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Thema: Arschlöcher vor der Kamera

  1. #41
    Statist Avatar von dirac
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera

    Hehe, wir drehen uns im Kreis, denn je nachdem wer die Art des Plagiats untersucht wird auf ein anderes Ergebnis kommen, es ist schlicht und einfach Auslegungssache und kann nicht wie Du behauptetest mit Fakten bewiesen werden, sondern unterliegt den Einschätzungen der Gutachter. Und nur weil die Judikative tagtäglich mit Gutachtern arbeitet, mindert dies nicht im Mindesten die Tatsache, dass es sich lediglich um eine Auslegungssache handelt, die nur in ausnahmefällen faktisch beweisbar ist.

    Soviel mir bekannt war das Seiten- Passagenweise zitieren auch bei Guttenberg nicht der Regelfall aber gut, dass mit den Anführungszeichen wie gesagt darf nicht vorkommen, aber es menschelt nunmal überall, gerade wenn man in solch einer schrecklichen Feierabend Kaskade arbeitet, bei der man lediglich wenige Stunden jeden Tag arbeitet und die Wiedereinarbeitung jedesmal schon große Anstrengungen kostet.

    drittens haben alle die von mir genannten freunde und bekannten neben der diss in vollzeit gearbeitet. mit zeitnot ist das, was guttenberg hier abgeliefert hat, nicht zu erklären.
    Tja kein Argument, da wir beide nicht vergleichen können inwiefern die Arbeit vergleichbar ist mit der die Guttenberg zur damaligen Zeit geleistet hat, so schlecht der Ruf der Politiker auch ist, die Meisten haben ne > 50 h Woche.

    aber unabhängig davon, bitte lies mein argument, um das du nicht herumkommst - es geht nicht um fußnoten oder "handwerkliche fehler" (zitat guttenberg). es geht um das seitenweise, massiv gehäufte, wiederholte, wortwörtliche, dreiste KOPIEREN von texten anderer autoren ohne auch nur den kleinsten hinweis.
    Tja wie bereits geschrieben die Arbeit war fehlerhaft und die Aberkennung des Doktors war daher korrekt, aber mir geht es ja auch nicht darum, sondern wie mit diesem Menschen der zweifelsohne einen Fehler begangen hat umgegangen wurde.

  2. #42
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera

    Zitat Zitat von Tet Beitrag anzeigen
    [...] aber auch das ändert nichts an der Tatsache dass er sich seiner Strafe entzog und dies nach wie vor tut. Sowas rechtfertigt auch keine Flucht, noch entschuldigt es die Vergewaltigung selbst. Zudem wurde der Vorwurf nur auf "Sex mit einer Minderjährigen" herabgestuft um einen Kompromiss zu erzielen - zum Schutz des Mädchens. Ursprünglich ging es auch um den Vorwurf dass das Mädchen unter Drogen gesetzt wurde, welcher natürlich genau so im Raum steht wie damals. Und ein Polanski beschwert sich, dass irgendwas nicht korrekt abläuft. Is klar. Dass er sich nach wie vor dem Ganzen entzieht spricht auch nicht für ihn und noch weniger dafür dass er überhaupt die Wahrheit sagt. Das alles finde ich persönlich dann irgendwie eklig...
    Ein offizieller Deal, der die Anzahl der Anklagepunkte mindert, ist etwas anderes als ein befangener Richter. Klar kann sich Polanski dann beschweren. Das ist nicht die gleiche Ebene. Das eine passiert im legitimierten Rechtsrahmen, das andere nicht. Letztlich ist beides vermutlich nicht "gerecht" im landläufigen Sinne. Wollte jetzt eigentlich nochmal zu einer längeren Antwort ausholen, aber wahrscheinlich spielen wir hier einfach nur Gericht nach: Du klagst ihn an, ich verteidige ihn und jeder pickt sich die Aspekte heraus, die in die Argumentation passen. Kann deinen Standpunkt nachvollziehen. Könnte ihn wahrscheinlich sogar selbst übernehmen, wenn die Dinge ein wenig anders lägen. Polanski hat sicher alles andere als eine weiße Weste, ist in meinen Augen aber auch kein ekliger Unmensch. Weitere Ausführungen spare ich mir, die werden in einem öffentlichen Forum sowieso von irgendjemandem missverstanden und ehe ich mich versehe stehe ich nach drei Sekunden im moralischen Abseits.

    @Guttenberg-Diskussion: Tet und laertes haben Recht.

  3. #43
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera

    kurz und knackig.

  4. #44
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera

    p.s.:
    @dirac: ich finde deine einstellung grundsätzlich (ja, ich weiß, beliebtestes juristenwort ever) gut, da du dich für einen verhältnismäßigen und in jedem fall menschenwürdigen umgang mit 'tätern' (im weitesten sinne) aussprichst. nur kann ich in der causa guttenberg deine argumente aus den von mir genannten gründen nicht nachvollziehen. ich denke, wir beide haben alles für uns wesentliche gesagt. und ich bin froh, dass guttenberg zurück- und in den schatten getreten ist. das war verdient und richtig so.

  5. #45
    Statist Avatar von dirac
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera

    Ja dann agree to disagree, mein Schlusswort dazu, ist ein Satz:

    "Wenn man morgends aufsteht und weiss wer der böse ist, dann hat der Tag Struktur."

  6. #46
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera



    eine anmerkung noch (keine fortführung der diskussion): von staatsanwaltschaft und gericht werden in den von mir genannten fällen niemals gutachter eingesetzt. das gericht hat sich eine eigene überzeugung insbesondere auch von der subjektiven tatseite zu bilden, und hierfür bedarf es namentlich bei betrugs- und urkundsdelikten keiner gutachterlichen vorarbeit. worauf ich hinauswollte, war vielmehr, dass man bei betrugs- und urkundstatbeständen (die jeweils täuschungsvorsatz erfordern) schon aus den objektiven tatumständen auf die innere tatseite schließen kann und darf. wenn jemand an die tankstelle fährt, volltankt und dann wieder wegfährt, ohne zu bezahlen, liegt der betrugsvorsatz zumindest nahe. bei der einlassung "oh, habe ich ganz vergessen" dürfte es sich meist um eine schutzbehauptung handeln. wenn nun aber die überwachungskamera aufnimmt, wie der beschuldigte beim tankvorgang sein basecap tiefer ins gesicht zieht und sich in alle richtungen umschaut und dann in seinen wagen springt, um zügig wegzufahren, besteht am betrugsvorsatz kein vernünftiger zweifel mehr. dann lässt sich der vorsatz aus den objektiven umständen schließen, ohne dass man hierfür noch ein separates beweismittel, etwa einen tagebucheintrag oder eine äußerung gegenüber einem zeugen bräuchte. ein noch krasseres beispiel wäre, dass unser beschuldigter vorher von einem fremden fahrzeug den kennzeichensatz abgeschraubt hat und dann tanken gefahren ist. wer hier noch darüber hinausgehenden nachweis für die urkundenfälschungsabsicht (verwenden unechter urkunden [=auto+kennzeichen]) und betrugsvorsatz (nichtbezahlenwollen) verlangt, verhält sich lebensfremd.

  7. #47
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera

    sorry für off-topic.

  8. #48
    Tet
    Tet ist offline
    Regisseur Avatar von Tet
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera

    Das erinnert mich daran dass wir in der Schule mal eine Gerichtsszene nachspielen mussten und da war ich zufällig auch in der Rolle des Staatsanwalts. Ich habe dann so Sprüche geklopft wie, "Ihr Zeuge." (nach so einer Art Kreuzverhör), und was man sonst noch so kennt aus Film und Sontigem. Eine verdammt gute Show sozusagen. Danach haben wir dann gemeinsam über die Vorstellung gesprochen und das einzige was mein Lehrer zu mir zu sagen hatte war, dass ein Staatsanwalt niemals "so auf seinem Tisch herumliegen würde". True story.
    Geändert von Tet (12.11.2011 um 00:04 Uhr)

    I will hurt you for this. The day will come.
    Your joy will turn to ashes and you will know the debt is paid.


  9. #49
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Arschlöcher vor der Kamera



    dein lehrer hat keine ahnung. er müsste mal in einen echten gerichtssaal gehen...

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