Man inszeniere oder dulde einen gigantischen Terroranschlag, raube den eigenen Staat aus um anderswo Menschen zu tyrannisieren, zwecks Sicherung der Pfründe der Herrscherbande, und richte vor den Augen der Weltöffentlichkeit in unverhohlener Provokation ein Konzentrationslager ein. Aber damit ist das Ende der Fahnenstangenoch lange nicht erreicht, der Rückfall einer angeblich zivilisierten Gesellschaft in das finsterste Mittelalter ist nun hochoffiziell und von höchster Stelle abgesegnet:
Mit dem "Military Commissions Act of 2006" ist staatliche Willkür nun legitimiert, und wie in den übelsten Diktaturen aller Zeitalter müssen nicht nur tatsächliche Terroristen, sondern auch mutmaßliche Systemkritiker auf der Hut sein. Was wird jetzt geschehen, nachdem Guantanamo schon ebenso geduldet wurde, wie die Verschleppung und das spurlose Verschwinden von Terrorverdächtigen?Seine Schlussfolgerung, dieser Gesetzentwurf lasse die Folter zu, wurde von mehreren demokratischen Senatoren geteilt. Als verfassungswidrig beurteilten nicht nur demokratische, sondern auch republikanische Senatoren einen Passus, der Gefangenen das Recht nimmt, ihre Inhaftierung als illegale feindliche Kombattanten vor Gericht anzufechten. Dieses in der Verfassung als "habeas corpus" verankerte Recht soll sicherstellen, dass niemand ohne Anklage oder Prozess auf unbegrenzte Zeit festgehalten wird. Durch die Verweigerung von habeas corpus werde das Gesetz die zivilisierte Gesellschaft mehr als 900 Jahre zurückwerfen, erklärte der republikanische Senator Arlen Specter.
Geht ein Aufschrei der Empörung durch die Öffentlichkeit, werden die Vereinten Nationen in aller Entschiedenheit protestieren, Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten verhängt werden? Werden unsere Staatsoberhäupter dem Buschmann wenigstens als demonstrative Protesthaltung den Handschlag verweigern? Wohl kaum, von wem sollte unsere anerkennungsbedürftige Kanzlerin auch sonst gesagt bekommen, sie sei intelligent?


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