247. Fast food nation
(Fast food nation) USA/GB 2006; von Richard Linklater
(10.01.2009)
Mit: Greg Kinnear, Catalina Sandino Moreno, Ana Claudia Talancón, Wilmer Valderrama, Bobby Cannavale, Ashley Johnson, Patricia Arquette, Paul Dano, Luis Guzmán, Kris Kristofferson, Esai Morales, Bruce Willis, Ethan Hawke, Avril Lavigne, Aaron Himelstein, Lou Taylor Pucci
Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Eric Schlosser, der gemeinsam mit Regisseur Linklater das Drehbuch schrieb, zeigt uns der Film Dinge, die wir in ähnlicher Weise schon wussten oder ahnten oder vielleicht sogar gar nicht wissen wollen. Zwar handelt es sich um fiktive Episoden, aber Schlossers Buch beruht auf eigenen Erfahrungen und Nachforschungen und ist offensichtlich noch weit ausgiebiger als der Film, auch bezogen auf die "Werbetricks" der Großkonzerne.
Der Film zeigt nun im Grunde die unschönen Machenschaften und Praktiken eines fiktiven Fast-Food-Konzerns, der allerdings mit Sicherheit durch alle bekannten Ketten austauschbar ist. Es geht hierbei um die Ausbeutung mexikanischer Billigarbeiter genauso wie in Ansätzen um die zweifelhaften Methoden solcher Großkonzerne. Letztlich ist alles der Verringerung von Kosten untergeordnet. Minimierung der Ausgaben ist das primäre Ziel und alles was damit kollidiert, Arbeitssicherheit, Ausbildung der Arbeiter, etc. leidet darunter.
Sicherlich ein wichtiger Film, der aber das Thema nicht in dessen Gänze abdeckt, weil er es in der kurzen Zeit gar nicht kann. Vielmehr ist es ein Einstieg in die Materie.
Sehr eindrucksvoll natürlich auch die kurzen Einblicke zum Schluss in den automatisierten und perfekt durchorganisierten Schlachtbetrieb, vom Ansetzen des Bolzenschussgerätes bis hin zum Abziehen der Haut, weiter geht es dann hier nicht. Sollte man mal gesehen haben, auch wenn es nur ein kurzer Auszug ist und vermutlich nur denen in die Magengrube fährt, die eh schon dem Fleischkonsum adieu gesagt haben. In diesem Zusammenhang finde ich auch den Ausdruck in der Filmbeschreibung auf Wikipedia „brutale Schlachtmethoden“ bisschen naiv. Klar wirken diese Szenen brutal, aber das liegt nicht speziell an dem Betrieb, abgesehen vielleicht vom Automatismus, sondern daran, dass eine Tötung, eine Schlachtung immer brutal ist... was glaubt man denn, dass man einem Tier nur gut zureden muss bis dieses dann sanft selbst einschläft ? Der Durchschnittskonsument macht sich schlicht und ergreifend keine großartigen Gedanken wie denn sein Schnitzel oder seine Currywurst entstanden ist, weshalb auch, man bekommt ja letztlich nur die fertigen, schön drappierten Teilstücke vorgesetzt, teilweise auch mit lustigen grinsenden Gesichtern und dann ist man natürlich erstaunt wenn man diese Bilder sieht und aber sein Gewissen findet schon einen Schlupfwinkel... ja, die bösen bösen Massenbetriebe sind so, weit weit weg in den U.S.A., aber bei dem Metzger meines Vertrauens ist das natürlich ganz anders. Naja, erstmal genug davon, bevor ich noch völlig abschweife.
Zum Film selbst ist noch zu sagen, dass doch eine nicht unerhebliche Anzahl an illustren Darstellern selbigen zieren. Kleines persönliches Highlight war wieder mal der Auftritt von Bruce Willis, auch wenn es nur eine Szene war und er diesmal eher eine unsympathische Figur spielt.
7,5/10


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