Findet Ihr es nicht auch skandalös dass einigen Darstellern keine Ehre zuteil kommt? Anderen, minderwertigen oder mittelmäßigen von Hollywood-Agenturen künstlich erschaffenen Pseudo-Darstellern jedoch Lob wiederfährt?
Wer sind für euch die ultimativ am meisten unterschätzten Darstellerinnen und Darsteller?
Meine Liste der am meisten unterschätzten männlichen Darsteller:
1.Bill Murray-So langsam bildet sich eine kleine Gemeinde von zuvor skeptischen Kritikern die Murrays Darstellungskunst nun endlich zu würdigen wissen(seit Lost in Translation). Das dies jedoch erst seit Sofia Coppolas Werk "Lost in Translation" der Fall ist, verwundert mich. Schon in seinen frühen Filmen hatte mich Murrays stoische Miene, seine geradezu schon unverschämt lethargische Erscheinung welche paradoxerweise soviel Präsenz hat, begeistert. Man schaue sich "Tiefseetaucher" an. In einem Interview wird der Meeresforscher, welcher Murray verkörpert, gefragt warum er den Raubfisch töten wolle, der seinen Freund umbrachte. Murray verharrt zuerst in Schweigen, überlegt ein bisschen und sagt mit Gelassenheit: Kaltblütige Rache!
Das ist ein Darsteller, der die Spielzeit eines Filmes durch sein Nichtstun nicht verlängert, sondern ihr somit eine Spannung verleiht, welche auf ihrem Kuliminationspunkt zum lachen bringt. Murray ist der subtilste Komödiant und deswegen wohl dadurch auch demAdam Sandler-Amerika viel zu anspruchsvoll.
2.Leonardo DiCaprio-Mit der Titanic ist damals auch DiCaprios Rang als ein brillanter Jungdarsteller untergegangen. Dabei ist die DiCaprio meiner Meinung nach ein Genie. Ein Schauspieler der seine Rollen mit einer ungeheuren Intensität spielt, der aber gleichzeitig nie so angestrengt wirkt wie ein Tom Cruise (der seine Charaktere ähnlich intensiv verkörpert). DiCaprio ist prädestiniert für den Scoseseschen Anti-Helden-der will immer alles und scheitert an diesen Anspruch. Einer der besten Darsteller unserer Generation, der von der Popcorn-Presse jedoch Imageschäden erlitt, die selbst ein Scorsese schwerlich ausbügeln kann.
3.Kevin Bacon-Der durch "Rumbe Fish" berühmt gewordene Mime ist unauffällig. Eben so unauffällig das gar nicht mehr auffällt das er spielt. Solche Darsteller haben es immer schwer (Jack Lemmon hatte das gleiche Problem). Spätestens in "Woodsman" sollte aufgefallen sein wie anbetungswürdig glaubwürdig und überzeugend Bacon ist.
4.Jeff Bridges-Ein neuer Alec Guiness. Ein Verwandlungskünstler par excellence der einfach alles spielen könnte: Den einfachen Arbeiter in "American Heart", den Alt-Hippie "Dude" in "Big Lebowski", den Ruhmsüchtigen in "König der Fischer", den freudianischen Kinderbuchautor in "Door in the Floor". Wo bleibt sein Oscar?!!!!
5.Ethan Hawke-Mir gefallen seine verstörten Augen und die gleichzeitige romantisch anmutende Schwelgerei in seinem Auftreten. Dennoch hat er nie die Rolle bekommen, für die er geboren ist. In "Training Day" oder "Aussault" wirkt er deplatziert.


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