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Thema: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

  1. #91
    Regisseur Avatar von soulassassin
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    AW: Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    Inception (2010)



    Wüsste jetzt keinen Film zu benennen bei welchem die Chancen enttäuscht zu werden je größer waren als bei Nolans neuestem Werk. Ich war damals beim Trailer ja schon hin und weg. Die Erwartungshaltung schraubte sich von Woche zu Woche stetig weiter nach oben, so das ich Mittwoch Nacht beim Gang ins Kino so meine Bedenken hatte ob ich mir und dem Film damit einen Gefallen getan habe. Als sich dann kurz vor 02:00 Uhr die Leinwand schlagartig schwarz färbte und ich so zufrieden wie schon lange nicht mehr nach einem Schlusspunkt im Kinosessel verweilte - erleichtert, zufrieden, befriedigt, überweltigt, kurz: SWATig - ja, spätestens da wusste ich das meine Bedenken unbegründet waren.

    Nolan hat für meine Begriffe einen durch und durch großartigen Film geschaffen, in dem so ziemlich alles stimmt was stimmen muss. Optik, Musik, Handlung, Dialoge, Action, Kamera und das gesamte Spiel der Darstellerriege - fantastisch. Was mir ganz besonders gut gefallen hat war die Tatsache das, obwohl sich in diesem Film wirklich viele großartige Akteure tummeln die wie schon erwähnt alle einen top Job machen, der Fokus weitestgehend auf der Thematik, dem einsteigen in Träume, dessen Umsetzung, Problematik, Folgen etc. pp. liegt. Gut, ich würde sagen es gibt zwei Hauptdarsteller im Film, zwei tragende Elemente die sich klar hervorheben. Das ist zum einen Leonardo Di Caprio und zum anderen eben die perfekt durchdachte und so wunderbar detailliert vorgetragene Idee des Eindringens in die Traum- und Gedankenwelt, mit allem was dazu gehört. Die ganze Architektur des Films ist schlicht ein Traum. Die im Film sowieso. Die Actionszenen sind fabelhaft Inszeniert, toll eingefangen und perfekt dosiert. Bisherige Lieblingsstelle, bei der sich bei mir ein immer breiter werdendes grinsen einstellte, ist die lange Sequenz im Hotel/Hotelflur. Naturgesetze fehlanzeige, von Wand zu Wand, Wand zu Decke, zurück auf den Boden, schräglage, schlag auf schlag... kämpfend, fallend, schwebend - A T E M B E R A U B E N D !


    Und dann das Ende. Dieses Ende! Ein Ende wie es perfekter nicht hätte sein können. Die Reaktionen im Publikum waren göttlich. Von vereinzelten "FUCKS" über das ein oder andere "ARGH!" und "NEIN!" bis hin zum lachen war alles dabei und das schöne, es waren alles positive Reaktionen. Viele der Besucher blieben sitzen und fingen gleich das diskuttieren an... mein Mitgucker und Ich taten es Ihnen gleich. Auch auf dem Heimweg gabs selbstverständlich kein anderes Thema... herrlich. Ich habe mir für meinen Teil zwei mögliche Szenarien zurechtgelegt. Das erste ist schnell erzählt. Der Kreisel kippt -> Happy End. Meinetwegen wurde er dann auch erfolgreich "inceptioned". Das zweite Szenario wäre dann folgerichtig jenes, in dem sich der Kreisel weiter dreht und sich somit herausstellt das unser Leo träumt und wohl für den rest seines Lebens weiter träumen wird. Die Frage die sich nun stellt ist folgende: Was von dem gesehenen war Traum und was war Realität? Wo beginnt der Traum? Und warum und wieso überhaupt?

    Der Sprung seiner Frau in den Tod ist definitv ein reales Ereigniss und stellt für mich quasi den Beginn des Träumens dar bzw. ist der auslösende Faktor. Also... von Schuldgefühlen geplagt versucht unser Protagonist mit dem Tod seiner Geliebten fertig zu werden, was ihm in der realen Welt aber einfach nicht gelingen mag. Er flüchtet sich in eine Traumwelt um dort das erfolgreich zu verarbeiten was ihm in der Wirklichkeit nicht gelang. Wenn man also nun davon ausgeht das dieses monströse Handlungskonstrukt, eingeleitet, nein, erst richtig in Gang gebracht durch die Idee dem Unternehmer Robert Fisher einen Gedanken einzupflanzen (mit all dem brimborium den wir dann zu sehen bekommen), nur einzig und allein dem Zweck dient Schuldgefühle zu verarbeiten, mit dieser Tragödie abzuschliessen dann hätte sich der Leo am Ende selber ausgetrickst, wäre also so tief in seiner selbst erdachten Traumwelt versunken das er schlussendlich zwar durchaus erflogreich verarbeitet hat aber eben nie wieder aufwachen wird. Jetzt kann man sich freilich darüber streiten ob ich nicht mehr alle beisammen habe, denn beim Verfassen meines Gehirngulaschs macht sich unweigerlich das Gefühl breit das das ganze auf äußerst wackeligen Füßen steht. Außerdem gibt es wohl doch mehr als 2 Szenarien... aarrrrghh! mein Kopf explodiert gleich. Dierekt nach dem Kinobesuch war das für mich zumindest alles wunderbar schlüssig... kann sein das ichs einfach nicht auf die Reihe bekomme das ordentlich darzulegen was mir da durch den Kopf geisterte aber ich lass es jetzt einfach mal so stehen. Vielleicht sorgt es ja auf irgend eine Art und Weisse für neue Denkanstöße bei dem ein oder anderen, was mich gleich auf die Idee bringt mir mal im Forum durchzulesen was Ihr euch so zurecht gereimt habt. Dürft meine wirren Ausführungen gerne in der Luft zerfetzen... aber mir gefällt einfach dieser Gedanke des selbst austricksens... würd mich über Resonanz freuen, ganz gleich ob positiver oder negativer Natur.


    Am Fazit ändert aber alles und niemand nichts. Der Streifen war einfach fettestens und wird nächste Woche gleich nochmal gesichtet. Bis dahin...



    Punkte: 9/10
    Geändert von soulassassin (08.06.2011 um 20:16 Uhr)
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  2. #92
    Regisseur Avatar von soulassassin
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    AW: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    Limitless (2011)



    Was eine freudige Überraschung! Als mir ein Kollege damals den Trailer zeigte war ich nicht sonderlich angetan, suggerierten mir die Filmfetzen doch alt bekanntes Hollywoodgedöns das mich noch nie sonderlich interessiert hat... tja, hab mir den Trailer gerade nochmal zu Gemüte geführt und muss mir selbst eingestehen das ich damals gesehenes wohl mehr als nur passiv auf mich niederprasseln lies. Nicht das der Trailer jetzt sonderlich toll wäre, denn das dabei solch ein gelungener Film raus kommt erwartet man mitnichten aber is ja auch völlig wurscht denn ich bin ja nicht nur aufgrund der Tatsache, das mein Hirn mir ein kleinen streich gespielt hat so überrascht vom Endergebnis, sondern schlicht weils einfach ein ziemlich cooler Streifen geworden ist.

    Bradley Cooper ist ein extrem sympathischer Zeitgenosse den ich sehr gerne sehe und wenn er zu dem kleinen Bonus den er also ohnehin schon sicher hat, seine Rolle auch noch mit solch einer Gelassenheit, charmant und vor allen Dingen überzeugend runterspielt dann ist dahingehend schon mal alles perfekt. Gerade gelesen das Shia LaBeouf eigentlich für die Rolle des Eddie Morra vorgesehen war... urgs... es gibt also doch einen Film-Gott, puh. Robert De Niro ist nettes Beiwerk, nicht mehr nicht weniger. Aber lieber ein Hochkaräter wie ihn an Bord als jemand anderen.

    Der Film selbst erinnerte mich in gewissen Szenen an 39,90, nicht thematisch aber so die ein oder andere Spielerei oder Kameraeinstellung oder ganz exemplarisch die ersten Minuten z.B. liessen mich unweigerlich an den grandiosen Franzosen denken. Eddie Morra ist ein abgewrackter Schriftsteller der nichts zu Papier bringt und auch sonst wenig bis gar nichts auf die Reihe bekommt, da ist es natürlich praktisch wenns eine kleine durchsichtige Pille gibt die schlagartig vollen Zugriff aufs eigene Gehirn ermöglicht - anstatt 20% plötzlich 100% nutzen. Geilo! Allein dieses Grundgerüst und selbstredend erst recht die Möglichkeiten die sich durch dieses nun auftun reichen aus um einen über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten und bestens zu unterhalten. Dabei ist es auch völlig egal ob es sich hierbei nun um einen Mythos handelt oder nicht denn es lässt einfach so schön viel Raum für tolle Ideen, welche Regisseur Neil Burger mehr als nur ansprechend verpackt an den Mann bringt. Es wird quasi eine Art "neuer" Superheld erschaffen und es macht mächtig spaß seinen Aufstieg mitzuverfolgen. Die Inszenierung ist topp, ebenso die schönen, vielleicht nicht unbedingt innovativen aber nichtsdestotrotz (<-- Kackwort!) kreativen und ihre Wirkung nicht verfehlenden (und darauf kommt es ja wohl an) Spielereien die hier und da eingestreut werden. Dazu noch Kommentare aus dem Off und nette Dialoge und schon ist der Soul mehr als befriedigt. Es ist bestimmt kein Überfilm, für viele wahrscheinlich wirklich nicht mehr als das wofür ich es damals auch hielt als ich den Trailer sah aber zumindest eine Chance sollte man dem Film schon einräumen, wer weiß, vielleicht erlebt der ein oder andere ja eine ähnliche Überraschung.



    Punkte: 8,5/10
    Geändert von soulassassin (08.06.2011 um 23:09 Uhr)
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

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