davon habt Ihr sicherlich gelesen. und Ihr habt bestimmt auch gelesen, welch' hehre gestalt er gewesen sein soll. zumindest sagt das die presse von bild bis spiegel so.
'dass der vorzeigedemokrat djindjic' indes 'nichts anderes als ein krimineller' (j. elsässer, in: konkret 03/03) war, wird nicht erwähnt. indizien:
- djindjic hielt den chef von milosevics prätorianer-garde, milorad 'legija' lukovic (der sich aber schon damals insgeheim mit djindjic traf), auf seinem posten. und das, obwohl einer der bekanntestesn serbischen mafiosi, 'cume' baha, chef des im drogenschmuggel aktiven surcin-clans, sich mitte januar per offenem brief bei der justiz gemeldet und sich als zeuge in zwei ermittlungs- bzw strafverfahren angeboten hatte; er könne beweisen, dass sowohl beim kidnapping des milosevic-rivalen ivan stamb dolic (august 2000) als auch beim attentat auf den damaligen oppositionsführer vuk drascovic (oktober 1999) nicht nur der unterwelt-pate dusan 'dule' spasojevic, sondern auch milorad 'legija' lukovic beteiligt gewesen war.[/*:m:2u6ijzkp]
- die enthüllungen von 'cume' veranlassten djindjic nicht, gegen legija, sondern gegen den einzigen politiker vorzugehen, der seiner macht noch gefährlich werden konnte: vojislav seselji, führer der radikalen partei, hatte in den vergangenen monaten mit immer neuen informationen über djindjics verbindungen zu 'legija' und anderen kriminellen für aufsehen gesorgt - bei den serbischen präsidentschaftswahlen anfang dezember erhielt er über ein drittel der stimmen. ende januar umschlichen polizisten in zivil seseljis anwesen; der befürchtete, er habe verhaftet und nach den haag überstellt werden sollen. [...] in der folge bestätigte der stellvertretende ministerpräsident miodrag isakov zum ersten mal, dass tatsächlich ein haftbefehl aus den haag gegen seselji vorliege. daraufhin ging der politiker in die offensive und erklärte, sich freiwillig stellen zu wollen. ab ende februar will er iin den haag beweisen, dass die anklage, er habe in den bürgerkriegen des letzten jahrzehnts schwere verbrechen begangen, unbegründet ist. 'nur eine rückreisegarantie gibt es für ihn nicht', freute sich die faz.[/*:m:2u6ijzkp]
- mit der auflösung des gesamtstaates jugoslawien beseitigte djindjic elegant einen weiteren widersacher: vojislav kostunica, bisher präsident jugoslawiens, verliert sein amt. nachfolger an der spitze der neuen konföderation serbien und montenegro wird ein amigo von djindjic, genauer: ein parteifreund seines montenigrinischen amtskollegen milo djukanovic sein.[/*:m:2u6ijzkp]
- entgegen der serbischen verfassung, die bei grundlegenden veränderungen - und das ende jugoslawiens ist zweifellos eine - eine zweidrittel-mehrheit im parlament fordert, erklärten djindjic und seine demokratische partei, dass eine einfache mehrheit genüge.[/*:m:2u6ijzkp]
- als es nicht einmal zu einer einfachen mehrheit reichte, wurden die voten zweier bereits abgetretener abgeordneter und von zehn politikern, die noch nie abgeordnete waren, als 'ja'-stimmen gezählt.[/*:m:2u6ijzkp]
(quelle für alles: jürgen elsässer, 'gangster unter sich' in: konkret 03/2003)
p.s.: 'der londonder independet berichtet, dass der mädchenhandel mittlerweile den zigarettenschmuggel als haupteinnahmequelle der montenigrinischen schattenwirtschaft ersetzt habe. jedes jahr würden 1.400 osteuropäerinnen in den puffs zwischen cetinje und kotor gefügig gemacht und dann nach westeuropa weiterverkauft. der kapitalismus floriert, wie man sieht. wer würde da dem sozialismus eine träne nachweinen?'


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