454. Kampf der Titanen
(Clash of the Titans) GB/USA 2010; von Louis Leterrier
(10.04.2010)
Mit: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Mads Mikkelsen, Jason Flemyng, Gemma Arterton, Alexa Davalos, Liam Cunningham, Hans Matheson, Ashraf Barhom, Mouloud Achour, Luke Evans, Izabella Miko, Nicholas Hoult, Pete Postlethwaite, Elizabeth McGovern, Martin McCann, Alexander Siddig, Danny Huston, Vincent Regan, Polly Walker, Tamer Hassan, Kaya Scodelario, Jamie Sives, Jane March, Natalija Vodianova
Nun also mein erster (aktueller Kino-) 3D-Film, wobei ich ihn nach den ersten „Warnungen“ auch gerne in der üblichen (Film)Dimension gesehen hätte, aber die Kinos in meiner unmittelbaren Umgebung ließen mir leider keine Wahl. Ich erinnere mich noch dunkel, dass es glaube ich Anfang/Mitte der 80er mal einen ähnlichen (ersten ?) Boom in der Richtung gab, z.B. kann ich mich da an Jaws 3D erinnern, wobei verglichen mit dem Hype der letzten Wochen und Monate, der mehr von den Filmemachern und Kinobetreibern zu kommen scheint, war das damals nur ein Bömchen. Da lagen dann so vergleichsweise billige grün/rot-Brillen diversen Zeitungen bei. Jaja, die gute alte Zeit... als wir unsere Kurznachrichten noch in Schiefertafeln meiseln mussten... (daher auch SMS = SchiefertafelMeiselService) anyway.
Leider wurde das (sehr großzügig interpretierte) Remake (was ja aber im Grunde nach erst mal nicht sonderlich schlimm ist) nur für diese Zwecke nachbearbeitet, so dass beim Dreh selbst im Prinzip dieses Feature gar nicht berücksichtigt wurde bzw. werden konnte. Und so ist das vermeintliche 3D-Spektakel eher eine laue Nummer. Richtig gut wirkte es kurz am Anfang, als die Sternbilder gezeigt wurden, das war richtig plastisch und gefiel, aber danach war es jetzt nicht mehr wirklich sonderlich großartig oder gar beeindruckend. Dazu kam dann auch, dass man bei den meisten Actionszenen vieles nicht wirklich gut erkennen konnte, wobei dies sicherlich nicht allein dem 3D-Effekt geschuldet ist nehme ich an. Diese modernen Regisseure arbeiten ja gerne mal mit schnellen Schnitten, warum auch immer. Außerdem hatte ich ja meine eigentlichen Augengläser nicht mehr auf und somit sah ich sowieso tendenziell etwas schlechter. Und so kann ich als Fazit festhalten, dass es wegen mir das alles jetzt nicht unbedingt braucht, wobei ich nicht ausschließen will, dass ich eines Tages von einem anderen Film in dieser Hinsicht besonders geflasht und somit eines besseren belehrt werde. Aber ich habe die Befürchtung, dass diese 3D-Sache zu sehr ausgeschlachtet wird und einem die künftigen Kinobesuche ein wenig leidlicher machen wird, zumindest wenn man keine Wahl hat. Denn erschwerend hinzu kommt ja auch noch der Mehrpreis und das Gedöns vor und nach der Vorstellung. Und diese 10,-- €-Kautionssache ist mir auch nicht geheuer... vermutlich verteilen die bei der Rückgabe Blüten oder es ist eine großangelegte mafiöse Geldwäsche...
Anyway. Zum Film:
Joa... ist irgendwie ganz seltsam mit dem Film, denn so ganz will sich eine große Begeisterung (gemessen an den ersten Erwartungen) nicht einstellen. Anfangs hatte ich sehr hohe Erwartungen, dann durch die ersten Reviews wurden diese stark nach unten gedrückt und so ließ ich es dann einfach mal auf mich zukommen. Die Effekte an sich und was man sich so hat einfallen lassen dem Zuschauer zu bieten ist anfürsich so schlecht nicht. Trotzdem wartet man auf große Verzückungen meist vergebens. Allerdings hatte ich so den Eindruck, dass er mir noch weitaus besser gefallen hat als vielen meiner Mitseher, was man so an Kommentaren während und kurz nach dem Film aufschnappen konnte, inkl. der meines Mitsehers. Vielleicht liegt das dann teilweise auch an der vergrößerten Erwartungshaltung, die sich vor allem ob der 3D-Sache und vielleicht sogar dem angehobenen Eintrittspreis ergibt, die Leute sind halt so wenn’s um’s Geld geht, das kennt man ja.
Die Story ist halt na ja... irgendwie seltsam... ich meine, klar, richtig übel ist sie nicht, dem Zuschauer wird recht klar eine gewisse Ausgangssituation vorgegeben, der man gut folgen kann und so sind die Fronten klar. Dabei ist das Ganze aber auch in gewisser Weise sehr umfangreich und tief, oberflächlich tief irgendwie. Die Dialoge wirken teilweise auch ein wenig hölzern. Die Frage ist nur, ob man eine besonders innovative Story und großartige verbale Freuden erwarten konnte... ja und nein. Ich glaube der Film scheitert ein wenig daran, dass er einerseits klassisches Hirnabschalt-Popcornkino sein will (was er letztlich auch zum größten Teil ist und was auch völlig in Ordnung geht), andererseits sich aber auch mit dem großen und umfassenden Thema der griechischen Mythologie anlegt, was dann in der Form nicht wirklich passen will und eher zu Nachteilen gereicht.
Interessant ist zweifelsohne die Darstellerriege, wobei es erst beim Abspann richtig Formen annimmt, weil ich zugeben muss, z.B. Fiennes gar nicht erkannt zu haben (trotz klarer Hinweise dazu u. a. hier im Forum, wie ich jetzt erst sehe, aber trotzdem nicht gewusst, dass er mit von der Partie ist), von Jamie Sives oder gar Jane March ganz zu schweigen. Zu den Figuren fielen mir die beiden Ungetierjäger eher negativ auf, als sie sich irgendwann aus der Truppe ausklinken dachte ich erst so ’hä, was hatte es jetzt für einen Sinn, dass die dabei waren...’ aber Kollege Dude hier erinnerte mich dann in einem Gespräch daran, dass sie ja immerhin für Perseus’ Schild aus der Riesenskorpionhaut verantwortlich waren, welches unserem Helden ja wichtige Dienste bringen sollte. (Wobei das dann wiederum die Frage aufwirft, wie sie in so kurzer Zeit dieses herstellen konnten, wenn die Haut so undurchdringlich ist... aber gut, mit großen Logikfragen sollte man sich hier ja nicht wirklich aufhalten).
Jedenfalls so insgesamt finde ich den Film jetzt mal gar nicht so übel. Nimmt man mal die 3D-Problematik raus und ist sich bewusst, dass es ein reiner Popcornfilm ist, kann man ordentlich unterhalten werden und die Effekte und Figuren die geboten werden sind so schlecht nicht. Was halt zu fehlen scheint ist eine Art Seele, eine Tiefe. Außerdem ist auch der Nährwert, das was noch nach Tagen nach der Sichtung im Kleinhirn verbleibt, nicht sonderlich hoch. Andererseits erschien mir die Zeit der Sichtung auch recht schnell zu vergehen, was ja für gewöhnlich eher ein Zeichen ist, welches für einen Film spricht. Und so gibt es von mir am Ende hauchdünne
6,5/10.


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