20. The International [6,6]
USA, Großbritannien, Deutschland 2009
R: Tom Tykwer
D: Clive Owen, Naomi Watts, Jack McGee, Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thomsen
Dass sich massentaugliche Unterhaltung und hochwertige Inszenierung nicht zwangsweise ausschließen müssen zeigt dieser Film der sehr spannend, mitreißend und wahnsinnig gut inszeniert ist. Dazu eine komplexe Story, die aber dennoch problemlos konsumierbar ist. Was mir persönlich auch sehr gut gefallen hat waren die wechselnden internationalen Locations. Schließlich noch feine Darsteller und als Highlight die Schießerei im Guggenheim-Museum, zu der für meine Begriffe auch noch der sehr großartige Prolog gehört, als die Ermittler dem Sniper langsam auf die Spur kommen. An wenigen passenden Stellen richtig temporeich, wirkt er ansonsten erstklassig abgeklärt und mit ruhiger Hand inszeniert, ganz unüberstürzt. Mein Klassen-Primus des Jahrgangs 09.
19. Les rivières pourpres (Die purpurnen Flüsse) [6,8]
Frankreich 2000
R: Mathieu Kassovitz
D: Jean Reno, Vincent Cassel, Nadia Farès, Jean-Pierre Cassel, Karim Belkhadra
Um mit etwas Kritik anzufangen sei erwähnt, dass das Ende leider ein wenig enttäuscht hat. Aber der Rest ist dafür umso spannender und atmosphärisch packender. Dazu kommen zwei charismatische Hauptdarsteller und eine gut durchdachte Geschichte die gar nicht so abwegig ist, mehrere Gänsehautmomente inklusive.
18. Hot Fuzz [8,0]
Großbritannien, Frankreich 2007
R: Edgar Wright
D: Simon Pegg, Nick Frost, Timothy Dalton, Jim Broadbent, Stuart Wilson
Herrlicher, temporeicher Spaß von der Insel, der mit viel Witz und gutaufgelegten Darstellern daherkommt. Dazu gibt es dann auch noch etwas kriminalistisches Rätselraten und einige brutalere Situationen, dies aber natürlich mit viel schwarzem Humor versehen. Schließlich gibt es noch einige beliebte Darsteller des britischen Kinos in Klein- und Kleinstrollen.
17. The Prestige [8,4]
USA, Großbritannien 2006
R: Christopher Nolan
D: Christian Bale, Hugh Jackman, Michael Caine, Scarlett Johansson, David Bowie
Was einen Nolan-Film ausmacht sind nicht nur die grandiosen Leistungen der Darsteller (wer Bale immer noch für überschätzt hält, dem ist mit keinem Zauber der Welt mehr zu helfen), die berauschenden Settings und Ausstattungen, die perfekte Inszenierung und kleine Spielereien die nie zum Selbstzweck verkommen, sondern auch eine komplexe Geschichte die Hand und Fuß hat und den Zuschauer gleichermaßen fordert und berauscht. So auch und ganz besonders hier. Dabei ist das Ganze auch sehr intelligent und ohne jeden Zweifel mehr als sehenswert. It’s a kind of magic, Cinemagic.
16. Big Fish [8,1]
USA 2003
R: Tim Burton
D: Ewan McGregor, Albert Finney, Billy Crudup, Jessica Lange, Alison Lohman
Apropos Kinomagie... eine Fantasy-Geschichte die Ihresgleichen sucht. Fabelhafte Geschichten und Figuren, prächtige Ausstattung und eine Story die keinen kalt lassen dürfte. Viele kleine spaßige und einfallsreiche Ideen und viele skurrile Personen mit noch skurrileren Eigenschaften und Geheimnissen. Dazu eine der wunderschönsten Szenen der Filmgeschichte, die es, wie der ganze Film, spielerisch schafft trotz vermeintlichem Romantik-Alarm nie zum Kitsch zu verkommen. TEW (Taschentuch-Einsatz-Wahrscheinlichkeit) 7-8.
15. Hardcore [6,4]
Griechenland 2004
R: Dennis Iliadis
D: Katerina Tsavalou, Danai Skiadi, Ioannis Papazisis, Omiros Poulakis, Andreas Marianos
Joa, wohl eine der größten Überraschungen und hier muss ich ohne sachliche Argumente auskommen und kann einfach nur festhalten, dass mich der Film ob seiner Figuren und den vielen berauschenden Bildern und Szenerien einfach gefühlsmäßig total gepackt hat, was eine so gute Bewertung erklären mag. Leider leider ist das letzte Drittel ein wenig zu gehetzt, aber alles bis dahin ist einfach nur ein optischer Rausch, innerhalb realistischer Grenzen. Gedanklich hängt mir heute noch die Kinnlade herunter. Aber Achtung, wette fast, dass ich mit dieser Meinung in der Minderheit sein dürfte.
14. The Weather Man [6,9]
USA, Deutschland 2005
R: Gore Verbinski
D: Nicolas Cage, Michael Caine, Hope Davis, Nicholas Hoult, Michael Rispoli
Wieder so ein Film der mich besonders wegen einigen ganz tollen Bildern und Situationen packt (wie genial sind zB bitte die Szenen wenn die Hauptfigur bei schlechter Witterung Pfeile schießt...). Dazu eine Geschichte um einen Mann, die einen einfach interessiert und mitreißt, und zu allem kommt auch noch viel Humor, nicht selten auch eher zwischen den Zeilen, aber deswegen nicht weniger amüsant. Cage darf hier mal zeigen was er wirklich drauf hat wenn er darf und will, und Caine passt wie so oft perfekt. Von Regisseur Verbinski eigentlich nur als kleines ablenkendes Projekt während den Pirates of the Caribbean-Filmen gedacht, eine der großen positiven Überraschungen.
13. Little Miss Sunshine [8,0]
USA 2006
R: Jonathan Dayton + Valerie Faris
D: Abigail Breslin, Greg Kinnear, Toni Collette, Alan Arkin, Steve Carell
Für so eine Mischung mehr als gut gelungener skurriler, besonderer Charaktere braucht man sonst mindestens drei Filme. Hier steckt alles in einem und bietet dazu eine wunderbare, packende Geschichte die ihre Figuren nur scheinbar vorführt, letztlich nimmt sie sich ihrer und ihren Problemen an. Wahnwitziger Road Trip toller Figuren (dies auch dank den tollen Darstellern) mit viel Spaß und realistischer Ernsthaftigket. Und wer unnachvollziehbarer Weise bis kurz vor dem Ende noch schwankt ob es denn eine 9 oder eine 10 gibt, der ärgert sich nach dem schrägen und bemerkenswerten Bühnenauftritt der kleinen Olive höchstens noch darüber, dass die Skala bei 10 schon zu Ende ist. Tief, warmherzig, witzig und gelb.
12. Unbreakable [7,3]
USA 2000
R: M. Night Shyamalan
D: Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Robin Wright Penn, Spencer Treat Clark, Eamonn Walker
Die Entwicklung eines einfachen und sehr unglücklichen Mannes mit suboptimalem Lebensstand hin zu einer Art Held mit Superkräften. Diese Story wird von Shyamalan hier in perfekter Art und Weise gezeigt. Dabei wird der Ball immer sehr flach gehalten, alles sehr reduziert, was ganz wunderbar passt. Dazu zwei großartige Hauptdarsteller und vor allem einige gar wunderbare Kameraeinstellungen und Bilder. Die Auflösung ist schlichtweg genial und entfaltet die Story zu etwas ganz großem.
11. Happy-Go-Lucky [7,1]
Großbritannien 2008
R: Mike Leigh
D: Sally Hawkins, Eddie Marsan, Alexis Zegerman, Kate O’Flynn, Samuel Roukin
Eine britische Amélie. Nur ohne fantastische dafür mit sehr viel bodenständiger Thematik. Die Hauptfigur ist neben Amélie die ohne Zweifel spannendste und wundervollste weibliche Hauptfigur, mindestens der letzten 10 Jahre. Ihre Art ist einfach bewundernswert, wie sie einfach ihr Ding durchzieht und auch wenn das bei den meisten Anderen oft aneckt und zu Unverständnis führt kümmert sie das wenig, im Gegenteil, sie versucht andere mit ihrer positiven Einstellung anzustecken. Dass sie aber nicht geistig 20 Jahre zurückhängt wie es böse Zungen vielleicht behaupten können zeigt sich spätestens in den Szenen in denen soziale Problematiken angesprochen werden, denn der Film scheut sich nicht bei aller Leichtigkeit mit Hang zum (positiv) albernen auch diese Dinge zumindest zu streifen. Dass hierfür dann keine Komplettlösungen geboten werden halte ich nicht für ein Manko des Filmes sondern viel mehr für ein Zeichen von unbeschönigendem Realismus. On top dann noch die fabulöse Leistung von Sally Hawkins und auch Eddie Marsan liefert hier ganz großes ab.


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. Das sind freilich keine entscheidenden Kriterien, wollt's nur mal anmerken.

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