heute zum letztenmal cenk batu, die geile sau!![]()
Ein ganz schlimmer Abschluss, von der ersten bis zur letzten Minute. Plakativer kann man das Thema Börsenspekulation nicht in Szene setzen.
Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.
Bester Tatort, den ich gesehen habe. Trotzdem kein grossartiger Film, aber ein sehr guter. Plakativ ist Tatort doch immer.
story mau, inszenierung und schauspielerische leistungen hochklassig. cenk, ich werde dich vermissen! (und hamburg als tatort wird ab sofort no-go-area.)
"Tatort"-Kritik
Ein Abgang, der wehtut
Mehr Drama war nie: Mehmet Kurtuluş macht alles richtig und verabschiedet sich viel zu früh mit einem etwas überambitionierten, künstlerisch jedoch überragenden "Tatort" aus Hamburg. Til Schweiger kann dagegen nur verlieren.
Von Katharina Miklis
Da liegt er nun. Cenk Batu, niedergeschossen von den eigenen Kollegen. Ein letzter Kuss für die Geliebte. Ein Blick ins Nichts. Weißblende. Mehmet Kurtuluş stirbt in seinem letzten "Tatort" den Filmtod. Das Ende war absehbar. Schon zu Beginn des Krimis "Die Ballade von Cenk und Valerie" lassen Blenden das böse Ende erahnen, mit dem Mehmet Kurtuluş viel zu früh seine Karriere beim Hamburger "Tatort" beendet - und damit alles richtig macht. Was dazwischen liegt, zwischen den ersten Szenen auf Lanzarote, wo Cenk Batu in im Liebesurlaub mit seiner Freundin Gloria (Anna Bederke) herumturtelt und seinem Ableben im kargen OP-Saal liegen 90 Minuten großes Kino - mit kleinen Schwächen.
Künstlerisch gesehen ist der "Die Ballade von Cenk und Valerie" vielleicht der anspruchsvollste "Tatort", den die ARD je am Sonntagabend gezeigt hat. Die Bilder von Kameramann Jakub Bejnarowicz sind gewaltig. Slowmotion-Sequenzen und schnell geschnittene Szenen wechseln sich ab. "Ein letztes Mal alles geben, noch mal richtig reinhauen": Mehmet Kurtuluş hatte im Interview bereits angekündigt, dass sein letzter "Tatort" der Ästhetik seiner ersten fünf Filme noch einen drauf setzt. Eine opulent gefilmte, bedingungslose Ballade in Moll, wie es der Titel schon in sich trägt.
Überladen und dennoch überragend
Allein das Drehbuch wird dem großartigen Cenk Batu und dem Hamburger Krimi, den er revolutionierte, nicht vollkommen gerecht. Dieser "Tatort" will viel, kann viel und macht viel zu viel. Die Hybris der Macher macht immun gegen jede Logik: Cenk Batu soll als verdeckter Ermittler in einer Bank illegale Spekulationsgeschäfte ausspionieren. Dabei kommt er dem skrupellosen Finanztrader Dobler (Christoph Letkowski) auf die Schliche, der ein Attentat auf den Bundeskanzler Grasshoff (Kai Wiesinger) plant. Das allein hätte doch schon für einen "Tatort" gereicht, aber nein, mit Drehbuchautor Matthias Glasner muss es im Hinblick auf Batus letzten Streich durchgegangen sein, als er den Mord einer alternden Profikillerin (Corinna Harfouch) auf die To-Do-Liste schrieb.
Die ist dann auch noch Autistin, schwer gezeichnet von einem Lungenleiden. Ihren Sohn (Jonas Nay aus "Homevideo") hat sie jahrelang allein im Wald aufgezogen. Später bringt sie ihn einfach um, was sich wie so viele andere Ungereimtheiten auf ihren Autismus schieben lässt. Und weil die Killerin aus dem letzten Loch pfeift, zwingt sie Cenk Batu den Bundeskanzler zu töten - vor laufenden TV-Kameras. Da Batu natürlich lieber vom Liebesurlaub auf Lanzarote träumt, als den Auftrag einer durchgeknallten Killerin zu erfüllen, entführt diese Batus Freundin, um den Ermittler zu erpressen. Das ist schon alles viel zu viel Drama - und trotzdem trägt die große Liebe auch noch Batus ungeborenes Baby in sich. Die Ultraschallbilder findet er natürlich erst, als alles zu spät ist.
Überladen - und dennoch überragend ist Batus letzter Fall. "Jeder Film sollte im Kern letztendlich ein Liebesfilm sein. Alles andere interessiert uns doch nicht wirklich", sagt Kurtuluş, der im wahren Leben nun für seine Liebe Désirée Nosbusch nach Los Angeles zieht, in einem Interview. Und so ist es auch für den Undercover-Ermittler in letzter Instanz keine Frage, dass er bereit ist, abzudrücken, den Bundeskanzler zu töten. Für die Liebe. Dass die entführte Freundin unversehrt im letzten Moment den Ort der Geschehens erreicht und nur noch Zeugin seines Todes wird, ist des Dramas letzter Akt.
Kinoreifer Abgang eines brillanten Kurtuluş
Mit Realität oder Logik hat das nicht viel zu tun. Und trotzdem fesselt der kinoreife Batu-"Tatort" bis zum letzten Atemzug seines tragischen Helden, den man in Zukunft an der Elbe schwer vermissen wird. Mehmet Kurtuluş hat den besten Moment für seinen Abschied gewählt. Nie war er besser. Mit voller Wucht wird der Zuschauer gepackt, von den Bildern, der Wut Batus, dem Wunsch nach mehr. Mehr Mehmet Kurtulus, mehr vom Hamburger "Tatort". Aber hier an der Elbe ermittelt ab Herbst Keinohr-Kommissar Til Schweiger. Was für ein Verlust.
(Quelle: stern.de)
Zum vorherigen Beitrag: absolute Zustimmung
Habe es erst nach meinem Tagebucheintrag gesehen...
"I do not kill with my gun, he who kill with his gun has forgotten the face of his father. I kill with my heart."
Die Sache mit den Börsengeschäften und dem Bundeskanzler, also den Zusammenhang hab ich auch nicht wirklich kapiert aber trotzdem wars wieder super spannend und natürlich schade und traurif.
Ich werde Kurtulus vermissen, fand ihn mit Hannover am besten.
"Da liegt er nun. Cenk Batu, niedergeschossen von den eigenen Kollegen."
Oh, könnte daher also der Wind wehen? Könnten sich die Öffentlich-Rechtlichen gedacht haben dass ein 'Migranten-Integrations-Trend' bei der Bevölkerung nicht mehr zieht und daher gar ein Motto 'Deutschland schafft sich zurück' angesteuert werden könnte? Da nimmt das Ganze doch mal interessante Züge an.
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