Er war der vielleicht berühmteste "Faust" und galt als einer der Größten seines Fachs. Jetzt ist der Schauspieler Will Quadflieg im Alter von 89 Jahren gestorben.
Hamburg - Wie das Hamburger Thalia Theater heute mitteilte, starb der bekannte Künstler bereits am vergangenen Donnerstag. Der Schauspieler war einer der großen alten Männer des deutschen Theaters und hat mit fast allen renommierten Kollegen seiner Zeit zusammen gearbeitet. In der berühmten Faustinszenierung von Gustav Gründgens spielte er den Faust. Die Beisetzung erfolgte auf Wunsch des Verstorbenen bereits im engsten Familienkreis.
Die Beisetzung erfolgte auf Wunsch Quadfliegs bereits im engsten Familienkreis. Der Künstler lebte in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Das Thalia Theater, wo Quadflieg unter der Intendanz von Jürgen Flimm bis zu seinem Bühnenabschied im Jahr 1999 fest engagiert war, wird am 18. Januar mittags zu einer Gedenkstunde einladen.
Bis an sein Lebensende war Quadflieg auch als Rezitator aktiv. Im Fernsehen begeisterte der Schauspieler, der sich für Umwelt- und Tierschutz engagierte, in dem Vierteiler "Der große Bellheim" 1993 die TV-Zuschauer.
Ein erstes Engagement als Schauspieler erhielt Quadflieg 60 Jahre zuvor am Theater seiner rheinländischen Geburtsstadt Oberhausen. Die weitere Bühnenlaufbahn führte über Gießen, Gera und Düsseldorf 1937 an die Berliner Volksbühne und ans Schiller-Theater, wo Heinrich George sein Lehrmeister war. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Quadflieg in Lübeck, baute in Hamburg 1945 die Junge Bühne mit auf und war 1947 bis 1964 am Deutschen Schauspielhaus unter Vertrag.
1952 bis 1959 spielte Quadflieg bei den Salzburger Festspielen alljährlich den "Jedermann". Als ein Höhepunkt seiner Theaterlaufbahn gilt die Zusammenarbeit (1956-1962) mit dem Regisseur und Schauspieler Gustaf Gründgens während dessen Intendanz am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.
(Quelle: spiegel.de)


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