Howard Hughes jr.
Er veränderte Hollywood für immer, setzte neue Maßstäbe und war eine der schillerndsten Figuren der 20. Jahrhunderts... Howard Hughes.
Hughes' Vater war der Glücksritter und Ölsucher Howard Robard „Bo“ Hughes, seine Mutter Allene Gano, eine reiche, neurotische Erbin aus Dallas. Howard kam mit einem angeborenen Hörleiden (Otosklerose) zur Welt. Er besuchte die exklusive Thacher School in Kalifornien, jedoch ohne Abschluss. Seine Mutter starb 1922, sein Vater, Howard R. Hughes sen., kurze Zeit später im Jahre 1924. Wegen des Todes seines Vaters verließ der junge Hughes das Rice Institute, welches er bis dahin besucht hatte, und übernahm die Hughes Tool Company, die dank ihres Monopols auf Erdöl-Bohrköpfe jährlich Millionen-Gewinne erwirtschaftete. "Mein erstes Ziel ist es, der beste Golfspieler der Welt zu werden. Zweitens der beste Flieger zu werden und drittens der berühmteste Filmproduzent. Und dann will ich, dass Sie mich zum reichsten Mann der Welt machen." sagte Howard Hughes zu seinem Generalbevollmächtigten Noah Dietrich, den er 1925 eingestellt hatte, und der bis 1957 blieb.
Mit der finanziellen Sicherheit der Hughes Tool Company im Rücken ging Hughes nach Hollywood, um sich als Filmproduzent und Regisseur zu betätigen. Er heiratete 1925 Ella Rice, von der er sich 1929 wieder scheiden ließ. Mit der Filmschauspielerin Katharine Hepburn war er einige Jahre liiert. Er zeichnete verantwortlich für Filme wie The Racket (1928), Scarface (1932), The Outlaw (1940) sowie zahlreiche weniger bekannte Streifen, von denen einige floppten. Erfolgreichere Produktionen wie Hell's Angels (1930, damals der teuerste Film aller Zeiten) und The Front Page (1931) schafften es bis zur Oscarnominierung . Als Regisseur entdeckte er Jean Harlow und Jane Russell, die er zu Filmstars machte. 1948 kaufte er das angeschlagene Hollywood-Studio RKO. Er nahm viel Einfluss auf die laufenden Produktionen, stoppte diese teils sogar für Wochen und verkaufte das Unternehmen 1955 wieder. Die dazugehörige Kinokette wurde aus Kartellgründen abgespalten.
Parallel zu den Aktivitäten im Filmgeschäft begann sich Hughes für die Fliegerei zu interessieren und bezog eine Baracke in Burbank/Los Angeles, um Flugzeuge zu entwickeln, die er als Pilot selbst testete. Mit diesen selbstentwickelten Flugzeugen stellte er einige Rekorde auf, unter anderem 1935 den absoluten Geschwindigkeitsrekord von 567 km/h oder die Rekordzeit von 7 Stunden, 28 Minuten und 25 Sekunden für die Strecke Los Angeles — New York. Auch sein Rekord der schnellsten Weltumrundung mit 91 Stunden im Jahr 1938 brachte ihm Anerkennung ein. Nur für kurze Zeit trug der William P. Hobby Airport in Houston seinen Namen, aber nach Protesten gegen die Benennung nach einer lebenden Person wurde diese Ehrung zurückgenommen.
Aus Hughes’ Baracke in Burbank ging schließlich die Firma Hughes Aircraft hervor und 1938/39 wurde Hughes Mehrheitsaktionär der Fluglinie Transcontinental and Western Air (TWA), die später in Trans World Airlines umbenannt wurde. Der TWA-Chef William John Frye finanzierte durch das Geld von Hughes den Kauf des Boeing B-307 Stratoliner. Von Hughes stammte auch die Grundidee für die Lockheed Constellation (als Weiterentwicklung Super Constellation), eines der ersten Passagierflugzeuge mit Druckkabine, von der TWA exklusiv die ersten Exemplare erwarb.
1942 kam Hughes auf die Idee, riesige Wasserflugzeuge zu bauen, die Soldaten sowie Panzer und anderes Kriegsmaterial nach Europa transportieren sollten, da Schiffe ständig von deutschen U-Booten angegriffen wurden. Es gelang ihm auch, einen Regierungsauftrag hierfür zu erhalten. Aber bevor sein Flugboot einsatzfähig war, war der Krieg vorbei. Ein einziges Exemplar (Hughes H-4) wurde fertig gestellt und von Hughes selber nur einmal geflogen. Es ist noch immer das Flugzeug mit der größten Spannweite, das jemals gebaut wurde. Heute ist dieses Flugzeug, Spruce Goose (Fichtengans) genannt, eine Touristenattraktion im Evergreen Aviation Museum in McMinnville im US-Bundesstaat OregonMit dem Prototypen einer weiteren eigenen Flugzeugkonstruktion, der Hughes XF-11, hatte Hughes am 7. Juli 1946 einen schweren Unfall, als er mit dieser Maschine bei einem Testflug über Beverly Hills in unmittelbarer Nähe des Country Club Golfplatzes abstürzte und drei Häuser demolierte. Dabei ging das Flugzeug in Flammen auf und Hughes zog sich schwere bleibende Verletzungen an Kopf und Rücken zu. Von diesem Unfall erholte er sich nie. In der Folge wurde Hughes medikamenten- und codein-abhängig. Die Auswirkungen seiner Verletzungen und seiner Drogenabhängigkeit führten zu einer Persönlichkeitsveränderung mit paranoiden Wahnvorstellungen, so dass Hughes nur noch einen kleinen Stab von Personen (ausschließlich Mormonen) um sich duldete, von denen er die Einhaltung bizarrer Rituale forderte. So mussten beispielsweise sieben Mormonen jeden Gegenstand, den er anfasste, mit Papiertüchern abdecken.
Hughes' Leben wurde schon dreimal verfilmt:
1964 mit George Peppard in der Hauptrolle unter dem Namen "Die Unersättlichen".
1977 mit Tommy Lee Jones in der Hauptrolle unter dem Namen "Howard Hughes – Eine Legende".
2004 von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio als Hughes und dem Titel "Aviator".
Im Film "Melvin und Howard" von 1979, gespielt von Jason Robards vermacht dieser ein sechzehntel seines Vermögen dem Glücksritter Melvin, gespielt von Paul Le Mat.
Im Fantasy-Comic-Film "Rocketeer" (spielt in L.A. im Jahr 1938) von 1991 wird die Figur des Hughes von Terry O´Quinn gespielt.
Leonardo DiCaprio als Howard Hughes in Martin Scorseses "The Aviator"
Ich bin zwar erst durch Scorses Film auf Howard Hughes aufmerksam geworden, aber nach dem Film wollte ich immer mehr über ihn erfahren und bin zum schluss gekommen, dass Howard Hughes sich wegen seiner damaligen Beziehung und Einwirkung auf Hollywood, einen Eintrag in dieses Forum verdient hat.
Diskutiert und redet über diese Figur so viel und so hart ihr wollt.
Viel Spaß,
Martin Siodlaczek
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