Seite 38 von 66 Erste ... 28363738394048 ... Letzte
Ergebnis 371 bis 380 von 653

Thema: Why so curious ?

  1. #371
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Why so curious ?

    367. Interstate 60
    (Interstate 60: Episodes of the Road) USA/CAN 2002 von Bob Gale
    (1)
    (12.10.2009)
    James Marsden (8), Gary Oldman (12), Chris Cooper (8), Christopher Lloyd (20), Amy Smart (8), Art Evans (6), Kurt Russell (19), Ann-Margret (5), Melyssa Ade (1), Amy Stewart (1), John Bourgeois (3), Roz Michaels (1), Amy Jo Johnson (1), Rebecca Jenkins (2), Deborah Odell (1), Jane Moffat (4), Michael J. Fox (12)



    Aus großer Kraft folgt große Verantwortung heißt es... doch dieser Maxime kann sich O. W. Grant (O. W. steht für One Wish) nicht ganz unterwerfen. Denn er, eine Art nordamerikanischer Kobold, erfüllt Wünsche. Jeder Person nur einen versteht sich, und das ohne Gegenleistung... eigentlich, ja eigentlich, denn sind wir doch mal ehrlich, er hat auch etwas davon, denn er macht sich regelrecht einen Spaß daraus, die unüberlegten und oftmals sehr egoistischen Wünsche so zu drehen, dass der Wünscher letztlich schlechter dasteht als zuvor und enttäuscht ist. Das erinnerte mich sehr an eine Akte X-Folge, in der ein weiblicher Dschinn ähnlich vorgeht und eine Person sich zB wünscht unsichtbar zu sein und prompt vom Auto überfahren wird, was in einer unvergesslichen Szene gipfelt, in der der Unsichtbare auf dem Seziertisch von Scully liegt und erstmal sichtbar gemacht werden muss. Nun kann man sagen, tja liebe Leute, wählt Eure Wünsche einfach mit Bedacht und denkt vorher auch über die möglichen Konsequenzen nach; allerdings ist dies leichter gesagt als getan. ZB die M. J. Fox-Figur zu Beginn... hatte sie überhaupt eine faire Chance ?

    Doch dann kommt Neal ins Spiel, ein junger Mann auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der richtigen Bestimmung. Sein Wunsch ist es Antworten zu erfahren, Antworten auf all seine Fragen über Gott und die Welt und über seine Zukunft. Dies beeindruckt den Wünscheerfüller in gewisser Weise und so erfüllt er ihm diesen Wunsch zunächst ohne offensichtlichen großen Haken und so findet sich unsere Hauptfigur Neal Oliver auf einem Highway wieder, den es eigentlich gar nicht gibt, mit dem Auftrag ein Paket unbekannten Inhalts an einen Ort zu bringen der auf keiner Landkarte verzeichnet ist, gleichzeitig auf der Suche nach seinem Glück in Form einer Frau, die er nur von Plakaten kennt, die außer ihm keiner sehen kann. Und während seiner Reise, anfangs vom affenkopfpfeiferauchenenden Wishmaster begleitet und immer unterstützt von seiner antwortgebenden Billardkugel, trifft er auf allerlei skurrile und besondere Menschen, mit denen er allerlei skurriles und besonderes erlebt. Er trifft auf seltsame Orte in denen unglaubliches vorgeht und muss die kleinen Prüfungen die ihm gestellt werden mit Wohlbedacht erfüllen. Ein Sinnsuche-Road-Trip der besonderen Art.

    Übrigens halte ich die Initialen unserer Hauptfigur nicht für einen Zufall...

    Wow. Diesen Film anzuschauen hat wirklich wirklich große Freude gemacht. Die Story an sich, die skurrilen und einfallsreichen Personen und Situationen, man fiebert richtig mit. Teilweise fast poetisch und tiefgründig, dann wieder spaßig, gegen Ende dann richtig spannend und ernst. Dazu kommt noch ein tolles Ensemble namhafter Darsteller, von denen für meine Begriffe besonders Cooper und Oldman hervorstechen. Und dann ist der Film vor allem auch eines... überraschend... immer wieder. Er sprüht vor kleinen Einfällen und Episoden und nach dem er sonst so familientauglich wirkt war dann die Episode mit der jungen Frau auf der Suche nach dem perfekten F... aber mal so richtig unerwartet und insgesamt doch recht amüsant.

    Jeder, der ein bisschen ein Faible für fantastische und fast märchenhafte Geschichten hat, müsste dieses Werk in sein Filmherz schließen können. Viel mehr kann ich gar nicht sagen, wer ein wenig meint sich angesprochen zu fühlen soll es einfach mal wagen und auf diese Reise gehen und dem kleinen Träumer in sich eine Chance geben.


    Vielleicht kann man dem Film vorwerfen, dass letztlich alles ein zu gutes Ende nimmt. Aber kann dies wirklich ein ernstgemeinter Vorwurf sein ? Je nach Einstellung des Sehers kann dies sicher so sein, aber so streng sollte man das nicht sehen und diesen wunderbaren Film einfach genießen.


    Ein wahres Kleinod und Geheimtipp, der mehr Beachtung verdient hätte.

    9/10


    Erkannt /Nicht erkannt : Nicht erkannt bzw. verwechselt habe ich die Stadt in der der Film zu Beginn spielt... dieser berühmte Bogen meinte ich gehört zu Minneapolis, aber es ist natürlich St. Louis. Und ehrlich gesagt, habe ich auch Oldman in der ersten Szene nicht erkannt. *schäm*
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  2. #372
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Why so curious ?

    368. Gladiatress
    GB 2004 von Brian Grant
    (1)
    (15.10.2009)
    Doon Mackichan (1), Sally Phillips (2), Fiona Allen (1), Marcia Warren (1), Ronan Vibert (1), David Hayman (6), Anna Wilson-Jones (1), Tristan Gemmill (1), Joe Montana (2)



    Die drei Damen von Smack the Pony als Film. Das wurde mir allerdings erst später bewusst, zwar kam mir Ferkelviehvomschwein irgendwie bekannt vor, konnte sie aber nicht zuordnen. Und als ich jetzt im Nachhinein dies erfahre, dann macht einiges Sinn und der Stil der Sketche und dieses Filmes ist doch recht ähnlich bzw. der Humor von beidem. Wobei ich von der Sketchserie nur relativ wenig gesehen habe, meistens per Zufall beim Zappen mal kurz dran hängen geblieben und meistens dann aber nicht sehr lange verharrt. Denn auch wenn der Humor stellenweise interessante, neue Wege betritt, so ist das alles in allem nicht ganz meins.

    Das gilt auch für den Film. Dazu kommt, dass Story, Ablauf und Dialoge mehr als dürftig sind und mehr Lücken aufweisen als das Gebiss eines Zahnlosen, von großer Realitätsnähe oder Logik will ich erst gar nicht sprechen. Dennoch ist der ein oder andere amüsante Moment gar nicht von der Hand zu weisen... aber letztlich ist es viel zu wenig. Interessant auch, dass die Römer hier mit italienischem Akzent auftreten... wobei man meines Wissens damals doch lateinisch sprach... aber okay, das lass ich als Gag sogar durchgehen, weiß allerdings nicht, ob dem auch in der OV so ist. Seltsam fand' ich auch, dass die gerade in Gallien (also Frankreich) angekommenen Britinnen plötzlich in der Stadt Bologna sind !?

    Was gut gefällt ist, dass sich der Film nicht wirklich ernst nimmt, und dass ihm trotz seiner strotzenden Doofheit auch eine gewisse Leichtigkeit innewohnt, was überwiegend im ersten Drittel zum Tragen kommt, weswegen man ihm seine Fehler zunächst gar nicht wirklich übel nehmen kann. Doch mit weiterem Verlauf wird es dann immer stupider und dröger.

    Übrigens, das Filmplakat ist ’ne pure Mogelpackung... so eine schnuckelige Gladiatorin ist gar nicht im Film enthalten. Betrug !

    2,5/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  3. #373
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Vor der Hochzeit...

    369. Alt, neu, geliehen & blau
    (Se til venstre, der er en Svensker) DK 2003 von Natasha Arthy
    (1)
    (15.10.2009)
    Sidse Babett Knudsen (4), Lotte Andersen (4), Björn Kjellman (2), Søren Byder (2), Tina Gylling Mortensen (1), Lene Maria Christensen (2), Mette Agnete Horn (3), Louise Mieritz (2), Martin Buch (1), Lars Ranthe (6), Vigga Bro (1), Nicolas Bro (5), Ida Dwinger (2), Kristian Halken (5)



    Dies ist eine Tragikomödie, die ihren Namen zu recht trägt. Denn wie gekonnt sich hier komische und tragische Momente ablösen ist schon bemerkenswert. Eben hat man als Zuschauer allermindestens noch ein breites Grinsen auf dem Gesicht, da wird man in der nächsten Sekunde auf den harten Boden zurückgeholt und das Lachen bleibt im Halse stecken.

    Und so hat mich der Film doch stellenweise berühren können und hat mir auch gut gefallen. Ist übrigens ein Film im Dogma-Stil, was ganz gut passt, denn er soll ja auch das Leben möglichst klar und ungeschminkt zeigen, und das gelingt auch. Auch dank der guten Darsteller, wobei für mich besonders Knudsen, Kjellman und Byder hervorstechen. Interessant ist das Problem gelöst, wie man denn, wenn man auf Musikeinspielungen verzichtet, es Zustande bringt, Musik laufen zu lassen... man bringt einfach die ganze Band ins Bild, und so kommt es zu recht amüsanten Momenten zwischen dem Sänger und Mette, auch wenn insgesamt die Dogma-Regeln stellenweise etwas gedehnt bzw. sogar missachtet werden.

    Sicherlich ist es wieder mal nicht gerade wenig, was hier auf die Hauptpersonen einprasselt, aber alles andere wäre ja auch langweilig. Das Handeln von Katrine ist zwar nicht immer nachzuvollziehen, aber hey, sie ist halt eine Frau, da braucht einen eh gar nichts mehr wundern.

    Hier gefallen auch die kleinen Nebenfiguren, wie zB der Verkäufer mit den extrablauen Pillen oder der genervte Pfarrer.

    Interessant, wie die Meinungen hier auseinandergehen (exemplarisch kann man sich mal die User-Kommentare auf IMDb durchlesen, die von 1 bis 10 Punkte reichen). Ich finde, wer auf dänische Tragikomödien um das Thema Leben und Liebe steht, der ist hier ziemlich richtig.

    7,5/10


    Übrigens macht hier eine Umbenennung im Deutschen Sinn... denn wer würde schon einen Film mit dem Titel 'Sieh nach links, da ist ein Schwede' anschauen.
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  4. #374
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Beware of the Sleestak !

    370. Die fast vergessene Welt
    (Land of the Lost) USA 2009 von Brad Silberling
    (4)
    (18.10.2009)
    Will Ferrell (18), Anna Friel (2), Danny McBride (4), Jorma Taccone (2), John Boylan (3), Matt Lauer (1)



    Hei war ich enttäuscht. Als ich neulich feststellte, dass der Film allüberall in unserem Lande in den Kinos startet (was sich in der 2. Woche allerdings deutlichst reduzierte), aber natürlich nicht in meiner unmittelbaren Nähe. Und ich wollte den Film zwar gerne sehen, aber deswegen eine nicht unweite Fahrt in Angriff nehmen, konnte mich nicht so ganz überzeugen, die ersten eher negativen Kritiken haben ein Umdenken auch nicht unbedingt vorangetrieben und so sah ich mich zähneknirschend schon den Titel auf meine DVD-Leihliste setzen... in vielen vielen Wochen... doch nun konnte ich durch eine glückliche Fügung des Schicksals Raum und Zeit so manipulieren, dass ich den Film doch sehen konnte.

    Und ich kann mir nicht helfen, aber ich fühlte mich gut unterhalten. Vielleicht liegt es auch am Ferrell- + Friel-Bonus, aber alleine die Beiden in Aktion zu sehen reicht mir wie schon vermutet aus um glücklich zu sein, da kann die Story noch so einfach gestrickt sein, die Gags noch so mit angezogener Handbremse präsentiert werden, die Möglichkeiten noch so verdaddelt werden. Egal. Klar, man merkt an einigen Stellen, dass das Ganze auch als Familienfilm durchgehen soll, denn was für ein Vergnügen wäre es gewesen, wenn man den Zungenkuss zwischen Ferrell und dem Affenmenschen aus der Nähe gesehen hätte oder auch die Paarung der beiden Sleestaks (hätte man doch rein aus Lerngründen zeigen können, so á la Discovery Channel), aber nein, da hält man sich vornehm zurück. Und auch sonst gibt es Ansatzweise ekliges, was dann aber meist relativ harmlos bleibt, das ist natürlich für die hartgesottenen Fans enttäuschend, das sehe ich auch ein. Aber einige Späße und Gags waren schon toll, allein der 'M&Ms-Hotdog'.

    Dennoch kommt für mich der Spaß nicht zu kurz und ich musste oft schmunzeln und auch paar mal lachen und wie gesagt, Ferrell und Friel allein sind das nun nicht bezahlte Eintrittsgeld für mich wert. Denn Ferrell spielt eigentlich seine Paraderolle des unverbesserlichen, arroganten, fingerspitzengefühlvermissenden, von sich selbst überzeugten Wichtigtuers und stapft mit dieser Einstellung durch die unbekannte Welt wie ein Elefant im Porzellanladen. Allein diese typische Art erzeugt in mir eine Grundfreude. Und Anna zeigt ihr verzauberndes Wesen, präsentiert sich in kurzen Hosen und hat auch noch die Haare schön. Und auch McBride zeigt sich in der Rolle, die man u. a. schon aus Tropic Thunder kennt und auch das ist das Schlechteste nicht und so ist das ein ganz nettes Trio, dessen Treiben man gerne verfolgt, auch wenn Story und Drehbuch ihre Schwächen haben und eben Möglichkeiten ungenutzt bleiben.

    Sicherlich kein Film, den besonders viele Leute ansprechend oder gar übermäßig gut finden, aber für mich passt das und so danke ich den Machern dafür. Wobei es mir natürlich etwas unangenehm ist, dass die soviel Geld nur für mich ausgegeben haben.

    7,25/10


    Dann hat er sich eben in der Größe deines Hirns geirrt, aber deshalb frisst man den Mann doch nicht gleich auf, da redet man doch darüber du dämlicher Idiot.
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  5. #375
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Elf Freunde müsst ihr sein

    371. Ossi’s Eleven
    D 2008 von Oliver Mielke
    (1)
    (18.10.2009)
    Tim Wilde (6), Stefan Jürgens (7), Götz Otto (5), Michael Brandner (7), Manfred Möck (3), Andreas Giebel (1), Helmfried von Lüttichau (1), Sascha Schmitz (1), Michael Habeck (2), Jule Ronstedt (1), Karoline Eichhorn (2), Rainer Basedow (6), Eva Habermann (2), Collien Fernandes (1)



    In bester britischer Manier haben wir hier eine Dramödie um eine Gruppe von Leuten in deutschlands Osten, die nicht gerade vom Glück verfolgt sind ('Social Comedy' heißt das dann wohl im Fachwort). Doch dank Oswald, genannt Ossi, der gerade frisch aus dem Knast entlassen wurde, haben sie ein Ziel: sie wollen alte D-Mark-Münzen, die zum Einschmelzen in eine Gießerei geliefert werden, stehlen und dann in Euro umtauschen. Zunächst sind es fünf Leute, die Ossi in seinen Plan einweiht und die er als Helfer braucht, doch durch verschiedene Umstände, gewollte und ungewollte, werden es immer mehr. Und der Plan ist dabei so abenteuerlich, dass er sogar funktionieren könnte. Und so wichtig ein Erfolg auch ist, um finanziell mal etwas Land zu sehen, so sehr hat man auch das Gefühl, dass allein das Verfolgen eines festen Ziels und die Zusammenarbeit der Gruppe jedem Einzelnen gut tut.

    Gut gelungene Mischung aus tragischen und komischen Momenten, wobei es letztlich etwas weniger spaßig ist, als ich erwartet habe. Das Ensemble passt gut zusammen und die einzelnen Figuren sind gut geschrieben. Positiv ist auch, dass es an keiner Stelle einen Ausreißer nach unten hat sondern durchgehend unterhaltend ist und auf gutem Niveau bleibt. Dabei sind die Elf nicht halb so glamourös wie die berühmten Vorbilder aus Las Vegas, aber sie haben dennoch ihren ganz eigenen, sehr bodenständigen Charme.

    Das Mitwirken der Fernandes konnte ich jetzt nicht nachvollziehen, nicht dass ich sie nicht gerne sehen würde, aber was ihre Figur sollte bzw. inwieweit diese Eskapade die Story vorangetrieben bzw. gebraucht hat bzw. welchen Sinn das alles überhaupt hatte, erschließt sich mir nicht.


    Total unklar ist mir aber auch, weshalb Karl die Anderen am Ende nicht verpfeift ?


    7/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  6. #376
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    To serve and protect

    372. Unter Kontrolle
    (Surveillance) USA 2008 von Jennifer Lynch
    (1)
    (23.10.2009)
    Bill Pullman (16), Julia Ormond (5), Michael Ironside [8], Ryan Simpkins (1), Pell James (3), Kent Harper (1), French Stewart (5), Mac Miller (1), Cheri Oteri (6), Hugh Dillon (1), Charlie Newmark (5), Gill Gayle (1), Caroline Aaron (10)



    Bei Filmen die dem Zuschauer am Ende noch eine Wendung präsentieren ist es wohl elementar, ob man diese schon im Vorfeld 500 Meter gegen den Wind riecht, oder ob man völlig überrascht wird. Tritt ersteres ein, empfindet man den Film gleich als viel schlechter und ist enttäuscht, wird man von den Ereignissen jedoch überrascht, kann dies den Eindruck merklich nach oben treiben. Dies ist aber meist auch eine persönliche und individuelle Wahrnehmung und kann nicht immer verallgemeinert werden. Dazu kommt, so geht es jedenfalls mir, dass man sich, sofern man auf einen Twist vorbereitet ist, während dem Sehen schon Gedanken macht, was denn die Auflösung sein könnte und verschiedene Szenarien durchspielt. Deckt sich dann die tatsächliche Auflösung mit einer bereits angedachten Situation, so stellt sich natürlich eine Enttäuschung und ein ’ich-habs-ja-gleich-gewusst’-Gefühl ein. Der Idealfall ist natürlich, wenn man gar keinen Twist erwartet, dann kann man von diesem durchaus richtig überrascht und begeistert werden. Meine drei persönlichen Paradebeispiele in dieser Kategorie sind die wohl eher weniger bekannten Tod im Spiegel, Die Spur der zweiten Frau sowie Eine Probe für den Mörder. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich bei den Sichtungen dieser Filme noch recht jung war, und von daher noch weniger Ahnung hatte als heute und so aber mal richtig erwischt wurde.

    Das nur als grundsätzliches Vorwort in diesem Zusammenhang.

    Was den Film, neben der für mich unerwarteten Schlusswendung, auszeichnet ist seine teilweise kompromisslose Art, teils schonungslos und dreckig. Außerdem wird eine ordentliche Spannung aufgebaut. Die handelnden Figuren zeigen alle, ausnahmslos, irgendwie ein merkwürdiges Verhalten, was die Suche nach den Serienkillern natürlich nicht einfacher macht, aber dies war für mich schon mal ein Pluspunkt, weil es mMn realistischer ist, als wenn alle ungeachtet ihrer eigenen Art bedingungslos zusammenarbeiten.

    Zum Thema Spannung, die Szene in der die beiden durchgeknallten Cops die Familie und das Junkie-Pärchen kontrollieren. Diese lange Szene, in der die drei Wagen hintereinander stehen und man weiß, dass die Killer irgendwo auf dieser Straße unterwegs sind, das hat in mir eine nicht geringe Spannung erzeugt, obwohl man ja schon lange vorher wusste, wer diese Begegnung überleben wird und wer nicht. Das ist für mich schon mal ein nicht unbeträchtlicher Pluspunkt. Und der Crash selbst war auch mal nicht ohne und hat seine Wirkung bei mir nicht verfehlt. Danach wird es in den Erzählungen zwar zunächst unübersichtlich, was ich fast schon als schwerwiegenden Fehler sah, aber dann werden die fehlenden Stücke bis auf eine Kleinigkeit, die mir noch nicht ganz klar ist, aufgelöst und das Bild wird abgerundet.

    Bezüglich der Leistungen der Schauspieler kann ich schwer ein allgemeingültiges Urteil fassen. Manches wirkt sicherlich wie bei einem B-Movie, aber ich sage jetzt einfach mal, in gewisser Weise war das auch gewollt, und insgesamt hat das auch einen gewissen Trash-Charme. Übel nehmen kann ich dem Film das nicht. Und die Rolle von French Stewart, den ich bislang überwiegend von Komödien kannte, hat mich in der Form auch überrascht.


    Meine Meinung zum Laufenlassen von Stephanie: Ich kann zwar auch die gegenteilige Meinung nachvollziehen (auch wenn es sehr fies ist), aber ich fand es so okay. Ich hatte über die ganze Zeit das Gefühl, diese Stephanie ist auch nicht ganz knusper und verhält sich, gerade auch wenn es um die Killer geht, nicht unbedingt ihrem Alter entsprechend, sondern scheint sich mit dieser Thematik auf eine Art auseinanderzusetzen, die einem für die Zukunft sorgen macht. Vielleicht wird sie ja selbst mal zu einer psychopathischen Massenmörderin, das Potential scheint vorhanden und vielleicht hat dies „Agent Hallaway“ auch gesehen. Und außerdem hat sie es sich wirklich verdient. Immerhin kam sie den Beiden auf die Schliche, was einer Handvoll Erwachsener, der Großteil davon ausgebildete Polizisten, nicht gelang. Dass „Agent Anderson“ damit nicht einverstanden ist, ist auch klar, denn sie benötigt seine volle Aufmerksamkeit, die er, vielleicht erstmals, teilt, denn er scheint die Kleine richtig in sein krankes Herz geschlossen zu haben, was ihr natürlich gar nicht behagt. Muss sagen für mich passt das alles.


    Kann nicht anders als festzuhalten, dass mir der Film fast ausnahmslos zugesagt hat.

    8/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  7. #377
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Red heat

    373. Hellboy 2 - Die goldene Armee
    (Hellboy II: The Golden Army) USA/D 2008 von Guillermo del Toro
    (6)
    (24.10.2009)
    Ron Perlman (16), Selma Blair [8], Doug Jones (13), Jeffrey Tambor (10), Luke Goss (2), Anna Walton (1), James Dodd (2), Brian Steele (10), John Hurt (11)



    Hellboy 2 gelingt das, was vielen Fortsetzungen nicht gelingt, nämlich noch mal einen auf den ersten Teil draufzusetzen. Und zwar sowohl was die Action, den Humor und vor allem die visuelle Wucht anbelangt. Und bei allem kommt auch die Entwicklung der Charaktere nicht zu kurz.

    Und was haben wir hier für eine wunderbare, teils auch schauderhafte, Fülle an fantastischen Figuren. Höhepunkt natürlich der Trollmarkt. Da durfte sich das Kreativteam bzw. die Entwickler der Kreaturen aber mal so richtig austoben, sehr zur großen Freude des Zuschauers. Wahrlich ein faszinierend-bizarrer Basar der Besonderheiten. Ganz groß das alles. Auch sonst steckt sehr viel Ideenreichtum in allem, sei es die Sache mit den beiden miteinander verbundenen Geschwistern oder auch was nach dem sterben des Waldgottes noch entsteht.

    Der Humor ist wie gesagt auch klasse und alle Figuren sind mir auch sehr sympathisch, in dem Punkt hat vor allem Abe im Vergleich zum ersten Teil ordentlich zugelegt. Highlight sicher wenn Red und Blue, trunken von Bier und Liebesgefühlen, gemeinsam eine Liebesschnulze singen. Hellboy ist natürlich ein ganz besonderer Charakter, den man fast gern haben muss, cool bis zur Schmerzgrenze und in jeder noch so brenzligen Situation immer noch einen passenden Spruch auf Lager, und ein großes Herz für kleine Kätzchen hat er auch.

    Luke Goss ist sehr gut als Gegenspieler, was auch an der Figur liegt. Selma gefällt mit kurzen Haaren deutlich besser und die neue Figur des Johann Krauss (mit ss) gefällt und passt insgesamt gut ins Bild, besonders natürlich auch weil sie so konzipiert ist, dass verbale Auseinandersetzungen mit Hellboy vorprogrammiert sind.

    Alles also ein sehr unterhaltsamer großer Spaß, bei dem ich keine nennenswerten Defizite ausmachen kann.

    8,5/10

    Lecken sie mich an meinem ektoplasmischen Skrotum !
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  8. #378
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Vampir auf schwedisch: Blute Snute

    OMFE Reloaded; Vers. 2.12; presented by Argonaut

    374. So finster die Nacht
    (Låt den rätte komma in) S 2008 von Tomas Alfredson
    (1)
    (24.10.2009)
    Kåre Hedebrant (1), Lina Leandersson (1), Per Ragnar (1), Henrik Dahl (1), Karin Bergquist (1), Peter Carlberg (1), Ika Nord (1), Mikael Rahm (1), Patrik Rydmark (1), Mikael Erhardsson (1), Johan Sömnes (1), Karl-Robert Lindgren (1)



    Der Film hatte es ja von Anfang an nicht unbedingt leicht bei mir. Um Vampirfilme wollte ich eigentlich einen Bogen machen, und um alles aus Schweden sowieso ( :wink. Und es hat auch einige Zeit gedauert, bis mich der Film letztlich doch überzeugen konnte. Die ruhige Inszenierung war dabei gar nicht unbedingt das „Problem“, vielmehr hatte ich einfach Schwierigkeiten mich auf den Film einzulassen und die richtigen Andockstellen zu finden.

    Doch dann gab es immer mal wieder richtig starke Szenen, die im Hinterkopf blieben, und spätestens im letzten Drittel konnte ich dann meine „Scheuklappen“ ablegen und den Film voll auf mich wirken lassen. Das Finale war dann wahrlich grandios und hat den Aufschwung gekonnt abgerundet.

    Hier mal kurz zusammengefasst meine Lieblingsszenen, die eine Nennung verdient haben:


    * Der Fall von Eli’s „Helfer“ aus dem Krankenzimmer; insbesondere als er auf das Vordach aufschlägt.
    * Der eingefrorene Jocke in der Eisschicht am Kran.
    * Die brennende Frau im Krankenzimmer.
    * Als Oskar und seine Mutter gemeinsam Zähneputzen.
    * Als Oskar und Eli kurz mit der Musik mitwippen.
    * Als Martin kurz im Schwimmbad die Bewegungen vormacht und Oskar, im sicheren Glauben das alles in Ordnung ist mitmacht; während der Zuschauer genau weiß, dass da ein ganz böses Spiel getrieben wird. Diese Szene hat mich auch richtig mitgenommen, auf der einen Seite dieses Gefühl der Sicherheit und auf der anderen der perfide Plan Oskar richtig eine mitzugeben, eine geplante, gezielte Aktion, 4 gegen 1... auch wenn’s im ersten Moment gar nicht so scheint, das ist an Boshaftigkeit kaum zu überbieten. Schauder.
    * Das Finale im Schwimmbad. Natürlich. Ohne Worte. Oh.ne Wor.te.


    Das einzige was mir ein bisschen Stirnrunzeln bereitet ist das teilweise dilettantische Vorgehen von Elis Begleiter. Als ob er das alles zum ersten Mal machen würde... passt für mich so nicht. Es passt schon einerseits, weil es eben das Gegenteil von den typischen Vampiren oder Bösewichten im Film ist, die alles können und bei denen alles funktioniert; hier aber mehr ein normaler Mann der plötzlich töten soll... aber von der Logik passt das nicht, wenn man mir noch folgen kann.

    Sehr schön ohne Frage natürlich die geschaffene Atmosphäre, die eingefangenen Bilder der Landschaft und die ruhige Inszenierung. Sehr gut gefallen und für meine Begriffe passend war auch, dass man das Ganze einige Jahrzehnte in der Vergangenheit angesiedelt hat. Es wird zwar nicht explizit gesagt, aber ich schätze mal das sollen die frühen 70er gewesen sein !? Jedenfalls passt das aus meiner Sicht wirklich sehr gut.

    Und dann immer mal wieder die Einstreuung einer heftigeren und dabei richtig gut gemachten Szene; ganz groß.

    Edit:
    Etwas besonderes ist schon der Vorspann, der gänzlich geräuschlos ist, so dass man zunächst schon meint, die DVD hätte ein Tonproblem oder man hat sonst irgend etwas falsch gemacht. Möchte nicht wissen wie viele Kinozuschauer sich ob des vermeintlichen Tondefekts gleich beschwert bzw. gemeldet haben. //

    Nachdem ich lange zwischen 6 und 7 Punkten schwankte, ist es am Ende zweifellos eine solide

    8/10

    geworden. Jedenfalls danke an den OMFEhler, weil ohne diesen "Zwang" hätte ich den Film sicher tendenziell eher nicht gesehen.

    So, und nun werde ich mir wohl noch ein wenig Unverständnis und vielleicht sogar Zorn einhandeln, aber muss noch was loswerden zum dt. Titel. Ich finde den richtig gut. Der Klang und die Aussage passt sehr gut zum Film, kann’s gar nicht genau beschreiben, aber für mich ist das wirklich gut gewählt. Und sind wir doch mal ehrlich, „Lass den richtigen rein“ hört sich doch ziemlich bescheuert an, für so einen Film. Außerdem, was ist die Alternative ? Einem schwedischen Film in Deutschland einen englischen Titel zu geben entbehrt jedem Sinn und für den Originaltitel ist die überwiegende Mehrheit hier nicht bereit. Sorry, aber meine Meinung.
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  9. #379
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re. Why so curious ?

    375. (500) Days of Summer
    USA 2009 von Marc Webb
    (1)
    (24.10.2009)
    Joseph Gordon-Levitt (7), Zooey Deschanel (4), Geoffrey Arend (3), Matthew Gray Gubler (2), Clark Gregg (8), Chloe Moretz (1), Rachel Boston (1), Minka Kelly (1)



    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey
    Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey Zooey


    Eigentlich hätte ich den Film sehr gerne im Kino gesehen, allerdings interessiert das die Betreiber der Lichtspielhäuser in meiner Umgebung offensichtlich gar nicht und so muss ich wie schon eine Woche zuvor auf andere Möglichkeiten zurückgreifen, die mir freundlicherweise von meinem persönlichen Lieblings“Kinobetreiber“ kurzfristig zur Verfügung gestellt wurden. Danke dafür.

    Ein über weite Strecken wunderbarer Film, der gekonnt und vor allem überzeugend die guten und schlechten Zeiten einer Beziehung, die schon beim ersten Sehen anfängt und noch lange nachhallt, aufzeigt. Das wunderbar abwechselnd, so dass man die Gefühlslagen des Hauptprotagonisten, von einem breiten Goodfeeling bis zur tiefen Betrübtheit ganz klar nachempfinden und mitleben kann. Besonders eindrucksvoll auch das Gespräch gegen Ende auf der Parkbank, was sie ihm da sagt tut wirklich nachfühlbar richtig weh.

    Dabei gibt es nette Einfälle und wunderbare Ideen, Highlight fraglos die Tanzeinlage mit der wunderbar passenden Musik. Das Zeichentrickvögelchen am Ende ist zwar fast zuviel des Guten, aber nur fast. Auch die beiden Darsteller spielen wirklich gut und natürlich gefällt mir das als Zooey-Fanzone ganz besonders.

    Die kleinen Spielereien und Kommentare aus dem Off tun ihr übriges. Auch wenn es da gerne auch mehr hätte sein dürfen.

    Trotz all den vielen wunderbaren Momenten habe ich allerdings drei nicht unerhebliche Probleme. Erstens ist es mir letztlich zu wenig was gezeigt wird, der Film hätte gerne 20 bis 30 Minuten länger dauern dürfen, vllt. sogar müssen, und weshalb es letztlich zum Bruch kam konnte ich auch nicht ganz nachvollziehen, aber vllt. war das auch beabsichtigt, dem Zuschauer keine Komplettlösung zu präsentieren. Das Zweite ist, dass, da alles nur aus der Sicht von Tom gezeigt wird, das Verhalten von Summer teilweise nicht nachvollziehbar ist, auch das kann natürlich Absicht sein, weil aus der Sicht einer Person, egal welchen Geschlechts, ist das Verhalten des Partners ja auch nicht immer nachvollziehbar und man kann ja nicht in den Kopf des Anderen schauen, aber, dadurch kommt Summer natürlich für den Zuschauer nachteilig rüber, was Tom denkt und fühlt weiß der Zuschauer genauestens, wie es Summer ergeht nicht und damit wird man fast auf seine Seite gedrängt und aus Gründen einer ausgewogenen Betrachtungsweise ist dies nachteilig. Und der wohl wichtigste Punkt für mich ist, dass ich mit beiden Figuren nie wirklich warm geworden bin. So sehr sich die beiden Darsteller auch Mühen und alles richtig machen, war das nicht mit mir kompatibel, dabei wäre es so perfekt gewesen, wenn man das Gefühl von Tom für Summer 1zu1 nachempfinden hätte können. Im Hinblick auf Zooey hätte das geklappt, aber nicht bezogen auf die Figur, vom bezaubernden Wesen mal abgesehen. Aber vllt. liegt das auch an dem zuvor beschriebenen Zukurzkommen der Figur. Aber das ist natürlich auch alles sehr individuell, und da ja jeder von uns anders tickt, kommt das auch bei jedem anders an; das gilt aber auch dafür, das beide Figuren nicht stellvertretend für alle anderen ihrer Art stehen.


    Ja und das Ende hat mir dann auch nicht gefallen. Vielleicht bin ich einfach zu sehr an Dingen die mir etwas bedeuten hängend, und mich immer gleich auf Neues einzulassen gehört nicht zu meinen Stärken, und natürlich geht das Leben weiter und natürlich kann man sich nach einer Enttäuschung nicht gleich allem Anderen versagen, aber das war mir ein zu positiver Abschluss aus der Abteilung 'die Nächste bitte'.


    Somit knappe 7/10


    Ich hab' meinen Kater nach Springsteen benannt !
    Ist nicht wahr... und wie heißt er ?
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #380
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    06.07.2005
    Ort
    Porada Ninfu
    Beiträge
    12.737

    Re: Why so curious ?

    376. Tatort – Tempelräuber
    D 2009; von Matthias Tiefenbacher

    Episode 745; WDR, Münster; Erstausstrahlung: 25.10.2009
    (25.10.2009)
    Mit: Axel Prahl, Jan Josef Liefers, Friederike Kempter, ChrisTine Urspruch, Mechthild Großmann, Claus D. Clausnitzer, Ulrich Noethen, Johanna Gastdorf, Wolf-Niklas Schykowski, Rosalie Thomass, Marita Breuer, Andreas Potulski



    War für meine Begriffe eine gewohnt ordentliche Folge des Münsteraner Duos. Wieder bestimmt in der ersten Hälfte der Humor die Szenerie, während dann immer mehr der Fall im Vordergrund steht und es gegen Ende dann richtig dramatisch wird.

    Wieder auffällig, dass die Beiden auch privat tief in den Fall bzw. das Drumherum verstrickt werden, ob das in der Fülle immer so realistisch ist, ist zu bezweifeln, aus Einzelsicht betrachtet kann es natürlich so sein. Aber dadurch hat man eben den Vorteil, in diesem Fall besonders den eingeschränkten Boerne, auch privat zu erleben, und der Zweck heiligt natürlich die Mittel.

    Apropos heilig, die Darstellung der katholischen Kirche ist sicherlich zwiespältig zu sehen. Einerseits ist es nicht verkehrt, mal die seit Jahrhunderten geltenden, eingestaubten Regeln bzw. deren Folgen auf die Menschen zu betrachten; andererseits ist es aber auch ein gefundenes Fressen die Thematik des Zölibats auszuwälzen, ich denke damit polarisiert man.

    Die Darstellerleistungen sind wieder mal gut, besonders von Liefers der im Mittelpunkt steht und stellenweise mal wieder richtig den arroganten Arsch rauslassen darf. Dann aber auch eine fast väterliche Seite zeigen darf, und auch das kann man der Figur abnehmen.

    Sehr gut gemacht und somit wirkungsvoll ist auch das Schlussverhör.

    Knappe 4/5 Handschellen


    Moinsen !

    Ich arbeite bei der Polizei und nicht bei 'Wünsch dir was' !
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

Seite 38 von 66 Erste ... 28363738394048 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. The Curious Case of Benjamin Button
    Von Bob im Forum Filme
    Antworten: 67
    Letzter Beitrag: 27.02.2009, 17:26

Besucher fanden diesen Beitrag durch eine Suche nach:

bernd grawert

stephan bissmeierkristen stewart jumperDan DommerShanie Calahansieghardt ruppRüdiger BahrCaroline Petersalbie kinsellaAdam ChubbuckHermann Lenschau adam brixkaren bachlars kaalundkingkong

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32