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Thema: Why so curious ?

  1. #451
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Why so curious ?

    20. The International [6,6]
    USA, Großbritannien, Deutschland 2009
    R: Tom Tykwer
    D: Clive Owen, Naomi Watts, Jack McGee, Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thomsen



    Dass sich massentaugliche Unterhaltung und hochwertige Inszenierung nicht zwangsweise ausschließen müssen zeigt dieser Film der sehr spannend, mitreißend und wahnsinnig gut inszeniert ist. Dazu eine komplexe Story, die aber dennoch problemlos konsumierbar ist. Was mir persönlich auch sehr gut gefallen hat waren die wechselnden internationalen Locations. Schließlich noch feine Darsteller und als Highlight die Schießerei im Guggenheim-Museum, zu der für meine Begriffe auch noch der sehr großartige Prolog gehört, als die Ermittler dem Sniper langsam auf die Spur kommen. An wenigen passenden Stellen richtig temporeich, wirkt er ansonsten erstklassig abgeklärt und mit ruhiger Hand inszeniert, ganz unüberstürzt. Mein Klassen-Primus des Jahrgangs 09.


    19. Les rivières pourpres (Die purpurnen Flüsse) [6,8]
    Frankreich 2000
    R: Mathieu Kassovitz
    D: Jean Reno, Vincent Cassel, Nadia Farès, Jean-Pierre Cassel, Karim Belkhadra



    Um mit etwas Kritik anzufangen sei erwähnt, dass das Ende leider ein wenig enttäuscht hat. Aber der Rest ist dafür umso spannender und atmosphärisch packender. Dazu kommen zwei charismatische Hauptdarsteller und eine gut durchdachte Geschichte die gar nicht so abwegig ist, mehrere Gänsehautmomente inklusive.


    18. Hot Fuzz [8,0]
    Großbritannien, Frankreich 2007
    R: Edgar Wright
    D: Simon Pegg, Nick Frost, Timothy Dalton, Jim Broadbent, Stuart Wilson



    Herrlicher, temporeicher Spaß von der Insel, der mit viel Witz und gutaufgelegten Darstellern daherkommt. Dazu gibt es dann auch noch etwas kriminalistisches Rätselraten und einige brutalere Situationen, dies aber natürlich mit viel schwarzem Humor versehen. Schließlich gibt es noch einige beliebte Darsteller des britischen Kinos in Klein- und Kleinstrollen.


    17. The Prestige [8,4]
    USA, Großbritannien 2006
    R: Christopher Nolan
    D: Christian Bale, Hugh Jackman, Michael Caine, Scarlett Johansson, David Bowie



    Was einen Nolan-Film ausmacht sind nicht nur die grandiosen Leistungen der Darsteller (wer Bale immer noch für überschätzt hält, dem ist mit keinem Zauber der Welt mehr zu helfen), die berauschenden Settings und Ausstattungen, die perfekte Inszenierung und kleine Spielereien die nie zum Selbstzweck verkommen, sondern auch eine komplexe Geschichte die Hand und Fuß hat und den Zuschauer gleichermaßen fordert und berauscht. So auch und ganz besonders hier. Dabei ist das Ganze auch sehr intelligent und ohne jeden Zweifel mehr als sehenswert. It’s a kind of magic, Cinemagic.


    16. Big Fish [8,1]
    USA 2003
    R: Tim Burton
    D: Ewan McGregor, Albert Finney, Billy Crudup, Jessica Lange, Alison Lohman



    Apropos Kinomagie... eine Fantasy-Geschichte die Ihresgleichen sucht. Fabelhafte Geschichten und Figuren, prächtige Ausstattung und eine Story die keinen kalt lassen dürfte. Viele kleine spaßige und einfallsreiche Ideen und viele skurrile Personen mit noch skurrileren Eigenschaften und Geheimnissen. Dazu eine der wunderschönsten Szenen der Filmgeschichte, die es, wie der ganze Film, spielerisch schafft trotz vermeintlichem Romantik-Alarm nie zum Kitsch zu verkommen. TEW (Taschentuch-Einsatz-Wahrscheinlichkeit) 7-8.


    15. Hardcore [6,4]
    Griechenland 2004
    R: Dennis Iliadis
    D: Katerina Tsavalou, Danai Skiadi, Ioannis Papazisis, Omiros Poulakis, Andreas Marianos



    Joa, wohl eine der größten Überraschungen und hier muss ich ohne sachliche Argumente auskommen und kann einfach nur festhalten, dass mich der Film ob seiner Figuren und den vielen berauschenden Bildern und Szenerien einfach gefühlsmäßig total gepackt hat, was eine so gute Bewertung erklären mag. Leider leider ist das letzte Drittel ein wenig zu gehetzt, aber alles bis dahin ist einfach nur ein optischer Rausch, innerhalb realistischer Grenzen. Gedanklich hängt mir heute noch die Kinnlade herunter. Aber Achtung, wette fast, dass ich mit dieser Meinung in der Minderheit sein dürfte.


    14. The Weather Man [6,9]
    USA, Deutschland 2005
    R: Gore Verbinski
    D: Nicolas Cage, Michael Caine, Hope Davis, Nicholas Hoult, Michael Rispoli



    Wieder so ein Film der mich besonders wegen einigen ganz tollen Bildern und Situationen packt (wie genial sind zB bitte die Szenen wenn die Hauptfigur bei schlechter Witterung Pfeile schießt...). Dazu eine Geschichte um einen Mann, die einen einfach interessiert und mitreißt, und zu allem kommt auch noch viel Humor, nicht selten auch eher zwischen den Zeilen, aber deswegen nicht weniger amüsant. Cage darf hier mal zeigen was er wirklich drauf hat wenn er darf und will, und Caine passt wie so oft perfekt. Von Regisseur Verbinski eigentlich nur als kleines ablenkendes Projekt während den Pirates of the Caribbean-Filmen gedacht, eine der großen positiven Überraschungen.


    13. Little Miss Sunshine [8,0]
    USA 2006
    R: Jonathan Dayton + Valerie Faris
    D: Abigail Breslin, Greg Kinnear, Toni Collette, Alan Arkin, Steve Carell



    Für so eine Mischung mehr als gut gelungener skurriler, besonderer Charaktere braucht man sonst mindestens drei Filme. Hier steckt alles in einem und bietet dazu eine wunderbare, packende Geschichte die ihre Figuren nur scheinbar vorführt, letztlich nimmt sie sich ihrer und ihren Problemen an. Wahnwitziger Road Trip toller Figuren (dies auch dank den tollen Darstellern) mit viel Spaß und realistischer Ernsthaftigket. Und wer unnachvollziehbarer Weise bis kurz vor dem Ende noch schwankt ob es denn eine 9 oder eine 10 gibt, der ärgert sich nach dem schrägen und bemerkenswerten Bühnenauftritt der kleinen Olive höchstens noch darüber, dass die Skala bei 10 schon zu Ende ist. Tief, warmherzig, witzig und gelb.


    12. Unbreakable [7,3]
    USA 2000
    R: M. Night Shyamalan
    D: Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Robin Wright Penn, Spencer Treat Clark, Eamonn Walker



    Die Entwicklung eines einfachen und sehr unglücklichen Mannes mit suboptimalem Lebensstand hin zu einer Art Held mit Superkräften. Diese Story wird von Shyamalan hier in perfekter Art und Weise gezeigt. Dabei wird der Ball immer sehr flach gehalten, alles sehr reduziert, was ganz wunderbar passt. Dazu zwei großartige Hauptdarsteller und vor allem einige gar wunderbare Kameraeinstellungen und Bilder. Die Auflösung ist schlichtweg genial und entfaltet die Story zu etwas ganz großem.


    11. Happy-Go-Lucky [7,1]
    Großbritannien 2008
    R: Mike Leigh
    D: Sally Hawkins, Eddie Marsan, Alexis Zegerman, Kate O’Flynn, Samuel Roukin



    Eine britische Amélie. Nur ohne fantastische dafür mit sehr viel bodenständiger Thematik. Die Hauptfigur ist neben Amélie die ohne Zweifel spannendste und wundervollste weibliche Hauptfigur, mindestens der letzten 10 Jahre. Ihre Art ist einfach bewundernswert, wie sie einfach ihr Ding durchzieht und auch wenn das bei den meisten Anderen oft aneckt und zu Unverständnis führt kümmert sie das wenig, im Gegenteil, sie versucht andere mit ihrer positiven Einstellung anzustecken. Dass sie aber nicht geistig 20 Jahre zurückhängt wie es böse Zungen vielleicht behaupten können zeigt sich spätestens in den Szenen in denen soziale Problematiken angesprochen werden, denn der Film scheut sich nicht bei aller Leichtigkeit mit Hang zum (positiv) albernen auch diese Dinge zumindest zu streifen. Dass hierfür dann keine Komplettlösungen geboten werden halte ich nicht für ein Manko des Filmes sondern viel mehr für ein Zeichen von unbeschönigendem Realismus. On top dann noch die fabulöse Leistung von Sally Hawkins und auch Eddie Marsan liefert hier ganz großes ab.
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  2. #452
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Why so curious ?

    10. Signs [6,9]
    USA 2002
    R: M. Night Shyamalan
    D: Mel Gibson, Joaquín Phoenix, Rory Culkin, Abigail Breslin, Cherry Jones



    Auch hier ein Film der mich emotional tief berührt hat. Die Kritik bezüglich der christlichen Thematik kann ich nicht teilen, weil ich dieser Thematik überhaupt keine Bedeutung beigemessen habe während der Sichtung und von alleine gar nicht drauf gekommen wäre. Wahrscheinlich spricht das gegen mich, dass ich dies vor lauter halbvollen Wassergläsern nicht sehe, aber das könnte ich natürlich auch wieder umargumentieren, dass mir der Film einfach die Fähigkeit zum Denken geraubt hat, was dann natürlich ein Kompliment ist. Und dazu die stellenweise nervenanknabbernde Spannung, diverse Kameraeinstellungen, Bilder und dergleichen... wenn ich nur an diese eine Szene denke, das Heimvideo von dem mexikanischen Kindergeburtstag und der erste Blick auf einen der Außerirdischen... schlagt mich mit ’nem Maiskolben aber verdammt noch mal was hab’ ich mich erschreckt und was ist mir diese Szene, dieses Bild nachgegangen... die ersten Tage, Wochen, ... bis heute eigentlich, wenn auch nicht mehr so stark. Unvergesslich. Dazu noch einige andere Szenen und Bilder... einfach sehr packend und begeisternd für mich. Gefühl schlägt Kopf.


    9. Wonder Boys [7,5]
    USA, Großbritannien, Deutschland, Japan 2000
    R: Curtis Hanson
    D: Michael Douglas, Robert Downey jr., Frances McDormand, Tobey Maguire, Katie Holmes



    Ein wunderbarer Film. Er spielt eher leise Töne, aber die Melodie ist perfekt. Großartige Figuren ganz großartig dargestellt (für mich eine der besten Douglas’schen Leistungen), sehr feiner Humor, ganz leicht und doch so treffsicher (ich muss immer an die Szene mit dem jungen Polizisten denken der aus dem Wagen aussteigt... *prust*). Und ähnlich wie Hauptfigur Tripp habe auch ich eine Schreibblockade wenn es darum geht meiner Begeisterung weiteren Ausdruck zu verleihen. Hier hatte ich einfach nicht das Gefühl einen Film zu sehen; wie gerne hätte ich aus dem Trio ein Quartett gemacht und mir mit ihnen gemeinsam weitere Biographien zu Mitmenschen ausgedacht etc. Einfach großartig.


    8. Layer Cake [7,4]
    Großbritannien 2004
    R: Matthew Vaughn
    D: Daniel Craig, Tom Hardy, George Harris, Colm Meaney, Burn Gorman



    Ohne Frage der beste “Guy Ritchie-Film”. Ein Blick in die Londoner Unterwelt und wir begleiten die namenlose Hauptfigur beim Versuch den Umständen entsprechend sauber zu bleiben, was meist nicht besonders gelingt, weil er mit Problemen und Folgeschäden zu kämpfen hat, die meistens andere verursacht haben. Dabei schwebt er wie bei einem Drahtseilakt hoch über dem Boden und zwischen sämtlichen Fronten und versucht dabei noch zu jonglieren und cool auszusehen. Das Ganze hat mich sehr an einen anderen von mir sehr geschätzten Film erinnert, andere Zeit, andere Location, aber bei den Geschehnissen um eine Hauptfigur, der man als Zuschauer folgen darf, finden sich doch einige Parallelen, die Rede ist von Miller’s Crossing. Layer Cake jedenfalls hat mich auch von Anfang an ob der Story, der Figuren und dem toll zusammenspielenden Ensemble gepackt, was auch gefällt ist das relativ kompromisslose, nachwirkende Ende.


    7. The Dark Knight [8,9]
    USA, Großbritannien 2008
    R: Christopher Nolan
    D: Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Gary Oldman, Maggie Gyllenhaal



    Auch wenn das vielleicht blöd klingen mag, aber wäre die Fähren-Problematik anders, düsterer gelöst worden, der Film wäre wirklich in allen Belangen perfektestens und ein glühendheißer Anwärter auf einen Alltime-Podestplatz. Aber auch so ist das ein komplett großartiges Machwerk von einem Film. Die Figur des Jokers, von Heath Ledger in einer Manier dargestellt, für deren adäquate Beschreibung man erstmal Worte in einer neuen Sprache kreieren müsste (vielleicht chucknorrissisch). Die “Action“ (so ein vermeintlich plumper Begriff wird dem eigentlich nicht gerecht), die Settings und Szenerien, die Geschichte, die Figuren, die Inszenierung... ach, einfach alles, ist schlichtweg bombastisch. Wenn da dieser kleine, subjektive Makel nicht wäre, der mir einfach keine Ruhe lässt. Ansonsten dürfte schon so ziemlich alles über den Film gesagt sein, der einen mehrmals mit offenem Mund und großen Augen staunen lässt, das beginnt schon beim perfekten Intro und lässt an keiner Stelle nach. Nolan und sein Team hinter sowie eine zurecht namhafte Darstellerriege vor der Kamera zeigen eine oppulente Comic-Verfilmung (ja, kaum zu glauben) mit Tiefgang und durchdachter Story in berauschender Optik.
    Noch was zu den Darstellern und ihre Vergleiche; Film ist ein Mannschaftssport. Ledger steht hier klar im Mittelpunkt und versenkt die sich ihm bietenden Gelegenheiten nicht nur zuverlässig und reihenweise sondern punktet auch in der B- und C- und sämtlichen denkbaren Noten. Aber dazu gehört auch zB ein Bale, der hier gar nicht erst versucht dem Joker die Show zu stehlen sondern sich gekonnt in die zweite Reihe zurückstellt und die besten Vorlagen liefert. Das darf man mMn nicht unterschlagen.
    Und jetzt bekomme ich gerade ganz große Lust mir endlich die DVD zuzulegen, und dann wird aber mal so was von geschaut, und dann auch gleich mal im Original.


    6. Gamle mænd i nye biler (Old men in new cars) [6,8]
    Dänemark 2002
    R: Lasse Spang Olsen
    D: Kim Bodnia, Iben Hjejle, Nikolaj Lie Kaas, Tomas Villum Jensen, Torkel Petersson



    Vielleicht muss man schon hochgradig dänophil sein um hieran so große Freude zu haben wie ich. Auf dem Papier das Prequel zu I Kina spiser de hunde, kommt er wohl für die Meisten nicht an seinen Vorgänger ran, weil er bei weitem nicht so schonungslos und bitterböse, mit fast britischem tiefschwarzem Humor ist (was eben den Vorgänger ausmacht), und vielleicht haben die auch recht, doch hier geht’s ganz einfach um meine Eindrücke und Empfindungen und ich habe mich bei diesem überdrehten Spaß einfach köstlichst amüsiert. Das Treiben der Bande mit den aberwitzigen Plänen und Coups, die mich sehr an die kongenialen aber traditionell schiefgehenden Mastermind-Pläne des Koyoten beim Versuch dem Roadrunner habhaft zu werden erinnerten, ist einfach nur eine große Freude (man nehme nur den grandiosen Aus-dem-Gefängnis-hol-Plan bei dem Michael Scofield feucht im Schritt werden würde). Und es gab wenigstens eine Szene, bei der ich mich dermaßen nicht mehr einkriegen konnte vor Lachen, dass ich die Pausentaste drücken und mich erstmal wieder beruhigen musste. Ich mag die Figuren so dermaßen und alles was sie tun und wie es ihnen gelingt, aber auch wie sie scheitern und dabei dann nichts aus einer vorherigen Bauchlandung lernen. Und natürlich ist das alles für eine gute Sache, nämlich den todkranken Kumpel von Harald, also hat der Film auch noch eine wichtige Botschaft. Ach ja, am Ende wird’s dann auch noch mal richtig actionlastig, was man so gar nicht unbedingt erwartet hätte. Ich find’s jedenfalls ganz groß das alles, wenn auch mit großer rot-weißer Brille.
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  3. #453
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Why so curious ?

    5. The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring (Der Herr der Ringe - Die Gefährten) [8,8]
    USA, Neuseeland 2001
    R: Peter Jackson
    D: Elijah Wood, Sean Astin, Viggo Mortensen, Ian McKellen, Orlando Bloom



    So manche vermeintliche Wahrheit wird irgendwann von der Zeit und somit der Realität eingeholt: Die Erde ist eine Scheibe, Hexen können im Wasser nicht untergehen, Der Herr der Ringe ist unverfilmbar. Letzteres haben Peter Jackson und sein Team hinter und vor der Kamera durch die zweifellos beachtlichste Fantasy-Trilogie der Filmgeschichte widerlegt. Ich will gar nicht wissen wie viele Menschen mit wie vielen Arbeitsstunden an diesem Mammut-... ach was, an diesem Incredible Tall Creature-Projekt (--> The Mist) gewerkelt und mitgewirkt haben. Das heißt, natürlich wollte ich es schon gerne wissen, aber das Entscheidende ist: es hat sich aber mal so was von gelohnt. Die Ausstattung, die Settings, die Kostüme und Masken... einfach nur wow. Und der Drehort ist mit Neuseeland perfekt gewählt, mit seiner abwechslungsreichen, ursprünglichen und atemberaubend schönen Landschaft. Dieser erste Teil, der großteilig davon handelt die ganzen interessanten Figuren einzuführen und den Beginn ihrer langen und abenteuerlichen Reise zu zeigen, ist zweifellos das Highlight. Hier wird man wirklich mal in eine total andere, wunderprächtige aber auch gefährliche Welt (bzw. Welten) förmlich hineingezogen und auch trotz der überdurchschnittlich langen Laufzeit wird es einem zu keiner Zeit fad, mit kleinen Abstrichen im zweiten Teil, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Dieser Beginn hier ist zweifellos großartiges Fantasy- und Abenteuerkino der atemberaubenden Art. Bildgewaltig und makellos.

    Ein Film ihnen zu gefallen, sie alle zu erfreuen in eine andere Welt zu treiben und ewig zu faszinieren.


    4. Le fabuleux destin d'Amélie Poulain (Die fabelhafte Welt der Amélie) [8,6]
    Frankreich, Deutschland 2001
    R: Jean-Pierre Jeunet
    D: Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Lorella Cravotta, Dominique Pinon



    Tja, wie soll man diesen Film beschreiben, wie die richtigen Adjektive finden... mon Dieu, das ist ja eigentlisch unmöglisch. Ich könnte die ganzen wundervollen Einfälle anführen die der Film bietet, aber ich will den wenigen Auserwählten die diesen Traum von einem Film noch vor sich haben nichts vorwegnehmen. Fantasievoll, tief berührend, wunderschön, einfallsreich, bezaubernd dargestellt, unbeschreiblich besonders und sogar das ein oder andere Mal ein wenig frivol (die Franzosen halt). Und dazu eine wunderschöne Musik von Yann Tiersen. Alles einfach nur ein wahrer Hochgenuss, dass den Zuschauer fast ausnahmslos in eine gute Stimmung versetzt. Ein modernes fantastisches Märchen, dass die düsteren Aspekte dieser Erzählform weglässt und einen einfach nur ergreift und verzaubert. Ein Traum, glücklicherweise filmisch wahrgeworden.

    Übrigens am Ende des Filmes kullerten bei mir ein paar Tränen. Nicht aus Traurigkeit, nicht aus Heiterkeit, sondern einfach weil der Film so wunderbar und so ergreifend, so besonders und so bewegend ist. TEW: 10+

    Wer ihn noch nicht kennen sollte: unbedingt anschauen
    Wer ihn kennen sollte: unbedingt anschauen
    Alle Anderen: unbedingt anschauen


    3. Saw [7,7]
    USA, Australien 2004
    R: James Wan
    D: Leigh Whannell, Danny Glover, Cary Elwes, Shawnee Smith, Tobin Bell



    Was war ich gefesselt und nervenstrapaziert als ich den Film damals im Kino sah. Meine Fresse, fand’ ich das alles genial, und tue es noch. Die Story ist einfach grandios, die Fallen sehr kreativ und äußerst fies (was das menschliche Gehirn in der Lage ist sich einfallen zu lassen wenn es darum geht seinesgleichen zu malträtieren und zu brechen ist schon erschreckend und gleichzeitig bezeichnend, wobei die schlimmsten Vorstellungen meist von der grausamen Realität eingeholt bzw. überboten werden), die falschen Fährten führen zum gewünschten Erfolg, nämlich den Zuschauer auf den Holzweg und die Spannung ist einfach atemberaubend. Und dann das Ende... obwohl ich zwischenzeitlich kurz mal in diese Richtung gedacht hatte, als es dann passierte, war ich einfach nur geflasht. Das perfekte i-Pünktchen (im Schwäbischen übrigens i-Düpfele). Erwähnenswert ist schließlich noch der tolle und atmosphärisch passende und packende Score von NIN-Mitglied Charlie Clouser. Über Sinn und Unsinn der zahlreichen und scheinbar nicht enden wollenden Fortsetzungen kann man sich vielleicht streiten, das wäre aber auch schon der einzige Kritikpunkt den es in dem Zusammenhang zu erwähnen in Erwägung zu ziehen gäbe.


    2. Memento [8,6]
    USA 2000
    R: Christopher Nolan
    D: Guy Pearce, Carrie-Anne Moss, Joe Pantoliano, Mark Boone Junior, Stephen Tobolowsky



    Nolan die Vierte, und damit Gewinner in der Kategorie 'bester Regisseur in den Nuller-Jahren'. Herzlichen Glückwunsch, zweifellos hoch verdient (immerhin alle vier unter den besten 21). Und dass ausgerechnet der von den optischen Wow-Effekten vermeintlich unspektakulärste der interne Sieger ist und sich insgesamt nur knapp geschlagen geben muss, ist sicher kein Zufall, denn hier schafft man es mit einer extrem interessanten und gut durchdachten, intelligenten Story, den Zuschauer richtig zu packen und einzuverleiben. Die umgekehrte Erzählreihenfolge erweist sich dabei als genialer Kniff der dem Ganzen die Krone aufsetzt. Und das Ende, ja das Ende... das muss man einfach erlebt haben. Selten war ich so überrascht und vor den Kopf gestoßen und geplättet. Geht es denn noch genialer ? Nein ! Wuarh, werd' jetzt noch ganz feucht im Schritt wenn ich dran denk’, zwar nur symbolisch aber immerhin.


    And the winner is... *Trommelwirbel*, bitte erheben sie sich von ihren Plätzen...




    1. Babel [7,7] <-- fuck the crowd !
    USA, Mexiko, Frankreich 2006
    R: Alejandro González Iñárritu
    D: Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Adriana Barraza, Rinko Kikuchi

    15-tägige Busreise durch Marokko -- ca. 1.295,-- Euro;
    Mexikanische Hochzeit -- ca. 2.100,-- Euro;
    Babel sehen und erleben -- unbezahlbar !

    An der Stelle kopiere ich einfach meinen damaligen FTB-Eintrag:

    // Ein brillanter globaler Bilderbogen. Eine kleine, eher unbedeutende Geste als kleiner Stein, der zum Schneeball und schließlich zur Lawine wird, welche an mehreren Orten der Welt, die auf den ersten Blick nichts miteinander gemeinsam haben, auf mehrere Menschen zukommt.

    Die Geschichte an sich und deren Vernetzung ist schlicht genial. Dabei werden die glücklichen und ängstlichen Momente der Protagonisten perfekt und fesselnd eingefangen. Ihr Schicksal dürfte keinen kalt lassen.

    Während des Sehens macht man ein wahres Wechselbad durch, einerseits trauert man jeder vergangenen Minute hinterher ob ihrer Minimierung der Laufzeit, dann genießt man die aktuelle Minute und freut sich schließlich schon auf jede weitere die noch kommen mag.

    Die Bilder sind einfach nur atemberaubend und wunderschön, dazu herrlich passende Musik, besonders im letzten Abschnitt. Wenn der Hubschrauber das Ehepaar Jones aufnimmt, aufsteigt und sein Ziel ansteuert und dabei diese wahnsinnig ergreifende Zither-Musik [von Gustavo Santaolalla] ertönt…

    Mehrere Gänsehautphasen und feuchte Augen galt es zu überstehen. Z. B. wenn Richard Jones seinem Reiseführer und Helfer Anwar Geld für seine Hilfe anbietet und dieser ablehnt… dann meint man in Pitt die Dankbarkeit zu sehen die er empfindet und gleichzeitig die Scham, Anwar’s unbezahlbare Hilfe mit Geldscheinen aufwiegen zu wollen.

    Sehr schön auch der Umschnitt von der vor Schmerz schreienden Susan Jones in die unheimlich stille Welt der Chieko.

    Bemerkenswert auch das Spiel der Darsteller, egal ob „Profis“ wie Brad Pitt und Gael García Bernal, angehende Stars wie die kleinen Elle Fanning und Nathan Gamble (beide übrigens haben bereits ältere Geschwister, die auch schon in Filmen mitwirkten) oder die Amateur-Darsteller im “Marokko-Segment“.

    Ein Wahnsinns-Bilder- und Eindrücke-Erlebnis für den Zuschauer, der einen erahnen lässt, dass sich die wilde, karge und zerklüftete Berglandschaft Nordafrikas und die hochmodernen, blinkenden Häuserschluchten Tokios gar nicht so unähnlich sind… //


    Einfach berauschend, mitreißend, hochemotional und grandiosestens bebildert und vertont. Der Film hat mich einfach emotional gepackt und mit auf seine wunderbare Reise durch die Kontinente genommen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen, ein Film den man nicht mehr als Film sondern als Erlebnis wahrnimmt. Perfekte Kinomagie.
    Nuff said.


    Und alle von der Crew so: 'Ja wir haben den Pokal, ja wir haben den Pokal…'




    --------------------

    So, meine Bestände an positiven Umschreibungen und Superlativen sind jetzt erst mal erschöpft und müssen wieder neu aufgeladen werden. Das Ganze hat Freude gemacht, auch an die jeweiligen Filme zurückzublicken und sich an ihre großartigen Momente zu erinnern. War zwar auch ein wenig “Arbeit“, aber zweifelsohne eine die auch Freude bereitet hat. Nun freue ich mich auf die aktuelle und alle weiteren Filmdekaden und danke dem Publikum für die werte Aufmerksamkeit in der Hoffnung, auch wenn alles einfach meine persönliche Meinung und Empfindung ist, dass es tendenziell doch mehr bestätigende Nicker als verzweifelte Kopfschüttler gab. In diesem Sinne: carry on watching, and enjoy the movies !
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  4. #454
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Why so curious ?

    -Kino Double-Feature mit angenehmer Begleitung- Teil 1

    437. Sherlock Holmes
    USA/Deutschland 2009; von Guy Ritchie

    (06.02.2010)
    Mit: Robert Downey jr., Jude Law, Rachel McAdams, Mark Strong, Eddie Marsan, Kelly Reilly, William Houston, Hans Matheson, James Fox, William Hope, Geraldine James, Robert Maillet, Clive Russell



    Hatte ja ein wenig „Sorge“, dass gleich der erste neue Film meine eben abgeschlossene Top-120 stürmt, ja genau genommen sogar erwartet, aber diesen womöglich zu hohen Erwartungen konnte das Ganze dann nicht gerecht werden.

    Zunächst haben wir hier zweifelsohne ein wunderbares Setting, dass das London dieser Zeit wunderbar getroffen hat. Dank Ausstattung, Kostüme, Maske etc. alles wunderbar passend, da gibt es nichts zu bemäkeln. Die Story ist okay, bietet sie doch zumindest einiges an Spannung und kniffligem Miträtseln. Downey jr. und Law sind ein perfektes Team und stellen die beiden literaturhistorischen Figuren sehr gekonnt dar. Nicht im klassischen Sinne, sondern eben im Sinne dieser Ritchie-Version, die auch einige neue Wege geht, etwas weg vom klassischen, angestaubten Touch, nämlich mit Action, Klopperei, verbalen Kinnhaken sowie auch recht viel Humor. Warum auch nicht !? Klassische Verfilmungen gibt es genug, warum soll ein so bekannter Stoff nicht auch mal aus einer teils neuen Sichtweise verarbeitet werden. Mit klassischen, bekannten Figuren neues, anderes zu versuchen ist nicht nur legitim sondern von meiner Seite auch gerne gesehen. Wobei man sich hier aber doch sehr nah an's Original hält.

    Aber so insgesamt ist es dann doch nicht der Überknüller, den ich mir erwartet hatte, weil die Story einen doch nicht komplett umhaut und auch weil es für meine Begriffe so kleine story- bzw. drehbuchtechnische Hängerlinge gibt, wodurch es stellenweise etwas unrund wirkt.

    Ansonsten merkt man nur relativ selten, dass es ein Ritchie-Film ist, dies aber nur als neutrale Feststellung.


    Der Clou mit der Figur des Prof. Moriarty finde ich persönlich recht gut gelungen, weil somit eben der Grundstein für eine Fortsetzung gelegt wird, die durchaus Potenzial zu weitaus mehr hat als dieser Auftakt. Denn Moriarty scheint auch hier der (vielleicht einzige) adäquate Gegenspieler von Holmes zu sein. Denn er hatte das gleiche Wissen wie der große Detektiv hier, nur viel früher und hat die Dinge dann noch zu Gunsten seiner eigenen Zwecke manipuliert und hingedreht. Ein Mastermind, welches eben mit Holmes auf einer Stufe zu stehen scheint, so würde ein „Duell“ der Beiden vermutlich sehr interessant werden können.
    ... und mit der erbeuteten ersten Fernbedienung gründete er später Sony und gelangte zu großem Reichtum



    Unter diesen Voraussetzungen ist eine erneute Vorfreude auf eine Fortsetzung durchaus gegeben.

    7,5/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  5. #455
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Why so curious ?

    -Kino Double-Feature mit angenehmer Begleitung- Teil 2

    438. Up in the Air
    USA 2009; von Jason Reitman

    (06.02.2010)
    Mit: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, Danny McBride, J.K. Simmons, Zach Galifianakis, Chris Lowell, Steve Eastin, Sam Elliott



    Zwei Kinofilme hintereinander... das gab’s bei mir bisher nur ein Mal, und das ist lange her. Da war ich noch Schüler und nutzte nicht selten die viele Zeit die man als solcher hat mit Kinobesuchen, vornehmlich schon die 14:00 Uhr-Vorstellungen, was sehr oft dazu führte, dass ich allein im Kino war, was mir auch immer sehr gut gefiel. Welche beiden Filme es damals waren die ich an einem Nachmittag im Kinosesseln verschlang weiß ich leider nicht mehr, wäre sicherlich interessant zu wissen.

    Anyway.

    Was sich einem klar aufdrängt zu erwähnen ist: ein typischer Jason Reitman. Schon nach nur wenigen Filmen ist eine klare und unverwechselbare Handschrift des Sohnes von Ivan Reitman zu erkennen. Als da wären gut ausgearbeitete Figuren, großartige Darstellung von menschlich-sozialem, dazu viel Humor, aber auch viel Authentizität und größere Anflüge von Tragischem. Schließlich noch ein sehr üblich klingender Soundtrack und einige nette, tolle Ideen und Einfälle, die dem Zuschauer dessen Tätigkeit mehr als nur versüßen.

    Dazu kommen hier auch tolle Darsteller. Clooney ist einfach ein ganz großer, wie er hier den charmanten Experten mimt, der jeder Situation gewachsen scheint, ist schon eine außerordentlich gute Leistung, mal wieder. Auch die Farmiga und ihre Figur sind ganz famos. Lynskey und McBride kommen für meine Begriffe etwas kurz, sind aber mehr als nur das Sahnehäubchen in diesem Film und ein wundervolles Paar... eigentlich sollte ich ja eifersüchtig sein, aber dem Danny gönne ich das. Apropos kurz kommen, dies trifft zweifellos auch auf Simmons und Galifianakis zu, die man als Fanzone durchaus länger hätte sehen wollen. Anna Kendrick hat mich übrigens ein wenig an Heather Matarazzo erinnert.

    Gibt einige großartige Szenen, wie zB als sich Ryan und Alex kennenlernen, sehr spaßig. Oder die Szenen um die Hotel-Party der IT-Firma mit dem grandiosen visuellen Abschluss als die Teilnehmer mit nassen Füßen in’s Hotel zurückkommen.

    Die Figur des Ryan Bingham ist zweifellos interressant und in gewisser Weise auch etwas zu bedauern. Just als er es schafft seine eingefahrenen Pfade zu verlassen und etwas zu riskieren, erlebt er eine saftige Bauchlandung und seine bisherige Einstellung wird quasi bestätigt. Aber dennoch hat er sich auch ein anderes Türchen geöffnet und somit bleibt weiteres offen, aber das ist so genau richtig getroffen.

    Als Fazit kann man sagen, wirklich ein sehr schöner, gut anzusehender Film mit viel Humor, Tiefgang, einer interessanten und nachdenklichen Geschichte die trotz ihrer gewissen Leichtigkeit auch einige sozialkritische Anflüge hat. Außerdem kommt man noch ein wenig im Land herum, wenn auch überwiegend ausschließlich im mittleren Westen. Dazu wunderbare Kameraarbeit sowie Auswahl der Bilder und schließlich tolle Darstellerleistungen, die das Ganze abrunden.

    Und Abspanngucker haben wie immer mehr vom Film, erfährt man da doch, wie Reitman zum Titel des Filmes kam.

    8/10
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  6. #456
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    Re: Why so curious ?

    439. Böse Zellen
    A/D/CH 2003; von Barbara Albert

    (08.02.2010)
    Mit: Kathrin Resetarits, Georg Friedrich, Ursula Strauss, Marion Mitterhammer, Martin Brambach, Rupert Lehofer, Bellinda Akwa-Asare, Gabriela Schmoll, Christian Ghera, Karl Fischer, Désirée Ourada, Dominik Hartel, Nicole Skala, Deborah Ten Brink, Alfred Worel



    Wenn mir selbst nach einem Film die richtigen Worte fehlen, lese ich ganz gerne mal andere Kritiken und Meinungen, um noch mal das Gesehene mit etwas Abstand Revue passieren zu lassen und zu schauen wie andere es geschafft haben ihre Eindrücke in die richtigen Worte zu packen. Drei kurze Fragmente fallen ob ihrer Richtigkeit und Aussagekraft dabei besonders auf:

    Das Glück ist abwesend.
    Die Alltags-Apokalpyse von Seidls Hundstage wird fortgesetzt.
    Emotional unbefriedigt, paranoid, sexuell ausgehungert: Barbara Alberts Helden aus Böse Zellen kämpfen gegen die Dämonen der Gleichgültigkeit, Einsamkeit und die Angst vor dem Tod.
    Unangenehm ist das Ganze. Banale Alltäglichkeiten und alltägliche Einsamkeit. Umpackt von Schicksalsschlägen, mal die großen, mal die trivialen. Das Leben, der Tod, die Liebe, der Sex. Menschliche Bindungen, als Ausflucht vor dem Alleinsein gedacht, erweisen sie sich doch letztlich nur als Sackgasse. Aber es gibt Hoffnung, wie das jüngste Pärchen, dass sich am Ende des Filmes findet, ahnen lässt. Vergleichsweise unschuldig lässt sich deren Akt an, dessen weiterem Verlauf der Zuschauer dann nicht beiwohnen muss/darf/kann. Für mich ein Fingerzeig dahin, dass es ein intimer Moment ist, der nicht gestört werden soll. Ansonsten wird bei den Sexszenen recht unvermittelt draufgehalten, aber die haben mit Liebe gar nichts zu tun.

    Und was gibt es für wundervolle Szenen und Bilder. So düster der Film auch ist, so tief hinunter er einen auch ziehen mag, bei einigen Bildern schlägt das Filmherz wahre Purzelbäume, zumindest der morbide Teil davon. Man nehme nur die Szene in der die kleine Tochter auf dem Karussell im Einkaufscenter sitzt. Oder wenn Andreas und Andrea eine Couch kaufen wollen; als sich das Vorhaben in Unzufriedenheit zu verlieren droht schlägt sie als Ausflucht vor, man könne ja auch ein anderes Mal wiederkommen und müsse sich nicht heute entscheiden; aber doch, muss man, denn er hat sich extra heute frei genommen, nur heute ist das Sonderangebot gültig, nur heute ist der Wagen zum Transport des sperrigen Möbelstücks verfügbar. Wir sind gefangen in den Alltagsfallen, die wir uns selbst gestellt haben.

    Sperrige Beziehungen. Das Sprungtuch das uns auffangen soll, unseren Sturz abdämpfen soll, steht in Flammen. Wir springen trotzdem.

    Eine sehr gelungene tiefe Charakterzeichnung von Menschen mitten aus dem Leben. Mit enthüllender Schonungslosigkeit beobachtet und aufgezeigt. Der Kleinstadtmief dringt aus allen Poren doch trotz allem ist ihr Verhalten irgendwo nachvollziehbar. Menschen wie du und ich. Ihre Fehler führen zu Konflikten, reißen die Mitmenschen in die eigenen Abgründe mit hinunter. Doch wer ohne Schuld ist... und die Steine bleiben liegen. Schließlich sind wir doch alle nur auf der Suche nach Geborgenheit und emotionaler Befriedigung. Koste es, was es wolle.

    Aufgefallen ist mir, dass keine Tiere vorkommen. Zufall oder Absicht ?

    Mehr will mir dazu jetzt nicht einfallen. Wer das österreichische Realitätskino der letzten Jahre mag wird diesen Film mit fast schizophrener Freude verschlingen und ihn nicht mehr vergessen. Und auch wenn Jedermann sich angesprochen fühlen darf, wird der Film zweifelsohne nicht Jedermann gefallen. Nicht jedem passt es den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

    Edit: Nach Contact High hier Georg Friedrich wiederzuerkennen ist gar nicht so einfach, optisch gelingt das schon mal gar nicht, aber spätestens die Stimme verrät es. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch noch, dass es durchaus ein wenig Zeit braucht, bis die Geschichte so richtig in Gang kommt, bei mir hat das jedenfalls gut 15-20 Minuten gedauert, hat sich aber gelohnt. Ja und nicht vergessen werden soll auch noch, dass es auch ein toller quasi-Episodenfilm ist, der die einzelnen Figuren gekonnt und intelligent miteinander verknüpft.

    8,5/10
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  7. #457
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    Re: Why so curious ?

    440. Fired Up!
    USA 2009; von Will Gluck

    (09.02.2010)
    Mit: Nicholas D’Agosto, Eric Christian Olsen, Sarah Roemer, Danneel Harris, Margo Harshman, Smith Cho, Hayley Marie Norman, Molly Sims, John Michael Higgins, Philip Baker Hall, Juliette Goglia, David Walton, Adhir Kalyan, AnnaLynne McCord, Jake Sandvig, Nicole Tubiola



    Gleich zu Beginn ein toller Einstieg in den Film mit dem launigen In the morning von Razorlight. Und das positive Gefühl welches sich da beginnt aufzubauen zieht sich dann die ganze Zeit durch. Ganz kurz braucht es, um mit den beiden Hauptfiguren warm zu werden, denn normalerweise kann ich mit solchen Aufreißertypen nicht viel anfangen. Aber dann merkt man doch relativ schnell, dass es doch recht sympathische Figuren sind, und so kann der Spaß beginnen.

    Ja und ob der Figuren und einigen guten Gags sowie einer Leichtigkeit und Unbekümmertheit ist das dann auch ein Film dessen Intention bei mir aufgeht. Zwar hätte ich mir tendenziell noch ein wenig mehr mit Higgins gewünscht, aber zumindest in einer Szene zeigt er sein Talent in Richtung physical comedy. Ansonsten gibt’s eben zwei lockere Kumpel, die immer einen Spruch parat haben, paar gute Gags (zB wenn aberhunderte Cheerleader den Text von Girls United mitsprechen; oder die semi-peinlichen Songs die Dr. Rick möglichst laut im Auto laufen hat; oder die Geste der Panthers) und einfach ein erfrischender, leichter Flow. Zu den Highlights gehören sicher auch die Auftritte von Adhir Kalyan, allein seine Mimik ist immer für dicke Schmunzler gut. Ach ja, wie nicht anders zu erwarten wird auch was für’s Auge geboten.

    Von der musikalischen Begleitung ist das Ganze recht ordentlich, hat aber neben dem besagten Anfangstitel für mich persönlich nur noch ein weiteres Highlight, der Rest ist aber durchaus okay.

    Dass Story und Verlauf der Geschichte einen jetzt nicht gerade vor Ideenreichtum vom Hocker hauen oder etwas noch nie da gewesenes aufzeigen, damit sollte man sich schon im Vorfeld auseinandergesetzt haben. Ist vergleichsweise einfache Unterhaltung, die aber spaßig und grundsympathisch daherkommt.

    7,5/10


    Danke also nochmal für die Empfehlung Crow, und ein dreifach donnerndes F.U.! :wink:
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  8. #458
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    Re: Why so curious ?

    441. Mr. Woodcock
    USA 2007; von Craig Gillespie

    (08.03.2010)
    Mit: Billy Bob Thornton, Seann William Scott, Susan Sarandon, Amy Poehler, Melissa Sagemiller, Ethan Suplee, Kurt Fuller, Melissa Leo, Kyley Baldridge



    Achherrje, ich realisiere ja jetzt erst (dank IMDb), dass für diesen Film der selbe Regisseur verantwortlich zeichnet wie für Lars and the Real Girl. Dabei haben diese Filme aber mal gar nicht viel gemein und liegen fast Welten auseinander. Schon erstaunlich irgendwie.

    Hier haben wir nahezu einen 08/15-Film, der einen weder vom Hocker noch von sonst irgendeiner Sitzgelegenheit haut. Die Eröffnungsszene war noch mit das Beste, auch wenn es fies war, war es dennoch (als Außenstehender) auch bisschen vergnüglich und stimmte den Zuschauer eben gut auf das Kommende ein, so dachte man zu dem Zeitpunkt wenigstens noch.

    Doch was dann an kleinen, harmlosen Dingen in Sachen Kleinkrieg zwischen den beiden männlichen Hauptfiguren passiert, ist einfach ziemlich flach und nur selten komisch. Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich zur Hauptfigur keinerlei Sympathie aufbauen konnte, auch weil er sich stellenweise einfach dämlich verhält. Trauriger Höhepunkt ist dann die quasi-Inflagrantiszene, die an Blödheit einfach nicht zu übertreffen ist und nur nervt.

    Zu den Highlights gehört natürlich Thornton, der die Figur des rigorosen und mit leicht sadistischen Zügen ausgestatteten Sportlehrers gekonnt verkörpert. Interessant fand ich noch die kurze Szene beim Friseur (M.C. Gainey übrigens mal wieder nicht erkannt), die ob ihres rauen Umgangstones dort kurz an etwas ähnliches in Gran Torino erinnerte. Suplee spielt im Prinzip die Rolle die man schon von ihm kennt, insbesondere aus My Name is Earl. Susan Sarandon scheint hier verschenkt zu sein, sie kann freilich viel mehr als sie hier zeigen darf und die Rolle wird ihr in keinster Weise gerecht. Für einige kleinere amüsante Highlights sorgt dann lediglich noch Amy Poehler.

    Insgesamt also letztlich relativ unbedeutend und viel zu harmlos. Bescheuert auch das Ende, dass sehr abrupt daherkommt, wie wenn man einen Satz einfach mittendrin

    4/10
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  9. #459
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    Re: Why so curious ?

    442. Almost Famous - Fast berühmt
    (Almost Famous) USA 2000; von Cameron Crowe

    (8.+10.03.2010)
    Mit: Patrick Fugit, Frances McDormand, Billy Crudup, Jason Lee, Kate Hudson, Anna Paquin, Fairuza Balk, Noah Taylor, Philip Seymour Hoffman, Zooey Deschanel, Liz Stauber, Jimmy Fallon, Bijou Phillips, Rainn Wilson, Erin Foley, Pauley Perrette, Jay Baruchel, Zack Ward



    Der Anfang ist schon mal nett, die singenden Chipmunks verursachen zumindest bei mir schon mal eine gute Grundstimmung und das erste Lächeln. Bis zum nächsten dauert es aber gut über eine halbe Stunde. Aber okay, vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen, mir war schon klar, dass es bei weitem keine reine Komödie ist, aber ich hatte doch tendenziell mehr Goodfeeling erwartet, aber das kam bei mir nicht wirklich an. Das bessert sich zwar etwas, als dann die Tour losgeht, aber so insgesamt konnte mich der Film nicht vereinnahmen. Vielleicht auch, weil ich keine der Figuren übermäßig sympathisch fand bzw. keinen Bezug zu ihnen herstellen konnte. Ne sorry, hat mich in keinster Weise mitgerissen.

    Er hat sicher auch seine Momente, wie am Anfang, das Abspielen der Platte von oben betrachtet, oder wenn die Crew und ihre Begleiter/innen leicht verstritten im Bus nach und nach gemeinsam ein Lied im Radio mitsingen und somit die vorherrschende Missstimmung förmlich gemeinsam wegsingen. Aber viel mehr war da für mich nicht. Die Geschichte hatte am Ende auch ihre Schwachstellen fand ich und war unrund erzählt. Auch sind mir Kleinigkeiten aufgefallen, die mir nicht gepasst haben, und dass ich allein an die während dem Sehen denken musste und sie mich störten ist für mich immer Indiz genug, dass der Film mich nicht erreicht hat. Und ganz ehrlich, die Musik fand ich nun auch nicht gerade berauschend, was für einen Film der sich um dieses Metier dreht, eher schlecht ist. Auch kommt mir der Film teilweise ein wenig erzählerisch, unecht vor.

    Dann kam für mich Zooey natürlich viel zu kurz, auch wenn sie am Schluss in der sehr auffälligen Stewardessen-Uniform (gab’s die wirklich in der Art damals ?) richtig bezaubernd aussieht, auf eine sehr spezielle Weise, aber immerhin. Und Perrette und Wilson hab’ ich auch vergeblich gesucht . Das sind freilich keine entscheidenden Kriterien, wollt's nur mal anmerken.

    Wenigstens weiß ich jetzt in welchem Zusammenhang die Sig unserer PennyLane steht, ähm und vor allem wo der Nick selbst genau herkommt.

    Aber gut, ich seh' das Bemühen, ich seh' einige von mir sehr gemochte Leute, ergibt summasumarum

    6/10
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  10. #460
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    Re: Why so curious ?

    443. Lakeview Terrace
    USA 2008; von Neil LaBute

    (10.03.2010)
    Mit: Samuel L. Jackson, Patrick Wilson, Kerry Washington, Jay Hernández, Regine Nehy, Jaishon Fisher, Ron Glass, Keith Loneker



    Ein Cop der ein Ehepaar drangsaliert… da fällt einem doch gleich Unlawful Entry (Fatale Begierde) ein. Auch wenn jeweils andere Gründe und Auslöser für das Verhalten des bad Cop ursächlich sind, so wird doch schon recht früh klar, dass das Ganze fast nur in einem bestimmten, unausweichlichen Showdown auf Leben und Tod enden kann, und das nimmt dem Film dann schon mal viel an Elan und mindert das Interesse und die (An)Spannung, die zu Beginn noch so wunderbar aufgebaut und in weiten Teilen fortgeführt wird. Doch spätestens im letzten Drittel gibt es dann die ersten kleinen Naserümpfer beim Zuschauer, der sich dann auch das ungefähre Ende ziemlich gut ausmalen kann.

    Ebenfalls wird etwas Potenzial dahingehend verschenkt, dass die Machtstellung, die Abel Turner durch seinen Beruf hat, nicht wirklich zum Tragen kommt. Da hätte es doch einige Möglichkeiten mehr gegeben die Mattsons vorzuführen bzw. ihnen aufzuzeigen, dass sie auch wenn sie formal im Recht sind, immer noch im Hintertreffen sind, wenn sie den, der sie eigentlich retten und schützen soll, gegen sich haben, eben ob seiner besonderen Machtposition.

    Ich denke auch, der Film hätte auch ohne die Rassismus-Thematik funktionieren können, die Ursache ist ja wie schon angedeutet austauschbar, allerdings erhält das Ganze dadurch noch mal eine spezielle, vielleicht sogar beklemmendere Note.

    Ansonsten finde ich die Hauptfigur recht gut beschrieben, die Gründe für sein Verhalten werden einem nicht direkt mit dem Vorschlaghammer eingebläut, aber es ist doch stets nachvollziehbar. Das darf man sicher auch Sam Jackson gutschreiben, der hier eine mehr als ordentliche Leistung abliefert und man wünscht sich angesichts dessen noch mehr Schurken-Rollen mit ihm. Allein sein Gang zB bei dem abendlichen Rundgang hatte schon soviel.

    Insgesamt solide und anfangs beklemmend, letztlich dann aber doch ein wenig business as usual und ein fast schon erwartetes, eher unzufriedenstellendes Ende.

    7/10
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