Wage ich mich mal an ein Filmtagebuch. Nur um es auszuprobieren. Ob ich es aushalte bezweifele ich einfach mal. Aus dem Grund weil ich Diskussionen spannender und anregender finde. Auch in Hinsicht der Revision eigener Ansichten.
Was mich dann letztlich doch dazu brachte, waren die wunderbaren Filmbilder, die Daniel in seinem Tagebuch gepostet hat (besonders die Bilderstrecke zur "Shawshank Redeption")
Also fange ich mal mit einem Film an, den ich erst gerade im WDR gesehen habe. Zum zweiten Mal.
Eigentlich ein fulminanter Auftakt.
Badlands
(USA 1973; Regie: Terrence Malick)
In einem rauen Bildertableu bereitet Kinopoet Terrence Malick das Leben und Leiden eines auf der Flucht befindlichen Liebespaares im kargen Westen der USA auf. Ein unvergleichlich staubig-dahinraffender Film, der auch bei wiederholter Sichtung ein "mehr" an Faszination in mir zum Vorschein bringt.
Vor allem Sätze wie "Ich fühlte mich so leer wie in einer Badewanne, aus der man das Wasser gelassen hat" trafen mich zutiefst. Dazu noch dieser unauffällige Soundtrack und die grenzenlos weiten Totalen all der kargen Felder. Da wird ein Lebens- und Jugendgefühl wiedergegeben, dem jeder Reiz von Sinnhaftigkeit entwichen zu sein scheint. Da gibt es nur noch naive Liebe, schonungslose Offenheit, die sich in Brutalität niederschlägt. Gefühle, die hervor schießen statt Berührung zu erzeugen. Und zugleich ist da die von Sissy Spacek so grandios verkörperte Holly, die all das an Schönheit und Unschuld bewahrt hat, nach dem Kit so wenig greifen und dass er dennoch zu lieben in der Lage ist.
Insgesamt lässt sich sagen, dass "Badlands" ein hervorragendes Zeugnis amerikanischer Filmkunst-Kultur ist, dass intelligent und subtil funktionierend ein stellenweise unbegreifliches und auch wiederum wunderschönes "Amerika-Bild" schafft. Sehr empfehlenswert!
9/10


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Wenn der Vater schließlich an einem Baum hängend beinahe-gekreuzigt und mittelalterlich verbrannt wird, scheint das gar religiöse Aspekte aufgreifen zu wollen: Das Oberhaupt, der Vater, der Gott, der Präsident wurde hingerichtet, das System wurde durch Zerstörung der Physis dekonstruiert. Nun liegt es an der darauffolgenden Generation die Fehler des Atomzeitalters, des Dilemmas der Moderne, zu umgehen, zu verdrängen, zu zerstören.






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