OMFE Reboot 10. Runde; TheUsualSuspect überlässt mir seine Wohnung in einem fast leeren Haus
624. Hexensabbat
(The Sentinel) USA 1977; Michael Winner (2)
(26.01.2012)
Cristina Raines (1), Chris Sarandon (4), Deborah Raffin (1), Burgess Meredith (7), John Carradine (2), Eli Wallach (5), Christopher Walken (25), Ava Gardner (2), Sylvia Miles (4), Beverly D’Angelo (10), Arthur Kennedy (1), José Ferrer (3), William Hickey (5), Fred Stuthman (1), Jeff Goldblum (18), Jerry Orbach (6), Martin Balsam (6), Tom Berenger (13)
Was mir als erstes auffällt, während der Film startet und die Anfangcredits laufen, ist die doch recht namhafte Darstellerriege, ich war vorher, ohne mich groß zu informieren, davon ausgegangen, dass es sich eher um ein B-Movie handelt. Und auch wenn der Ein oder die Andere damals noch nicht so bekannt war wie vielleicht später, ist das doch recht beachtlich was sich da vor der Linse tummelt. Insbesondere die damaligen Jungspunde Walken und D‘Angelo (in ihrer ersten Filmrolle) sowie die in Klein- und Kleinstrollen aufkreuzenden Goldblum und Berenger, das war schon interessant die zu sehen. Die Hauptdarstellerin sei natürlich auch noch erwähnt, wirklich ein hübsches Mädel dass man da gecastet hat.
Was mir als nächstes auffällt ist, dass man dem Film sein Alter doch deutlich anmerkt (dabei ist er sogar noch knapp jünger als ich), und auch wenn sowas hier nicht unbedingt so gerne gehört wird, aber so ganz ist das in dem Falle nicht meines. Ja, ich gebe zu, „ältere“ Filme haben es bei mir nicht unbedingt leicht, insbesondere wenn man ihnen ihre dadurch bedingten Unzulänglichkeiten ansieht. So sind die Gruseleffekte aus heutiger Zeit nicht mehr besonders wirkungsvoll, dazu ist die Monsterparade am Ende nicht nur sehr konstruiert sondern auch fast langweiligend repitiv. Großes Unbehagen wird, bzw. soll, auch dadurch generiert, dass es in einigen Szenen hektisch zugeht und mit übertriebenen Soundeffekten hantiert wird. Was damals wohl noch mehr seine gewollte Wirkung erzielt hat, heute wirkt das eher hysterisch und übertrieben.
Immerhin ist die Geschichte zunächst sehr undurchsichtig und lange Zeit weiß der Zuschauer auch nicht unbedingt worauf das Ganze hinausläuft (was meistens, so auch hier, eher eine positive Sache ist), das ist sehr ansprechend und dennoch wird eine ordentliche und gefällige Auflösung geboten. Es bleiben zwar auch Fragen offen, aber hier ist der Zuschauer selbst gefordert sich seine eigenen Gedanken zu machen. Irgendwie hat mich das Ganze ansatzweise an Rosemaries Baby erinnert, obwohl ich den nur in meiner Jugend lediglich häppchenweise gesehen habe, aber man kennt ja grob die Story und die wenigen verbliebenen Erinnerungen genügen hier. Wenn man übrigens superextrempolitischkorrekt sein wollte könnte man dem Film ankreiden, dass er sich gegen die Emanzipation ausspricht und ein veraltetes Welt- und Rollenbild widerspiegelt, weil hätte die Hauptfigur nicht unbedingt ihre eigene Wohnung haben wollen sondern hätte sich einfach ihrem Freund „untergeordnet“, wäre der ganze Schlamassel nicht passiert. Aber so extrem bin ich ja nicht, wollte es nur erwähnt haben.
Von den Figuren gefällt mir besonders der von Eli Wallach dargestellte Cop, seine Art bietet guten Nährboden für einige Schmunzler. Highlight aber sicher Burgess Meredith, insbesondere der erste Auftritt des Pinguinmanns incl. seinen Haustieren ist schon sehr amüsant. Unerwartet auch die relativ freizügigen Szenen von Beverly D’Angelo, ob Papa Griswold weiß, was sie in ihrer Jugend so getrieben hat…
Sicher liegt es nicht nur am Alter und den damit einhergehenden Unvollkommenheiten, vielleicht hätte er mich stärker beeindruckt wenn ich zur Sichtungszeit deutlich jünger gewesen wäre, wie sicher auch das Publikum zu seiner Zeit, aber ein großer Fan solcher älterer Gruselstreifen werde ich deswegen wohl eher nicht. War kein völliger Schuss in den Ofen, hatte auch schon interessante Elemente und ein ebensolches Darstellerensemble, aber so wirklich begeistern konnte mich der Film nicht. Aber der Versuch war’s auf jeden Fall wert.
5/10
Der deutsche Titel ist übrigens mal wieder irreführend, mit Hexen hat das nichts zu tun.


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