wölfe mit stil und geschmack, aber wenig verständnis, schauen wie immer weg, alle anderen lesen, was das goethe-institut so über die titanic schreibt:
Titanic – Das endgültige Satiremagazin
„Wiedervereinigung ungültig: Kohl war gedopt!“, „Aufatmen in Deutschland: Die Mauer wächst nach!“– Mit solchen Aufmachern ködert das Satiremagazin Titanic jeden Monat rund 100.000 Leser und stößt unzählige Nicht-Leser vor den Kopf. Endgültige Satire eben.
Seit ihrer Gründung sorgt die Titanic immer wieder für Aufregung. Nichts ist den manchmal offenbar zum Größenwahn neigenden Redakteuren des Frankfurter Satiremagazins heilig. So gaben sie sich auch zum 20-jährigen Jubiläum ihres Magazins wenig bescheiden – gefeiert wurden „2000 Jahre Satire für Deutschland“.
Im Dienste der Nation, …
Doch will man es den Titanic-Machern verdenken, dass sie viel auf sich halten? Ihr unermüdlicher Einsatz bringt Deutschland nach vorn. Überdeutlich wird dies am wohl größten Coup des Magazins. „Titanic holt WM nach Deutschland“: Welches der großen deutschen Presseorgane kann das schon von sich behaupten?
Kurz vor der Abstimmung um den Austragungsort für die WM 2006 erhielten einige FIFA-Mitglieder Faxe, in denen ein gewisser Martin Sonneborn ihnen – im Falle eines Votums für Deutschland – „a fine basket with specialities from the black forest, including some really good sausages, ham and – hold on to your seat – a wonderful KuKuClock!“ versprach. Wer kann dazu schon nein sagen?
Tatsächlich soll ein Funktionär aus Neuseeland das Fax für bare Münze gehalten und deswegen für „Germany“ gestimmt haben. Als Bestechungsvorwürfe laut wurden, outete Sonneborn – Chefredakteur der Titanic – sich als Urheber der dilettantisch gefälschten Faxe. Die Boulevardpresse tobte. Das Ansehen Deutschlands habe großen Schaden genommen, hieß es.
Die „Bild-Zeitung“ veröffentlichte die Telefonnummer der Titanic-Redaktion und rief die Leser auf, ihrer Empörung Luft zu machen. Von der Gelegenheit machten diese weidlich Gebrauch und beschimpfen die Satiriker als „Nestbeschmutzer“ oder „Vaterlandsverräter“. Kurz darauf waren die Anrufe auf einer CD verewigt. Realsatire at its best.
… in famoser Tradition, …
Das erste Heft der Titanic erschien im November 1979. Hervorgegangen war das Magazin aus den Überresten der Satire-Zeitschrift "Pardon". Die Gründungsväter von "Pardon" und Titanic gaben sich selbst ganz unbescheiden in Anlehnung an die Frankfurter Schule der Philosophen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer den Namen „Neue Frankfurter Schule“.
Die mittlerweile vielfach ausgezeichneten Karikaturisten, Schriftsteller und Filmemacher der Neuen Frankfurter Schule – F.W. Bernstein, Bernd Eilert, Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, Peter Knorr, Chlodwig Poth, Hans Traxler und Friedrich Karl Waechter – machten die Titanic und dabei auch sich selber groß.
Heute wird das Magazin u.a. von Oliver Maria Schmitt, Martin Sonneborn und Thomas Gsella gemacht. Dabei rüttelt die neue Boygroup nicht an den lieb gewordenen Titanic-Konstanten, wie Poths Zeichnungen unter dem Titel „Last Exit Sossenheim“, der Humorkritik, den Karikaturen von Greser & Lenz oder den "Briefen an die Leser".
Auch die guten alten Telefonaktionen, in denen ahnungslose Bürger mit den skurrilen Titanic-Ideen konfrontiert werden, haben überlebt und offenbaren meist mehr über Miss- und Zustände der Volksseele als manch noch so intelligente Analyse. Legendär wurde etwa das Telefonat mit einem Kreisvorsitzenden der rechtsradikalen DVU, dem die Titanic das Neonazi-Aussteigerprogramm des Verfassungsschutzes schmackhaft machen wollte.
… mitunter ohne Lohn
Nicht jeder kann über so etwas lachen. Auch wenn es in der Titanic-Geschichte immer wieder Heroen gab, die sich nie öffentlich gegen bitterböse Attacken zur Wehr gesetzt haben – in dieser Beziehung glänzt Altkanzler Kohl, der sogar den ihm zugedachten Spitznamen „Birne Kohl“ angenommen hat –, so versuchen beleidigte Satire-Opfer allenthalben, der Titanic den Mund zu verbieten.
Pop-Literat Benjamin von Stuckrad-Barre wollte nicht mit dem Oklahoma-Attentäter Timothy McVeigh in Verbindung gebracht werden – und sei es nur aufgrund der Frisur. 40.000 DM Schmerzensgeld erstritt der ehemalige schleswig-holsteinische SPD-Ministerpräsident Björn Engholm vor Gericht, weil er nach der (tragisch verlaufenden) Barschel-Affäre nicht – per Foto und unter dem Titel „Sehr komisch, Herr Engholm“ – in eine Badewanne hineinmontiert werden wollte. Auch Bundespräsident Rau hat gegen die Zeitschrift - mit Erfolg - geklagt. Mit 28 gerichtlich verbotenen Ausgaben hat sich „Titanic“ den Ruf hart erkämpft: die „verbotenste Zeitschrift Deutschlands“ zu sein.
Immer noch legt die Titanic es eher darauf an zu spalten als zu versöhnen. So steht auch noch über ein Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung dieses Motto des Titanic-Urgesteins Chlodwig Poth im Impressum: „Die endgütige Teilung Deutschlands – das ist unser Auftrag.“
Dagmar Giersberg, Cleeves Communication UnitZwei,
arbeitet als Redakteurin und Publizistin in Bonn
Copyright: Goethe-Institut, Online-Redaktion


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Hat ja den einen Tatterkreis,der eigentlich für "die Anderen" (weiß nimmer wer) total verunsichert gehabt.... 
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