OMFE präsentiert: Must-See-Film #17; presented by Danwalker
277. The Straight story - Eine wahre Geschichte
(The Straight story) USA/F/GB 1999 von David Lynch
(17.03.2009)
Mit: Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Everett McGill, Anastasia Webb, Barbara E. Robertson, James Cada, Wiley Harker, John Lordan, Harry Dean Stanton
Nun also schon der Dritte Lynch in OMFE, damit kann ich aber erst mal ein Häkchen unter sein Gesamtwerk machen, und damit ist er erst der zweite Regisseur nach Mr. Shyamalan.
Doch wer schon einige Male ins Lynch-Universum eingetaucht ist, der wird über diesen Film recht überrascht sein. Denn nicht nur die Geschichte die er erzählt, auch die Art und Weise wie er es tut ist recht straight und nahezu schnörkellos. Die sonst üblichen übermäßigen Kopfstände des Gehirns sind nicht notwendig, denn alles wird recht „normal“ dargestellt, und das ist bei diesem Regisseur eben eine besondere Erwähnung wert.
Doch dabei ist Lynch ein kleiner Schlingel, denn die Anfangsszene, die Totale auf Haus und Garten geht ansatzweise in die sonst übliche Richtung (noch dazu Badalamentis typische Klänge, die in dem Moment sehr an Twin Peaks erinnern). Doch das ist nur ein leichtes aufflackern der lynchesken Sicht der Dinge, um den ob dieses Filmes unwissenden Zuschauer ein wenig in die Irre zu führen, oder auch in Sicherheit zu wiegen, je nach dem.
Und so hatte ich auch ganz kurz ein Problem in den Film reinzufinden, zB der erste amüsante Satz („Wie lautet die Notrufnummer 110 ?“) konnte bei mir so gar nicht zünden, weil ich darauf gar nicht vorbereitet war und es zunächst deplatziert fand. Doch spätestens bei dem Gespräch zwischen Rose und der Verkäuferin im Supermarkt („Wisconsin ist DER Party-Staat !“) hatte mich der Film auf seiner Seite.
Nur dass hier kein falscher Eindruck entsteht, hier handelt es sich mit Nichten um eine Komödie, das sind nur zwei von ganz ganz wenigen kurzen amüsanten Sequenzen.
Nun kann man sich fragen, weshalb der Regisseur diese, für ihn eher besondere, Art für diesen Film wählte. Nun, meine Theorie (stark zusammengefasst) ist, will Lynch ansonsten durch die Art der Erzählung und der Darstellung ein Erlebnis für den Zuschauer (und mglw. auch für sich selbst) schaffen, geht es ihm hier nur und ganz allein darum, die Geschichte an sich zu erzählen und dieser bemerkenswerten und wahren Begebenheit das zu geben, was sie verdient... breite Aufmerksamkeit.
Ein Road-Movie der besonderen Art, bei dem die Hauptfigur den Zuschauer recht schnell auf seiner Seite hat. Eine Hauptfigur, die viel zu stolz dazu ist in einer misslichen Lage Hilfe zu verlangen und lieber stundenlang auf dem Küchenboden verharrt und wenn er gefunden wird die Situation herunterspielt. Wenn er es gekonnt hätte wäre er in diesem Moment vor den Anderen um ihn herum am Liebsten aufgesprungen und hätte gymnastische Höchstleistungen gezeigt, allein aus Trotz.
Die Begegnungen mit den Menschen auf seiner Reise sind fast immer positiv und die Geschichte um Alvin Straight und seine Motive ist ein wenig anrührend, hier insbesondere die Schlussszene (hier Lynchs filmischen Weggefährten zu sehen, wenn auch nur sehr kurz, war gleichermaßen überraschend wie erfreulich).
Somit ein Dank an den Empfehler, denn dieser Film ist weitaus besser, interessanter und bewegender als ich es gedacht hätte und ohne OMFE hätte ich ihn vermutlich verpasst.
8/10


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren










Lesezeichen