ALIEN (HR GIGER - 1978)
"Es stimmt nicht, dass ich dem Düsteren besonders nahe stehe. Die Bilder kommen einfach. Ich liebe die schönen Seiten des Lebens, und ich habe gern Humor. Es ist ja so, dass der Mensch sowohl helle wie auch dunkle Seiten hat, sie bilden eine Polarität und gehören zusammen. Deshalb verstehe ich nicht, wieso immer eine Strafe folgen soll, wenn jemand böse ist. Das Böse bleibt ja trotzdem bestehen." (H.R. Giger)
Einen Künstler dessen Werk ich natürlich erst später, mit dem was ich in Ridley Scotts Science-Fiction-Angstfilm gesehen habe, in Verbindung bringen konnte. Gigers Verständnis der englischen Sprache war damals nicht wirklich ausgeprägt, sodaß er das für ihn eingereichte Drehbuch nur mit Mühen verstehen konnte. Viele der Beschreibungen und der Szenenabläufe blieb für ihn im Unklaren, und das ist meiner Meinung nach das Beste was den Filmemachern damals passieren konnte.
Dadurch bekamen die Arbeiten des schweizer Surrealisten für den Film etwas Unwirkliches, es wirkte alles wie aus einer anderen Welt- und genau dafür wurde er von Ridley Scott schließlich engagiert. Seine Obsession mit Genitalien und Phallussymbolik offenbart sich in seinem Œuvre, aber insbesondere auch in seinem Konzept für das fremde unheimliche Wesen aus dem All.
Sein Meisterwerk:
Alien (Character-Studies)
- Alien I[/*:m:1g967mbo]
- Alien II[/*:m:1g967mbo]
- Alien III[/*:m:1g967mbo]
- Alien IV[/*:m:1g967mbo]
- Alien V[/*:m:1g967mbo]
- Alien VI[/*:m:1g967mbo]
Das Filmdesign zu Alien entfachte sozusagen meine Leidenschaft für gigeresque Kunst:
Dieses unglaubliche Design des fremden Raumschiffes in welchem die Besatzung der Nostromo die erste Brutkammer finden:
- Landschaft mit Wrack (Work #379)[/*:m:1g967mbo]
- Wreck (Work #374)[/*:m:1g967mbo]
- Wreck in Detail (Work #396)[/*:m:1g967mbo]
- Wreck Entrance (Work #375)[/*:m:1g967mbo]
- Corridor in interior of wreck (Work #376)[/*:m:1g967mbo]
Nicht zu vergessen den Navigator, zumindest nenne ich ihn immer so:
- Pilot in Cockpit (Work #380)[/*:m:1g967mbo]
Das Alien-Egg und die Kreatur welche den fremden Organismus in den Wirt verpflanzt wurde später Facehugger getauft. Eine Art Perversion einer riesenhaften Spinne, nach dem man diese im Film gesehen hat, konnte man sie eigentlich nicht mehr so leicht vergessen:
Alienegg:
- Alienegg I[/*:m:1g967mbo]
- Alienegg II[/*:m:1g967mbo]
- Alienegg III[/*:m:1g967mbo]
Facehugger:
Ich könnte diese Bildreihe auch ewig fortführen. Seine beiden frühen Bücher Arh+, Necronomicon (I und II) und sein Biomechanics beinhalten soviele großartige Arbeiten von ihm. Vor allem zeigt sich hier, wie sehr er das Malen mit der Airbrushpistole perfektioniert hat. Vor allem seine verschlungenen Formen und seine biomechanischen Figuren und Landschaften bekommen durch die Spritzpistole eine schmierige und glänzende Oberfläche. Dadurch wirken sie auch viel lebendiger als bei seinen Skizzen und Zeichnungen. Ich selbst habe mich schon immer von diesen Bildern angezogen gefühlt, und bei meinen eigenen Zeichnungen, gerne auch im Schulunterricht, aus diesen meine Inspiration gezogen. Erst dieses Jahr habe ich im Unterricht eine Bleistiftradierung angefertigt, die dem Alienwesen ziemlich ähnlich sieht. Das Bild habe ich allerdings weiterverschenkt. Bei vielen Zeichnungen möchte ich schnell gigeresque werden, was natürlich ein sinnloses Unterfangen ist. Ich komme allerdings von seinen Vorstellungen nicht los, und genau deswegen möchte ich auch unbedingt mal seine Arbeiten in ihrer vollen Größe betrachten. Im Kunsthaus in Wien läuft noch dieses Jahr eine Retrospektive (23. Mai 2006 bis zum 1. Oktober 2006):
Dort würde ich sehr gerne hinfliegen und vielleicht unernehme ich in meinem Urlaub mal eine Kulturreise um es zu verwirklichen. Zur Not gibt es ja sozusagen die Daueraustellung im großen Château St. Germain in Gruyères (Schweiz). Eines Tages wird es schon klappen.
Was ich übrigens immer noch sehr bedauere ist die Tatsache, wieviele seiner Filmdesignentwürfe nicht beachtet wurden. Ursprünglich sollte ja Giger das Szenendesign für Dune entwerfen, damals noch unter der Regie von Alexandro Jodorowsky geplant. Seine Arbeiten, und vor allem sein Harkonnen-Design wären vielleicht um ein vielfaches verstörendes gewesen, aber hätten dem Film bestimmt viel gegeben:
Dune:
weiterhin nicht realisierte Projekte waren der Science-Fiction-Horror-Film
The Tourist:
- The Tourist I[/*:m:1g967mbo]
- The Tourist IV[/*:m:1g967mbo]
- The Tourist VIII[/*:m:1g967mbo]
- The Tourist XI[/*:m:1g967mbo]
Gerade letzteres Bild zeigt wieder viel gigerotiques, denn seine Abbildungen zeigen häufig Ineinanderverschlungenes und das Eindringen von Formen und Figuren in vielerlei Öffnungen. Viele lässt schreckt vielleicht gerade dieses erotische Komponente bei allen seinen Bildern zu sehr ab.
Seine Arbeit für Poltergeist II ist auch bemerksenswert:
- The Vomit[/*:m:1g967mbo]
- The Primitive Creature[/*:m:1g967mbo]
- The Primitive Creature II[/*:m:1g967mbo]
- The Smoke Beast[/*:m:1g967mbo]
- The Vortext[/*:m:1g967mbo]
- Reverend B Smokebeast[/*:m:1g967mbo]
- The Great Beast I[/*:m:1g967mbo]
- The Great Beast II[/*:m:1g967mbo]
Bevor ich jetzt auch hier immer mehr schreibe, möchte ich einfach noch an letzter Stelle ein paar meiner Lieblingsbilder aus seinen verschiedenen Schaffensphasen Gigers zeigen:
Favourites:
- New York City II[/*:m:1g967mbo]
- Biomechanical Landscape 1[/*:m:1g967mbo]
- Biomechanical Landscape 2[/*:m:1g967mbo]
- Geburtsmaschine[/*:m:1g967mbo]
- Debbie II[/*:m:1g967mbo]
- Li I[/*:m:1g967mbo]
- Li II[/*:m:1g967mbo]
- Mordor VI[/*:m:1g967mbo]
- Die Trompeten von Jericho[/*:m:1g967mbo]
- Woman witch Child[/*:m:1g967mbo]
- Futurekill[/*:m:1g967mbo]
- Hommage a Boecklin[/*:m:1g967mbo]
- Necronomicon IV[/*:m:1g967mbo]
- Necronomicon V[/*:m:1g967mbo]
- ELP XI[/*:m:1g967mbo]
Ich hoffe mit dieser Auswahl eine gute Übersicht geboten zu haben.
Natürlich gibt noch so viel über Giger zusagen und vor Allem auch zu sehen. Weitere Informationen und eine ausführliche Biografie findet man auf seiner offiziellen Seite.


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Zwar nicht in erster Linie wegen Giger, dem Museum hab ich aber natürlich trotzdem einen Besuch abgestattet. War jedenfalls sehr beeindruckend die ganzen Gemälde und Figuren mal in Großformat zu sehen. Inwendig ist sogar das Haus selbst größtenteils im Giger-Stil gehalten. Genial auch die

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