zu oft passiert es - leider auch hier im forum -, dass einzelne ihr subjektives empfinden nicht als solches darstellen, sondern selbiges auf eine höhere, eine absolute stufe stellen und dann differenzieren zwischen guten und schlechten filmen, zwischen gutem und schlechtem geschmack und zwischen wahr und falsch. --- ich möchte zu diesem gerade in der kunst so kontroversen und wichtigen thema den rumänischen philosophen emil michel cioran zitieren, der in seinem aufsatz 'die albernen' über die wahrheit und die suche nach ihr schreibt:das topic ist eröffnet... lasst die diskussion beginnen (sofern sie nun nicht bereits ohnehin beendet ist)."man beobachte den tonfall, in dem ein mensch das wort 'wahrheit' ausspricht, die gewissheit oder den vorbehalt, den er darin mitklingen lässt, seine überzeugte oder zweifelnde miene - und man wird aufschluss erhalten über die natur seiner ansichten und die beschaffenheit seines geistes. keine vokabel ist hohler - und dennoch machen die menschen sie zu ihrem idol und verwandeln ihre unsinnigkeit in ein kriterium und zugleich in ein eindziel ihres denkens. dieser das allerweltsdenken entschuldigende und den philosophen disqualifizierende aberglaube geht aus dem übergreifen der hoffnung in die logik hervor. immer wieder wird uns gesagt, dass die wahrheit zwar unerreichbar sei, dass man sie aber dennoch suchen müsse, sich um sie bemühen müsse. - darin liegt eine einschränkung, die einen kaum von denen trennt, die da behaupten, sie gefunden zu haben: wichtig ist, die wahrheit für möglich zu halten: sie besitzen oder nach ihr streben - das sind zwei tätigkeiten, die aus der gleichen einstellung hervorgehen. man macht bald aus diesem, bald aus jenem wort eine ausnahme: entsetzliche vergewaltigung der sprache! einen albernen nenne ich denjenigen, der von der wahrheit mit überzeugung spricht: er besitzt nämlich einen vorrat an majuskeln und bedient sich ihrer auf naive weise, ohne hintergedanken und ohne jede überheblichkeit. - was nun den philosophen anlangt, so ist er in dem gleichen augenblick entlarvt, in dem er auf diese götzendienerei eingeht: in seinem innern hat der kollektivmensch über den einsamen gesiegt. aus einem gedanken aufsteigende hoffnung stimmt traurig oder macht einen lächeln... es zeugt von mangelndem anstand, wenn man in die großen worte zu viel seele legt: jede begeisterung für das erkennen ist eine kinderei... und es wird zeit, dass die philosophie die wahrheit in misskredit bringt und sich von allen majuskeln freimacht."
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immer versucht. immer gescheitert. egal. wieder versuchen. wieder scheitern. besser scheitern. (beckett)
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: laertesdd am 2002-05-26 22:30 ]</font>


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