(22.05.2009) Nun ist es endgültig: Es wird beim "Eurovision Song Contest" keine Kooperation zwischen der ARD und Stefan Raab geben. Nachdem sich die ARD zu Beginn der Woche nicht dazu durchringen konnte, grünes Licht zu geben und Nachbesserungen forderte, hat nun Stefan Raab keine Lust mehr und erteilt der ARD eine Absage.
Die Blamage für die ARD ist perfekt: Nachdem sich am Montag und Dienstag die ARD-Programmdirektoren nicht dazu durchringen konnten, dem eigentlich fertigen Konzept eines gemeinsam von ARD und ProSieben ausgerichteten Vorentscheids zum "Eurovision Song Contest" zuzustimmen und am Mittwoch sich dann auch in der ARD-Intendantenrunde keine Mehrheit fand, ist der Deal nun endgültig geplatzt.
Am Donnerstag hatte die ARD Meldungen über ein Aus für die geplante Kooperation noch dementiert. Erstmals bezeichnete die ARD in einem offiziellen Statement die geplante Zusammenarbeit mit Stefan Raab beim Eurovision Song Contest als "reizvoll". Dass es noch kein grünes Licht gab liege lediglich an einigen offenen Fragen, die man aber schnell klären wolle. Das kann sich die ARD nun aber sparen: Denn nun hat ihr Wunschpartner Stefan Raab keine Lust mehr auf eine Kooperation.
In einem Interview, das in der kommenden Ausgabe des "Spiegel" erscheinen wird und aus dem Spiegel Online nun vorab Auszüge veröffentlichte, macht Raab unmissverständlich deutlich: "Die Entscheidungswege in der ARD sind derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind. Unser Song Contest heißt Bundesvision Song Contest". Dabei sei man ursprünglich vom NDR um Hilfe gebeten worden und habe auch ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt - das die große ARD-Runde dann aber nicht akzeptieren wollte.
Wie es bei der ARD mit dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest nun weitergehen soll, ist völlig offen. Ein Statement der ARD gibt es nach der Absage Raabs bislang noch nicht. Auch wenn es in Anlehnung an Oliver Pochers Abgang in die Richtung "Ohne Raab geht's auch" gehen dürfte: Die monatelangen Planungen unter der Führung von Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sind nun obsolet - und ob der NDR nun ohne weiteres einen Plan B aus der Tasche ziehen kann, ist unklar. Den erneuten Verzicht auf einen öffentlichen Vorentscheid wie in diesem Jahr hatte der Sender im Vorfeld eigentlich augeschlossen - ein "Weiter so" wie in den Jahren zuvor allerdings auch.
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