vielen offenen Fragen zurück.Allein, dass man nur mutmaßen kann wer denn nun die Videos gemacht hat und was es mit der Andeutung am Ende mit Pierrot und Majid’s Sohn auf sich hat, lässt mich unbefriedrigt zurück.
Ein Film der bei den meisten Zusehern wohl das bewirkt, was er will, nämlich ein Gefühl der Unsicherheit, Unwohlsein... ein unbequemer Film, ganz nach Hanekes Geschmack. Daüberhinaus Anspielung und Reminder auf ein seitens Frankreich und der Welt scheinbar vergessenes, verdrängtes ja verstecktes geschichtliches Ereignis.
Letztlich hat mir die filmische Darstellung sehr gefallen, auch das Spiel mit dem Medium selbst, denn hier ist es, im Vergleich zu der bekannten Szene in Hanekes Funny games stimmig. Dazu kommt, dass alles sehr realitätsnah und authentisch wirkt, dies ist auch die große Stärke des Films. Ebenfalls wird gekonnt eine Atmosphäre geschaffen, bei der eine Bedrohung allgegenwärtig scheint, aber nicht wirklich greifbar ist sowieeine sehr realistische Selbsttötungsszene
die einen nicht kalt lässt und die man so wohl auch nur in einem französischen Film findet (ist für mich einfach ein französischer Film, trotz dem Hauptverantwortlichen Haneke).
Auteuil gefiel mir schon in dem ersten Film den ich mit ihm sah sehr und hat sich hiermit in meiner Favoriten-Liste gefestigt. Binoche gefällt mir in ihrer Rolle ebenfalls sehr gut und spielt diese sehr glaubhaft und makellos. Chapeau !
PS: Das Köpfen des Hahns sowie sein kurzes Weiterleben danach hätte man mE nicht zeigen müssen, nicht allein weil die Szene an sich für mich so schlimm ist anzuschauen, sondern weil das Tier extra für diese Szene geopfert wurde (nehme ich jdf. stark an), das kann ich nicht gutheißen.
Schwer zu bewerten, letztlich tendiere ich zu einer 8/10
Pass. Song: Da der Film (passenderweise) vollständig auf Musik verzichtet, tue ich das an der Stelle auch.


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Allein, dass man nur mutmaßen kann wer denn nun die Videos gemacht hat und was es mit der Andeutung am Ende mit Pierrot und Majid’s Sohn auf sich hat, lässt mich unbefriedrigt zurück.
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