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Thema: Why so curious ?

  1. #281
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Der Weg ist das Ziel

    OMFE präsentiert: Must-See-Film #17; presented by Danwalker

    277. The Straight story - Eine wahre Geschichte
    (The Straight story) USA/F/GB 1999 von David Lynch

    (17.03.2009)
    Mit: Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Everett McGill, Anastasia Webb, Barbara E. Robertson, James Cada, Wiley Harker, John Lordan, Harry Dean Stanton



    Nun also schon der Dritte Lynch in OMFE, damit kann ich aber erst mal ein Häkchen unter sein Gesamtwerk machen, und damit ist er erst der zweite Regisseur nach Mr. Shyamalan.

    Doch wer schon einige Male ins Lynch-Universum eingetaucht ist, der wird über diesen Film recht überrascht sein. Denn nicht nur die Geschichte die er erzählt, auch die Art und Weise wie er es tut ist recht straight und nahezu schnörkellos. Die sonst üblichen übermäßigen Kopfstände des Gehirns sind nicht notwendig, denn alles wird recht „normal“ dargestellt, und das ist bei diesem Regisseur eben eine besondere Erwähnung wert.

    Doch dabei ist Lynch ein kleiner Schlingel, denn die Anfangsszene, die Totale auf Haus und Garten geht ansatzweise in die sonst übliche Richtung (noch dazu Badalamentis typische Klänge, die in dem Moment sehr an Twin Peaks erinnern). Doch das ist nur ein leichtes aufflackern der lynchesken Sicht der Dinge, um den ob dieses Filmes unwissenden Zuschauer ein wenig in die Irre zu führen, oder auch in Sicherheit zu wiegen, je nach dem.

    Und so hatte ich auch ganz kurz ein Problem in den Film reinzufinden, zB der erste amüsante Satz („Wie lautet die Notrufnummer 110 ?“) konnte bei mir so gar nicht zünden, weil ich darauf gar nicht vorbereitet war und es zunächst deplatziert fand. Doch spätestens bei dem Gespräch zwischen Rose und der Verkäuferin im Supermarkt („Wisconsin ist DER Party-Staat !“) hatte mich der Film auf seiner Seite.

    Nur dass hier kein falscher Eindruck entsteht, hier handelt es sich mit Nichten um eine Komödie, das sind nur zwei von ganz ganz wenigen kurzen amüsanten Sequenzen.

    Nun kann man sich fragen, weshalb der Regisseur diese, für ihn eher besondere, Art für diesen Film wählte. Nun, meine Theorie (stark zusammengefasst) ist, will Lynch ansonsten durch die Art der Erzählung und der Darstellung ein Erlebnis für den Zuschauer (und mglw. auch für sich selbst) schaffen, geht es ihm hier nur und ganz allein darum, die Geschichte an sich zu erzählen und dieser bemerkenswerten und wahren Begebenheit das zu geben, was sie verdient... breite Aufmerksamkeit.

    Ein Road-Movie der besonderen Art, bei dem die Hauptfigur den Zuschauer recht schnell auf seiner Seite hat. Eine Hauptfigur, die viel zu stolz dazu ist in einer misslichen Lage Hilfe zu verlangen und lieber stundenlang auf dem Küchenboden verharrt und wenn er gefunden wird die Situation herunterspielt. Wenn er es gekonnt hätte wäre er in diesem Moment vor den Anderen um ihn herum am Liebsten aufgesprungen und hätte gymnastische Höchstleistungen gezeigt, allein aus Trotz.

    Die Begegnungen mit den Menschen auf seiner Reise sind fast immer positiv und die Geschichte um Alvin Straight und seine Motive ist ein wenig anrührend, hier insbesondere die Schlussszene (hier Lynchs filmischen Weggefährten zu sehen, wenn auch nur sehr kurz, war gleichermaßen überraschend wie erfreulich).

    Somit ein Dank an den Empfehler, denn dieser Film ist weitaus besser, interessanter und bewegender als ich es gedacht hätte und ohne OMFE hätte ich ihn vermutlich verpasst.

    8/10
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  2. #282
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Why so curious ?

    278. Disturbia
    USA 2007 von D. J. Caruso

    (18.03.2009)
    Mit: Shia la Beouf, Sarah Roemer, Carrie-Anne Moss, David Morse, Aaron Yoo, José Pablo Cantillo, Matt Craven, Viola Davis



    Wenn ich an den Filmtitel denk’ muss ich immer auch an den gleichnamigen Song von Rihanna denken und summe den Refrain vor mich hin... hat jetzt nix mit dem Film zu tun aber ich dachte ich teil’ das der Leserschaft mal mit, weil ansonsten der Text hier nicht sonderlich lang wird wie ich vermute... denn was soll man auch großartig über den Film schreiben, er ist weder besonders herausragend gut noch ist er wirklich schlecht, so dass sich weder eine Lobpreisung noch ein Verriss aufdrängt.

    Im Prinzip ist die Grundgeschichte eine Adaption des Hitchcock-Klassikers Das Fenster zum Hof, nur eben alles auf heute und auf jung getrimmt. Und eben in den Feinheiten gibt es diverse Änderungen und insbesondere das ausgiebige Finale mit viel Feindberührung ist anders. Eben dieses Finale ist aber auch der größte Schwachpunkt, weil irgendwie viel zu überzogen und wirkt, durch das Einhalten einiger üblicher Genre-Regeln, letztlich wenig realitätsnah.

    La Beouf ist ’ne sehr sympathische Hauptfigur, Morse sehe ich immer sehr gerne, Moss kommt zu kurz und Roemer ist nicht zu verachten und erhält locker 8 von 10 Spanner-Punkten.

    Ansonsten wie der eingangs benannte Song, zum einen Ohr rein, zum Anderen wieder raus, in der Zwischenzeit ausreichend unterhalten (dies aber bis auf das überzogene Finale ordentlich) und nicht weiter gestört, aber auch nix zum groß drüber Gedanken machen oder sich auseinandersetzen.

    Aber eines finde ich irgendwie krass, dass Leute die eine Fußfessel bekommen diese auch noch bezahlen müssen... das sind ja fast die Methoden eines Schurkenstaates.

    6,3/10
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  3. #283
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    Re: Why so curious ?

    279. Superhero movie
    USA 2008 von Craig Mazin

    (20.03.2009)
    Mit: Drake Bell, Sara Paxton, Christopher McDonald, Kevin Hart, Leslie Nielsen, Marion Ross, Ryan Hansen, Brent Spiner, Robert Joy, Tracy Morgan, Regina Hall, Keith David, Jeffrey Tambor, Robert Hays, Nicole Sullivan, Craig Bierko, Simon Rex, Pamela Anderson, Anna Osceola, Kurt Fuller



    Libellen sind gleichsam wunderschöne wie außergewöhnliche Lebewesen, insofern ist der Verweis auf Drachen in ihrem englischen Namen gar nicht so unpassend. Doch abgesehen von den wenigen verbliebenen ursprünglichen Lebensräumen sind sie auch sehr selten, ähnlich selten in etwa wie in diesem Film hier gute Gags. Wobei, ein paar gute Gags gibt es schon, aber wenn man den Trailer gesehen hat kennt man gut 80% davon schon. Der Rest ist das übliche gegen irgendwas Rennen oder sonstige Verletzungen, Furzkanonaden und anderer Unter-der-Gürtellinie-Humor. Vielleicht kann man sich darüber in lockerer Runde nach dem Genuss einiger Rauschmittel erfreuen, aber im nüchternen Zustand vergeht einem das Lachen irgendwann (trauriger Höhepunkt wohl die Beerdigungs-Szene (dabei hatte sie noch mit einem ganz okayenen Witz begonnen...) ).

    Im Grunde könnte der Film gut als weiterer Teil der Scary movie-Reihe durchgehen, abgesehen von den Anspielungen (Spider-Man, X-Men, Batman, Fantastic Four) ist eben auch der (mitunter unterirdische) Humor identisch und es rennen einige Nasen rum, die man aus besagter Franchise schon kennt (Nielsen, Hall, Rex, Anderson, Fuller). Schön dagegen das (kurze) Wiedersehen mit Robert Hays, der bereits die frühen Filme dieses Sub-Genres sicher gelandet hat und vom Striker zum Riker wurde.

    Interessant die vielen Anspielungen auf die heutige Internet-Welt, wie Google, YouTube, eBay sowie Wikipedia (in den Zusatz-Szenen), und dass der (aktuelle) Papst einen besonderen Moment mit einem Fotohandy festhält hätte man vor 10 Jahren auch noch nicht für möglich gehalten.

    Der Anfang war noch recht vielversprechend (auch wenn es recht platt ist, aber die Szene mit den ralligen Vierbeinern zu Beginn fand’ ich äußerst belustigend...) doch danach ging es abwärts und wie gesagt, die paar wenigen guten Gags kannte man schon aus dem Trailer. Tja schade schade, hatte mehr erwartet und wurde enttäuscht, aber vielleicht liegt der Fehler in dem Fall an mir.

    Das Allerbemerkenswerteste offenbarte sich mir aber erst im Laufe des Abspanns... ich war zunächst noch positiv überrascht, dass Tom Cruise doch soviel Chuzpe hat sich selbst so auf den Arm zu nehmen (aber spätestens seit Tropic thunder auch keine ganz neue Erkenntnis mehr), doch was lesen meine müden Augen... dass war er ja gar nicht... Herrschaften, gibt's das ? DAS WAR ER DOCH ! Nein !? Heidanei, Miles Fisher heißt der Gute und nicht nur, dass ich ihn optisch für den echten Cruise gehalten habe, er hat auch noch dessen Gestik und Mimik perfekt drauf... da muss ich an der Stelle doch mal den Freundschaftsbändchenschwinger zitieren: Das ist Wahnsinn....

    4,5/10

    Pass. Song: “Dragonfly” von The Mission
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  4. #284
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    Re: Why so curious ?

    280. Death sentence - Todesurteil
    (Death sentence); USA 2007 von James Wan

    (22.03.2009)
    Mit: Kevin Bacon, Kelly Preston, Jordan Garrett, Stuart Lafferty, Garrett Hedlund, Aisha Tyler, Matt O’Leary, John Goodman, Edi Gathegi, Héctor Atreyu Ruíz, Kanin Howell, Dennis Keiffer, Freddy Bouciegues, Leigh Whannell, Casey Pieretti, Rich Ceraulo, Yorgo Constantine



    Hatte mir nicht allzuviel von dem Film erwartet (allerdings doch mehr als die überwiegend unterirdischen weiteren Kritiken, die ich jetzt nach dem Ansehen durchlaß), man schnappt irgendwo auf, dass es sich um einen Rachethriller handelt und dann ist der Verlauf im Prinzip vorher schon klar. Und vielleicht liegt es hier mal wieder an den relativ niedrigen Erwartungen, die dann ohne große Probleme übertroffen wurden.

    Der Anfang wirkt ein wenig gestellt und ließ mich zunächst noch zweifeln, ob ich die richtige Wahl getroffen habe. Das erste Mal beeindruckt war ich dann von der Szene, in der der Familie die schlechte Nachricht überbracht wurde. Kann mir gut vorstellen, dass da die Meinungen auseinander gehen, aber ich fand diese unausweichliche Szene gut und zweckerfüllend gemacht und bekam ein wenig Gänsehaut und sogar leicht feuchte Augen (nja aber das muss an der trockenen Luft in der Wohnung gelegen haben *hust*). Und allerspätestens wenn die Bande nach dem Tod von Joe zurückschlägt hatte mich der Film auf seiner Seite, weil ich diese Sequenz sehr spannend, temporeich und ordentlich gemacht fand, insbesondere mit dem Highlight im Parkhaus, dass war schlichtweg grandios (wenn da auch der ein oder andere Zufall zu Hilfe kam).

    Ansonsten ging es recht heftig zur Sache, aber für meine Begriffe noch im akzeptablen Rahmen und nie nur allein zum Selbstzweck. Inwieweit das alles realitätsnah ist, ist sicherlich diskussionsfähig, tangiert mich aber nur peripher, wie es so schön heißt.

    Nun kann man noch über die moralische Aussage des Filmes streiten. Was heißt streiten, ne ne nix da, wer anderer Meinung ist, der möge mein Blei schlucken (oder ein anderes adäquates Hartmetall). Hups, die Aggro-Haltung des Filmes steckt irgendwie an... na jedenfalls... ich denke nicht, dass hiermit ein Rachefeldzug glorifiziert wird, wenn ich dran denke,


    wie Nick am Ende dasitzt...
    In Folge seines Handelns ist seine Frau tot, sein zweiter Sohn schwerst verletzt, er selbst seelisch gebrochen und in den nächsten Jahren auf Staatskosten leben dürfend und überhaupt und sowieso... okay, sein Tun war letztlich erfolgreich und er hat bekommen was er wollte, aber zu welchem Preis ?! Außerdem war es letztlich auch ein wenig ein Stück Notwehr. Hätte er denn weiterhin in Frieden leben können, immer mit der Gefahr im Hinterkopf, was passiert, wenn die Bande per Zufall mitbekommt, dass er und sein Sohn noch leben !?



    Ich habe wirklich volles Verständnis dafür, dass man dies auch anders sehen kann und den Film als moralisch mehr als fragwürdig sieht und eine solche Sache nicht gutheißen kann, würde ich in der Realität auch nicht, aber es ist eben „nur“ ein Film, und ich fand’ ihn insgesamt ordentlich gemacht.

    Bacons Leistung ist sehr gut, man nimmt ihm die Entwicklung vom wertetreuen Familienvater hin zum gnadenlosen Rächer, der aufgrund der Ereignisse körperlich und seelisch gebrochen ist, ab. Und Goodman darf hier kurz den Mega-Arschloch-Unsympath geben, dass es nur so eine Freude ist.

    7/10
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  5. #285
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    Re: Why so curious ?

    281. Hitman – Jeder stirbt alleine
    (Hitman); USA/F 2007 von Xavier Gens

    (22.03.2009)
    Mit: Timothy Olyphant, Dougray Scott, Olga Kurylenko, Ulrich Thomsen, Robert Knepper, Henry Ian Cusick, Michael Offei, Christian Erickson, Eriq Ebouaney, Joe Sheridan, James Faulkner



    Noch so ein Film, der im Forum hier überwiegend schlecht wegkommt, als ich dies nun laß war es für mich ähnlich überraschend wie die Tatsache, dass er mir doch mehr zusagte als vorher gedacht.

    Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass ich keinen Zusammenhang zum entsprechenden Videospiel herstellen kann, weil ich es schlichtweg nicht kenne, insofern kann ich auch keine Vergleiche und Querverweise anstellen.

    Der Film als Film funktioniert für mich recht gut, weil er ordentlich gemacht ist, auch optisch und inszenatorisch, was sicher auch dem europäischen Regisseur zu verdanken ist. Wenngleich die Geschichte, dass ein perfekt ausgebildeter Killer/Agent/whatever in eine Falle gelockt wird, dieser entkommt und dann auf eigene Faust gegen Gott und die Welt kämpfen muss, nicht wirklich neu ist.

    Hier ist auch wieder die Sache mit dem Auftragskillergutfinden... das ist eben so eine Sache, in gewisser Weise sollte man die Hauptfigur ja einigermaßen gut finden, denke ich mir, vielleicht trennt sich bereits bei der Frage die Spreu vom Weizen in Sachen Bewertung des Filmes. Schwer gemacht wird einem das ja nicht unbedingt, ihn okay zu finden, schließlich gerät er „unschuldig“ in eine Falle und wehrt sich dann „nur“ noch... dazu hat er eine gewisse Coolness wie ich finde. Natürlich eine sehr fragwürdige, ganz klar, aber auch hier... es ist „nur“ ein Film. Darf man da als Zuschauer seine Fantasien nicht mal ausleben bzw. die anderer Leute. Ich wünsche mir doch um Gottes Willen nicht solche Leute in echt, wegen mir könnten morgen alle Waffen dieser Welt eingemottet werden... wo muss ich unterschreiben ? Aber eben weil ich das in der Realität alles ablehne, Gewalt, Selbstjustiz, usw., darf ich das doch als Film, als künstliches, unreales Produkt also, nja... ausleben eben. Und wenn damit einer Probleme hat, dann engagier ich #47. So.

    Olyphant spielt... nein, schauspielern im eigentlichen Sinne tut er eigentlich kaum, also er stellt die Figur gut dar, besser als gedacht noch obendrein. Kurylenko ist gleichermaßen freizügig wie ihre Figur irgendwie auch nervig ist, und Thomsen spielt mal wieder einen Russen... ich find’s fast irgendwie witzig. Apropos... davon mal abgesehen gab es wenigstens drei Stellen, an denen ich mehr oder weniger laut losbrüllen musste... ich sag’ nur Knepper zeigt seinen Ausweis; #47 löst das Problem mit der aufdringlichen Olga; und Agent "Smith".

    Bezüglich den schlechten Kritiken sag' ich nur, man soll nicht alles glauben, was geschrieben steht (das gilt natürlich auch für diese rein subjektive Review).

    7,5/10
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  6. #286
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    Auferstanden aus Ruinen...

    282. Ruinen
    (The ruins); USA/AUS 2008 von Carter Smith

    (29.03.2009)
    Mit: Jonathan Tucker, Jena Malone, Laura Ramsey, Shawn Ashmore, Joe Anderson, Sergio Calderón, Jesse Ramírez, Balder Moreno, Dimitri Baveas



    Eins muss man dem Film lassen, er hat mich überrascht. Denn bezüglich dem, was den Schauspielern die Angst ins Gesicht treibt, bin ich von etwas ganz anderem ausgegangen... mehr so... zwei- oder vierbeinig. Interessanter Ansatz und wer

    nach The happening bis auf eine kleine, harmlose Ausgabe seine Hauspflanzen entsorgt hat, der dürfte jetzt endgültig der Flora Adieu sagen.


    Soweit also eine recht interessante Ausgangssituation, welche auch noch einiges Potenzial in Richtung tieferer Gedankenspiele und Auseinandersetzungen hat. Doch dieses Potenzial lässt man weitestgehend ungenutzt am Straßenrand liegen, denn wo sich spannende Kontroversen angeboten hätten werden diese allzuschnell und mutlos abgehandelt, und durch effekthascherisches ersetzt oder gleich ganz übersprungen (wobei hier wohl auch einiges beim Filmschnitt entfernt wurde, denn allein aus den Filmbildern bei IMDb gibt es wenigstens zwei Szenen, die es im späteren Film nicht gab (oder ich leide an Halluzinationen). Dies besonders auch am Ende. Wobei hier vielleicht noch die Intention der Macher zu erahnen ist, dass dem Zuschauer der Entkommen-Plan, der nicht ohne ist, erst dann so richtig klar wird, als es schon zu spät ist und damit vielleicht der kleine Schock etwas größer. Aber bezüglich beider Figuren muss dies doch eine nicht unerhebliche psychische Last gewesen sein, und hier hätte eine ausgiebige verbale Auseinandersetzung mit der Thematik meines Erachtens nach Not getan... solch eine einschneidende Entscheidung kann nicht einfach so übersprungen werden. Und apropos einschneidend... die "Operation" hätte im Vorfeld und beim Hauptakt viel intensiver sein müssen.

    Vielleicht ist dieses Weglassen einer tieferen Auseinandersetzung auch dem Umstand geschuldet, dass er wohl eher auf ein U25-Publikum ausgerichtet ist. (Hach bin ich froh aus dem Alter raus zu sein, nun kann ich mich den intelektuellen Aspekten des Lebens zuwenden *pfeifeansteck*).

    Das „effekthascherisch“ ist übrigens nicht negativ gemeint, darf ruhig auch mal bisschen kräftiger abgehen bei so einem Film, ich wollte damit nur sagen, dass man darumherum noch mehr gemacht haben sollte... könnte... dürfte..., näch.

    Dass die Hintergründe der „Wächter“ offen bleiben ist akzeptabel. Was mir aber nicht ganz klar wurde, was hatte es mit dieser Anfangsszene auf sich, in der Matthias den Ohrring von Amy zurückgibt und dadurch die ganze Geschichte erst ins Rollen bzw. Ranken kommt. Von der Inszenierung her sah’ das zunächst so aus, als ob er das inszeniert hätte... um so mit der Gruppe in Kontakt zu kommen. Und so war ich lange Zeit darauf konditioniert, dass er ein falsches Spiel treibt. Aber eine böse Absicht die sich hinter seinem Handeln verbarg wurde ja letztlich nicht offenbar. Wollte Smith da seine Zuschauer bewusst auf eine falsche Fährte locken ? Oder überinterpretiere ich da etwas ? Wenn es der erstere Fall wäre, dann spricht das fast schon wieder für die Herangehensweise an den Film, seitens der Macher, dass der Streifen eben dann doch nicht der übliche Teenie/Twennie-Splatter ist, sondern eine Tiefe besitzt (auch wenn diese dann letztlich nicht wirklich ausgenutzt wird); vielleicht ist unter dem Aspekt auch die Schlussszene zu deuten

    als Amy in den Jeep einsteigt und davonrast erwartet man die ganze Zeit, dass noch irgendwas kommen muss... tut’s aber nicht; den Zuschauer (bzw. mich) also mal bisschen in die Irre geführt und falsche Erwartungen gesät (und das gibt weitestgehend eine gute Ernte). (Könnte aber auch ein Hinweis auf einen zweiten Teil sein... in dem Jeep haben sich ein paar der munteren und hungrigen Rankpflanzen versteckt, die dadurch in die Stadt gelangen und von dort aus in die USA und und und... und spätestens in Teil drei wird dann auch episch erklärt, dass die Maya-Nachkommen genau das verhindern wollten... hach ich seh’ schon, da kommt noch einiges auf uns zu, was die Saw-Reihe noch deutlich in den Schatten stellen wird...).


    Kommt es mir eigentlich nur so vor, oder gibt es immer mehr Filme, die sich damit beschäftigen, dass Ami-Touristen im Ausland böses widerfährt ? Nja okay, aus thematischen Gründen ist der Film nun mal an Zentralamerika gebunden (in Winnetka, Illinois sucht man Maya-Tempel meist vergebens), aber dennoch... na ja, wohl letztlich doch nur Zufall.

    Positiv erwähnenswert sind noch einige schöne Kameraeinstellungen (auch wenn einiges natürlich Standard ist), die man übrigens keinem geringeren als einem gewissen Darius Khondji zu verdanken hat.

    Fazit: Teils üblicher, teils überraschender Grusler, der nichts für ganz zartbesaitete ist und im Falle der vollen Ausschöpfung seines Potenzials ein ganz ganz großer Film hätte werden können.

    6,5/10

    Pass. Song (achtung, Hammer-Wortspiel der Woche... (noooot!): "Was hat dich bloß so ruiniert" von Die Sterne

    Empfehlung des Tages: Den Maya-Nachkommen würde das Erlangen von Fremdsprachen gut tun... zumindest mal spanisch und englisch. Dann könnte man seine Anliegen auch artikulieren und hätte mit Sicherheit mehr Erfolg bei deren Durchsetzung (wobei... das mit der Schusswaffe ist schon mal ein guter Anfang... ist ja schließlich ein nicht unerheblicher Teil US-amerikanischer Konversation).
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  7. #287
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    Re: Why so curious ?

    OMFE präsentiert: Must-See-Film #18; presented by TheUsualSuspect

    283. Mit eisernen Fäusten
    (The scalphunters) USA 1968 von Sydney Pollack

    (31.03.2009)
    Mit: Burt Lancaster, Ossie Davis, Telly Savalas, Shelley Winters, Dabney Coleman, Armando Silvestre, Paul Picerni, Dan Vadis, Nick Cravat



    Huiuiui... ein Western für mich... das ist so mal überhaupt nicht mein Genre, vielleicht zuviel Testosteron in der Luft, keine Ahnung. Die einzigen Exemplare die mir hier bislang zusagten sind so Sachen wie 40 Wagen westwärts oder Schneller als der Tod, also letztlich keine typischen Vertreter. Und selbst Erbarmungslos, der mir recht gut gefällt, ist für mich kein typischer Western, anyway. Nunja, wat mut dat mut und so war ich mal gespannt was mich erwartet.

    Nun, zum Glück war es nicht ganz so schlimm wie befürchtet, da es durchaus auch komisches gab, was mir das Ansehen merklich angenehmer gestaltete. Dennoch hatte der Film eigentlich die typischen Beilagen: Pferde, Indianer, Planwagen, Bohnen, leichte Mädchen, Whiskey, die Erwähnung von Mexiko und die wohl unausweichliche Prügelei (die aber wohl nur dazu dient dem Anderen zu zeigen, dass man es drauf hat)... eigentlich fehlte nur noch ein Saloon und ein Sheriff. Dennoch, so glaube ich wenigstens nach Kenntnis von nur ganz wenigen Filmen dieser Art einschätzen zu können, ist es auch ein eher ungewöhnlicher Beitrag über das Leben in der frühen Anfangszeit der neueren nordamerikanischen Geschichte. Besonders zu Beginn, die Szenen mit Joe Bass und Joseph Lee (ha, die Namen wurden so oft genannt, dass man sie gar nicht mehr vergessen kann...) hatten fast schon was von einem Buddy-Movie, vielleicht eines der ersten der Filmgeschichte... und schon damals setzte man auf die Kombination weiß/schwarz.

    Im Gegensatz zu den sonst üblichen Genrevertretern, wie gesagt... alles unter Vorbehalt meiner überwiegenden Unkenntnis, ist hier die Grenze zwischen Gut und Böse nicht allzu deutlich und eher fließend. Zwar fiebert der Zuschauer wohl mehr mit Joe Bass mit und fühlt sich auf dessen Seite, aber so ganz ohne moralische Naserümpfer kommt er auch nicht weg, aber so war das wohl in der damaligen Zeit und insofern beschönigt der Film nicht viel... wenngleich es in einer kompromissloseren Version sicherlich noch mehr Möglichkeiten gegeben hätte, in denen Jim Howie seine Mitstreiter oder seinen "Gefangenen" schlägt, erniedrigt oder sonst was.

    Die Inszenierung war, unter Berücksichtung des Entstehungsjahres, akzeptabel. Ansonsten war noch ein Plus, dass man die Hauptdarsteller schon aus anderen Filmen kennt, und es ist mal sehr interessant zu sehen, wie Shelley Winters und Ossie Davis in jung aussahen. Letzteren hätte ich vermutlich so gar nicht unbedingt erkannt, wenn sein Name nicht im Vorspann genannt worden wäre... na ja, ihn dann ausfindig zu machen war nicht mehr schwer. Und auch Dabney Coleman ist mir bekannt, allerdings erkannt habe ich ihn nicht... kenne ihn halt bislang nur in älteren Jahren.

    Interessant auch das offene Ende, in dem die nächste Aktion angedeutet wird, eine Spielart die ja auch heute noch recht oft bemüht wird. Und irgend etwas sagt mir, dass der gute alte Quentin T. diesen Film mal gesehen hat...

    Joa, als Fazit lässt sich sagen... wenn schon unbedingt Western für mich, dann so grob in dieser Richtung, aber wirklich überzeugt hat mich der Film nicht, was aber auch an mir liegen könnte.

    5,5/10; für OMFE auf 6 aufgerundet.
    (U. a. weil mir der Empfehler freundlicherweise den Film zur Verfügung stellte).
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  8. #288
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    Hellboy

    284. Masters of horror - (18) Pro-Life
    USA/CAN 2006; von John Carpenter

    (03.04.2009)
    D: Caitlin Wachs, Mark Feuerstein, Ron Perlman, Emmanuelle Vaugier, Bill Dow, Biski Gugushe, Jeremy Jones, Arabella Bushnell, Graeme McComb, Benjamin Rogers, Chad Krowchuk, Stephen Dimopoulos, Ashley Williams, Grace Bauer



    Ein typischer Carpenter… schon allein von der Inszenierung des Szenarios, dem anfänglich guten Aufbau des Spannungsbogens und dazu der fast ständig präsente, unheilschwangere Score... das gefällt.

    Die Story ist im Grunde schon okay, gut fand ich, dass es gilt, gegen zwei Gegner zu bestehen, einen rein menschlichen mit irdischen Feuerwaffen (und einer vermeintlich höheren Eingebung) und dann noch ein Dämon aus der Hölle.

    Doch insgesamt wirkt es auch recht unrund, weil immer wieder Personen unterschlagen werden und man sich fragt, ja was machen die Anderen denn gerade, oder was wurde aus ihnen (oder fiel das alles der Schere zum Opfer ?).

    Perlman gefällt zwar anfangs, doch so insgesamt denke ich, dass, wenn es das erste Mal gewesen wäre, dass ich ihn gesehen hätte, hätte er nicht den Stellenwert bei mir, den er aktuell hat. Und bezüglich der Hauptdarstellerin kann ich nur sagen... man kann dem Höllenvieh ja nachsagen was man will, aber guten Geschmack hat es.


    Bewertung, in der MoH-Reihe: 6,5/10
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  9. #289
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    Haut tension

    285. Masters of horror - (19) Pelts
    USA/CAN 2006; von Dario Argento

    (03.04.2009)
    D: Meat Loaf Aday, Ellen Ewusie, Link Baker, John Saxon, Michál Suchánek, Brenda McDonald, Emilio Salituro, Shawn Hall, Melissa González



    Ein typischer Argento ? Dafür kenne ich zu wenig von ihm... aber viel Blut, die einfallsreiche Ausnutzung physischer Angriffsflächen und nackte Haut... joa ich denke das könnte hinkommen.

    Inwieweit die Goreszenen gelungen sind lässt sich in dieser geschnittenen Version nur erahnen (und dabei hat Premiere doch eine Jugendschutzsperre, was soll der Scheiß ? F*** the censorship !).

    Naja, die Idee ist ganz ordentlich und erinnert ansatzweise an The happening. So ganz konnte mich das alles nicht überzeugen, also im Hinblick auf eine hohe Wertung, aber die Folge liegt immerhin knapp über dem Durchschntit. Was wohl u. a. fehlte war auch Mitleid mit den Opfern zu empfinden, so gesehen haben mir lediglich die knuffigen Waschbären leid getan.


    Nja jedenfalls bin ich froh, dass es mit der zweiten Staffel weitergeht, und dann auch gleich mit Doppelfolgen... aber leider gekürzt und wieder in der falschen Reihenfolge (wtf ?).

    Bewertung, in der MoH-Reihe: 6/10
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  10. #290
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    Re: Why so curious ?

    286. Bank job
    (The bank job) GB 2008 von Roger Donaldson

    (05.04.2009)
    Mit: Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, Richard Lintern, James Faulkner, Alki David, Keeley Hawes, Michael Jibson, Georgia Taylor, Peter Bowles, David Suchet, Peter de Jersey, Colin Salmon, Hattie Morahan, Alistair Petrie, Gerard Horan



    Vielleicht wurde ich durch den Trailer in eine falsche Richtung gelockt (wohl aber auch, weil ich diesen Weg gerne selbst gehen wollte…) dachte, der Film habe mehr Humor, aber dem war dann nicht so.

    Stellenweise erinnerte er ein wenig an die Machart von Guy Ritchie, denn hier haben wir es mit einer recht verschachtelten Story zu tun, in die halb London verwickelt zu sein scheint und nun geht es darum, dass die Hauptprotagonisten sich gegen all’ diese verschiedenen „Interessensgruppen“ behaupten.

    Dabei bietet das Szenario, welches teilweise auf wahren Begebenheiten beruht und teilweise dazuerfunden wurde, eine recht interessante Situation. Und so kann man erleben, dass in einer Bank auch wichtigeres als Geld verlustig gehen kann.

    Fand' den Film recht ordentlich und typisch britisch... aber richtig begeistern konnte er mich auch nicht, don't know why.

    6/10

    „Alles ruhig an der Westfront Guy, over !“
    „Keine Namen Eddie !“
    „Tschuldige Dave !“
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