Da in einem anderen Topic die Diskussion nun in Richtung "wie gut ist Steven Soderbergh" gegangen ist, wollte ich hier einfach mal ein eigenes Topic aufmachen, sonst laufen so viele Gesprächgsthemen immer durcheinander.
Ich persönlich halte sehr viel Steven Soderbergh. Deshalb gehört der Mann auch zu meinen Lieblingsregisseuren. Es fängt ja schon einmal mit SEX, LIES AND VIDEOTAPES an. Keiner wird die Qualität dieses Films wohl anzweifeln und ich denke der Streifen hatte einen großen Einfluß auf die Entwicklung des Indie-Films. Ich möchte sogar soweit gehen zu sagen, daß Leute wir Richard Linklater, Kevin Smith und sogar Quentin Tarantino ohne den Erfolg eines Steven Soderbergh heute nicht das wären was sie sind.
In den folgenden Jahren hat Steven ganz klar versucht seinen eigenen Stil zu finden. Filme wie KAFKA, KING OF THE HILL oder der doch sehr abgedrehte SCHIZOPOLIS sind doch sehr unterschiedliche Filme gewesen. Wie Steven selbst des öfteren gesagt hat, war er immer hin und her gerissen zwischen Kunst und Kommerz. Auf der einen Seite hätte er Filme in Hollywood drehen können, hätte sich dabei jedoch von geldgierigen Produzenten Vorschriften machen lassen müssen und wäre wohl gewzungen gewesen, Filme zu machen hinter denen er selbst als Künstler, Regisseur und Geschichtenerzähler überhaupt nicht steht. Auf der einen Seite hätte er weiter Indie-Streifen drehen und sich den Stempel "Kunst" geben lassen können, doch das war auch nicht wirklich das was er wollte. Und so war der Mann immer auf der Suche nach seinem eigenen Weg.
Und ich würde sagen 1998 hat er sich auch schließlich selbst gefunden. Mit OUT OF SIGHT ist Soderbergh die beste Elmore Leonard Verfilmung gelungen für die er auch noch Schauspieler wie George Clooney, Don Cheadle, Ving Rhames, Catherine Keener, Samuel L.Jackson, Michael Keaton usw. verpflichten konnte. Danach folgten dann neben THE LIMEY die beiden Filme ERIN BROCKOVICH und TRAFFIC, die beide eine sehr ähnliche (meiner Meinung nach geniale) Optik haben. Besonders TRAFFIC möchte ich an dieser Stelle hervorheben. Hier wirft Soderbergh einen kurzen Blick auf den Drogenkrieg der in den USA im Gange ist und zwar auf eine unheimlich intensive Art und Weise. Ganz sicher einer der besten Filme der letzten Jahre.
Letztendlich hat Soderbergh den Spagat zwischen Kunst und Kommerz hinbekommen. TRAFFIC ist sicher kein konventioneller Hollywood-Film. Die ungewöhnliche Machart steht dem Film aber nicht dabei im Wege, die Zuschauer scharenweise ins Kino zu locken. Und Schauspieler wie Michael Douglas, Dennis Quaid, Catherine Zeta Jones, Benicio DelToro oder Salma Hayek stehen Schlange um in einem Soderbergh-Streifen mitspielen zu dürfen.
Steven ist ein sehr bodenständiger Mensch mit einer äußerst realistischen Einstellung zum Filmbusiness. Der Mann repräsentiert genau das was ich mir unter einem Regisseur vorstelle. Und ich erwarte keinesfalls, daß jeder Film von ihm perfekt sein muß.


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