Wir alle kennen dieses Bild: Ein junges Genie sitzt in seinem, für den Beruf typischen Klappstuhl und starrt konzentriert auf den Monitor, spricht intensiv mit den Schauspielern, wuselt am Set umher, streckt Finger aus, erhebt den Arm, verzieht das Gesicht, gibt Positionen an, schreit, weint (Paul Verhoeven hat sich einmal gar komplett ausgezogen weil er einem Schauspieler am Set in einer Nackt-Szene die Scheu nehmen wollte), lacht empathisch, den Blick voll Feuer in der Hitze der künstlerischen Leidenschaft, um ihn die Aura eines herrschenden Genies, die Verquickung von Intellekt und Machertum...der REGISSEUR!
In diesem Topic soll es nicht um die Arbeit der Regisseure, sondern allein um ihre Wirkung anhand von Fotos, Making Ofs und öffentlichen Auftritten und um ihre Arbeitsweise gehen (sind sie eher laut, eher leise, eher schüchtern etc.).
Scorsese beispielweise soll am Set eher schüchtern sein. Er kann es z.B. nicht ausstehen wenn man ihn während der Arbeit anschaut. Ich habe auch gehört, dass er oftmals nicht am Set, sondern in weiterer Entfernung gelegen seine Befehle abgibt, weil er es nicht mag, dass man ihm über die Schulter schaut. Er soll sich gar, in Angst vor dem Produzenten Weinstein, ein Rückspiegel an seinen Platz befestigt haben um ihn schon von Weiten sichten zu können.
Regisseure wie Petersen, Scott oder Lucas hingegen sind äußerst sparsam in der Schauspielführung. Ihre verbale Kommunikation miteinander besteht meistens in der Angabe von Positionen.
In der Regel eher europäische Regisseure wie Wenders hingegen sind sehr an einer intensiven Beschäftigung mit den Schauspielern interessiert.
Ich könnte hier noch stundenlang weiter machen. Aber ich will mal lieber eure Meinungen, Beobachtungen und Schlußfolgerungen aus der visuellen Rezeption von Regisseuren hören.


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