Seite 3 von 10 Erste 12345 ... Letzte
Ergebnis 21 bis 30 von 92

Thema: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

  1. #21
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    The Dark Knight (2008)



    Ich erinnere mich gerne an die Zeiten zurück als im gesamten Freundeskreis nach Blood in Blood out, und nach keiner Ahnung wie vielen dutzend Sichtungen, ein regelrechtes Fieber ausbrach. Wuz up holmes? Òrale ese! Vato Locco 4ever puto! Carnale…. La Onda… ect. ect. Man was fühlten wir uns alle cool.
    Ein paar Jahre später war es ein gewisser Tony Montana der mit seiner Aussprache, seinem Auftreten und seinen unvergesslichen Zitaten für erneutes Furore sorgte. Sätze wie: „ You wanna fuck with me? Okay. You wanna play rough? Okay. Say hello to my little friend!“/ „You know what capitalism is? Getting fucked!“/ „ Come on, pelicans! Fly, fly away! “/ “I know that. But you know why? Because you got your head up your culo, that's why.” / “Why don't you try sticking your head up your ass? See if it fits” / “I always tell the truth. Even when I lie.” usw. usf. waren in unser aller Munde. Den “Bad Guy-Monolog” und andere längere Passagen erspare ich euch jetzt mal, sie dürften eh hinlänglich bekannt sein. Ich könnte mit Sicherheit noch weitere Beispiele von Filmfiguren oder den durch Filme transportierten „Lifestyle“ nennen, die ähnliches bewirkten oder immer noch bewirken aber das würde den Rahmen sprengen.

    Die Figur des Jokers gesellt sich nun also dazu. Zu Tony Montana und jeder anderen Filmfigur die jemals denkwürdige Zitate von sich geben durfte. Jede Szene mit ihm, jedes einzelne Wort von ihm, jede Bewegung, Gestik, Mimik ist für mich Augen- und Ohrenschmaus gleichermaßen. Heath Ledger schafft es mit nur einem Film, mit dieser einen Darstellung, sich in meiner persönlichen Best of Liste von Schauspielerleistungen dermaßen weit nach oben zu katapultieren das es geradezu beängstigend ist. Fuck! Ich bin so was von Joker-FanZone das ich mir ernsthaft überlege einen Schrein für ihn zu errichten. Kompliment natürlich an Nolan, der dies mit seiner tollen Arbeit überhaupt erst möglich gemacht hat. Der den Joker so perfekt in Szene setzt wie es überhaupt nur möglich ist. Der die Action so perfekt in Szene setzt wie es überhaupt nur möglich ist. Danke dafür.

    Der Rest, sprich Batman/Bale, Gordon/Oldman, Dent/Eckhart ist zwar ganz nett aber auch nicht mehr. Natürlich fügen sie sich passend ins Gesamtbild ein aber stinken trotzdem gegen den Joker ab um es mal milde auszudrücken. Mir ist klar das das viele anders sehen und es wurde ja auch schon zu genüge darüber Diskutiert aber Ledger schafft, ähnlich dem Spiel von Hopper in Blue Velvet, in seiner Screentime solch eine Überpräsens, das es mir schwer fällt den Rest nicht nur als durchschnittlich zu betiteln. Deswegen erhält der Film von mir zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Bewertung, der Joker bzw. Heath Ledger allerdings sehr wohl…


    10/10 Punkte für den immer lächelnden Clown

    und

    ?/10 Punkte für das Gesamtpaket „The Dark Knight“
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  2. #22
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    OMFE, Kapitel 6: Dial M for Mooci

    Dial M for Murder (1954)
    Bei Anruf Mord



    Wenn das mit den Hitchcock-Filmen so weiter geht, avanciert der gute Mann noch zu einem meiner Lieblingsregisseure. Nach Vertigo und Rope nun also mein dritter (ja ja, Asche über mein Haupt!) und wie man aus meinem ersten Satz bereits entnehmen kann, hatt auch dieser mir überaus gut gefallen.

    Ich bewundere Hitchcock für seine ausgeklügelten Geschichten, für die interessanten, einen immer bei der Stange haltenden Dialoge die er seinen Protagonisten in den Mund legt und für das Maximum an Spannung welches er zu erzeugen vermag, seien die Schauplätze auch noch so begrenzt.

    Ray Milland macht einen grandiosen Job und verkörpert den eiskalten Ehemann Tony Wendice geradezu vortrefflich. Als ob Plan A im Grunde nicht schon verachtenswerter kaum hätte sein können, schafft er es doch tatsächlich, nach dem dieser gescheitert ist, mit Plan B nochmal ne ordentliche Schippe an Boshaftigkeit draufzupacken. Hut ab! Wenn man dabei bedenkt in welchem Tempo und unter welchen Umständen er sich diesen mal eben aus dem Ärmel geschüttelt hat.....HUT AB!!!

    Neben Grace Kelly, die nicht nur im Nachthemd eine mehr als gute Figur macht, ist vorallem John Williams besonders hervorzuheben der den Chief Insp. Hubbard alias Sherlock-Holmes-ist-ein-Scheissdreck-gegen-mich mit einer solch sympathischen, verschmitzten Überlegenheit darstellt das es einfach Spaß macht ihm zuzusehen. Einzig Robert Cummings bleibt in seiner Rolle des Mark ein wenig blass....wirkt zu weilen gar ein wenig unbeteiligt aber dennoch erbringt auch er solide Leistung.

    Das der perfekte Mord auf dem Papier und in Gedanken durchaus durchführbar ist, dieser allerdings in der Realität meist weniger perfekt verläuft als angedacht, wurde uns bereits in zick anderen Filmen nahegelegt. Ich weiss es spätestens seit Rope - aber solange mir dies in solcher Qualität präsentiert wird, schaue ich es mir gerne auch noch 5zillionen mal an. Das witzige ist, das durch dieses wissen - dem wissen des unausweichlich bevorstehenden Happy Ends, der Film eigentlich an Spannung einbüßen müsste. Aber nur weil man das Ziel bereits sehen kann, weiss man deshalb noch lange nicht wie man es erreichen wird. Das ist glaube ich auch etwas das Hitchcock auszeichnet.... und was vorallem einen guten Film auszeichnet.


    Punkte: 8/10 (mit Tendenz nach oben)
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  3. #23
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    WALL · E (2008)



    It only takes a moment
    For your eyes to meet and then
    Your heart knows in a moment
    You will never be alone again

    I held her for an instant
    But my arms felt sure and strong
    It only takes a moment
    To be loved a whole life long...

    'it only'--

    ...Takes a moment!
    For your eyes to meet and then
    Your heart knows in a moment
    You will never be alone again

    He held her for an instant
    But his arms felt sure and strong
    It only takes a moment--

    He held me for an instant
    But his arms felt safe and strong
    It only takes a moment
    To be loved a whole life long

    And that is all
    That love's about

    And we'll recall when time runs out

    That it only took a moment
    To be loved a whole life long!



    Wunderbar animiert und knuffiger als es ein "Knut" jemals sein könnte. Es hätte nicht einmal ne richtige Story geben müssen. Mir hätte es schon gerreicht Wall E bei seinen Aufräumarbeiten und der Gestaltung seines Tages zusehen zu dürfen aber da wäre mir dann doch einiges entgangen das ich im nachhinein nicht unbedingt missen möchte. Angefangen bei den tollen Charakteren wie z.B. dem Putzroboter M-O (Neben Wall E die definitiv coolste Figur im Film) bis hin zu solch tollen Szenen wie Eve`s und Wall E´s "tanz" durchs All. Gab schon wirklich einige traumhafte Bilder zu bestaunen und die Detailverliebtheit ist nahezu genauso grenzenlos wie der Weltraum selbst. Mit "Monsters Inc." und "Ratatouille" der wohl mit Abstand beste Annimationsfilm den ich bisher sehen durfte. Ein bisschen weniger Walt Disney, ein bisschen weniger Roboter...äh Menschen und dafür ein bisschen mehr Menschen...äh... Roboter und es wäre ein perfekter Film geworden. Nichtsdestotrotz (<- was ein kackwort!) mehr als nur gelungene Unterhaltung.


    Punkte: 9/10

    Punkte: 7/10


    Pärchenwertung: 8/10
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  4. #24
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    Superbad (2007)



    "Don`t trust the police, no justice, no peace..."

    Geht doch Judd, geht doch! Nach der Obergurke Walk Hard und dem durchwachsenen Knocked Up (dem ich allerdings auf alle fälle nochmal ne Chance geben werde) nun also die zweite Komödie, nach The 40 Year Old Virgin, aus der Apatowschmiede (gut gut, hier nur als Producer...aber trotzdem) die mich durchweg überzeugen und prächtig unterhalten konnte. Die Charaktere allesamt fantastisch, durchgeknallt und liebenswert. Genauso die Dialoge und Sprüche die selbige vom Stapel lassen dürfen, sowie viele wirklich witzige Szenen und Ereignisse, wie z.B. Seths Supermarktfantasien, Seths Merlotfleck, so ziemlich jede Szene mit Fogell, folglich auch jede Szene mit Officer Slater & Michaels, siehe u.a. bereits oben verlinkten "Officer-Dance", eigentlich so ziemlich jede Szene die auf die Lachmuskeln abzielte hat hier funktioniert. Hab ich schon mal irgendwo erwähnt das Seth Rogen ne verdammt coole Sau is? Ja? Gut. Aber wirklich alle machen hier nen prima Job und dabei harmoniert und ergänzt sich die gesamte Truppe einfach fabelhaft, so das es wirklich vergnügen bereitet sich diese Ein-Tages-Odyssee anzusehen. Fi**en, saufen, Party. Outsider-Dasein, Freundschaft, Liebe. Erwachsen werden, Trennung, neue Wege beschreiten. Männerliebe, sich wieder Jung fühlen, dazu gehören. Alles rundum gelungen. So kanns weiter gehen Herr Apatow. Bin schon gespannt auf den Ananas Express.

    Ach ja, musikalische untermalung? Top!


    Punkte: 8/10
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  5. #25
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    Face/Off (1997)



    Früher, als meine Sammlung noch aus den guten alten VHS-Kassetten bestand, nahm dieser Film einen ziemlich hohen Stellenwert ein....nach nun mehr gut 10 Jahren, findet er nun im neuen und doch wieder alten Medium, der DVD, erneut Einzug in mein Filmregal, doch gleichen Stellenwert wie damals vermag er nicht mehr für sich beanspruchen zu können. Ob er es irgendwann mal auf die BlueRay zu mir nach Hause schafft wage ich nach gestriger Auffrischung, diesen mir als sehr gut in Erinnerung gebliebenen Action-Streifens, doch stark zu bezweifeln.

    Nicht das wir uns hier falsch verstehen, ich sehe Face/Off auch heute noch als überaus unterhaltsamen Film an und ich finde auch immer noch das es John Woo´s beste US-Produktion ist und dennoch war ich verwundert mit wie wenig ich mich damals doch zufrieden gegeben habe bzw. welche Filme ich doch auf einen Thron setzte, der ihnen gar nicht zustand. Zumindest aus heutiger Sicht betrachtet. Es ist natürlich nicht ganz fair den Film jetzt im nachhinein schlecht zu machen, nur weil es mittlerweile eine Hand voll Actionfilme gibt mit denen er sich nicht mehr messen kann....was unter anderem aber eher auf meine, mit den Jahren, doch sehr gewandelte Sicht auf Filme zurückzuführen ist. Ansprüche sind gestiegen und dieses klassische Action-Genre ist für mich schon längst nicht mehr das non plus ultra für das ich es mal gehalten habe.

    Castor Troy halte ich nach wie vor für nen ziemlich coolen Filmcharakter. Cage funktioniert als Troy sowieso fabelhaft, macht spaß ihm da am Rande des Overacting zuzusehen, kann aber dann auch als Sean Archer überzeugen. Travolta, der im Grunde ja Sean Archer ist, vermag weniger Sympathiepunkte einzuheimsen, blüht jedoch später in der Rolle des Troy dann plötzlich auch auf. Macht wohl einfach mehr spaß durchgeknallte Bösewichte zu verkörpern oder aber ich sehe sie mir einfach nur lieber an. Auf jeden fall stand ihm das besser zu Gesicht. Diese „Golden-Guns“ finde ich immer noch sehr schick und auch die Shootouts können sich auch heute noch sehen lassen. Dieses John Woo Zeitlupengewichse, Mantel flackert im Wind und Konsorten oder seine berühmt berüchtigten weisen Tauben sorgten eher für Nostalgisches schmunzeln als das sie in irgendeiner Form der Dramaturgie des Filmes nutzen würden. Cool ist es teilweise trotzdem.

    Auf die Handlung ist im Grunde geschissen und auf Logik will ich erst gar nicht eingehen. Was bleibt ist ein Film der von seinen beiden Hauptcharakteren und der teils gelungenen Inszenierung lebt, viel mehr ist da nicht. Das wiedersehen hat dennoch irgendwo freude bereitet auch wenn Ernüchterung quasi vorprogrammiert war.


    Punkte: 7/10 (dicker Nostalgie-Bonus)
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  6. #26
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    OMFE, Kapitel 7: Der Erhabene

    The Proposition (2005)



    Schwieriges Ding. Mehr Drama als Western, mehr Anspruch als Unterhaltung, mehr Eastwood als Leone. Ist ja nicht schlimm aber das wollte ich heute irgendwie so überhaupt nicht sehen. Die Tatsache das mich der Film auf dem falschen Fuß erwischt hat werde ich allerdings jetzt nicht zum Anlass nehmen um diesen zu zerreissen. Das wäre nicht nur nicht Fair sondern auch völlig unangebracht denn schlecht war er ja nun wirklich nicht, nur eben nicht die Art von Film die mich zu Begeisterungsstürmen hinreisst.

    Töte deinen älteren Bruder um deinen jüngeren zu Retten. Damit wäre im Grunde die Handlung in einem Satz zusammengefasst. Mehr braucht es für nen anständigen Western eigentlich auch nicht, mehr brauch ich für nen Western nicht. Es wird halt nur nicht so abgehandelt wie ich es gerne gesehen hätte und es ist eben doch mehr da als nur dieses grobe Grundgerüst. Ach! Diese beschissene Erwartungshaltung! Zum Teufel mit ihr! Zu viel langeweile, zu wenig dynamik. Ich liebe "The Good, The Bad and The Ugly" und ich halte "Erbarmungslos" für einen ziemlich überbewerteten Film. Ich liebe Dialoglastige Filme und ich hasse sie zugleich. Ich lasse mich gerne von beeindruckenden Landschaftsaufnahmen gefangen nehmen oder möchte am liebsten aus ihnen ausbrechen weil sie mich so zutiefst langweilen. "The Proposition" wollte einfach nicht so recht zünden, dafür wird "The Assassination of Jesse James..." vielleicht geradezu explodieren? Ich werde gar nicht erst versuchen das in irgend einer Form zu erleutern, geschweige denn zu versuchen mir dieses wirrwarr selbst zu erklären. Es ist einfach so.

    Die zum Teil explizite Gewaltdarstellung erinnerte mich zuweilen an Cronenbergs letzte Filme, das gefiel, brachte ein bisschen schwung rein. Darstellerisch ist auch nichts zu bemängeln, machen alle einen guten Job und auch musikalisch war alles im Lot. Es wollte sich für mich nur kein stimmiges Gesamtbild ergeben..... es ist zu spät, was ein scheiss Eintrag.

    Sorry Ali.


    Punkte: 6/10
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  7. #27
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    OMFE, Kapitel 8: Des Argos Cargo

    The Ice Storm (1997)



    Der erste Ang Lee der mir wirklich gefallen hat. Danke Argo.

    Wie behutsam hier zu Werke gegangen wurde ist wahrlich beachtlich. Es scheint fast so als hätte Ang Lee hier einen filmischen Tempomaten benutz der alles immer auf konstant gleich bleibender Geschwindigkeit hält. Langweilig oder einschläfernd ist das aber keinesfalls, im Gegenteil, es gelang damit sogar ähnliches wie bei Darabonts "The Mist". Nämlich sich den Zuschauer unbemerkt zu angeln. Am Ende ist man so was von mittendrin, so nah dran an den Protagonisten das man wirklich aufpassen muss nicht seinen eigenen Fernseher zu umarmen oder anzuschreien, je nach dem. Und es gibt, ähnlich wie bei "The Mist" eben auch, keine spezielle Stelle an der ich jetzt fest machen könnte ab wann mich der Film denn nun für sich gewinnen konnte. Faszinierend.

    Die ganze Geschichte um diese zwei benachbarten Familien vor dem Hintergrund wichtiger und brisanter Ereignisse der amerikanischen Geschichte (Ende des Vietnamkrieges, Watergate-Affäre) + sexuelle Experimentierfreude hat mir einfach durch die Bank gut gefallen. Darstellerisch sowie inszenatorisch ist das alles auf höchstem Niveau. Die Charaktere werden hier geradezu schritt für schritt entblößt, jedoch niemals bloßgestellt. Es fühlt sich alles so wahr an, so erschreckend wahr was einem hier auf so nüchterne Art und Weise dargelegt wird.


    Tja, obige Abschnitte hatte ich bereits einen Tag nach Sichtung zu Papier gebracht, natürlich mit der Absicht daran weiter zu schreiben und zu feilen. Nun, dies ist nicht passiert. Jetzt sitz ich hier und die Erinnerungen sind nach nun mehr knapp zwei Wochen schon so verblasst das es mir nicht mehr gelingen mag vernünftiges nach- bzw. beizutragen. Weiß nur noch das ich erwähnen wollte wie nett ich es doch fand, Spiderman, Frodo und Ripley gemeinsam über die Leinwand flimmern zu sehen. Das mir die Szenen, in denen Wood alleine durch eine Welt aus Eis läuft, überaus gut gefallen, sich nachhaltig eingebrannt haben (obschon sich bei seinem Rumgehoppse auf der Wiese, leichte Assoziation zum Hobbit nicht gänzlich vermeiden lies). Das ich den Zusammenbruch der Figur des Ben Hood (Kevin Kline), am Ende, als grandios gespielt und inszeniert empfunden habe und es mir dabei schwer viel die Fassung zu wahren. Das ich den Film zwar wirklich sehr gut fand, er es aber wohl nie in meine Sammlung schaffen wird. Warum? Keine Ahnung…

    Und zu guter letzt, das ich es als witzig und äußerst passend empfand, dass der Eisvogel, zum Vogel des Jahres `73 gekürt wurde.



    Punkte: 8/10
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  8. #28
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    Ind(i)pendence Jones and the Kingdom of the Crystal Dulls (2008)



    Also außer das da Harrison Ford mit Hut durch die Pampa und Kulissen der 50er Jahre hüpft hatte das mit Indiana Jones meiner Meinung nach nicht mehr wirklich viel zu tun. Ok, da wäre noch das Main-Theme, hätte man aber auch durch das der X-Files ersetzen können, wäre mit Sicherheit nicht groß aufgefallen. Mal ernsthaft, zu vielen Szenen hätte das doch wirklich fabelhaft gepasst, was Indi 4, so zumindest meine Gedankengänge während Sichtung, u.a. für ne Parodie gerade zu prädestiniert. Zum einen bin ich mir aber nicht ganz Sicher ob man darauf wirklich abzielen wollte und zum anderen wäre das hier schon fast zu einfach, ergo nicht wirklich reizvoll. Zu sehen bekommen wir das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aber dennoch. Filmtechnisch bleibt uns ja heutzutage fast nix mehr erspart. Der Film ist so was von dermaßen überladen mit Szenen, die einem den Transport von Indi ins neue Jahrtausend geradezu mitten ins Gesicht schleudern, das es teilweise wirklich ärgerlich und zum anderen oft unfreiwillig lächerlich wirkt. Das man mit dem hier gezeigten im Grunde auch 5 Filme hätte bis zum Überlaufen füllen können ist für das Sehvergnügen zusätzlich nicht unbedingt förderlich.

    Was sollte dieser Schwachsinn mit der Atombombe? Was sollten diese blöden Äffchen, die Ameisen, Präriehunde und die total unnützen Eingeborenen? Was sollte dieser Scheiss Degenkampf zwischen Blanchett & LaBeouf, der doch im Grunde nur dazu diente ein Szenario zu schaffen in dem Shia ein paar in die Weichteile bekommt? Lustig, lustig, ha ha. Zudem sah es stellenweise auch einfach doof aus und hätte man nicht gleich ein Banner ins Bild gehalten, welches dem Zuseher verdeutlicht das es hier den Einsatz von BlueScreen gab, ich hätts nie nicht gemerkt, ich schwör. Was sollte dieser Tarzan mist oder die Szene in der das Autoboot zuerst auf dem Baum landet bevor es seicht ins Wasser gelassen wird? Was kurz danach passiert, darauf geh ich erst gar nicht ein. Will jetzt eigentlich gar nicht so sehr auf die CGI/Tricktechnik-Hater-Schiene mit aufspringen aber wenn man diese hier, in gewissen Szenen, schon so großkotzig zu zelebrieren versucht dann sollten diese Animationen doch wenigstens anständig aussehen oder? Das Spielberg dazu in der Lage ist hat er vor gut 15 Jahren mit seinem Dinopark doch bereits unter Beweis gestellt. Auch will ich hier nicht unbedingt die Logikkeule auspacken aber es fällt nun mal einfach nicht leicht bei dieser Flut an Unsinn. Versteh das alles nicht. Dazu kommt dann noch das die Handlung und deren Verlauf so total nach Schema F abläuft, das wirkliche Spannung fast zu keinem Zeitpunkt entsteht, was ja unter der bereits erwähnten Überdosis an Geschehnissen und Worst-Case-Scenarios ohnehin schon nicht einfach gewesen wäre.

    Was bleibt sind ein paar nette One-Liner, zum Teil sehr schöne Kulissen und Kostüme, ein gut aufgelegter Harrison Ford und bestimmt noch einiges mehr, dass mir aber aufgrund des riesigen Spielberg/Lucas-Egos entgangen sein muss.

    Äußerst entäuschende aber mindestens genau so gut gemeinte

    5/10 Punkte

    für den unrühmlichen (fast) Niedergang einer Legende.
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  9. #29
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    Drillbit Taylor (2008)



    Na ja, also das war ja mal wieder ein Schuss in den Ofen. Gebe aber gleich zu, das es hier mal wieder nicht die beste Option war in der Synchro zu gucken. Die geht nämlich mal so was von überhaupt nicht. Hätte ich nicht noch zwei Mitgucker gehabt, ich hätte spätestens an der (in deutsch) so peinlichen Rap-Battle-Szene die Tonspur gewechselt oder gleich Abgeschalten. Pfui! Deshalb werde ich mich auch ganz brav mit einer Punktewertung zurückhalten, auch wenn ich mir relativ sicher bin das der O-Ton den ganzen Schlamassel auch nicht sonderlich aufgewertet hätte.

    Die drei Jungdarsteller waren sympathisch, Wilson war leider mal wieder nur Wilson, der ach so böse Schulrowdy ne Lachnummer, den ich zu keiner Sekunde ernst nehmen konnte, die Story zu 08/15 als das sie hätte für irgendwelche Überraschungen sorgen können und der Witz dieses Streifens ging leider auch gänzlich an mir vorüber. Wirkte zuweilen fasst schon wie ne schnarchige Disneyproduktion für fast Erwachsene. Ob ich dem Film irgendwann in der OV überhaupt noch mal ne Chance gebe weiß ich nicht, große Lust habe ich nicht dazu.


    Punkte: ?/10
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  10. #30
    Regisseur Avatar von soulassassin
    Registriert seit
    23.10.2005
    Ort
    München
    Beiträge
    2.420

    Re: Tagebuch eines Running Scared-Gutfinders - Jetzt erst recht!

    Dead Man`s Shoes (2004)



    Endlich! Fast 3 Jahre nach Sichtung des Trailers durfte ich den Film gestern in seiner Gesamtheit bewundern. Da sich der hier in Deutschland zuerst erschienene "This Is England" als weit mehr als bloßer Lückenfüller und Zeitüberbrücker erwiesen hat und für mich gar zu den besten Dramen zählt, die ich seit langer Zeit zu Gesicht bekommen habe, stieg die Erwartung an sein hochgelobtes Revenge-Movie nur noch mehr und ich wurde schlussendlich nicht nur nicht enttäuscht, sondern einmal mehr mit einem grandiosen Stück Film aus den englischen Landen belohnt, der auch noch lange nach dem Abspann in meinem Kopf umher spukte und es auch jetzt immer noch tut. Ich liebe solche Filme. Filme die nachwirken, dessen einzelne Sequenzen, und sind diese auch noch so klein, man sich wieder und wieder vors innere Auge holt, dessen Musik einen Verfolgt und man spätestens dann genau weiß, ja, was ein großartiger Film. Wenn ich jetzt allein nur an diese verschmitzte Visage von Paddy Considine denke, hab ich schon ein grinsen im Gesicht.

    Was mir, mal abgesehen von den guten Darstellerleistungen, auch besonders gut gefiel war die nüchterne und sehr realistische Inszenierung. Shane Meadows geht damit seinen eigenen Weg und scheißt dabei, Gott sei dank, auf die Sehgewohnheiten des aktuellen Mainstreampublikums. Das ist erfrischend und wirkt ob den fehlenden Hollywoodspielereien sogar irgendwie innovativ. Weniger ist eben doch manchmal mehr. Die Story ist so einfach wie grandios. Das Ende hat mich so übelst vor den Kopf gestoßen, das ich mir ob meiner anfänglichen Frage – ob das was man mit seinem jüngeren Bruder gemacht hat, wirklich Grund genug ist, das man gleich ein halbes Dutzend Menschen abschlachtet – richtig schäbig vor kam. Mir ist klar das man, selbst nachdem einem nun die ausschlaggebenden Beweggründe für die Blutrache offen gelegt wurden, die Taten unseres Protagonisten nicht gutheißen kann oder sollte oder darf.... wenn ich dann aber an meinen kleineren Bruder denke.... scheiße, ich kann es zumindest nachvollziehen. Vielleicht hätte ich noch viel schlimmer gewütet, vielleicht würde ich daran auch einfach nur kaputt gehen, keine Ahnung. Ich weiß nur eines, dass ich das unter keinen Umständen herausfinden möchte.

    Der Film ist eben mehr als nur hirnloser Racheporno, er stimmt nachdenklich und zwingt einen geradezu sich mit dem Thema auseinander zusetzen. Sicher hat auch in diesem Film der ein oder andere Charakter „coole“ oder „kultig“ anmutende Momente, man is auch mal kurz am lachen oder denkt sich, „geilo!“ vorallem dem Charme unseres Racheengels kann man sich nur schwer entziehen aber spätestens am Ende wird die ganze Tragik dieser Figur und der gesamten Geschichte mehr als nur deutlich. Und wenn man dann eben einzelne Szenen noch mal Revue passieren lässt, erscheinen diese in völlig neuem Licht.

    Ich habs schon mal gesagt und ich sage es wieder, den Namen Shane Meadows sollte man sich gut einprägen, von ihm kann man noch so einiges erwarten.


    Punkte: 9/10
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

Seite 3 von 10 Erste 12345 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. Running Scared
    Von Der Dude im Forum Filme
    Antworten: 80
    Letzter Beitrag: 24.10.2011, 11:27
  2. Running with Scissors
    Von Matt im Forum Filme
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 27.01.2007, 11:31
  3. Erst denken, dann reden...
    Von Lars im Forum Plauderecke
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 16.02.2006, 12:23
  4. Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 17.09.2004, 11:45
  5. Film & Recht
    Von laertes im Forum Plauderecke
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 08.09.2003, 17:16

Besucher fanden diesen Beitrag durch eine Suche nach:

monster ag

Clerks 2

superbad vogel

vogel superbad

Krasses bild

v for vendetta

memento

monster ag boo

eden log

the Dark Knight

the blob

zohan lass knacken

shaun of the dead gif

v wie Vendetta

vor vendetta

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32