Schubert: Symphonie No. 8 ("Unvollendete") & No. 9 ("C-Dur"), Klemperer, Philharmonia Orchestra London, EMI (The Klemperer Legacy)
Typische Klemperer-Interpretationen der beiden bekanntesten Schubert-Symphonien: Tief, "total", abgründig - selbst die helleren Passagen vor allem der "Unvollendeten" tragen eine Ahnung von ihrer Auflösung in sich. Wie immer beim großen Otto Klemperer ist alles bis zur Grenze des Möglichen angespannt, von einem steten Vorwärtsdrang gekennzeichnet und dennoch melancholisch, bis hin zu einer zarten Traurigkeit.
Das Philharmonia Orchestra war damals (1963) in einer seiner stärksten Phasen, Klemperer lässt sie in beeindruckender Durchsichtigkeit spielen, besonders imposant (vor allem für ein britisches Orchester) sind die tiefen Streicher im ersten Satz der "Unvollendeten" - fast möchte man meinen, man höre die Bässe und Celli aus Berlin, Wien oder Philadelphia. Sehr schön.


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